Deutschland den Deutschen — Ausländer raus

Provokante Überschrift, dünnes Eis, I know. Aber, es gibt ja immer noch — teils sehr gefährliche — Pappnasen in unserem Land, die diese These vertreten, damit auf Stimmenfang gehen und in Landesparlamente einziehen. Man denke z. B. an Hessen oder auch Mecklenburg-Vorpommern. Es ist ja auch zu einfach, für das Versagen der Gesellschaft, der Politik, das eigene Versagen Schwächere verantwortlich zu machen.

Begriffe wie die deutsche Leitkultur — ich habe immer noch nicht verstanden, was das ist, der (hessische) Einbürgerungstest, die Kampagne Du bist Deutschland , die Fußball-WM oder auch das schlechter deutsch sprechende kleine Mädel, welches neben dem Prinzesschen in der Schule sitzt, haben im vergangenen Jahr im erheblichen Maße dazu beigetragen, dass die Ausländerfeindlichkeit nochmal zugenommen hat. Die Bereitschaft rechts zu wählen ist so hoch wie nie — und mein ganz subjektiver Eindruck, dort wo Pappnase Schönhuber früher gefischt hat, gehen heute Teile der Union fischen. Unsere gesamte kranke Gesellschaft ist nach rechts gedriftet.

Und auf welchen Fakten beruht das ganze? Nun, laut der Tagesschau stellten im Jahr 21.000 Menschen in der Bundesrepublik einen Asylantrag. Gemessen an rund 82 Mio. Einwohnern sind das aufgerundet 0,03%. Aber, das waren nur Anträge, die gestellt wurden, Schäuble und Co. haben von diesen 21.000 Anträgen 0,8% anerkannt. Wir kommen da auf die atemberaubende Zahl von 168 Asylanträge, welche bewillgt wurden (0,0002% im Verhältnis zur Gesamtvebölkerung). Nur eine Zahl im Vergleich dazu: Aus dem Kriegsgebiet Irak, wo die Überlebenschancen — selbst für bewaffnete US-Marines — nicht hoch sind, kamen 2117 Anträge — fast alle wurde also abgelehnt, die Menschen wurden ihrem Schicksal überlassen.

Deutschland hat kein Problem mit Ausländern. Dass die Integration an der einen oder anderen Stelle verbessert werden muss, ist selbstverständlich, doch dieses Land, auch die wirtschaftliche Stärke (die es mit Sicherheit immer noch hat, man muss nur den richtigen Knopf finden) beruht auch zum großen Teil auf dem Prinzip Gastarbeiter, Kulturaustausch, salopp gesagt, den eigenen Horizont erweitern, Hilfe nehmen, Hilfe geben. Ohne unsere ausländischen Freunde, die unser Land nach dem zweiten Weltkrieg mit aufgebaut haben, wäre Deutschland nicht das, was es ist, die Verantwortlichen für diverse heutige Schwächen sind wahrlich woanders zu finden.

Deutschland ist und bleibt multi-kulti — Pappnasen raus.

12 Antworten zu “Deutschland den Deutschen — Ausländer raus”

  1. netrus sagt:

    Wenn nur etwa 1% anerkannt wird, dann läuft da auch was falsch … das ganze System scheint schief zu hängen. Bei unserer Geburtenflaute können wir es uns doch gar nicht leisten, die Leute in Kriesengebiete zurückzuschicken. Also: Asylbewerber einbürgern und deren Kinder durch Bildung arbeitsmarktkompatibel machen.
    Hach, könnte die Welt schön sein …

  2. mark sagt:

    Das würde doch alles Geld kosten. Einfacher einfach die Wahlkreuze vieler Deutschen durch negative Stimmungsmache nach rechts schieben und dann sagen, der Wähler will es doch so.

  3. Falk sagt:

    durch Bildung arbeitsmarktkompatibel machen

    Wenn ich raushabe, was mich daran stört, dann sag ich Bescheid.

  4. Chris sagt:

    Jupp Falk, genau das. ;-)

  5. netrus sagt:

    (Zynismus-Tag vergessen) … «durch Bildung arbeitsmarktkompatibel machen» — geht es in der (real existierenden) Bildungspolitik denn am Ende nicht darum?
    Mit «Kulturaustausch» kannst du heute keinem mehr kommen, der es nicht eh schon verstanden hat. Oder ist Muti-Kulti-Bashing schon wieder out?

  6. Chris sagt:

    Kommt hier einer mit Multi-Kulti-Bashing like NPD & Co., bekommt er die Ohren lang gezogen. :)

    In, out, who cares — wer sich nach irgndwas richtig, was in Mode ist, dem ist eh nicht zu helfen. ;-)

  7. maloXP sagt:

    Das Ding ist doch, dass der Großteil der Gesellschaft Integration mit Assimilation verwechseln und ihr — von den Medien konstruiertes — Bild deutscher («Leit»-)Kultur bedroht sehen. Durch die Blume wird doch allerorten gefordert, Ausländer hätten gefälligst wie Deutsche zu reden, zu handeln, zu arbeiten — und am besten auch noch so auszusehen, ohne dass wenigstens auch nur im geringsten diese deutsche Kultur (man kann hier auch die nebulösen «westlichen Werte» einsetzen) definierend umrissen ist. Selbsterkenntnis ist manchmal auch gefährlich, sonst würde so mancher Döner oder Cheeseburger in der Speiseröhre steckenbleiben.

    Wir leben in einer (ich nehme jetzt mal nicht das G-Wort) internationalen Welt mit multiplen Einflüssen, und das ist richtig so. Angst vor dem Fremden, neuen ist natürlich. Aber man kann auch versuchen, sie abzubauen, anstatt sich in ihr einzumauern.

  8. Chris sagt:

    Hey Ihr dummbratzigen Nazis, ja, genau, Ihr, die nicht mal die Eier in der Hose habt, hier korrekt aufzutreten.

    STILLGESTANDEN!

    Wie ist der Name Gefreiter?

    Ein kleiner Tipp am Rande: Verpisst Euch von dieser Plattform. :)

  9. […] Chris auf F!XMBR so schön sagt: Deutschland ist und bleibt multi-kulti — Pappnasen […]

  10. […] sie singen’s gar nicht. Da kann doch nichts mehr schiefgehen — ob auch der Sprüche wie Ausländer raus unterrichtet werden, wurde bisher nicht überliefert, würde aber nicht wirklich […]

  11. Chris sagt:

    Hey Ihr rechten Vollpfosten — ich lösche Euch… :D

  12. Oliver sagt:

    Und nicht nur gelöscht werden sie, den zu moderierenden brainfuck kann man schon nach den ersten drei Worten kippen. Insofern lesen wir nicht einmal eure mühevoll abgesonderen Blähungen.


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