Den Twitter-Journalismus von Winnenden in seine Einzelteile zerlegt

Joachim Kersten von der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster ist entsetzt über den Journalismus während des Amoklaufes von Winnenden. In 02:54 Minuten zerlegt er den deutschen Journalismus in seine Einzelteile. Bleibt zum Schluss eigentlich nur die Frage, warum er dem Interview zugestimmt hat…

Das ist für Leute, die steil rauskommen wollen durch so eine Tat (Anm.: Er meint mögliche Nachahmungstäter], gibt es kein besseres Material. Der Nachahmungseffekt ist durch die Medien verursacht. Durch sonst gar nichts. […] Die Verfügbarkeit von Bildern, die kommentarlose Zur-Verfügung-Stellung möglichst dramatischer Bilder ist für so einen Täter das, was ihn über die Grenze bringt und ihn dann zur Tat veranlasst.

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9 Antworten zu “Den Twitter-Journalismus von Winnenden in seine Einzelteile zerlegt”

  1. Dozo. sagt:

    Besten Dank,
    ich hatte die Tage schon von diesem Interview gelesen, es aber nirgends gefunden.

    Und jetzt ziehe ich mich mit einem «Weiter so!» an euch beide zurück in meine Stille-Leser-Höhle.

    Grüße,

    Dozo.

  2. Jan sagt:

    very nice 😉 … aber das können sie bestimmt nachrecherchieren… 😉

    ich würde mal davon ausgehen, dass n tv nie wieder bei ihm anfragen wird für ein interview 😉 wahrscheinlich kommt er jetzt auf eine blacklist und wir nie wieder angefragt.
    deswegen dürfen ja auch immer wieder die gleichen hirnlosen affen vor der kamera ihren senf abgeben.

  3. Robert sagt:

    Oh Mann, und die Journalie merkt gar nicht, was der gute Mann sagt: „Das ist die kommentarlose Zur-Verfügung-Stellung möglichst dramatischer Bilder“ und im Hintergrund sieht man immer die gleichen Polizisten in voller „Kriegsmontur“ in der Endlosschleife. Es soll ja früher einmal Tageszeitungen gegeben haben, die während des so genannten „Sommerlochs“ einfach dünner waren, weil es nichts zu berichten gab. Diese Zurückhaltung wäre heute umso mehr angebracht, da sonst jede wichtige Meldung im Geschrei all anderer „Skandale“ und „Breaking News“ untergeht.

    (Hm, das ist wie in der Popmusik: In der Jagd nach Aufmerksamkeit wurden die CDs immer mehr durch den Kompressor gedreht, um noch voller, noch lauter, noch voluminöser zu klingen – und letztlich gar nicht mehr zu klingen.)

    BTW: Nach welchem Amoklauf gab es eigentlich mal eine Diskussion über die Schul– und Jugendpolitik?

  4. StoiBär sagt:

    Gemerkt haben die das schon, aber die konnten ihn ja nicht einfach aus der Sendung kicken.

  5. Robert sagt:

    Die hätten vielleicht den Einspieler aus der Sendung kicken sollen. Ist Selbstreflexion bei Journalisten zu viel verlangt?

  6. home42 sagt:

    Dank für diesen Beitrag! Dank auch an Stoibär, über den ich darauf gestoßen bin!
    Besser kann man wohl die eingefahrenen Rituale der Mediengesellschaft, quasi News-Fast-Food, nicht bloßstellen. Aber: Agieren die Medien nicht auch deshalb in dieser Art und Weise, weil genau diese Art durch viele Konsumenten nachgefragt wird?

  7. Jan sagt:

    @home42:

    ja und nein… ich möchte hier nur an die simpsons folge erinnern in der lisa es erreicht, dass im tv nur noch bildungsfernsehn läuft… :)

  8. […] Deshalb hier auch nur der Hinweis auf einen anderen, wie ich finde, wirklich wichtigen Beitrag von F!XMBR, auf den ich via Stoibär stieß. Danke an […]

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