gulli:share — Der Zwang Geld zu verdienen

Schon scheiße schade, wenn man ein Unternehmen unterhalten muss, augenscheinlich aber außer — ich nenne es mal — Informationen rund um Urheberrechtsverletzungen nichts zustande bekommt. Korrupt, seines Zeichens Admin der Warez-Bude eines Online-Forums wo augenscheinlich in der zugehörigen Börse massig Urheberrechtsverletzungen eine Tagesordnung sind, hat heute die nächste Katze aus dem Sack gelassen. gulli macht jetzt einen auf One-Klick-Hoster — der neue Service heißt gulli:share. Das ist doch mal spannend — mal schauen, wie lange die GEMA braucht, um das gulli:board zu finden, bei Rapidshare hat es ja länger gedauert — das wird ein Heidenspaß: gulli auf der einen Seite mit seinem Anwälten, wenn die Infos noch stimmen, aus München, auf der anderen Seite die GEMA, dazwischen die Landgerichte, wie z. B. Köln oder Hamburg — sollte da eine Veranstaltung in Hamburg stattfinden, den Spaß gönne ich mir, das weiß ich jetzt schon. Ich grinse innerlich jetzt schon. *g*

Ist es nicht herrlich anzusehen? Der Zwang Geld zu verdienen muss wohl riesengroß sein — ich kann man dieses Schritt nicht wirklich nachvollziehen. Anstatt dass man die Börse schließt und ein feines Portal rund ums Filesharing, um die IT-Politik aufbaut, geht man nun den nächsten Schritt in Richtung Abgrund. Ich halte Cosmo Connor — ja den gibts auch noch — für ne große Pappnase, aber er schreibt:

Die ganze Aktion ist doch überflüssig, wenn keine illegalen Sachen geladen werden.

Da hat er mal ganz einfach recht — insbesondere beim Klientel des gulli:boardes. Ich frage mich, inwieweit die gulli:administration da rechtlich den Kopf hinhalten will, sind so doch alle zu belangen (selbst Moderatoren haften bei Kenntnis), wenn der große Knall folgt — und die RL-Identitäten sind da kein Geheimnis — lexat.org, tigermaus.de oder wie sie alle heißen. Diese Menschen stehen mit ihrem RealLife hinter der gulli:börse sowie seit heute hinter gulli:share. Gerade wenn eine Verhandlung dann mal in Hamburg stattfindet, wird man sich als Administrator oder Moderator nicht mit Unkenntnis herausreden können. Böse Zungen würden sogar vermuten, dass die Damen und Herren da nen Premium-Account kostenlos für ihre Arbeit bekommen, das ist aber nur eine (wenn auch sehr realistische) Vermutung.

Kommen wir mal kurz zum Geschäftlichen. Die Preise sind gegenüber Rapidshare unverschämt, das kann man nicht anders sagen — hier hofft man wohl auf die gulli:lemminge, die ab sofort dann bei gulli hosten, anstelle von Rapidshare. Wenn schon das mal nicht ins Auge geht — aber vielleicht braucht man einfach das Geld.

Man kann nur dringend davon abraten, diesen Dienst zu nutzen. Gerade bei dem gulli:klientel ist es wahrscheinlich, dass ein hoher Prozentsatz illegaler Files dort gehostet wird — der Bust wird folgen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Schade ums gulli:board, um gulli.com wird es nicht sein — wer in dieser Art und Weise den Kampf für die Privatkopie — um nur ein kleines Beispiel zu nennen — pervertiert, der hat es nicht anders verdient. Wenn man sich dort das Gesamtpaket anschaut, kann man vermuten, dass mit Warez Geld verdient werden soll — und das meine Damen und Herren ist zurecht noch überall schief gegangen, wo es installiert wurde.

Pflichtlektüre vor dem Antworten: Ganz heißes Eisen

11 Antworten zu “gulli:share — Der Zwang Geld zu verdienen”

  1. phoibos sagt:

    moin,

    ein unglaubliches pr-geschwaller macht sich auf deren seiten breit. seit gestern online und schon einer der größten anbieter in dem sektor (mit wirklich heftigen preisen imo). als ob sie die propaganda-abteilung von studivz oder dem adical-netzwerk verdingt hätten. naja, jedem das seine, ich hoffe, da ruinieren sich nicht zu viele kinners die zukunft, wenn der laden hops geht. die münchener haben ja schon mal so eine kiste an die wand gefahren, sofern ich mich recht entsinne.

    ciao
    phoibos

  2. Euro sagt:

    Da lehne ich mich — völlig konträr zu meiner Paranoia — einfach zurück, entspanne und gebe mich der Zensur in meiner Fa. hin. Das aber auch nur, weil ich genau weiß, wer da zensiert. Mein Proxy wirft: «Access to this page is forbidden — see description below», wenn ich im Begriff bin, eine Seite aufzurufen, die man besser nicht aufruft.
    Die o.g. Gosse gehört dazu.
    Zu Hause muss ich natürlich selber — aber da hab’ ich für son Scheiß eh’ keine Zeit.
    Keep your Systems clean!

  3. ph sagt:

    hehe, nur der 2-Tage Account ist günstiger als bei Rapidshare. Aber dafür hat man ja auch ne super Garantie:

    Es werden keinerlei Aufzeichnungen darüber gemacht, welche Dateien du wo und wann lädst. Du kannst dich vollkommen frei bewegen.

  4. Chris sagt:

    Ist das Leben nicht schön?

    Die gulli:administration hat zumindest seit heute Kenntnis von, ich zitiere mich selbst, wo augenscheinlich in der zugehörigen Börse massig Urheberrechtsverletzungen eine Tagesordnung sind — ein Link zu diesem Artikel wurde auf dem gulli:board gelöscht. 😀

    Ein Armutszeugnis… 😉

  5. Fabian sagt:

    Ich würde an Deiner Stelle mal langsam die Schnauze halten. Ansonsten fällst Du nämlich als erstes auf selbige, wenn gulli Dich abmahnt. Was Du hier treibst ist echt unter aller Sau. Ich weiß nicht, was Du damit bezwecken willst, aber wenn hier einer arm ist, dann bist Du es. Du tust mir jetzt schon leid.

  6. Chris sagt:

    Oh, ein «Fabian»…

    Du weißt doch wie das ist kleiner Jammerlappen, man hat, gerade bei sowas, immer ein paar Pfeile mehr im Köcher als man verschossen hat… *fg*

    So, nun aber hurtig Kleiner, das Bett ruft, morgen ist wieder Schule… :)

    Und den Esel nicht vergessen, über Nacht anzustellen… 😀

  7. Deutscher sagt:

    Hi,
    habe den Artikel über eine Signatur im gulli:board gefunden, und muss sagen das es eine wahre Freude war ihn zu lesen. Wirklich sehr schön formuliert. Deine Art zu schreiben gefällt mir.

    Fabians Reaktion verstehe ich nicht ganz, schliesslich machst du gulli nicht «runter» oder legst falsche Tatsachen an den Tag.

    Ein Grund für eine Abmahnung besteht hier doch gar nicht?

    Weswegen auch? gulli macht Werbung, und das nicht zu knapp. gulli braucht Geld, das auch nicht zu knapp… usw

    Ich war so frei und hab den Blog mal unter meine «daily» Favs genommen.

  8. Chris sagt:

    Kindererziehung 2.0:

    Die gulli:kids besuchen F!XMBR… 😀

  9. The Don sagt:

    Sehr schöner Beitrag.

    Leider wurde da noch einiges vergessen, was sehr komisch ist.
    Wer kennt die Zeit nicht als das gulli Board ständig überlastet war und dann eine Spendenaktion ins Leben gerufen wurde, damit man einen neuen Server kaufen kann. Gesagt getan, es wurden über 17.000,- Öcken eingenommen. (ich persönlich sollte vielleicht auch mal ein Spendenaufruf machen*lol)
    Fakt ist aber das kurz danach «gulli:share» entschanden ist. Nun überlegen wir mal etwas und zählen 1+1 zusammen. Fürs Board waren keine Server mehr da und kein Geld aber um Server bei Paul zumieten, wo jeder die Preise kennt, schon.
    Dann gucken wir aber mal weiter. Gulli:share nutzt das gleiche Script wie silu.ru damals. Und was schreiben sie noch groß auf ihre Seite?
    «Anonymität, keine Logs«
    *loooooooool Das haben wir bei Punkt1 gesehn. Nichts gegen Punkt1, er ist in meinen Augen einer der Grossen in der Scene aber da hat er leider genauso Bockmist gebaut wie gulli nun auch!
    Nun leider ist dieses «keine logs» nicht möglich! Das Script logt die IP wie jedes Statiosticscript was es gibt! Aber ich wette es gibt genug Kids die diesen Mist von gulli glauben!
    Gulli ist und bleib ein geldgeiler Haufen!

    In diesem Sinne, schönen Sonntag noch
    The Don

  10. Oliver sagt:

    >Leider wurde da noch einiges vergessen

    Wirf mal die Suche an.

  11. […] Zum Start des One-Klick-Hosters hatte ich ein paar einführende Worte geschrieben. Wie die gulli:news heute mitteilen, soll der erfolgreiche [sic!] Dienst nun über eBay verkauft werden. Einen Unternehmensteil verkaufen, der schwarze Zahlen schreibt ist doch mal eine hervorragende Option, das Unternehmen voranzubringen und die Zukunft der Firma und der Mitarbeiter zu sichern. Wer Ironie findet, kann sie behalten. Randolf J himself begründet den Verkauf mit seiner (privaten) Lebenssituatuion — eine Vergrößerung seines Unternehmens liegt nicht in seinem Interesse. Das ist doch mal geil. […]

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