Die Blase platzt noch nicht, sie bläht sich erstmal weiter auf…

Koelner DomSie sind (fast) alle im Second Life — und ich wiederhole mich, ich hab noch nichtmal die Homepage von diesem Blödsinn besucht. Wie sprach Falk gerade im Jabber: Sollen sich alle ins Second Life verziehen, habe ich wenigstens meine Ruhe. Dem ist nichts hinzuzufügen. Nach dem langsamen Sterben mancher Blogurgesteine, so manchem supertollem Unternehmenseinzug ins Second Life nun die nächste Stufe: Der Kölner Dom zieht ins Second Life. 😀

Nach umfangreicher Konzeptionsphase geben die Dombauverwaltung Köln und die Seminal Considerations GmbH den Start des Projekts «Virtueller Kölner Dom» in der dreidimensionalen Internet-Welt Second Life bekannt.

Das glaube ich nicht — wieviele Menschen waren daran nun beteiligt, ein paar Pixel auf den anderen zu setzen. Vielleicht sogar ein Architekt? Oder doch nur ein paar PR-Heinis? 😀

Außer Frage stand dabei von Beginn an, dass nur eine besonders hochwertige Visualisierung des Doms im Zentrum des Virtuellen Köln stehen kann.

Ich hoffe den Herren ist klar, dass sie nur so gut sein können, wie es Second Life zulässt — da hört man ja eher von Cartoon-Qualität. Aber zerstören wir mal den Traum von Foto-Qualität nicht, der hier wohl Pate steht… 😀

welche sich zusammen mit dem Erzbistum Köln gründlich mit der Projektidee auseinandersetzte und nach Beschluss des Metropolitankapitels der Seminal Considerations GmbH die beratende Mitarbeit der Dombaumeisterin Prof. Dr. Barbara Schock-Werner zusagte.

*gröööhl* Jetzt hat man eine ungeführe Vorstellung davon, wieviele Leute an dem Blödsinn beteiligt waren, man denke an die Zwischenstufen, den Bäcker und den Schlachter… 😀

Schließlich werden Millionen Besucher aus der ganzen Welt auch diesen Dom erleben. Deshalb arbeiten wir mit Seminal Considerations zusammen.

Genau — welche PR-Berater waren da vor Ort. Man, müssen die gut sein. 😀 Wie bekloppt muss man sein, um zu glauben, jedes registrierte Avatar [sic!] würde gleich zum Kölner Dom stürmen? 😀

Solange noch so ein Blödsinn verkauft werden kann, platzt die neue Blase noch nicht wirklich, im Gegenteil, sie bläht sich langsam aber sicher immer mehr auf. Nicht falsch verstehen — wenn sich der Kölner Dom im Internet präsentiert, ist das begrüssenswert — aber im Second Life, mit so einer PR-Meldung, so einem Planungskommitee — ich bitte Euch, das ist der Hammer… 😀

Presseportal — Der Kölner Dom wird Wahrzeichen in der virtuellen Welt — Detaillierter Nachbau in Second Life mit Unterstützung der Dombauverwaltung

Bild: Wikimedia Commens, Verfremdung: F!XMBR

3 Antworten zu “Die Blase platzt noch nicht, sie bläht sich erstmal weiter auf…”

  1. Yerodin sagt:

    Zwei wirklich lesenswerte Artikel zu SL und des Wirtschaftssystem selbigem.
    Link 1
    Link 2

  2. Grainger sagt:

    Ich würde gerne mal wissen, was der Spaß denn nun tatsächlich gekostet hat.

    Nach meinen Erfahrungen mit Gutachtern und Beratern gehe ich aber von einem mindestens fünfstelligen Betrag aus, der sich mit Sicherheit eher im Grenzbereich zur sechsten Stelle bewegt.

    Da weiß der brave deutsche Christ wenigstens, das seine Kirchensteuern gut angelegt werden.

  3. DonTermi sagt:

    Wie ich immer sage … Dinge die die Welt _nicht_ braucht.

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