dem Hype gefolgt

Das Upgrade würde die Kosten im öffentlichen Bereich erhöhen und nebenbei auch noch zu Kompatibilitätsproblemen der sowieso schon — gelinde gesagt — uneinheitlichen Infrastruktur in allen Schulen und Universitäten des Landes führen, hieß es darin laut BBC.

silicon.de

Klar ich meine das Upgrade per se kostet natürlich, weils eben ein Upgrade ist. Aber wenn ich mir die Preise betrachte, gerade an Bildungseinrichtungen, sind die Kosten auch nicht höher als sonst und gegebenenfalls existieren gar gesonderte Abkommen, die den Preis immens drücken. Ein paar Inkompatibilitäten zogen auch mit ein, na ja mein Gott bei Linux gehört das zum guten Ton, dort nennt man das Evolution. Microsoft Windows User geben sich der Vorstellung hin das über Jahrzehnte alles supportet werden muß und dennoch sollte natürlich auch die softwaretechnische Evolution Einzug halten. Das läßt sich jedoch in der Praxis selten miteinander vereinen, schon gar nicht über einen Zeitraum von vielen Jahren. Windows XP erblickte 2001 das Licht der Welt und löste damit primär Windows 2000 ab und sorgte aber für Windows98/ME1 User auch damals für allerlei Ungemach, denn mit dem Advent von XP endete der Support für das ehemalige Mainstream-OS. Windows 2000 User sahen kaum Unterschiede, allenfalls in der schwindenden Qualität ob des Multimedia-Gedöns. Lange Rede kurzer Sinn, es waren eben andere Zeiten, ein völlig anderer Kontext eben.

Höher, schneller, weiter, so sollte Vista heute daherkommen, natürlich mit 100-prozentiger Kompatbilität auch zu Produkten, die einige mittelständische Betriebe noch aus DOS/Win3.11/Win95-Zeiten2 mit sich herumschleppen. Das hat natürlich überhaupt nichts mit der Realität gemein, auch nicht der Hype bezüglich der schlechten Ressourcenlage in Vista. Ein wenig mehr ist klar, der Speicherverbrauch stieg u.a. auch nicht derart an, jedoch änderte sich die Verwaltung und schwupps gab man sich sinnlosen Vergleichen zwischen Äpfeln und Birnen hin. Apples MacOS beispielsweise sollte heutzutage, in seiner aktuellsten Inkarnation, doch besser mit 2Gb spielen — nachzulesen auch in diversen Mac-Magazinen (die ich zum Teil auch konsumiere), was auch in der Praxis bei sinnvoller Anwendung leicht bemerkbar ist. Darüber hinaus führte Apple für Übergangszeiten damals schon eine Möglichkeit ein selbst Software eines anderen Prozessor-Typs weiterhin, zum Teil jedenfalls, nutzen zu können, plättet aber in puncto Hardware etc. andererseits mal auch gerne rigoros jegliche Kompatiblität. Und einen Sack voller Bugs, größerer und kleinerer Natur, bekommt man mit beiden Systemen geliefert.

Wie man es auch dreht und wendet, Desktop-Spielereien jedweder Couleur sind kaum Garanten für Stabilität und Sicherheit, ebenso wie Multimedia-Komponenten, die mit dem Netz interagieren. Darüber muß man sich einfach im Klaren sein und auch über die Tatsache, daß .0 Releases irgendwie immer einen Schuß ins Dunkle darstellen. Erst mit den .1 Releases kommt die gewohnte Qualität. Bei Open Source ist das keine Geheimnis, auch wenn einige Open Source Jünger diese Tatsache nur für den eigenen Liebling gelten lassen. Zugebenen, Open Source Betriebssysteme bieten imho die bessere Basis, aber das hat nur bedingt Aussagekraft über das fertige System der Wahl.

Insofern sind die sogenannten technischen Gesichtspunkte, mittels welchen argumentiert wird, oft überhaupt keine bzw. allenfalls Papiertiger, die mehr Wunschdenken denn Realität entspringen. Andererseits wäre da der moralische Aspekt, die bessere Basis aus der man gegebenfalls(!) mehr herausholen kann, wenn denn der User die entsprechenden Fähigkeiten mit sich bringt. Ein Automatismus herrscht da nicht, es gehört eine gehörige Portion mehr Aufwand dazu diese Desktop-Boliden tatsächlich sicher und qualitativ koscher zu machen. Ebenso wenig herrscht aber auch ein Automatismus in puncto Qualität und Sicherheit, wenn der User auf Open Source Systemen seinen Gelüsten freien Lauf läßt ohne den Schimmer einer Ahnung. Das ist also kein hipp, hipp, hurra auf Vista, sondern mehr ein Nachdenken über Hype und blinde Hysterie in Medien und Web. Eine nachhaltige Argumentation in puncto tatsächlicher Unzulänglichkeiten, auch beim eigenen Liebling, würde auf Dauer mehr Erfolg bringen. Open Source sollte mit Qualität überzeugen und Offenheit!

Einfach mal drüber nachdenken, was man denn für sich tatsächlich benötigt und ob man die Risiken und Nebenwirkungen in Kauf nehmen möchte, um dieses Ziel zu erreichen. Das setzt aber wiederum Wissen vorraus und hat so gar nichts mit dem einfach nutzen zu tun, ein kompetenter User gereicht auch einem Windows-System zu einem Plus an Qualität =)

Bild: WikiCommons

  1. die 32Bit DOS-Oberfläche[]
  2. der Rotstift war noch nie ein Maß für Qualität, Sicherheit []

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