Der Amoklauf in Stuttgart und die Folgen

Die nächsten Wochen werden schlimm, ganz schlimm. Es ist wirklich schon grausam genug, dass bei einem Amoklauf nahe Stuttgart 15 Menschen getötet wurden. Ein Spiegelbild unserer Gesellschaft wird es aber erst, wenn nun wieder unsere zumeist konservativen Hardliner in der Politik den Tod dieser Menschen für ihre Zwecke ausnutzen werden. Schließlich befinden wir uns im Wahlkampf. Ich muss hier jetzt keinen Link setzen, die Medien werden willige Helfer sein. Schon kurz nachdem die ersten Meldungen publik wurden, liefen die ersten Counter-Strike-Bilder über n-tv. Ich weiß nicht, was mich fassungsloser macht: Ein junger Mensch, der 15 anderen Menschen tötet oder das Ausschlachten dieser Tat durch die Politik, begleitet, nicht kritisch hinterfragt, durch die Journaille. Die katholische und evangelische Sekte lassen wir mal außen vor. Counter-Strike, Internet – was auch immer, der Zustand unserer Gesellschaft hat mit alldem natürlich nichts zu tun. Ich behaupte das Gegenteil.

Nachtrag: Grenzwertig…

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40 Antworten zu “Der Amoklauf in Stuttgart und die Folgen”

  1. […] Der Amoklauf in Stuttgart und die Folgen » F!XMBR. […]

  2. […] wir aber können — besonders hier — ist Diskutieren. Und da nehme ich mal einen Blogeintrag heraus, und zitiere die […]

  3. ZEITungsleser sagt:

    Ich hege die selben Befürchtungen wie du. Ich denke sowohl Herr Schäuble als auch Frau von der Leyen werden sich nicht entblöden, noch vor einer sachlichen Analyse, zu den Gründen dieser Tat Stellung zu beziehen. Dazu stehen dieses Jahr einfach zu viele Wahlen an, um diese «Chance» ungenutzt verstreichen zu lassen.
    Eigentlich muss man es ja nicht mehr erwähnen, aber ich tue es trotzdem, weil es IMHO eine weitere Steigerung der Dreistigkeit unseres Innenministers darstellt, wenn er den Richtern des BVerfG vorwirft, sie würden sich zu sehr in den Belange der Gesetzgebung einmischen, vollkommen nicht erkennend, dass er es ist, welcher mit Gesetzen, welche die verfassungsmäßig garantierten Grundrechte beschneiden, die Richter erst auf den Plan ruft. Es tut mir leid, aber ich kann es bald nicht mehr glauben, dass seine Wahrnehmung der Realität so verschoben sein kann.

    MfG ZEITungsleser

  4. Nachdem die ersten Informationen durch mein Gehirn gesackt sind, stellte sich bei mir der selbe Gedanke ein wie in diesem Artikel geschrieben. Doch vielleicht lassen sich die Politiker ja im Superwahljahr etwas neues Einfallen und schieben sich von Partei zu Partei den Schwarzen Peter zu. Den Counter Strike zieht vielleicht nicht mehr so…

  5. Maddin sagt:

    Einverstanden. Der Zustand unserer Gesellschaft hat natürlich Auswirkungen, ist sozusagen Nährboden für das Entstehen von Amokläufen.
    Wieso braucht jemand 16 Waffen zu Hause? Was sind das für Eltern, die

    1. Waffen überhaupt brauchen 2. diese zu Hause aufbewahren 3. die Waffen anscheinend so herumliegen lassen und nicht wegschliessen?

    Eines verstehe ich aber in Deinem Artikel nicht: was sollen denn die Kirchen damit zu tun haben??!?

  6. xida sagt:

    Ich finde diesen Beitrag nicht gut, weil er etwas moniert, was so noch nicht statt gefunden hat.
    Twitter? Wer redet denn über Twitter in diesem Zusammenhang? Twitter hat in diesem Zusammenhang die Relevanz wie der chinesische Reissack.
    Bitte aufpassen, dass man nicht den Fehler des Pauschlierens begeht.
    Wenn man über Leben und Tod diskutiert, halte ich das für so relevant, dass man gesunderweise nicht sagt: _DIE_ Journallie, _DIE_ Politker oder _DIE_ Sekten. Wenn man etwas Scheiße findet, ist es hilfreich es konkret zu benennen. n-tv hat Counterstrike-Bilder im Zusammenhang mit dem Amoklauf gezeigt. O.K. dann ist dieser Sender Deiner Meinung nach nicht seriös in der Berichterstattung an dieser Stelle.
    Worauf will ich hinaus?
    Man muss aufpassen, dass man nicht Teil des Geschehens ist oder wird, wenn man medial kritisiert.
    Denn so, wie es falsch wäre, wenn jemand sagt, die Internet-Sachen, die Spiele, die Microblogging-Tools fördern das schlechte im Menschen, so wäre es falsch zu sagen, die Poliker oder die Leitfiguren von Glaubensrichtungen werden in diesem Zusammenhang wieder mal eine Menge Scheiße labern.
    Das Blog hier ist auch nicht gleich schlecht, nur weil mir ein einziger Eintrag hier nicht so gut schmeckt.

  7. kobalt sagt:

    Was uns den nächsten Wochen erwartet: Diskussionen darüber, ob Marilyn Manson oder Horrorfilme oder Computerspiele oder «das Internet» Ursache des Amoklaufes waren. Die Blondine wird Betroffenheit verströmen, das Ministerium für Wahrheit wird Überwachung fordern. Und die Forderung nach besserer Betreuung der Schüler, nach einer Zukunft für die Jugendlichen werden verpuffen.

  8. Chat Atkins sagt:

    Es ist fast immer das ‘Real Life’, das zählt: In allen Fällen ist der reale Zugang zu Waffen entscheidend. Der Pappi hatte dann Schusswaffen im Haus oder der Ballermann Junior war in einem Schieß-Club. Das gilt für fast alle Amoktaten der letzten Jahre — und so auch hier. Wenn irgendetwas, dann müsste der Schusswaffenbesitz noch konsequenter eingeschränkt werden — vielleicht Verbot von Schützenvereinen oder zumindest keine Knarre mehr im Haus daheim. Es ist ja beim ersten Nachdenken logisch — an einer virtuellen Wumme aus Counterstrike stirbt so leicht niemand …

  9. […] In Winnenden in Baden-Württemberg tötet ein 17jähriger sechzehn Menschen, darunter zehn Schüler laut spiegel.de. Ein Satz, der mir in dem Zusammenhang auch durch den Kopf ging, ist folgender: Ich weiß nicht, was mich fassungsloser macht: Ein junger Mensch, der 11 andere Menschen tötet oder das Ausschlachten dieser Tat durch die Politik, begleitet, nicht kritisch hinterfragt, durch die Journaille. (fixmbr) […]

  10. Anonymous sagt:

    generelle zustimmung, auch wenn ich das mit den kirchen nicht verstehe. fehlt nur noch, dass herauskommt, der täter habe seine pläne auf dem heimischen computer abgelegt gehabt und die online-durchsuchung hätte sie verhindern können.…

  11. Andy sagt:

    Schuetzenvereine zu verbieten halte ich nicht fuer sinnvoll, aber waere es nicht schon sicherer die Vereine selbst dazu zu verpflichten die Schusswaffen gesichert aufzubewahren? Wie Maddin meint, warum braucht jemand 16 Schusswaffen zu Hause?

    Ob die zu erwartenden einseitigen Schuldzuweisungen zu etwas Positivem fuehren, wage ich pessimistisch zu bezweifeln…

    Laut FR hat der Taeter Tischtennis gespielt: «Tischtennis fuer Winnenden»?

    Andy

  12. Hans Wurst sagt:

    Auch ich kann deine pauschale Medienschelte nicht so ganz teilen. Du verleihst deiner Befürchtung für die Zukunft Ausdruck und verweist auf ein Beispiel der Berichterstattung bei ntv. Ich habe etwas anderes gesehen.

    Ich habe heute mittag ein zur Sondersendung umfunktioniertes Mittagsmagazin auf ZDF verfolgt. Dort traten mehrere zum Thema Amok/School Shooting forschende Psychologen auf, die auf grund ihrer langjährigen Beschäftigung mit dem Thema sehr gut auf die zunächst schablonenhaften Reaktionsschemata der Moderatorin antworten konnten.

    Es ist aber nicht verwunderlich, dass die Moderatorin erstmal die üblichen Fragen nach Computerspielen usw. stellt, da sie stellvertretend für das Publikum spricht; und das denkt nun mal das, was es vor einigen Jahren gelernt hat (Computerspiele sind die böse Ursache, vielleicht?!). Die Psychologen konnten aber diese Fragen sehr gut einordnen und die Diskussion auch in neue Richtungen lenken.

    Ego Shooter kann man übrigens mittlerweile sehr wohl in der psychologischen Entwicklung eines Schützen verorten, nämlich in der Funktion eines von ihm bewusst gesuchten Verstärkers seines bereits vorhandenen Gewaltpotentials.
    Ich glaube, Marilyn Manson usw. wird kaum mehr aus der Mottenkiste geholt, Schließlich haben zu viele bereits Bowling for Columbine gesehen, so dass dieses Feindbild nicht mehr überzeugt.

    Was die Berichterstattung IMHO als neu auszeichnete war, dass sie den Schützen nicht zur Identifikationsfigur werden ließ. In der Stilisierung des Täters als negativen Helden liegt laut Psychologen einer der Gründe, für das Amoklaufen. Ob das ZDF aufgrund mangelnder Bilder oder aufgrund inhaltlicher Abwägung sich dafür entschied, lieber darüber zu reden, wie nun den Opfern geholfen wird, kann ich nicht sagen. Jedenfalls machte die Berichtserstattung insgesamt den Eindruck als wolle man eine sensationsgierige Wirkung vermeiden (also weg vom Täter hin zu den Opfern).

    Frau von der Leyen verwies mehr darauf, sich um Kinder/Jugendliche zu kümmern. Ein Verbot von «Killer»-Spielen forderte sie nicht. (Aber vielleicht lässt ein Hinterbänkler mal diese Forderung fallen.)

    Was ich damit sagen will: vielleicht haben in diesem Fall die Medien dazugelernt und die Experten ihren Beitrag dazu geleistet und die Politiker schließen sich an.

    (Entschuldigung dass ich hier die CDU verteidige; die werden genügend Anlässe geben, dass das nicht wieder vorkommt ;-))

  13. Hans Wurst sagt:

    aktueller Nachsatz: Heute abend wird hart aber fair auch mit «ballerspielen» in der Themenangabe beworben. Mal sehen was inhaltlich kommt …

  14. marvin sagt:

    MAn ich verstehe nicht warum der das getan hat, ich glaube mal dass er assozial war, keine Freunde und so. Aber eins verstehe ich nicht, warum er im Elternhaus eine Waffe gefunden hat. die Eltern sollten es ihm verbieten.
    Die armen Lehrer tun mir auch Leid. Ich gehe selbst auf die Schule und habe vor Angst zur Not den Sprung auf dem Fenster genommen, und mir das Bein verletzt

  15. De BloC sagt:

    Verfassungsfeind des Tages…

    Minister für Staatssicherheit W. Schäuble
    Der heutige Titel als Verfassungsfeind des Tages geht an Dr. jur. Wolfgang Schäuble. Der Leiter der Staatssicherheit und des Bundesministerium des Innern sieht im Bundesverfassungsgericht eine Behörde die I…

  16. bernd sagt:

    @Andy:
    Wie willst Du das denn realisieren mit dem Waffen einschließen? Dann hat man ja konzentrierte und unbewachte Waffenlager!

  17. Dirk sagt:

    Als ich heute morgen die ersten Meldungen bei cnn (war es glaube ich) sah habe ich irgendwie geahnt das es Bilder von Ballerspielen geben wird, das es «getwittert» wird (bei cnn, wie gesagt ich glaube es war dort, wurde auch direkt und live bei Twitter nach neuen «Meldungen» gesucht) und ebenfalls das ich hier einen genau solchen Beitrag lesen werde.

    Erschreckend das solche Ereignisse bereits ein festes Procedere auszulösen scheinen.

  18. Chris sagt:

    Kurz zu den Sekten: Die sind ja auch immer schnell in der Killerspieldiskussion dabei. Zudem hatte ich im Hinterkopf, dass da vor kurzer Zeit eine Sekte rehabilitiert wurde, die Computerspiele für das Böse halten…

  19. Auch auf die Gefahr hin, dass ein »alter Sack« wie ich sich hier in eine m.E. recht brüchige Schülerdiskussion einmischt und ausgebuht wird: Vergesst bitte das Gedöns um Waffen-habende Eltern und andere Nebensächlichkeiten: Hier ist wieder ein junger Mensch allein gelassen worden. Und keiner will’s gemerkt haben. Es ist die brettharte Verlogenheit dieser Gesellschaft, die offen zutage liegende Wahrheiten nicht zur Kenntnis nehmen und vor allem nichts ändern will. Jedes mal, wenn’s »wieder passiert«.

    Mehr…

  20. Dirk sagt:

    «Hier ist wieder ein junger Mensch allein gelassen worden»

    und Scham, wie auch Einsamkeit sind extrem destruktive Motivatoren.

  21. Dirk sagt:

    … und ich hoffe meiner Tochter ein gutes Gefühl in ihrer Welt und ein kritisches Auge auf diese zu vermtteln.

    Wenn meine Kleine jemals eine solche Tat auch nur in Erwägung zieht, dann habe ich versagt. Und nicht nur ich habe dann versagt, wir alle haben versagt. Ich werde uns allen die Schuld geben und ich wäre definitiv sprachlos in Anbetracht des Leids und der Verluste die ertragen werden müssten.

  22. @Dirk: Aber gell, man merkt’s eigentlich, falls es in dieses fatale Richtung laufen würde, oder? Und: Nicht hinterher sprachlos sein, vorher reden! Viel reden…

  23. sinn_W sagt:

    Ich bin für ein Verbot von Schützenvereinen. Obwohl ich natürlich für kein Verbot von gar nix bin aber wenn, dann — abgewrackte Männerrituale.
    Klar müssen wir hinschauen, was um uns passiert, und hinhören. Aber trotzdem passiert so ein Amoklauf — vielleicht immer häufiger. Und es folgen die gleichen hilflosen Symboldebatten, wem kann man die Verantwortung zuschieben?
    Schule, Umfeld, Eltern, Spiele, Gewalt, Aggressionen, Hirnpsychologie, oder der Kirche??? eine endlose Liste. Verbleibt: Für Väter! — Ohne Schützenvereine!

    Und für die Internationale!

  24. Dirk sagt:

    «Und: Nicht hinterher sprachlos sein, vorher reden! Viel reden…»

    …als aktiver Vater wünsche ich mir das es anders geht. Ich weiss aber auch das ich nicht der einzige Einfluss bin den meine Tochter hat.

    Ich allein, oder meine Frau und ich, sind nicht die Einzigen die Einfluss auf unsere Tochter haben. Ich will damit keine Verantwortung abgeben, stelle nur fest ihre Welt ist grösser als wir und unser Einfluss. Wir sind aber alle Teil unserer Gesellschaft und haben Verantwortung.

  25. Jens sagt:

    Wieso braucht jemand 16 Waffen zu Hause?

    warum sammelt jemand briefmarken? aus leidenschaft. fakt ist an solche amokläufe werde wir uns gewöhnen müssen. das ziel wird sein die toten zu übertrumpfen. 16 shit ich werde versuchen 22 zu killen.

    fakt ist das computerspiele dazu beitragen. da wir trainiert für den perfekten kopfschuss.

  26. bernd sagt:

    @Jens

    Der Amokläufer hat heute 16 Menschen nicht mit der Pappschachtel von Counter-Strike getötet, sondern mit einer Schusswaffe, die nicht ordnungsgemäß gesichert wurde. Ferner hatte er einen Arsch voll an Munition dabei. Sorry, aber das sind nun mal die Fakten.
    Wenn ich eine Vorliebe für Langstreckenraketen hätte, dürfte ich dennoch keine einzige bei mir Zuhause deponieren und wozu Handfeuerwaffen in der Lage sind, das sieht man an solchen schrecklichen Tagen wie heute. Ich stelle mit bedauern fest, dass es immer wieder auf das selbe Thema hinaus läuft. Wir können uns noch so oft den Kopf darüber zerbrechen, warum hat er das gemacht, tragen Computerspiele dazu bei, hatte er eine gespaltene Persönlichkeit usw. es bringt nichts, wenn wir nicht in der Lage dazu sind, die auszuführenden Werkzeuge, d.h. die Waffen besser zu kontrollieren. Warum jemand 16 Waffen Zuhause hat ist mir scheiß egal, wichtiger für mich ist, was empfindet jemand, wenn er eine Schusswaffe in den eigenen Händen hält. Fühlt er sich dann erhaben als Herrscher über Leben und Tod oder ist es für ihn «nur ein Werkzeug» (dessen Sinn darin besteht Leben zu eliminieren) dem man besondere Beachtung beim Umgang zukommen lassen muss?!

  27. Andy sagt:

    @bernd:

    Ungeschuetzte Deponierung im Schuetzenverein waere wirklich unsinnig, aber hier eine sinnvolle Loesung zu finden halte ich fuer wirkungsvoller, als wieder mit «nur» dem Finger auf «Killerspiele» zu zeigen. Diese einseitige Schuldzuweisung wird so einem komplexen Problem niemals gerecht — ebensowenig wie NUR den Umgang mit Waffen (weiter) zu verschaerfen.

    Andy

  28. Benni sagt:

    Ich finde diese immer wiederkehrenden Anspielungen auf Gewalt verherrlichende Computerspiele als Sündenbock langsam etwas sehr nervig. Klar tragen die etwas zum Ausbruch bei, als dass sie dem potentiellen Amokläufer in einer gewissen Weise auf die Situation psychisch etwas vorbereiten können, aber genauso wenn nicht mehr, dienen diese Spiele heute auch Leuten gerade als Aggressionsventil. Und das wird immer außen vor gelassen. Ich will nicht wissen wie viele Leute schon gewalttätig geworden wären, wenn sie ihre Wut eben nicht an einem virtuellen Feind hätten auslassen können. Ich könnte mir vorstellen, dass die Gewalttaten vielleicht vereinzelt weniger drastisch, aber dafür häufiger im Auftreten wären. Und das sollte man bei einer Überlegung über ein Verbot mal dringend im Hinterkopf behalten!

    Ganz nebenbei versteh ich auch nicht, wie leichtfertig dann immer gleich über Verbote, also Einschränkungen in der freien Auslebung, diskutiert wird, anstatt man mal ernsthaft über die Probleme in unserer Gesellschaft redet.

    Ich habe schon während meiner Schulzeit bemerkt wie die Tendenz zum Mobbing immer mehr steigt und immer weniger Skrupel bestehen. Durch Erlebnisse meiner kleinen Schwester und Gesprächen mit Lehrern weiß ich also durch persönliche Erfahrungen, dass sich diese Tendenz bisher nicht verändert hat. Und obwohl das auch immer wieder in den Medien dokumentiert wird, sind die Ambitionen da etwas zu tun, kaum vorhanden. Ganz im Gegenteil, man wird teilweise sogar von Dritten ausgelacht, wenn man sich über das respektlose Auftreten von anderen in Webforen oder direkten Diskussionsrunden aufregt. Da kommen schnell Sprüche wie «das muss man halt ab können» oder «da muss man halt Stärke beweise und die Idioten ignorieren». Das Problem ist, dass diese «Idioten» immer mehr das angenehme Miteinander stören und das Ignorieren solcher Unart kaum noch möglich ist. Und da kann mir jemand erzählen was er will: Irgendwann kann man nicht mehr auf Durchzug schalten! Und durch sowas entsteht dann wesentlich mehr und vor allem gefährlicheres Aggressionspotential in unserer Gesellschaft, als durch Filme oder Computerspiele. Warum diskutieren die Herren und Damen «Computerspiele-Verbots-Befürworter» nicht mal darüber? Haben sie vielleicht Angst, dass sie sich mehr mit ihren Mitmenschen auseinandersetzen müssten?

  29. Oliver sagt:

    Waffen u. Spielverbote? Bekämpft man die Symptome verschleiert man nur die tatsächlichen Ursachen und diese liegen im Bereich des lokalen Umfelds, dem Elternhaus und der Gesellschaft. Man tut sich recht leicht Feindbilder zu errichten, vor allem jene Dinge die man selbst nicht besonders mag, aber geholfen wird damit keinem. Letztendlich spielen viele Faktoren eine Rolle und was letztendlich das Fass zum überlaufen brachte kann im Nachhinein keiner mehr ergründen. Aber falls alle Stricke reißen helfen wie erwähnt immer noch grenzdebile Feindbilder, die Verteidiger der sogn. Killerspiele sind ebenso schnell dabei vice versa andere Dinge zum stigmatisieren.

  30. Zwei Dinge:

    Miteinander reden, lernen und lehren, wie Konflikte gewaltfrei gelöst werden, das wäre Schulstoff; statt Reli z.B. :-) Oder zur Not auch dort. Nur so, dass das die Problemkinder auch annehmen können, es Bereicherung und nicht als langweiligen Kram erleben. Dafür könntet ihr in der Schule mal auf die Barrikaden gehen.

    Zweitens: Alle geben mir sicher recht, dass Gewaltvideos, Krimis und Ballerspiele die Sensibilität für mitmenschliches Leid oder seelische Probleme anderer nicht eben erhöht, oder?

  31. […] aus dem Heise-Forum zitiere, aber das hat es genau auf den Punkt gebracht. Auch verweise ich auf die Aussage von Chris von Fixmbr.de. Innerhalb der letzten 24 Stunden, zwei Kommentare die mir durch das heftige mitnicken fast eine […]

  32. Ylva sagt:

    Ich möchte auf einen weitern Blog verweisen, der dieses Thema behandelt (übrigends kam die Idee hierfür von hier!!!)

    http://blog.radiobob.de/b.….comments

    Gruß

    Ylva

  33. Sternschnuppe sagt:

    Sicher hat das ein ganze Menge mit uns und unserer Gesellschaft zu tun. Die Frage für mich ist, was hat sich denn seit Erfurt 2002 eigentlich geändert, außer den Verschärfungen im Waffengesetz (die auch nichts nützen, wenn man Kindern und Jugendlichen schon das Schießen beibringt und Waffen zugänglich sind, ich denke, Waffen gehören nicht in Kinderhände, weder zu hause noch im Schützenverein!)? Sind die KLassen kleiner geworden, damit Lehrer auch mal Gelegenheit haben, auf die ruhigen verschlossenen Schüler einzugehen statt sich mit den Verhaltensauffälligen und dem Durchpauken von Stoff zu beschäftigen? Haben wir mehr adäquate Nachmittagsangebote für Kinder, um die sich zuhause vielleicht niemand kümmert (und das betrifft nicht nur sozial schwache Familien) und die in der Schule besser aufgehoben wären? Gibt es mehr soziale Anlaufstellen an Schulen (z.B. Sozialarbeiter, Sozialpädagogen o.ä.) oder psychologische Beratung für Schüler und ihre Familien? Gibt es im Lehrplan gute Programme für die Kinder um den Umgang mit Frustration und Gewalt besser zu lernen? Wird der soziale Zusammenhalt der Kinder und die soziale Kompetenz irgendwie besonders gefördert? Werden die Lehrer besonders darin geschult, frühe Warnsignale wahrzunehmen und darauf einzugehen? Gibt es mehr Angebote an den Schulen für Kinder, die ihnen positive Erlebnisse in der Schule bieten, ihnen Möglichkeiten geben, sich auszuprobieren und Hobbies zu finden, die ihnen Befriedigung und Anerkennung verschaffen?
    Und neben diesen Kleinigkeiten gäbe es auch Rahmenbedigungen, die einfach sicherer gestaltet werden können. In solchen Zeiten finde ich es nicht gut, dass jeder einfach so auf ein Schulgelände kann, ohne an einer Pforte oder etwas ähnlichen vorbei zu müssen, damit wenigstens der minimalste Sicherheitsstandard erfüllt ist. Wenn es um Terrorrismus geht, scheut man sich auch vor nix, sind unsere Kinder das nicht wert?
    Ich denke, es müsste sich ganz viel auch grundlegend an Schulen ändern, damit Kinder dort wirklich für das Leben lernen und nicht für das Sterben!

  34. Marc B. sagt:

    Was uns den nächsten Wochen erwartet: Diskussionen darüber, ob Marilyn Manson oder Horrorfilme oder Computerspiele oder “das Internet” Ursache des Amoklaufes waren.

    Das bezweifle ich. Ich habe in den Berichten sehr wenig Worte bezüglich Horrorfilmen und Computerspielen gehört, und nicht einmal wurden diese Medien als Sündenbock dargestellt.
    Vom «Killerspiele verbieten»-Tripp sind die meisten längst runter.

  35. Yuri sagt:

    Zweitens: Alle geben mir sicher recht, dass Gewaltvideos, Krimis und Ballerspiele die Sensibilität für mitmenschliches Leid oder seelische Probleme anderer nicht eben erhöht, oder?

    Fantasy-Romane und Faekalhumorkomoedien tun das vermutlich auch nicht. Sind sie deshalb automatisch schaedlich oder worauf willst du hinaus?

  36. Michel sagt:

    hi hier ist der michael bin 57 jahre alt/jung,
    hörete radio bob, ich finde wie ihr das problem vom 11.03.2009 aufgreift gut, warum machen sich nicht noch mehr menschen auf diese art gedanken wir haben doch nur einleben, die gesellschaft muss sich unbedingt neu orientieren.
    danke der michel

  37. Yesim sagt:

    ich weiß nich die schuld auf andere zu schieben is leicht und sinnlos. zu sagen der Vater ist an dem Vorfall schuld weil er Waffen hat is so schwachsinnig…zu sagen die schule und das gesetzt sind dran schuld weil sie nich ausreichend sind ebenfalls genauso schwachsinnig…
    warum?!

    aus dem einfachen Grund… ein Pädagoge in der Schule wie viele würde da hingehen und von ihrem Amokplänen erzählen?!
    kaum einer… wenn die klassen kleiner sind denkst du wirklich dass die betroffenen Schüler mit ihrern LEHRERN über alles reden ?! natürlich finde ich di Lehrer in dieser Hinsicht seeeeehr schwach aber orgendwoe auch ausreichend weil mehr würde es auch nich bringen weil sich kaum ein schüler mit sinem lehrer darüber unterhalten würde…

    nun zu seinem vater… sein vater wird beschuldigt nur weil er die waffen nich verschlossen hat… ich glaub nich dass das ein ausschlag gebendes argument is warum der vater schuld ist… wenn sich einer in den kopf setzt eine waffe zu finden dann könnte er genauso gut zu erst ein waffenladen ausrauben die waffe nehmen und dann in die schule laufen.…

    es is so schwachsinnig die intention und die gründe für das geschehen zu spekultieren weil es das geschehen nich besser macht man sollte einfach nur in die zukunft gucken und versuchen alles besser zu machen…

    ich denke weder horrorfilme noch counterstrike noch sein vater sind an dem geschehen schuld… ich denke ALLE sind daran schuld weil sie es nich gemerkt haben und weil sie sich nich um ihn gekümert haben.…

    von nun an kann man sagen:
    mein herzliches beileid an die eltern der gestorbenen und viel geduld für die eltern des betroffenen.…

    mfg yesim

  38. […] F!XMBR scheint die selbe Meinung zu haben wie ich, falls euch der Artikel interessiert. […]

  39. @Yuri: Ich denke, Du hast mich verstanden. Gut. Auf mehr wollte ich eigentlich nicht raus. Schon gar nicht wollte ich alles aufzählen, was potenziell unschädlich ist. :-)

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