Deutschland: something is rotten in the state of …

Der Studie zufolge ließen sich für ein generell knappes Fachkräfteangebot «keine Belege finden». Im Gegenteil bildeten etwa die kaum gestiegenen Löhne ein Indiz dagegen, dass so etwas wie ein Wettbewerb um Fachkräfte bei den Unternehmen eingesetzt habe. Auch sei die Zahl von qualifizierten Arbeitslosen höher als die Zahl der offenen Stellen.

Aufmerksamen Zeitgenossen wird es sich schon zu Ohren gekommen sein, daß die üblichen Verdächtigen, namentlich Politk und Verbände wie Bitkom, erneut zum Halali auf die Löhne blasen. Konnte man schon vor Jahren Arbeiter und Angestellte in die Gefilde der Dumpinglöhne treiben, mit Hilfe von Schröder und seiner «sozialdemokratischen Bande», sollen nun ebenso hoch– und höchstqualifizierte Zeitgenossen folgen.

Selbstredend existieren Grenzen, wie z.B. dieser 66.000€ Mindestverdienst pro Jahr, welcher nun auf 40.000€ gesenkt werden soll. Und wer hierzulande konkurrenzfähig bleiben möchte, muß diese Summe unterbieten bei seinen Gehaltsvorstellungen, schließlich hat man per Definition nur eine unzureichende Qualifikation. Darüberhinaus tummeln sich bei Hartz IV und Co ohnehin nur «bildungsferne» Gesellen, die vielen Abiturienten und Akademiker bzw. hochqualifizierten Arbeiter/Angestellte werden dabei jedoch regelmäßig unterschlagen. Denn diese passen nicht in dieses Bild von «Faulheit», «Dummheit» usw., welches fortwährend zur Stigmatisierung von Erwerbslosen genügt. Während jene also, die bei der Bildung zu kurz kamen, auch in ALGII-Gefilden keine Besserung erfahren und allenfalls als dienstbare Geister von Zeit zu Zeit ein Schattendasein in arbeitstechnischen Gefilden fristen, sehen sich jene hochqualifizierten in einem Limbus der Ignoranz gefangen, welcher deren Vita den Todesstoß versetzt.

Aber egal, nicht mehr Qualifikation ist gefragt, sondern mehr Fachkräfte bei ausreichender Qualifikation, die für weniger Geld ihre Leistung erbringen oder zumindest als Drohgebärde für hiesige Fachkräfte gereichen. Gleichsam wird mit derlei Praktiken auch noch eine neue Fremdenfeindlichkeit entfacht, gewollt, schließlich möchte man qualifizierte Ausländer binden, «bildungferne» Mitmenschen hingegen, besitzt man doch schon zu genüge. Ein abartiges Spiel, bei welchem man mit «Humankapital» schachert, kurzum Existenzen zerstört, die Gemeinschaft nachhaltig schädigt, nur um der Wirtschaft abermals unter die Arme zu greifen. Abermals wird ein Wirtschaftswunder herbeigeredet, daß auf Kosten der Gemeinschaft finanziert wird.

War dieses erste Wirtschaftswunder zumindest auch zum Teil irgendwie lukrativ für den Einzelnen, schließlich konnte man nach dem Krieg nur gewinnen, ist dieses neuerliche, herbeizitierte «Wirtschaftswunder» einzig zum Vorteil der Wirtschaft und ganz nebenbei treibt man zahllose Menschen in den Abgrund.

Schröder sah die soziale Hängematte, laut Merkel verausgabten «wir» uns zu früheren Zeiten. Nun vielleicht verausgabte sich Merkel damals in der DDR, schließlich profitierte sie wie andere Größen dort von dem System. Nun startete sie hierzulande ihre zweite Karriere und ist abermals an forderster Front anzutreffen, wieder einmal bei der Demontage eines Landes. Fett schwimmt immer oben …, diese Aussage bewahrheitete sich nun schon zum zweiten mal in deutschen Gefilden.

Bild: Wikimedia Commons

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4 Antworten zu “Deutschland: something is rotten in the state of …”

  1. simonr sagt:

    Danke!

  2. Reinard sagt:

    Die Überschrift hat zwar Shakespeare’sche Dimension, aber: wieso «something»?

  3. oliver sagt:

    «Something is rotten in the state of Denmark», so das Zitat aus Hamlet. Ich ließ nur Denmark weg, um entsprechenden Fragen diesbezüglich auszuweichen.

  4. Reinard sagt:

    @Oliver: schon klar. Aber es ist eben «etwas» mehr als something rotten… 😉

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