der Untergang des Abendlandes steht bevor

Während man überall und auch hier noch die Reste dieses Strohfeuers Internet Manifest begutachtet und andere abermals ihre Wunden lecken, steht anderen Ortes der Untergang des Abendlandes bevor. Zumindest wenn man der propagierten Leitkultur der Union fröhnt, alle anderen werden frohlocken: BILD.de und Welt.de schließen in bälde die Pforten und öffnen fortan nur noch für jene, die ihren Obolus für deren journalistischen Untiefen digitaler Gefilde entrichten.

Ich denke dem eigens errichteten Springerschen Firewall wird so schnell keiner nachtrauern und der Rest bekommt seinen Stoff immer noch am Kiosk. Diverse Watchblogs werden dann einmal mehr in das Portemonnaie langen müssen, andere werden vielleicht eine Petition ins Leben rufen, zum Schutze der (Leit)Kultur — über 50 Jahre gehen selbstredend nicht ohne Spuren am Deutschen Volk vorüber.

Mal sehen was uns noch bevorsteht. SPON wäre ein weiterer Kandidat und der FAZ oder der Sueddeutschen würde man sicherlich auch keine Träne nachtrauern.

via fefe

Addendum: siehe Golem ; es war nicht von umgehend die Rede, sondern von in nächter Zeit. Smartphones bilden die Testfront und der Rest wird laut Springer-Chef folgen.

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12 Antworten zu “der Untergang des Abendlandes steht bevor”

  1. Guy Fawkes sagt:

    Das war endlich mal wieder eine richtig gute Nachricht am Morgen. Aber leider gibts bei fefe mittlerweile ein Update :(

  2. G sagt:

    Update von fefe lesen: es ist angeblich nur das iPhone-Apps-Angebot betroffen.

  3. Karoc sagt:

    gibt ein Update bei fefe, handelt sich nur um die «iApps»

  4. Marcus sagt:

    Ach was könnte das ruhig im Netz werden 😀

  5. Oliver sagt:

    >handelt sich nur um die “iApps”

    Dort wird man wohl die Akzeptanz testen.

    Siehe Golem: Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner hatte Anfang Juli 2009 angekündigt, die kostenlosen Inhalte im Internet «zurückdrehen» zu wollen. Der Verlag wolle Schritt für Schritt Bezahlcontent anbieten. Den Anfang machen logischerweise die Smartphones …

  6. Markus sagt:

    Ach man, ich hatte mich schon gefreut, dass wenigstens ein paar Leute davon abgehalten würden, sich selbst zu verdummen.

    Naja, auch wenn Spon immer und immer schlechter wird und die FAZ neoliberal ist und auch die Süddeutsche nachlässt, kann man die doch nicht mit der Sprinegr-Presse vergleichen. Da liegen meiner Meinung nach wirklich noch Welten von Fähigkeiten, Stil und moralischem Empfinden dazwischen.

  7. Chat Atkins sagt:

    Schade, dass es nicht so kommt: Sie hätten das in ihrer verlegerischen Weisheit doch so gewollt.

  8. Marc sagt:

    Naja, auch wenn Spon immer und immer schlechter wird und die FAZ neoliberal ist und auch die Süddeutsche nachlässt, kann man die doch nicht mit der Sprinegr-Presse vergleichen. Da liegen meiner Meinung nach wirklich noch Welten von Fähigkeiten, Stil und moralischem Empfinden dazwischen.

    Die WELT kann man eigentlich auch nicht mit der BILD gleichsetzen, nur weil sie aus dem selben Verlag stammt. Klar ist die WELT sehr CDU-nahe, aber es hat bekanntlich jede Zeitung eine bestimmte politische Ausrichtung. Deshalb sollte man sich ja auch nicht nur auf eine verlassen, sondern auch Alternativen lesen (auch wenn ich hauptsächlich die FAZ lese – ja, böse konservative Presse).

  9. Oliver sagt:

    >Die WELT kann man eigentlich auch nicht mit der BILD gleichsetzen,

    Ich setze nicht BILD == Welt, sondern sehe die Welt als die «BILD» für die (ein)gebildete Klasse.

    >auch wenn ich hauptsächlich die FAZ lese

    Hatte ich gar lange im Abo. So what? Auf der Suche nach Stereotypen ob einer kurzen Aussage, die mittels dieser Publikation anhand zahlloser Beispiele untermauert werden kann?

    >aber es hat bekanntlich jede Zeitung eine bestimmte politische Ausrichtung.

    Quote nennt sich dieser Habitus. Der Rest ist panem et circenses für die Audienz.

    Ich plärre in der Regel ja die Geschichte von der Quellenkritik, im Meer der medialen Rendundanz muß ich mir dabei jedoch nicht den Axel Springer Dreck antun.

  10. Markus sagt:

    Die Welt ist eben die Bild der Abiturienten.

  11. Auge sagt:

    Dass Verlage Artikel ihrer Printsparte (im Nachhinein) einzeln gegen Bezahlung anbieten, ist keine Erfindung der Neuzeit. Wenn diverse Verlagsgruppen nun auch im Internet auf diesen Trichter kommen, weil das alte Konzept, den Besucher für Umme auf die eigene Seite zu locken und an der Werbung zu verdienen, gescheitert ist, hat das auch etwas Gutes. Es erspart uns allerhand Pillepalle, die sowieso keiner haben will.
    Für etwas wertvolles, das ich haben will, bin ich auch bereit, etwas zu zahlen. Das kann auch ein Zeitungs– oder Zeitschriftenartikel sein, obwohl ich hiermit guten Gewissens verkünde, dass ich sowas wohl bei keiner Publikation des A. Springer Verlags finden werde.

  12. Wenn es so wäre
    wie geschrieben –
    es wäre ein »Sägen«…

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