Denunziantentum

Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.

So wußte schon August Heinrich Hoffmann von Fallersleben zu berichten. Jetzt allerdings den Bogen zu spannen — zu unserer Bundeskanzlerin und ihrer Vasallen, fällt zugegebenermaßen schwer. Und doch trifft es den Kern der Sache. Angela Merkel ist in der Deutschen Demokratischen Republik aufgewachsen und hat dort bereits früh Karriere gemacht. Sie war in der FDJ tätig, als Kreisleitungsmitglied und Sekretärin für Agitation und Propaganda. Sowas macht man natürlich nicht nebenbei, weil es nunmal der Job ist, nein, man tut dies aus Überzeugung, weil man das politische System lebt und liebt. Das ist zuminest meine Meinung. Diese und andere Punkte aus der Biographie — die nicht von ihr und ihrer Presseabteilung geschönt wurden — sollte man nie vergessen, wenn man darüber nachdenkt, wer im Bundeskanzleramt sitzt, und die Politik, auch der Innenminister, vorgibt.

Gestern verschickte die Ludwig-Maximilians-Universität München eine eMail an alle Mitarbeiter. Sie wurden aufgefordert — ganz im Gedenken an die ehemalige Deutsche Demokratische Republik — die Kollegen, die Kommilitonen, die Nachbarn, die Verwandten zu überwachen, bei verdächtigen Verhalten zu denunzieren, anzuschwärzen. Die Mail im Wortlaut:

Sehr geehrte Damen und Herren,

der islamistische Terrorismus stellt weiterhin die größte Bedrohung der Inneren Sicherheit der westlichen Staaten und damit auch Deutschlands dar. Aus Sicht der Sicherheitsbehörden besteht eine erhöhte abstrakte Gefährdung.

Wie Sie Presseverlautbarungen vom Wochenende entnehmen können, wurden Anschläge von Islamisten auch für die Bundesrepublik und in Österreich angekündigt. Auch die gescheiterten Kofferbombenanschläge auf Regionalzüge am 31. Juli 2006 in Dortmund und Koblenz sind ein Beleg dafür, dass auch Deutschland nicht nur Rückzugs– und Ruheraum, sondern
Anschlagsziel für islamistische Terroristen ist.

Es ist also hohe Wachsamkeit geboten.

In diesem Zusammenhang sollte auf Hinweise auf Studierende, Mitarbeiter oder sonstige Gebäudenutzer geachtet werden, die sich durch besondere Verhaltensweisen, wie z. B. einen Bruch im Lebenswandel, Gewaltbereitschaft, radikal-verbale Ãußerungen oder Beschäftigung mit einschlägiger Literatur auffällig in Richtung islamischer Fundamentalismus verändern.

Ich darf Sie bitten, verdächtig erscheinende Wahrnehmungen, die Rückschlüsse auf eine islamisch-fundamentalistische Haltung zulassen, unverzüglich hierher mitzuteilen.

Bitte informieren Sie Ihre Mitarbeiter entsprechend.

Ludwig-Maximilians-Universität München
Mit freundlichen Grüßen
Ltd. Regierungsdirektor

Auf Anfrage von Udo machte die Universität einen Rückzieher

Und es wurde ihm mitgeteilt, es werde geprüft, ob ein Mitarbeiter nicht seine Kompetenzen überschritten hat. Damit könnte eigentlich dieses neuerliche traurige Kapitel abgeschlossen werden, man hätte es abhaken können unter, da hatte jemand mal wieder große Angst vor dem ach so bösen Turbanträger, der ihm morgens in der U-Bahn gegenübersitzt.

Doch wie das in unserem Land — der DDR 2.0 — so ist, ist dem nicht so. Im Gegenteil, der Auftrag kam von ganz oben. Günther Beckstein gab den Auftrag, der Innenminister Bayerns, der schon öfter am Rande der Verfassung und darüber hinaus agierte. Der zukünftige Ministerpräsident Bayerns ging heute sogar noch einen Schritt weiter, und forderte von der gesamten Bevölkerung Deutschlands — ganz im Stile der guten, alten Staatssicherheit — höchste Wachsamkeit, bei Aüffälligkeiten sollen sofort die Sicherheitsbehörden informiert werden.

Doch wie werden Terroristen erkannt? Auch dafür hat Günther Beckstein eine Erklärung parat: Man müsse auf Studenten und Mitarbeiter achten, die sich durch besondere Verhaltensweisen wie einen Bruch im Lebenswandel, Gewaltbereitschaft, radikal-verbale Äußerungen oder Beschäftigung mit einschlägiger Literatur auffällig in Richtung islamistischer Fundamentalismus verändern. Nicht nur, dass es Denunziantentum, falsche Verdächtigungen, etc. pp. fördert und fordert — es ist zudem Rassismus in Reinkultur, faschistoides Schubladendenken.

Unsere Bundeskanzlerin entwirft mit ihren Vasallen, insbesondere den Innenministern zur Zeit Ihre Version der Deutschen Demokratische Republik — die DDR 2.0. Es wird eine Schreckensherrschaft aufgebaut, ein politischer Wandel vollzogen, der Angst verbreitet, zum Denunzantentum auffordert, ein totalitärer Ãœberwachungsstaat geschaffen. Wohin dies führt, hat das wunderbare Großbritanien nach den Anschlägen gezeigt. Dort wurde ein völlig unschuldiger Brasilianer erschossen, weil er halt anders aussah und das Pech hatte, Angst zu haben, und so vor dem aufgebrachten Mob der wachsamen Polizei zu flüchten. Gezielte Kopfschüsse setzten dem Leben des Unschuldigen ein Ende. Gezielte Kopfschüsse setzt unsere Politik auch in unserer Bevölkerung ein — um auch unserem Leben, wie wir es kennen, eine Ende zu bereiten. Ein politischer Wandel wird gerade ohne Skrupel von Angela Merkel und ihren Gefolgsleuten vollzogen.

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