Der Kindle

 

Das ist der Amazon Kindle. Genauer gesagt, was man hier schaut, ist die der Kindle hübsch verpackt in ein ledernes Gewand. Der Kindle ist ein sogenannter E-book-Reader, ein Gerät also, welches versucht ein echtes Buch weitesgehend nachzuahmen. Daß dies nicht wirklich gelingt, daß schlichtweg das Papier zwischen den Fingern fehlt, der Geruch oder auch die Möglichkeit ohne jewede Elektrizität dem Lesevergnügen nachzukommen, steht außer Frage. Aber der Kindle versucht mittels E-Ink und anderer Schmankerl dieses Malus wett zu machen.

Zugegeben, einerseits bin ich seitens der archäologischen Profession den klassischen Gefilden nahe, andererseits bin ich doch durch und durch Nerd seit ZX81-Zeiten. In der Regel tendiere ich jedoch eher dazu in einem hübschen Folianten zu schmökern, als denn mit technischem Gerät dem geschriebenen Wort auf den letternen Leib zu rücken. Bei Nachschlagewerken, Zeitungen und so manchem Paperback mit unansehlichem Äußeren fällt die Wahl zum elektronischen Pendant aber doch recht leicht.  Zu sehr verschandeln gelesene Taschenbücher mit ihren absonderlichen Farben und Formen den Regalinhalt, von dem Blätterwald einer Tageszeitung ganz zu schweigen.

Aber nun zum Kindle selbst. Ganz wider meine Natur verzichte ich hier auf technische Details.  Das Blättern in den Büchern geht recht flink von statten, die Möglichkeiten im Duden oder auch in einem englischen Wörterbuch nachzuschlagen sind recht praktisch gelöst und in puncto Lesequalität kommt man doch einem gedruckten Werk recht nahe. E-Ink heißt das Zauberwort und die Qualität dieser Darstellungsart läßt sich nicht seitens irgendwelcher Bilder vermitteln. Man muß es gesehen haben, um einen Eindruck der Qualität zu erhalten.

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10 Antworten zu “Der Kindle”

  1. Dominic sagt:

    Kann deiner Bewertung nur voll und ganz zustimmen. Hab mir letzte Woche für eine anstehende längere Backpacking-Reise das hübsche Teil im USA-Urlaub gekauft und bin bisher vollkommen zufrieden damit. Natürlich ist das Display nicht das schnellste, aber das braucht es auch nicht zu sein. Dafür lese ich gefühlt deutlich schneller als auf dem iPad und der Bildschirm «fühlt» sich dabei merklich angenehmer im Auge an.

    Zwei Sachen noch, die mir persönlich extrem gut gefallen, die du aber in deinem kurzen Review nicht zur Sprache kommen lässt, ist der kostenlose 3G-Internetzugang (sowohl zum Zugriff auf den Store als auch rudimentär über den Browser aufs Internet) in so ziemlich jedem Land, das über ein entsprechendes Netz verfügt und die sagenhafte Akku-Laufzeit. Seit ich das gute Teil am vorletzten Freitag gekauft und einmal ganz voll geladen habe, hab ich trotz wirklich überdurchschnittlicher Nutzung bisher nicht einmal nachladen müssen (und der Akku hat immer noch drei oder vier Tage drin). Vorraussetzung ist natürlich WiFi und 3G bei Nicht-Nutzung abzuschalten.

    Alles in allem ein klasse Gerät.

  2. phoibos sagt:

    moin,

    für das foliantengefühl: http://www.archive.org/de.….ua01plat viel näher komm ich zumindest nicht an dieses kleinod heran…

    e-ink ist eine supertechnologie für schriftliche dinge, doch mag ich die bilddarstellung eigentlich nicht. da ist das ipad überlegen. dennoch, müsste ich mir ein gerät selber kaufen, würde ich auch eher zu den e-inks neigen. wie sieht die möglichkeit der kommentierung und die hypermedialität der dokumente aus?

    ciao
    phoibos

  3. >wie sieht die möglichkeit der kommentierung

    Du kannst Kommentare hinzufügen, markieren, etc. Mache ich mit Vorliebe, man kann es also gebrauchen ;-)

    Ein Schminkspiegel a la iPad ist mir dann doch zu heftig und auch zu teuer. Lesen ist dort testweise kaum möglich und dann herrscht auch zuviel Ablenkung.

  4. Perun sagt:

    Ich nutze meinen Kindle nicht nur zum Lesen von E-Books sondern vor allem zum Lesen von längeren Webartikel.

    Finde ich einen interessanten Artikel, für den ich keine Zeit habe, dann schicke ich mir den auf den den Kindle zum später lesen. Das geht mit Bookmarklet direkt über den Browser oder über den Google Reader. Wie man das machen kann habe ich hier beschrieben:

    An Kindle über Browser oder Google Reader senden

    @Oliver, ich hoffe, dass mit dem Link geht in Ordnung. Wenn nicht, dann bitte entfernen.

  5. Paul sagt:

    Man sollte den Bildschirm der e-Ink Geräte eigentlich nicht als Bildschirm bezeichnen, da er das, wie ich finde, verglichen mit gewöhnlichen Bildschirmen einfach nicht ist. Es existiert keinerlei Hintergrundbeleuchtung und die der Inhalt wird nicht durch Illumination dargestellt. Es sind einfach schwarze und weiße Kügelchen, die nach Bedarf an die Oberfläche gedrückt werden. Kugelanzeige, Sandkornanzeige… Würde den Menschen, die keine Ahnung davon haben was das eigentlich ist, oder ihre iPads hochloben etwas deutlicher klarmachen, was das eigentlich ist. Für Belletristik eigentlich wunderbar! Jedoch liebe ich meine Zeitung weiterhin auf Papier ;-)
    http://upload.wikimedia.o.….ules.png

  6. Andi sagt:

    Eine sehr gute Quelle für (englischsprachige) Klassiker ist auch
    http://de.feedbooks.com/p.….icdomain — einige deutschsprachige Bücher gibt’s im weiteren Angebot aber auch.

    @Dominic: Die Akku-Laufzeit beträgt bei mir offline bei täglicher Nutzung tatsächlich die beworbenen rund vier Wochen.

    @Oliver: Wieso ein eigener amazon.co.uk-Account? Zum einen gilt der einmal eingerichtete Amazon-Account doch sowieso bei jeder «Filiale», und zum anderen gibt’s inzwischen ein massiges Angebot fremdsprachiger Bücher im Kindle-Shop von amazon.de.

  7. >Wieso ein eigener amazon.co.uk-Account?

    Weil das Angebot umfangreicher ist und eher Angebote vorhanden sind als überhaupt in deutschsprachigen Gefilden (Österreich, Lichtenstein, Deutschland, Schweiz), ob Buchpreisbindung, möglich. Ersteres bemerkt man natürlich nur, wenn man tatsächlich auf englischsprachige Titel angewiesen ist. Vor der gleichen Einschränkung steht man jedoch auch, wenn man das englischsprachige Angebot auf Amazon.de in Anspruch nimmt. Für den absoluten Mainstream genügt es durchaus, mehr jedoch nicht.

  8. Sebastian sagt:

    Ich habe mir nach diesem Artikel hier und weiteren Empfehlungen im Web auch einen bestellt. Wird hoffentlich die Tage ankommen.

    Ich möchte hier schon mal die nette Open-Source-Software Calibre empfehlen. Kann ziemlich viele eBook-Formate in ziemlich viele andere umwandeln, z.B. für den Kindle epub nach mobi. Was mir aber besonders gefällt: Über den Menüpunkt «Nachrichten abrufen» kann Calibre Webseiten parsen und diese als eBook zur Verfügung stellen (am einfachsten den RSS-Feed reinschmeißen). Einige deutsche Nachrichtenseiten sind dabei, viele weitere ausländische. Mit Python können eigene Regeln, sogenannte «recipes» geschrieben werden.

  9. Ben sagt:

    Hi Oliver,

    mich würde deine Meinung zur Lesbarkeit von PDF-Dokumenten interessieren. Das soll ja eine Schwachstelle des Kindles sein. Sind normale DIN A4 PDFs (z.B. wissenschaftliche Aufsätze von Google Scholar o.ä.) gut lesbar oder würdest du diesbezüglich eher abraten?

    Da ich in den Geisteswissenschaften arbeite, habe ich eine recht große Menge an Aufsätzen und eBooks auf dem Rechner, aber eben fast ausschließlich PDF. Wenn die gut lesbar dargestellt werden können, würde ich mir den Kindle lieber heute als morgen bestellen…

  10. Die Lesbarkeit ist gut, das Handling ist für «Desktop-PDFs» eher umständlich und das bezieht sich auf den Einsatz des Zooms.

    Ansonsten greife ich beispielsweise auf Dokumente von hier http://jungsteinsite.de/ zurück, aber wirklich umfangreiche PDFs vermeide ich meist auf dem Kindle.


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