Der Wikipedia-Fake

Und das in der Wikipedia? Oder sind das mitunter nur verletzte Eitelkeiten? Wie dem auch sei, der Wikipedia–Boss Jimmy Wales setzte einen möchtegern-Prof vor die Tür. Dieser war zwar vom Fach, leistete anscheinend auch gute Arbeit, aber letztendlich war die ganze Sache dann doch wohl zu anrüchig.

Angestoßen wurde nun, ebenfalls von Wales, eine Debatte bezüglich der Verifikation solcher Ansprüche. Ich frage mich wie die Wikipedia diesen Spagat schaffen möchte, einerseits Community-driven, andererseits glaubwürdig wie eine 500jährige Enzyklopädie.

The point is to make sure that people are being honest with us and with the general public. If you don’t care to tell us that you are a PhD (or that you are not), then that’s fine: your editing stands or falls on its own merit. But if you do care to represent yourself as something, you have to be able to prove it.

Jimmy ‘Jimbo’ Wales, Wikipedia

If people choose to publish on their user pages their qualification, then a level of proof should also be provided but of course anything can be fabricated. We must, however, avoid creating a two tier level hierachy of editors — an educated elite v daft peasants.

Comment aus der erwähnten Diskussion

Die Diskussion geht natürlich auch in die erwartete Richtung, hat jemand automatisch eine höheres Gewicht inne, ob eines wissenschaftlichen Titels? Ist er mehr wert als der profane Gelegenheitsschreiber? Schwierige Sache, man wäre geneigt ersterem zuzustimmen, aber zugleich könnte man auch mit Begriffen wie Elfenbeinturm, Betriebsblindheit etc. kontern, sowie damit, das viele Laien in der Geschichte der Wissenschaften dennoch erstaunliches zu leisten vermochten. Der Titel dürfte imo belanglos sein, interessant ist was bei rauskommt — alles andere würde wohl nur in einer Zweiklassengesellschaft enden.
Last not least wollte auch besagter Professor eben mit der Angabe dieses Titels seiner Aussage mehr Gewicht verleihen. Der Lügner wurde somit bestraft, das Problem bleibt jedoch bestehen — wieviele sogenannte Professoren, Doktoren tummeln sich dort noch und wie schafft man Qualität, wenn letztendlich der längere Atem, sowie das Kampfgewicht entscheidet? Community-Verifikation der Arbeit ist notwendig, aber kaum möglich wenn man sich stattdessen ego-behafteten bashings hingibt.

2 Antworten zu “Der Wikipedia-Fake”

  1. Chris sagt:

    Hat er gute Arbeit geleistet oder nicht? Das ist die entscheidende Frage IMHO. Nur weil jemand den Larry macht, kann man doch wohl trotzdem seine Arbeit respekttieren. Der Wales glaubt wahrscheinlich, dass ein User, der sich den Namen Korrupt gibt, oh, ne, das jetzt ein ganz falsches Beispiel, passt irgendwie nicht zum Professor… 😀

  2. Oliver sagt:

    Der Prof wollte sich damit mehr Durchsetzungvermögen verleihen — kann man jetzt drüber streiten ob da Jimbos Idee nicht eher Öl ins Feuer gießen gleichkommt. 😀

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