Diagnose: Minarett-Syndrom

minarett_syndrom 

Mal wieder eine grandiose Karikatur von Bulo. :)

Der Islam ist eine politische Bewegung mit Allmachtsanspruch.
Der Islam lehnt Gleichberechtigung ab.
Der Islam lehnt eine pluralistische Gesellschaft ab.
Der Islam lehnt Demokratie ab.
Der Islam hält sich nicht an Gesetze.
Der Islam achtet nicht die Werte der Gesellschaft, in der sie leben.

Diese Gedanken könnten von der NPD stammen.
Diese Gedanken könnten von Politically Incorrect stammen.
Diese Gedanken könnten von anderen Rechtsradikalen stammen.

Könnten. Diese Gedanken stammen aber vom Mitglied des Bundesvorstandes der Piratenpartei, Aaron König. Es ist nicht der erste rechtspopulistische — vielleicht schon rechtsextreme — Ausfall des Aaron König. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass diese Ausfälle mittlerweile zur Normalität bei der Piratenpartei gehören. Und nein, dies ist keine private Einzelmeinung – ein Bundesvorstandsmitglied hat mit seinen Äußerungen Signalwirkung auf die gesamte Partei. Man muss sich nur einmal vorstellen, was für ein Aufschrei es – zurecht — gegeben hätte, wenn Christian Wulf von der CDU oder Klaus Wowereit von der SPD diesen Irrsinn verbreitet hätten. Es zeigt sich das altbekannte Problem – die Piratenpartei hat keine Werte. Das zeigen auch die Kommentare bei König und den Kollegen, die sich bisher zu dem neuen Ausfall geäußert haben, in denen sich viele Piraten mit ihrem Bundesvorstandsmitglied solidarisieren und die, die kritisieren, angreifen.

Fairerweise soll nicht verschwiegen werden, dass manche Piraten anfangen, sich zu distanzieren. Das reicht selbstverständlich nicht – in der SPD und bei den Grünen mehren sich auch die Stimmen, sich von den Rot-Grünen Sicherheitsgesetzen zu distanzieren. Glaubt man Ihnen? Der eine oder andere Wähler vielleicht – gerade die Piratenpartei jedoch nicht. Die Piratenpartei ist in ihrer derzeitigen Verfassung gefährlich, und nein, liebe Schulkinder, wie Ihr es immer ausdrückt, nicht für das Establishment, sondern für unsere Gesellschaft. Die Piratenpartei ist offensichtlich zu einem Sammelsurium fragwürdiger Personen geworden. Dies sind leider keine Einzelfälle – in aller Regelmäßigkeit werden, diplomatisch ausgedrückt, rechtspopulistische Auswüchse offenbar. Ein alter Freund drückte es immer sehr plastisch aus: Geht sterben, aber leise

Oder um es mit den Worte von Jens Scholz zu sagen:

Hallo Piratenpartei
Könnt ihr bitte endlich mal damit anfangen, eure Rechtsextremen einfach mal direkt rauszuschmeißen und nicht immer erst mal in irgendwelche Ämter zu wählen bevor ihr es tut? Sehr verbunden.

Sehr treffend formuliert, doch ist zu befürchten, dass bei den Piraten Hopfen und Malz verloren ist – das zeigen nicht nur die Worte Königs, sondern besonders die Reaktionen seiner Parteifreunde.

Julia Seeliger — König der Minarette
NZZ — Applaus vom rechten Rand Europas (und den Piraten…)

Zitate ohne Verlinkung:

NPD begrüßt das Votum der Schweizer für ein Minarettverbot.
PI : Hurra, die Proteste beginnen.
Pro Köln: Wir alle sind Schweizer.
Reps: Bravo Schweiz: Minarettverbot ist ein Vorbild für ganz Europa.

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16 Antworten zu “Diagnose: Minarett-Syndrom”

  1. phoibos sagt:

    oh, du hast den broder vergessen 😉

    aber seien wir doch mal ehrlich: es kann doch nicht angehen, dass der gemeine moslem einen größeren dödel hat als der brave christenmensch!

    es geht doch schlicht nur darum, wer den größten phallus ins dorf stellen darf.

    (für alle merkbefreiten vollidioten da draußen: das war satire!)

    kirchtum, minarett, schornstein, antenne — mir doch wurst, womit die menschen in den himmel wachsen wollen (turm zu babel lässt grüßen). ich denke, ich könnte nach einem oder zwei malen sogar einen muezzin ignorieren. kirchengebimmel höre ich ja auch schon seit jahren nicht mehr.

  2. superguppi sagt:

    Er kann´s nicht lassen

    Wofgang Dudda, Sprecher der Piraten in Schleswig-Holstein über Aaron König.

    Interessant ist auch, dass Wolfgang Dudda von Parteimitgliedern wegen seinens Partei-Logos »Piratenpartei gegen Rechtsextremismus« kritisiert wird.

  3. SZenso sagt:

    Super Satire :-)

    Ja, und das wirklich schlimme am Minarett-Syndrom ist, dass sie leider ansteckend ist :-( Und sie ist auch noch schlimmer als die Schweine-Pest (was macht die eigentlich gerade? Impfproduktionspause??)

    Zuerst dachte ich, die Piraten hätten sich nur ein paar rechte Wirrköpfe eingefangen und die Sache ist nach einem ordentlichen Selbstreinungungsprozess Geschichte. Doch diese Äußerung des Bundesvorstandsmitgliedes zeigt, dass die Islamophobie in dieser Partei gewollt ist. Ich muss sagen, eine merkwürdige Änderstrategie: die rechte Mitte ist in Deutschland doch schon sehr gut besetzt.

    Ein Wort an die PI-raten sei mir noch erlaubt:

    Wer Offenheit und Freiheit predigt, aber ein Verbot und die Ausgrenzung einer Minderheit beklatscht, der versteht nichts von Logik, hat keine Ahnung von demokratischen Grundwerten und macht sich einfach nur noch lächerlich.

  4. Phil sagt:

    @phoibos:

    Meinst Du den Henryk Modest Broder, der unter der Broderline-Persönlichkeitsstörung leidet?

    &@Piraten, ein Tip: Bitte definiert, was ihr unter Freiheit versteht und wie ihr letztlich diese Freiheit zu realisieren versucht und was ihr gegen diejenigen unternehmen wollt, die diese Freiheit zu bekämpfen versuchen.

    So will zwar auch die FDP Freiheit, meint jedoch die Freiheit des oberen Fünftels und der Rest darf zusehen, wie er damit klar kommt.

  5. Phil sagt:

    Zumindest ich würde gerne mal ein paar Hintergründe erfahren, warum die Schweizer für ein Verbot gestimmt haben.

    Ob es eine Protestabstimmung war, wie in dem Post beschrieben?

  6. David sagt:

    Der beste Artikel dazu kommt bisher von Michael Schmidt-Salomon, absolut lesenswert: Lehren aus dem Minarettverbot

    Und wer der Schweizer Mundart mächtig ist, dem empfehle ich die Sendung Club des Schweizer Fernsehens: Klick

    Chris macht es sich mit seiner Diagnose IMHO zu einfach.

  7. agnostiker sagt:

    Ich weiß ehrlich gesagt nicht wie ich das Posting von Aaron König einschätzen soll, aber ich finde es zu kurz gegriffen bei dem Thema «nur» mit rechts oder links zu argumentieren. Ich glaube nicht, dass die Ablehnung von Religionen im besonderen oder speziellen eine Sache von Rechts oder Links ist. Bei dem Versuch mir eine Meinung zu bilden habe ich folgendes gefunden: Lehren aus dem Minarettverbot fand ich ganz lesenswert.
    Als Humanist tue ich mich prinzipiell mit allen Religionen schwer, aber vielleicht trübt diese Einstellung ja auch meinen Blick.

  8. alexkid sagt:

    Hm. Ich mag deine satirischen und teilweise sehr zynischen Kommentare. Auch über uns Piraten. Aber du machst es dir, wie David schrieb, zu leicht. Wir haben das Thema der Auswüchse von Herrn König gestern auf dem wöchentlichen Stammtisch diskutiert und von den anwesenden ~20 Piraten war keiner dabei, der Herrn König nicht doch mal gern rektal die Zähne einschlagen würde (sinnbildlich, nicht tatsächlich; man ist ja zivilisiert). Nicht nur für diese jüngste Aktion. Verzeih mir also, wenn ich dir widerspreche, das es schon Usus bei uns ist, alles hinzunehmen, was irgendwelche Vorzeigepersönchen von sich geben. Vieles von dem, was der Bundesvorstand kommuniziert, scheint irgendwie am Kern der Piratenpartei vorbei zu gehen. Dafür hat sich der Vorstand bereits zahlreiche böse Mails eingefangen, scheint aber dezent lernresistent. Glücklicherweise sind bald Neuwahlen… Es wird wirklich Zeit, dieses unsägliche Trauerspiel zu beenden.

    Und ja, ich stimme zu, das die Piraten zum «Sammelsurium [einiger] fragwürdiger Personen geworden» sind. Aber das war abzusehen. Wir sind noch jung, wir ziehen viele Neugierige an, die schauen wollen, ob sie nicht da ihre Ideen einbringen können, die von anderen Parteien schon abgeschmettert wurden. Z.B. habe ich mindestens ein Dutzend Leute aus unserem Landesverband gesehen, die schon ihre Koffer gepackt haben und mit Beginn des neuen Jahres die Piraten verlassen, weil wir ihnen nicht zu links bzw zu rechts sind. Und wenn man im Form mit liest merkt man, das da auch ein paar Trolle rumlaufen, die gern ihre Meinung als einzig wahre Erkenntnis verkaufen wollen. Ich denke, das legt sich noch. Gib uns Zeit :)

  9. Andi sagt:

    @alexkid:
    «von den anwesenden ~20 Piraten war keiner dabei, der Herrn König nicht doch mal gern rektal die Zähne einschlagen würde»

    Falls es deine Absicht war, die Piraten mit dieser Charakterisierung irgendwie in einem vernünftigen Licht erscheinen zu lassen, dann ist das trotz deines eilig hinzugefügten «sinnbildlich, man ist ja zivilisiert» voll nach hinten losgegangen.

  10. Oliver sagt:

    Rechts ist keine Meinung, sondern ein Zustand geistiger Umnachtung, ergo ein paar Honks gelöscht.

  11. Oliver sagt:

    >voll nach hinten losgegangen.

    Warum soll das bei jemandem der als «kleines Licht» seine Meinung offeriert nach «hinten losgehen», wenn große, gewählte Lichter in einer Partei damit seit langem ungeschoren hausieren gehen quer durch entsprechende Medien?

  12. Andi sagt:

    Hahaha, du bist ja lustig, nur die Kommentare, die dich in deinem Beitrag unterstützen, werden freigeschaltet. Und DU beschwerst dich über den Diskussionsstil von vermeintlich Rechtsradikalen, du bist keinen Deut besser. Na, Arsch in der Hose und diesen Kommentar mal frei schalten? Ich bin gespannt

  13. phoibos sagt:

    @Andi:

    hast du auch was zum thema beizutragen? oder fehlt dir dafür der arsch in der hose? naja, hirn im kopfe wäre sowieso hilfreicher.

  14. Oliver sagt:

    @Andi oder wie auch immer sich der anonyme Feigling nennt, du bist also gespannt? Nun wenn du in den Spiegel schaust siehst du vielleicht einen wenig selbstbewußten armen Wicht, lass dir helfen falls es denn zutrifft. In jenen bis dato knapp 32.000 Kommentaren kommt alles vor, was jedoch fliegt sind rechte Kommentare und Fäkalsprache. Das nennt man nicht nur Heimvorteil, sondern auch Hausrecht. Du bist Gast und wenn du du dich in deiner Meinungsfreiheit beschränkt siehst, dann mach eine Publikation auf für kleines Geld oder gar für lau und biete dort deinen Sermon feil, aber bitte stiehl uns nichts unsere Zeit und schmarotze hier Kommentarraum, den andere Zeitgenossen sinnvoller zu nutzen vermögen. Ich denke aber dazu fehlt dir der Arsch in der Hose, nämlich deine Meinung unter realem Namen unter die Leute zu bringen. Danke und gehab dich wohl …

  15. Chris sagt:

    Hatte ich schon erwähnt, dass ich mich mit den Piraten-Deppen weitestgehend nicht mehr auseinandersetze?

    Gestern irgendwo den wunderbaren Satz gelesen, dass wenn die Piraten von «ihrem» Netz sprechen, es das gleiche ist, als wenn der Hausmeister, der den Fahrstuhl wartet, entscheiden will, wer in der Chefetage arbeitet…

  16. […] Siehe auch: Diagnose: Minarett-Syndrom […]

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