Der Tag

Heute ist der Tag der deutschen Egomanen, imo, nichts das jeder versteht und für das Gros der Leute ist es nur ein freier Tag mehr, auch nicht schlimm. Der Tag des Mauerfalls, sprich die vom Volk initiierte Sache — der Fall des Jochs, hätte besser gepaßt, besser zu einer vom Volk gestützen Demokratie — besser jedenfalls als das Politikum, mit dem sich die Berliner Politversager heute selbstverherrlichen. Warum? Nun das kann sich wohl jeder mündige Bürger selbst denken, der Rest genießt halt die Freizeit.

Und weils heute so schön ist, höre ich J.S.Bachs toccata.

12 Antworten zu “Der Tag”

  1. klexx sagt:

    damals haben wir gemutmaßt, daß der 3. Oktober bewußt gewählt wurde, weil es der Todestag (03.10.1988) von Franz-Josef Strauß ist.

    Nur mal so …

  2. Oli sagt:

    Da Kohl auf diesen bestand und um es mal höflich auszudrücken, *kein* Freund von Strauß war, denke ich eher nicht 😉

  3. Falk sagt:

    Das Grundgesetz bot in seiner alten Fassung zwei Möglichkeiten der Wiedervereinigung: Die Wiedervereinigung durch den Beitritt von anderen Teilen Deutschlands gemäß Artikel 23 a.F. sowie die Wiedervereinigung durch in Kraft treten einer Verfassung, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist. gemäß Artikel 146 a.F. Durch die Wahl der Variante über Artikel 23 wurde bewusst auf eine gleichberechtigte Vereinigung verzichtet und dem Beitritt in Form eines Anschlusses der Vorzug gegeben.

    Ich hab *nichts* zu feiern!

  4. Grainger sagt:

    Wenn ich mir jeden Monat den Solidaritätszuschlag auf meiner Gehaltsabrechnung so ansehe habe ich auch keinen Grund zum feiern, vielmehr frage ich mich:

    wie lange denn noch?

    Und natürlich hat Rot/Grün als eine ihrer letzten Amtshandlungen den Soli erst mal bis zum Jahr 2015 verlängert.

    Mit dem Geld das bisher in die Beitrittsgebiete geflossen ist hätte man die Wüste Gobi urbar machen können.

    Da der durchschnittliche Otto-Normalbürger in den Beitrittsgebieten vom Soli nicht so viel haben wird frage ich mich natürlich auch in wessen Taschen all diese hunderte von Milliarden Euro denn wohl geflossen sind und noch fließen?

    Irgendwie vermute ich da einen ganz großen Beschiß am deutschen Volk (damit wir uns richtig verstehen: an beiden wiedervereinigten Teilen des deutschen Volkes), vermutlich noch größer als die Einführung des Euro.

    Und der Verfassungsklage gegen den Soli gebe ich auch nicht viel Chancen, selbst wenn ihn das Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig erklärt wird man sich ganz schnell was anderes einfallen lassen, etwa die MWST ein weiteres mal zu erhöhen (denn Steuererhöhungen sind scheinbar ohnehin das einzige was unserer politischen Führung noch einfällt).

  5. Falk sagt:

    frage ich mich natürlich auch in wessen Taschen all diese hunderte von Milliarden Euro denn wohl geflossen sind und noch fließen?

    Von wem sind denn die meisten der Firmen übernommen? Die meisten der «Aufbauprojekte» geplant und realisiert worden? Und nein, auch die Augenwischerei, dass man damit ja Arbeitsplätze geschaffen habe, lass ich nicht gelten. In weiten Teilen ist die Arbeitslosenquote gut doppelt so hoch wie in den «alten» Bundesländern. (Diese Argumentation gabs ja schonmal, damals baute man an der A4 gen Osten)

    Und nein, mich stört auch nicht der «Zusammenschluss» im Grunde, sondern lediglich die Tatsache, dass man 17 Millionen Menschen eine Verfassung überstülpte, die diese nicht einmal in Grundzügen kannte. Und wundert sich nun ganz großartig, wieso dort dann rechte Populisten Fuss fassen konnten. Yeah — klar…sind die leute selber schuld, was rebellieren sie auch gegen ihren Staat und beschweren sich dann noch (undankbares Pack), wenn das «andere» System doch lediglich die Vorzeichen umkehrte.

  6. Grainger sagt:

    Hätte man das Volk über eine neue Verfassung abstimmen lassen wären wir vielleicht auf so absurde Ideen gekommen wie z.B. in Form von verfassungsmäßig garantierten Volksentscheiden mehr Basisdemokratie einzufordern (gerade Volksentscheide werden von unserer Führungskaste ja wohl mehr gefürchtet wie das Weihwasser vom Teufel).

    Vielleicht hätte man auch mal das eine oder andere außerparlamentarische Kontrollgremium gefordert.
    Denn Parlamentarier die sich selbst kontrollieren, über ihre eigenen Bezüge und Altersversorgung entscheiden, strafrechtlich immun sind und in Einzelfällen ggf. selbst über Aufhebung dieser Immunität abstimmen sind de facto unkontrolliert.

    Vielleicht hätte man auch auf die Idee kommen können das man nach einer Wiedervereinigung (in welcher Form auch immer) nicht ganz so viele Bundesländer braucht, jedes mit einem eigenen Parlament und riesigen Verwaltungsapparaten.

    Also eine neue gemeinsame Verfassung (Verfassung haben wir ja bis heute noch keine sondern «nur» ein Grundgesetz) wäre für die wiedervereinigten Bundesbürger mit hoher Wahrscheinlichkeit besser gewesen, für unsere politische Führung aber ebenso wahrscheinlich schlechter.

    Und das haben die sich imho auch an allen zehn Fingern abzählen können.

  7. Chris sagt:

    Ein kleiner Link, wie das damals so gelaufen ist. 😀

  8. Prospero sagt:

    Oli meint sicher die Toccata in D-Moll, die weltbekannte halt — der gute Bach, der eigentlich Meer hätte heißen müssen hat eine erqueckliche Anzahl von den Dingern geschrieben. (Außerdem heißt das Ganze «Toccata und Fuge d-Moll» BWV 565. Ich klugscheiße gerade, ich weiß, mir ist halt langweilig und ich hab nichts Besseres zu tun um diese Uhrzeit. ;-))
    Ad Astra

  9. Prospero sagt:

    Wobei — offenbar stammt die wohl auch gar nicht von Bach meint die Wikipedia. 😉
    http://de.wikipedia.org/w.…._BWV_565
    (Ja, mir ist langweilig. Sagte ich das schon?)
    Ad Astra

  10. Oli sagt:

    @prospero, dann hätte ichs abschreiben müssen von der Scheibe und ehrlich, ich werf da nur mit derlei Infos herum, wenn ich diese auch im Nachhinein erklären kann. Ich höre zwar auch sehr viel Klassik, bin jedoch kein Musikwissenschaftler 😉

    … per aspera ad astra 😀

  11. Prospero sagt:

    Womit wir dann wieder bei Beethoven gelandet wären wenn wir den letzten Satz musikalisch auf irgendwas beziehen wollten, ja, ja. Nee, Musikwissenschaftler bin ich auch nicht, aber wenn man Musik macht prägt einen das doch irgendwie. *g*
    Ad Astra

  12. […] weil dem so ist, verweise ich nur auf mein Posting vom letzten Jahr, ja man wird bequem, aber zuviel Mühe sollte man in einen gewöhnlichen Tag auch nicht […]

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