die absoluten Nullen

Glaubt man kaum das ich das mal sagen würde, irgendwie hatte ich vor Jahren wenigstens auf Bundesebene immer noch so das Gefühl mit der SPD richtiger zu liegen. Klar das Gekotze vom kleineren Übel war da wohl auch schon ausschlaggebend, letztendlich war es jedoch nur ein recht unverdauter Gedanke, geboren in Verzweiflung. Und dennoch klammerte man sich immer noch daran, weil irgendetwas besseres muß da doch existieren und wenns nur der Hauch von Lauterbarkeit wäre. Dem ist aber leider nicht so, Chris tickert ab und an noch was drüber, ich gab da die besten Sachen noch 2003 wieder — weil da hoffte ich insgeheim noch auf Besserung. Nun ja, heute sind wir hier angekommen, früher wählte ich mal ganz gläubig meinen Genossen Lafontaine, nur um von ihm später massiv enttäuscht/getäuscht zu werden. Nennt man wohl Lehrgeld …

Heute kann die SPD sich nicht mehr mit Ruhm bekleckern, Beck der mit seinem Einsatz für Fußball wohl in der Pfalz immer noch die Massen begeistern kann, ist auf Bundesebene gar nicht gerne gesehen und Münti, tja Münti sieht ebenfalls eher die rote Karte. Mag man auch Umfragen, wie diese hier, eher skeptisch betrachten, so bestätigt diese nur noch einmal dieses Trauerspiel. Sicherlich, die Sozialdemokratie in Deutschland war immer schon arg gebeutelt und zerissen zwischen einerseits profaner Machtgeilheit und andererseits der sozialen Note, aber mit Schröder, da begann tatsächlich der Abstieg der Partei … hin zur Macht, weg von sozialem Engagement. Tja und das ist der Lohn dafür, nun freuen können wir uns eigentlich nicht … das kleinere Übel existiert schlicht nicht mehr.

6 Antworten zu “die absoluten Nullen”

  1. Für mich ist der übelste SPD-Politiker aus rot-grünen Zeiten Otto Schily.

    Er zeichnete sich aus durch Arroganz und Panikmache gepaart mit (zuletzt gegenüber der Presse eingeräumter) Inkompetenz in technischen Fragen seines Überwachungswahns.

  2. Oliver sagt:

    Es kann nie der übelste gewesen sein, da seine Partei ihn dort abstellte, man tolerierte bzw. förderte dies Amt also. Zudem nutzt der beste Überwacher nichts, wenn das Parlament ihm keinen Persilschein gibt.

  3. Chris sagt:

    Omg — die SZ lässt mittlerweile sogar einen Gastbeitrag von Oskar Lafontaine zu — eine «Ehre», die bisher nur Freitag.de oder der jungen Welt vorbehalten war. Das lässt tief blicken.

    Und Oliver hat es oben schon verlinkt, das mit Beck und so — hier mal die restlichen Zahlen

    Ich bin mittlerweile der Überzeugung, wie sehen da die Auflösungserscheinung einer ehemals großen Partei. In Holland hat die «neue Linke» mittlerweile die «alte Linke» überholt…

  4. Jochen Hoff sagt:

    Yepp. Die SPD ist am Ende und mit immer noch blutendem Herzen muss ich sagen, das ist gut so.

    Wenn die Linken es schaffen, Oskar und Gregor loszuwerden, die beide schon einmal hingeworfen haben, anstatt zu kämpfen ist das die einzige Alternative.

    Die Grünen sind auf dem Weg eine neue FDP zu werden und die FDP wird Nationalliberal. Nur die CDU bleibt der Mist, der sie schon immer war. Zentrum light.

  5. Grainger sagt:

    Die neuen Linken hätten imho mittelfristig durchaus eine Chance die Nachfolge der SPD anzutreten.

    Aber nur mit neuen Persönlichkeiten, Lafontaine und Gysi kann man in diesem Zusammenhang nur als Altlasten betrachten (und beide haben für mich persönlich das Image von Wendehälsen, die ihr Fähnchen gerne mal nach dem Wind drehen).
    Und eben dafür (nämlich für einen Neuanfang mit einer neuen Partei und neuen Leuten) sehe ich momentan keine echte Chance, sobald sich ein möglicher Erfolg der neuen Linken abzeichnet werden etliche aus der alten Garde ganz schnell eine neue politische Heimat suchen und (wie ich befürchte) auch wieder finden.

    Die FDP war für mich ohnehin schon immer insdiskutabel, ich bin nun mal kein niedergelassener Arzt oder Rechtsanwalt mit eigener Kanzlei und gehöre somit nicht zu deren Klientel.
    Die selbsternannte Partei der Besserverdienenden muss wohl auch in Zukunft ohne jegliche Unterstützung meinerseits auskommen.

    Die Grünen haben in ihrer Zeit als Koalitionspartner bewiesen das sie bereit sind zum Machterhalt alle ehemals eisernen Prinzipien über Bord zu werfen.

    Bei der CDU/CSU ist (ebenso wie bei der SPD) ohnehin aller Hopfen und Malz verloren, die ehemals großen Volksparteien sind imho zu keiner Erneuerung fähig.

    Einfach ein neues Etikett auf den alten Inhalt zu kleben reicht nicht aus.

  6. Oliver sagt:

    >Die neuen Linken hätten imho mittelfristig durchaus eine Chance die Nachfolge der SPD anzutreten.

    Das dachte man eigentlich zu jeder Zeit, denn diese Absplitterung, gar mit richtigen Galleonsfiguren, gabs zu beinahe jeder Zeit — die grundlegende Problematik meist identisch. Und dennoch änderte sich nichts, weil die Gesellschaft nicht dazu bereit ist.

    Dort in den Kommentaren kann man ein Teil der Problematik erfassen. Vorschnelles Handeln ohne zuvor zu denken bzw. überhaupt mit Wissen als Basis zu hantieren ist das Credo. Und in Deutschland ist diese vorgehensweise schon ewig derart massiv ausgeprägt. Die Politik ist quasi nur die Antwort darauf, nicht die Ursache.

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