Der LinuxTag rechtfertigt sich

Wenn man bedenkt worauf Linux hauptsächlich aufbaut, sprich Prinzipien wie Community, Freiheit etc., dann ist es schon lustig mit anzusehen wie schwammig man sich dort positioniert. Schäuble ist eh nicht anwesend und überhaupt mag der ja auch Opensource usw. Das Echo das dieser LinuxTag nun erhält resümiert eben aus diesem Umstand und das man nicht klar Stellung bezieht in puncto Community. Problem eben, man möchte sich auch im big business etablieren — tja aber Ansprüche einer Community, die nunmal massive Triebfeder von Linux ist, korrespondieren selten mit wirtschaftlichen Interessen, denen es darum geht ein System für lau zu erhalten. Dumm gelaufen, es ist ja auch nicht so, das das die einzige Kritik an dieser Veranstaltung wäre oder diese erst heute mit Schäuble umgeht.

Der LinuxTag fordert natürlich alle auf sich ein eigenes Bild zu machen, klar denn solch eine Diskussion juckt Opensource in seiner Gesamtheit kaum, wohl aber eine solche Veranstaltung.

ProLinux

13 Antworten zu “Der LinuxTag rechtfertigt sich”

  1. Rene Arns sagt:

    Ich denke, man sollte die eingeladenen Redner, wie Alan Cox u.a. direkt per email ansprechen und auf die Schirmherrschaft aufmerksam machen. In der englisch-sprachigen Wikipedia befindet sich ein Eintrag zu Wolfgang Schäuble auf den man verlinken kann.

    Die Redner können und werden sicherlich mehr Druck ausüben auf den Linuxtag und es trifft ihn wesentlich härter, wenn die Redner drohen, nicht zu kommen.

    BTW: erinnert mich an das «erwachsen werden» der Grünen. Dieser Ausverkauf des OpenSource-Gedankens ist fast noch frustrierender als die Aktionen des Herrn Schäuble, da es zeigt, wie wenig Widerstand zu erwarten ist.

  2. Oliver sagt:

    Durch einen Boykott des LinuxTags würden «am ehesten die vielen freien Projekte getroffen werden, die unter Einsatz erheblicher Anstrengungen in ihrer Freizeit die Präsentation ihrer Ergebnisse vorbereitet haben».

    heise

    Tja Pech gehabt kann man da nur sagen, wenn man sich dazu zuvor keine Gedanken machte. Wie auch schon bei der Cebit triffts letztenendes den Veranstalter …

  3. Jochen Hoff sagt:

    Der Linuxtag kann sich ein Bild von meinem nackten Hintern machen.

    Wo Schäuble draufsteht ist Diktatur drin. Von mir kriegen die keine Unterstützung.

  4. […] Moment Herr Schäuble ist. Nun gibt es eine Diskussion darüber, ob das nun schlimm oder egal oder das Problem ein ganz anderes ist an vielen Stellen; die Organisatoren äusserten sich […]

  5. Rene Arns sagt:

    Ich habe soeben eine Mail an die Repräsentanten der BSD-Lager, der FSF und an Alan Cox geschickt, mit der Bitte, sich mit den Vortragenden über das Thema kurzzuschließen und ggf. Druck auf den LinuxTag auszuüben. Mal sehen, ob und welche Reaktion es gibt.

  6. Oliver sagt:

    Im BSD Lager wirst du zum Gros auf taube Ohren stoßen, man ist dort zwar über die Maße freiheitlich eingestellt, aber auch recht pragmatisch in derlei Belangen.

  7. Rene Arns sagt:

    Abwarten. Ich denke, es ist einigen durchaus bewusst, dass es einen Unterschied macht, ob man bestimmte Einsatzmöglichkeiten von Software verbietet (dazu wären sie sicherlich nicht bereit, aber Linus ja auch nicht), oder ob man ausgerechnet einem Freiheitsschänder die Schirmherrschaft überträgt (und in damit zu einem Repräsentanten macht).
    Für mich macht das jedenfalls einen riesigen Unterschied. Auch wenn man sich als unpolitisch versteht, gibt es Situationen in denen alles politisch wird und man seine unpolitische Richtung gerade dadurch erhält, dass man sich nicht von politisch höchst umstrittenen Personen einspannen lässt.

    Aber in der Frage, inwieweit Softwareentwicklung politisch sein muss, gibt es sicherlich im BSD und Linux Lager unterschiedliche Ansichten, wiewohl die Praxis der Aktiven öfter näher beieinanderliegt, als man annehmen würde.

  8. Oliver sagt:

    Ich kenne ja die Meinung einiger derer die diesen Stand betreiben.
    Inwieweit politisch, gute Frage? Man muß einfach mal schauen aus welchem Stall genau *diese* Software stammt.

  9. Rene Arns sagt:

    Deine Anspielung «aus welchem Stall» verstehe ich nicht. Ist etwas im BSD-Lager unehrenhaft? Mehr Details bitte!

  10. Rene Arns sagt:

    BTW Alan Cox hat geantwortet. Wenn er einverstanden ist, poste ich seine Antwort hier.

  11. Oliver sagt:

    Mit dem Stall meine ich woher der Gedanke von frei zugänglicher Software stammt, mit der man z.B. auch der Dritten Welt einen Befreiungsschubser geben kann.
    Im BSD-Lager ist nichts unehrenhaft, nur man sieht dies dort ein wenig ökonomischer. Im Linux-Community-Lager findet man eher die «Rebellen».

  12. […] Fuehlt man sich da nicht ein klein wenig an der Nase herumgefuehrt? — Auch bei Fixmbr sieht man das kritisch. Uns soll es egal sein, dann unter diesen Umstaenden kann man sich wenigstens wieder dem […]

  13. Rene Arns sagt:

    Ok, ich poste hier meine Mail an verschiedene Opensource Organisationen im Original. Und die Antwort von Alan Cox (Dank seiner Erlaubnis):

    ———————————–
    Dear opensource representatives!

    Traditionally, the german ministry of the interior has been taking patronage
    for the german LinuxTag (LinuxDay).
    Some people think this is a good way to help spreading opensource software.

    However, the current minister of the interior has been propagating the total
    control over digital communication and the decrease in personal rights as
    guaranteed in the german constitution.

    Recently he proposed a governmental trojan horse «Bundestrojaner» that should
    be developed by the police to collect data from (also innocent) people to
    allow the prevention of crime.

    From Wikipedia ( http://en.wikipedia.org/w.….chäuble ):

    «In March 2007, federal interior minister Schäuble declared in an interview,
    that in his view the application of presumption of innocence should not be
    applied, when there was a chance to prevent acts of terrorism that way;
    however, the assumption of innocence is granted in article 20 of the german
    constitution.»

    So, to sum it up: For many people in Germany Wolfgang Schäuble stands for the
    total governmental surveillance and seems to act as an enemy of some human
    rights, such as freedom of speech. For a lot of people he is also considered
    to be against the spirit of opensource (even if he propagate the usage of it
    as being cheap).

    To get an impression of that you may want to google for «Stasi 2.0″. (To know
    what Stasi is, please read http://en.wikipedia.org/w.….ki/Stasi )

    That’s why I think he is no capable patron of the LinuxDay in Berlin.

    There have been sent a lot of emails recently to the organisation of the
    LinuxTag, so they felt the need to make a statement. You may read it here (in
    german):
    http://www.linuxtag.org/2.….aft.html

    In short they state that the focus of the Linux Day is to spread opensource
    software and not to discuss politics and that there is a long tradition in
    cooperation with the interior ministry. So they are currently not willing to
    revoke the patronage.

    If you want to keep damage from the reputation of the opensource movement,
    I suggest to inform yourself about the issue and communicate with the
    representatives of your community participating in the LinuxTag 2007,
    especially the speakers, to ask the LinuxDay to either revoke the patronage
    or cancel the participation.

    You may contact the organization of the LinuxDay here:
    http://www.linuxtag.org/2.….akt.html

    Here are the schedules:

    BSD-day
    http://www.linuxtag.org/2.….day.html

    Debian-day
    http://www.linuxtag.org/2.….day.html

    Conferences
    http://www.linuxtag.org/2.….onf.html

    You may have noticed that my english is not the best and so I thank you for
    the patience to decipher what I meant to say.

    Yes it’s a political issue and yes it is specific to germany but I think the
    situation in germany is becoming a «special» one, where the human rights
    guaranteed  in german constitution need to be defended against the attacs of
    the government and Mr. Schäuble is leading these attacs.

    Please discuss this.

    Kind Regards,

    M.R. Arns

    ———————————–

    Answer from Alan Cox:

    > Yes it’s a political issue and yes it is specific to germany but I think the
    > situation in germany is becoming a «special» one, where the human rights
    > guaranteed  in german constitution need to be defended against the attacs of
    > the government and Mr. Schäuble is leading these attacs.

    Its hardly a specific German issue. They along with the UK and one or two
    other dubious US «allies» have been trying to push this sort of crap all
    over europe, including in the EU itself.

    I think it would be quite effective to ask the speakers to read about
    the issue as you have done and then poke fun at it and at him as well as
    raise awareness that way.

    Alan

    ————————-

    Marc Rene Arns wrote:

    > May I post your answer to a german website?
    > I think this could help…

    By all means.

                    Error Subversive Citizen Detected

                    Bunderstrojan.exe: file not found

    😉
    Alan

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