Denken ist «OUT»

Gewalt ist «IN», so und nicht anders kann man wohl auf diversen Blogs die fehlgeleiteten Sympathie-Bekundungen interpretieren … ja Verständnis kann man ja dafür aufbringen. Nun ehrlich ich hab zwar eine harte Meinung, aber ich zwinge sie anderen nicht mit Pflastersteinen auf. Wohl denn, wie gut das viele dieser freiheitsliebenden Menschen mit dem Hang auch etwas mal mit einem Ruck durchzusetzen nichts zu melden haben — wir wären wohl schneller in diesem sooft heraufbeschwörten Regime angelangt als manch einer seine sieben Sachen packen und Fersengeld geben könnte.

Aber das ist auch egal, schließlich meinen einige damit Volkes Wille zeigen zu müssen? Der Mob auf Abwegen. Oh es ist völlig egal was auf der G8 Demo geschah, kommen wird es so oder so — so steht es geschrieben, so wird es geschehen. Die große Koalition und nur diese, winkt die Sache durch, die Galleonsfigur Schäuble wirds verkünden — wer das Gegenteil behauptet hat Politik nicht verstanden. Geht Schäuble irgendwann kommt der nächste. Gemeinsamer Nenner, bemerkenswerterweise — ich erwähnte es schon einmal, nur ein Innenminister in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland war *kein* Jurist und alle lehnten sich weit hinaus in den demokratischen Gefilden. Letztes markantes Beispiel die erste große Koalition — dejavu anyone? Nein wohl kaum, da gabs Radikalenerlaß und Notstandsgesetz … Einschnitte mittels Zensur in Freiheit und Demokratie? Neu? Mehr? Nein nur mangelndes Geschichtsbewußtsein.
Eine ähnliche Rethorik wie in den Sozialistengesetzen (Kaiserzeit)? Wen juckts, olle Kamellen. Aus Geschichte lernen? Oft gebrauchte Phrase in der Gesellschaft, jedoch nie beherzigt.

Warum das alles? Nun würde man mal mit dem Denkprozeß beginnen, wäre es auch wohl offenbar, das jedwede Konzentration auf nur einen winzigen Zeitabschnitt bzw. eine Person fatal für das gesamte Projekt Frieden — Freiheit — Demokratie wäre. Und dem ist auch so, man suggeriert dem Volk ein temporales Ereignis, schnell schleicht sich der Gedanke ein, das geht vorrüber, das ist nur eine Phase. Dem ist aber nicht so, diese Ereignisse ziehen sich wie ein roter Faden durch die gesamte deutsche Geschichte und man muß mitnichten außerhalb der BRD forschen, die Geschichte der BRD langt vollends.

Superlativen mögen als polemischer Aufreißer gereichen, jedoch nicht zur Nachhaltigkeit, für diese bedarf es der Information, tatsächliche Vergleiche, um den gemeinsamen Nenner in der Geschichte herauszuarbeiten. Ein Geschichtsstudium brauchts dafür nicht, man hat heute massive Informationen an der Hand im Netz, kann gar Quellen vergleichen — man muß diese nur nutzen. Ein gemeinsamer Nenner ist nicht gleich dem Vergleich zwischen Äpfel und Birnen, indem sinnbefreite Phrasen wie Mielke, Stasi etc. verwendet werden, Inhaltsleer und dumm sind diese. Ohne Inhalt mutiert man zum willigen Mitläufer, später kann man sich mal wieder zurücklehnen und die Schuld einem Universalschuldigen zuweisen — das Volk immer seinen Anteil daran hat mag es natürlich nicht so wahr nehmen.

Wenn ein Politiker rechtspopulistisch daher kommt, ist es schön diesen Umstand zu bemerken, aber da muß auch ein Aufschrei durchs Volk gehen. Warum? Nun weil eben dann erst der Testballon des Politikers platzt. Vernimmt er hingegen nur das übliche Murren am Stammtisch oder sieht die paar Krawallos auf friedlichen Demos, so fühlt er sich bestätigt und der nächste Schritt ist so gut wie sicher.

Do ut des, ich gebe — damit du gibst, umschreibt einen Tauschhandel — dieses Prinzip gilt überall, man kann sich also nie genüßlich zurücklehnen oder im Fall der Fälle sinnbefreit die Hauruck-Methode bemühen, nur weil man allzu lange den stillschweigenden Mitläufer mimte.

Worte nichts als Worte? Aber mal ehrlich meine liebe Phrasendrescher-Fraktion, wir werden wohl auch irgendwo fehlen — wer ist schon perfekt, aber macht euch erst einmal derart viele Gedanken um eine Sache, bevor ihr wortlastige Blogger ob des eigenen Unverständnisses tadelt. Ein full ack oder profan dem schließe ich mich gerne an ist auf *Dauer* nicht unbedingt der Bringer 😉

3 Antworten zu “Denken ist «OUT»”

  1. Andreas sagt:

    Jepp. Kann man nur zustimmen. Ich «liebe» den Typus Demonstrant ebenfalls, der mit einem Schild «Für mehr Frieden auf der Welt» auf andere einprügelt. Macht schon Sinn, nicht? 😉

    Auch Freiheitsliebende (oder gerade die?!) haben zu akzeptieren, dass andere (nicht extremistische) Meinungen eben gleich viel Wert sind. Genau diese Denkweise fodert man anderen ja auch ab.

    Andersherum wird ein Schuh draus.

  2. Hier mal etwas zur Entspannung: Geheimes Polizeifunkprotokoll aus Heiligendamm

    Und sag´ jetzt nicht wieder, das sei Werbung. Ich finde, die solltest Du mir gestatten, nachdem ich dich zu diesem schicken beitrag habe inspirieren können.

  3. Chris sagt:

    Aber nur weil Du es bist… 😉

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