Dekadenz in Reinkultur

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Ist doch gar nicht so schlimm. Diesen Satz erwartet Frank Schirrmacher nach seinem Bekenntnis, auf der Party Ackermanns im Bundeskanzleramt gewesen zu sein. Diesem Gefallen darf man ihm nicht tun. Im Gegenteil. Der Artikel beweist, wie tief der Journalismus in Deutschland wirklich gesunken ist, er offenbart auf erschreckender Weise die Verstrickungen auf zwischen Politik, Wirtschaft und eben dem, so muss man es sagen, gönnerhaften Journalismus. Mathias Döpfner, Kai Diekmann und Stephan Sattler und viele andere bekannte Persönlichkeiten waren laut Frank Schirrmacher anwesend. Der Artikel belegt wie sehr sich der Journalismus in diesem Land mittlerweile demokratiegefährdend entwickelt hat. Auch führt er den Artikel seines Kollegen Heribert Prantl ad absurdum, der in den Blättern für deutsche und internationale Politik über die Systemrelevanz des Journalismus philosophiert.

Heribert Prantl schreibt: Zeitungen sind systemrelevant, und ich kann es beweisen. Sie sind systemrelevanter als die Hypo Real Estate, als die Deutsche und die Dresdner Bank. Sie sind sehr viel systemrelevanter als Opel und Arcandor. Die „Süddeutsche Zeitung“ ist systemrelevant, die FAZ ist es, der „Spiegel“, die „Zeit“, die „Welt“, die „Frankfurter Rundschau“ und die „taz“ sind es. Viele andere sind es auch. Das System, für die sie alle relevant sind, heißt nicht Marktwirtschaft, nicht Finanzsystem und nicht Kapitalismus, sondern Demokratie.

Das hört sich einleuchtend an und der Gutmensch in mir möchte daran glauben — leider scheitert es wie so häufig an der Realität. Nicht nur der Artikel Schirrmachers beweist das Gegenteil. Die Vierte Gewalt kommt heute nicht mehr ihrer ursprünglichen Aufgabe nach. Viel mehr ist die Jagd nach dem goldenen Kalb, dem Unternehmensgewinn, zur obersten Maxime geworden. Für immer mehr Menschen bedeutet der Journalismus zwar noch initiale Informationsquelle, Bewertung und Interpretation der Nachricht wird woanders gesucht oder gar selbst vorgenommen. Immer mehr Menschen sprechen den großen Zeitungen, gerade denen, die Heribert Prantl anspricht, jegliche Glaubwürdigkeit ab.

Es ist mir ein Rätsel, wie Heribert Prantl, dem ich persönlich durchaus bei seinen grandiosen Artikeln und insbesondere seinen Büchern eine Relevanz zugestehen möchte, davon sprechen kann, die WELT sei systemrelevant. Bekanntermaßen gehört die WELT zum Axel-Springer-Konzern. Ich behaupte, bei diesem miesen Kampagnenjournalismus, der dort in weiten Teilen anzutreffen ist, wäre unser Land, unsere Demokratie, unser Miteinander weitaus besser dran, würde es diesen Konzern nicht geben. Es werden knallhart die eigenen Interessen durchgesetzt, ohne Rücksicht auf Verluste. Es wird Politik gemacht und gegen alles angeschrieben, was nicht Mitglied der Union oder der FDP ist. Es wird im Axel-Springer-Konzern nicht einmal mehr der Versuch unternommen, objektiv zu wirken. Von den unzähligen Existenzen, die offensichtlich schon zerstört wurden, ganz zu schweigen. Im Axel-Springer-Verlag arbeiten meiner Meinung nach keine Journalisten, es sind Lobbyisten des eigenen Verlages. Da von Systemrelevanz zu sprechen, ist arg tollkühn. Enteignet Springer möchte man hier Prantl zurufen.

Aber auch Schirrmachers FAZ gebärt sich nicht anders. Die unheilvolle Troika FAZ, SPIEGEL, BILD hat die derzeitige Wirtschaftskrise mit zu verantworten. Wenn Heribert Prantl davon spricht, dass der US-Journalismus während der Bush-Ära völlig versagt hat, dann muss man anmerken, dass der deutsche Journalismus in den letzten Jahren ebenso gescheitert ist. Das neoliberale Dogma wurde in unzähligen Leitartikeln der Politik förmlich aufgezwungen — selbst heute herrscht diese Ideologie noch in den Redaktionsräumen vor. Wo waren die Journalisten bei der FAZ, bei der SZ, wo auch immer, die vor dem ungezügelten Neoliberalismus gewarnt haben? Wo waren die Artikel, die kritisch so genannte Experten wie Miegel, Raffelhüschen oder Sinn hinterfragt haben? Sie waren schlicht und ergreifend nicht da. Der Journalismus in Deutschland hat genau das Gegenteil getan: Er hat in bester PR-Manier die Botschaften dieser Lobbyisten in das Land getragen und die Politik gedrängt, zu handeln, wie es geschehen ist. Unser Land steht dadurch am Rande des Abgrunds — verantwortlich auch in weiten Teilen der Journalismus.

Ich will nicht verhehlen, dass ich weite Teile des Artikels von Heribert Prantl unterschreiben würde. Er schreibt zum Beispiel weiter: Die deutschen Zeitungen brauchen kein Staatsgeld. Sie brauchen aber Journalisten und Verleger, die ihre Arbeit ordentlich machen. Sie brauchen Journalisten, die neugierig, unbequem, urteilskräftig, selbstkritisch und integer sind. Sie brauchen Verleger, die einen solchen Journalismus schätzen, die also von ihren Zeitungen mehr wollen als Geld, die stolz sind darauf, dass sie Verleger sind; und denen dieser Stolz mehr bedeutet als ein oder zwei Prozent mehr Gewinn. Diese Vorstellung ist im heutigen Deutschland leider eine Utopie. Mehr kann man dazu nicht sagen.

Besonders deutlich wird das in der Debatte rund um Google und das Urheberrecht. Es werden keine Überlegungen angestellt, wie das Urheberrecht an die modernen Zeiten angepasst wird, wie man online modern — gemeinsam — in das neue Jahrtausend startet. Das Gegenteil ist der Fall. Da wird purer Kommunismus gefordert, da fordern die Verlage tatsächlich vom Staat, dass sie an dem Gewinn eines anderen privaten Unternehmens beteiligt werden. Jahrzehntelang hieß es, der Markt wird es richten, kaum aber sinken die eigenen Gewinne, wird nach Papa Staat gerufen. Das ist unglaubwürdig, unglaublich peinlich und eines Journalisten nicht würdig.

Demokratie findet heute weitestgehend nicht mehr in den Zeitungen und Zeitschriften dieser Republik statt. Wie Heribert Prantl durchaus richtig anmerkt, füllen diese Lücke immer mehr private Publikationen aus. Er schreibt völlig korrekt: Dieser Amateur-Journalismus bietet doch Chancen für eine fruchtbare Zusammenarbeit. Er ist ein demokratischer Gewinn. Doch auch hier sieht die Realität anders aus, da macht die SZ auch keine Ausnahme. Private Publikationen lachen über die so genannten Artikel und die Klickstrecken der Damen und Herren Journalisten, während die SZ ein Pamphlet nach dem anderen über das Internet veröffentlicht. Lieber Herr Prantl, sie sind Leiter des Innenressorts der SZ — es liegt also durchaus im Rahmen Ihrer Möglichkeiten, hier einen ersten Schritt zu tun und etwas zu ändern. Die FAZ, so unglaubwürdig sie ist, ist Ihnen da meilenweit voraus.

Sind Zeitungen systemrelevant? So fragt Heribert Prantl und beantwortet diese Frage mit einem eindeutigen Ja, die Antwort lautet Demokratie. Ich bin mittlerweile zu der Meinung gelangt, diese Frage mit einem lauten Nein zu beantworten. Der Journalismus in diesem Land fördert nicht die Demokratie, er gefährdet diese. Beweise gibt es zuhauf, nicht zuletzt diesen weinerlichen Artikel des Frank Schirrmacher, der nur offenbart, wie schlimm es um dieses Land wirklich steht. Es ist 5 vor 12 und an der Zeit, dass sich die Vierte Gewalt wieder an ihre ursprüngliche Aufgabe erinnert. Dass sich unser Land in einer der größten Wirtschaftskrisen befindet, ist auch Verdienst des Journalismus. Hier von Systemrelevanz zu sprechen, zeugt von großer Chuzpe. Wenn ein Peter Kloeppel gemeinsame Sache mit Angela Merkel macht, das ganze als Sommerinterview verkauft, muss man davon ausgehen, dass dies nicht die Ausnahme ist, sondern die Regel.

Sind also Zeitungen systemrelevant? Nein, ganz bestimmt nicht. Eher findet heute Abend eine Gangbang-Party im Vatikan statt. Und das ist ganz schlimm für dieses Land, unsere Gesellschaft, insbesondere für unsere Demokratie. Frank Schirrmacher gebührt Dank, dass er mittlerweile so weit fernab in einem Elfenbeinturm lebt und gar nicht mehr merkt, wenn er dies veröffentlicht. Da hilft fast nur noch purer Zynismus…

Foto: me_maya unter dieser Creative Commons-Lizenz stehend.

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24 Antworten zu “Dekadenz in Reinkultur”

  1. Wolf-Dieter sagt:

    Bitte zu unterscheiden zwischen relevant und fortschrittlich. Schirrmacher bzw. die FAZ ist das eine, aber nicht das andere.

    Aber irgendwie habe ich das überzeugende Gefühl: Schirrmacher demontiert sich selbst. In dem Maß, in dem ihm das gelingt, verliert er tatsächlich an Relevanz.

    Aber das ist Zukunft.

  2. Chris sagt:

    Ich hab das Gefühl, Du möchtest mal wieder nur Deinen Link unterbringen und hast den Artikel nicht wirklich gelesen. Die Grundaussage des Artikels ist eben die, dass auch die FAZ nicht systemrelevant ist…

  3. Muriel sagt:

    Naja. Deine Thesen zur Wirtschaftskrise und den angeblich neoliberalen Zeitungen hierzulande kräuseln mir zwar ein bisschen die Zehennägel, aber das ginge dir bei meinen wohl nicht anders. Ansonsten kann ich aber prinzipiell zustimmen, mit einem Zusatzgedanken: Ich bin nicht sicher, ob Zeitungen unbedingt objektiv sein oder wirken sollten. Springer-Journalismus widert mich auch an, keine Frage, aber dass eine Zeitung Interessen hat und eine politische Überzeugung, muss doch nicht unbedingt etwas Schlechtes sein, oder? Sie muss eben nur damit umzugehen wissen, und ihre Leser auch.
    Überhaupt haben es die Leser ja mit in der Hand, die Vierte Gewalt zu retten. Solange der vorherrschende Attrappenjournalismus nicht bestraft wird, wird sich wohl kaum von selbst etwas ändern.

  4. Wolf-Dieter sagt:

    @Chris

    Möglicherweise sprachen wir aneinander vorbei. Relevant ist ein (Presse-)Organ dann, wenn es — langfristig — politischen Effekt zeigt. Beispielsweise auch neoliberale Wirkung, die wie beide übereinstimmend ablehnen, die aber — wie in deinem Artikel korrekt notiert wird — von der «Troika» (deine Worte) mit zu verantworten ist.

    Irrelevant ist ein Organ dann, wenn es sich ins Abseits der Lächerlichkeit begibt und folglich künftige Entwicklung nicht mitgestalten kann. Schirrmacher sehe ich mit seinem lustigen Kontrast zu allen anderen Pressestimmen auf dem besten Weg dorthin.

    Mein mitgelieferter Link verweist implizit auf diesen Kontrast.

  5. Oliver sagt:

    >Ich bin nicht sicher, ob Zeitungen unbedingt objektiv sein oder wirken sollten.

    Sie können es versuchen, doch die aufgestellten Regeln um zumindest eine Art Objektivität zumindest im eigenen Habitat als Ziel zu offerieren unterliegen selbst wiederum äußerster Subjektivität. Warum wählt die eine Tageszeitung andere Schwerpunkte aus als die andere, warum kommt bei der einen der Ton verächtlicher rüber oder man genießt gar mehrere durchaus befremdliche Darstellungen ein und deselben Themas? Objektivität, jedenfalls der Traum der Leser würde dies vermeiden und einen medialen Einheitsbrei generieren. Heucherlich wird es jedoch, wenn eben diese Medien mit dieser scheinbaren Objektivität als prof. Verkaufsargument hausieren gehen. Letztendliches Problem aber ist der Leser, er möchte die Unfehlbarkeit, weiß das diese nicht erreichbar ist und ergötzt sich an den häufigen Fehlungen — sofern er dieser überhaupt gewahr wird. Ein Geben und Nehmen, welches in letzter Zeit — auch ob des Internets — herbe Zäsuren erfuhr.

  6. Chris sagt:

    @Wolf-Dieter: Um Relevanz per se geht es nicht, Systemrelevanz ist das Zauberword. Also eine der Säulen unseres Landes. Unser Land käme in große Schwierigkeiten ohne die FAZ, um bei diesem Beispiel zu bleiben. Und genau das spreche in den Damen und Herren Journalisten ab.

    @Muriel:

    Ich bin nicht sicher, ob Zeitungen unbedingt objektiv sein oder wirken sollten.

    Oliver hat es gut ausgedrückt:

    Heucherlich wird es jedoch, wenn eben diese Medien mit dieser scheinbaren Objektivität als prof. Verkaufsargument hausieren gehen.

    Sie tun so, als ob und verkaufen es so, als wären sie die objektiven Heilsbringer des Landes. Kommt oben vielleicht nicht so rüber, das war gemeint.

  7. Oliver sagt:

    Berlusconi in Italien zeigt wie die Kür in dieser Disziplin «Meinungsmonopol» ausschaut. Und weit davon entfernt sind wir auch nicht mehr, schaut man die Verstrickungen untereinander an.

  8. Muriel sagt:

    @Chris: Alles klar, da bin ich dabei.

  9. Andreas sagt:

    Der Journalismus ist, wie fast alle Bereiche des Lebens, an die Marionettenschnur des Kapitalismus gelangt, ohne es zu merken oder aktiv zu wollen. Das Renditedenken ist so dominant und lebensbestimmend, dass ein Ausreißen nur unter Inkaufnahme erheblicher Nachteile möglich ist. Damit will ich beileibe nicht zum Anwalt dieses heute sich offenbarenden Journalismus werden, im Gegenteil.
    Spätestens jetzt sollte der Zeitpunkt des Wachwerdens sein. Kaum Jemand sitzt näher am Notbremsenhebel des gegen die Wand fahrenden Schnellzuges «Kapitalismus» als die Journalisten.
    Jeder Einzelne ist jetzt zum Handeln aufgerufen, auch wenn man dabei Schaden erleidet. Der kann nie so groß sein, wie jener, der sich bei Nichtstun am Ende einstellen wird. Auf den «großen Mann» oder die «große Frau» zu hoffen, die sich auf die Seite derer stellt, die das Unheil kommen sehen, ist eine zuschauende und beobachtende Haltung, die wir uns nicht länger leisten können.
    Die Zeit der «Macher» ist gekommen.

  10. Georg sagt:

    Schirrmacher ist doch nur eine kleine Nummer — zumindest was sein Besuch beim Ackermann-Merkel-Event angeht. Viel relevanter (welch ein schönes Wort) ist die tägliche Kumpanei zwischen Journalisten und «Macht» und Mächtigen in Berlin. Jeden Abend Empfänge, Sommerfeten und Stehpartys bei denen die Berliner Republik zelebriert wird. Kritische Berichterstattung und objektive Einschätzungen darf man da nicht erwarten.

  11. […] und Springer etwas zu sagen haben. Aber Bild war nicht alleine, auch andere Journalisten sind sich nicht zu schade mit denen zu feiern, über die sie eigentlich kritisch berichten sollten. So werden die […]

  12. […] halte es da eher mit Fixmbr: Dekadenz in Reinkultur. Geburtstag für […]

  13. Yuggoth sagt:

    andreas,du sprichst mir aus der seele. aber es wird nichts geschehen.

  14. Perle sagt:

    Offtopic: Fängt das jetzt hier auch schon mit dem foodporn an 😉 ?

  15. Anonymous sagt:

    Die politischen Kampagnen, welche von den einflussreichsten Medien Hand in Hand geführt werden, sind wirklich nicht zu übersehen. Ich bin kein Anhänger der Linkspartei, aber deren mediale Stigmatisierung finde ich zum Kotzen.

    Du hast Recht, ein guter Journalismus erhält nur dann eine Systemrelevanz, wenn er sich um Objektivität bemüht. Außerdem sagst Du, dass er selbstkritisch sein soll — auch da stimme ich Dir zu. Allerdings vermisse ich in Deinem Text wie so oft die Fähigkeit zur Differenzierung. Unterschwellig befeuerst Du nämlich die Spaltungslinie zwischen klassischem Journalismus und Blogs («Sind also Zeitungen systemrelevant? Nein, ganz bestimmt nicht.»). Aus meiner Sicht existiert die aber gar nicht, es geht stattdessen um guten oder schlechten Journalismus. Und dass der noch existiert, zeigen im Bereich der Zeitungen «Die Zeit», «der Tagesspiegel», «Süddeutsche» oder die «Taz».

  16. Hmm … «systemrelevant»? Ja. Zwar hast Du imho recht, wenn Du als Beispiel anführst, daß die FAZ an sich natürlich nicht systemrelevant ist, denn es gibt noch genug andere Blätter, die die Lücke bei einem eventuellen Verschwinden schließen könnten. Kaum einer würde das bemerken … (außer den Abonnenten)

    Aber wenn Du die gesamte Zeitungslandschaft, und noch darüber hinaus, die traditionellen Medien heranziehst, dann, ja — dann ist es m.E. schon noch von «Systmrelevanz». Sieh mal, wieviel Bürger informieren sich denn bei Dir oder beim Spiegelfechter, beim Oeffinger, Feynsinn und wie sie alle heißen mögen? Das ist doch eine «informationelle Elite», di dies zu nutzen und zu schätzen weiß, aber «die Masse» nutzt weiter Zeitung, Radio/TV und deren online-Angebote. Hinzu kommt: wenn Du oder auch ich nicht mehr das Angebot der «Großen» nutzen können, um etwas «Recherche» zu betreiben — wo bleiben wir denn da? Für Nachrichtenagenturen und eigene Recherche haben wir doch eh kein Geld, aber das weißt Du ja selbst. Es wird also noch ein wenig dauern, bis wir den «Klassischen» mit Fug und Recht ihre Bedeutung absprechen können. Da gebe ich dem geschätzten Herrn Prantl somit recht 😉

    Zurück zum ursprünglichen Thema:Der «Filz» scheint wirklich übel und Jens hat sich ja gestern auch der Sache angenommen und im Kommentarbereich seines Spiegelfechters auch noch eine Liste der illustren Gäste nachgereicht:

    Ackermann-Feier im Kanzleramt: Rechtens oder nicht?

    Ich finde, die Namen sprechen für sich …

    Gute Nacht
    Frank

  17. Chris sagt:

    Laut Prantl ist die angebliche Systemrelevanz der Presse 177 Jahre alt. Und? Auch davor haben sich die Leute informiert, dauerte zwar etwas länger, von Hof zu Hof, zu Pferd, aber auch damals haben sie sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten informiert.

    Ich mag die Wichtigkeit der Presse nicht runterspielen wollen, aber in der derzeitigen Verfassung mag ich keine Systemrelevanz erkennen…

  18. Ackermann-Fete oder Die Angst des Verlegers vor dem Qualitätsjournalismus…

    Klarer als mit der Gästeliste zu Josef Ackermanns 60stem kann man die Situation unserer Demokratie, unserer medialen Verstrickung, und der ungebrochenen Macht der Deutschland AG nicht zum Ausdruck bringen. «Kai Diekmann (Bild), Mathias Döpfner, Friede…

  19. Siegfried sagt:

    Hmmm, mal rein theoretisch betrachtet, ist eigentlich der einzige wirklich Relevante der _Bürger_. Alle Macht geht vom Volke aus. So gesehen gibt es für einen wesentlichen (relevanten) Bestandteil unserer Gesellschaft nur den Bürger als wirklich relevanten Repräsentanten.

    Aber immerhin ist die Presse für die _Demorkatie_ relevanter als die HRE.

    Und ja, natürlich gibt es einen himmelweiten Unterschied zwischen Theorie und Praxis (in der Theorie ist die Praxis immer anders).

  20. […] in der heutigen FAZ über seinen Besuch des Ackermann-Empfangs der Bundeskanzlerin als Anlass, polemisch die Frage zu stellen, ob unsere Zeitungen noch systemrelevant […]

  21. […] Dekadenz in Reinkultur Dekadenz in Reinkultur » F!XMBR Über den deutschen «Qualitätsjournalismus» – Lesebefehl! «Es wird im Axel-Springer-Konzern nicht einmal mehr der Versuch unternommen, objektiv zu wirken. Von den unzähligen Existenzen, die offensichtlich schon zerstört wurden, ganz zu schweigen. Im Axel-Springer-Verlag arbeiten meiner Meinung nach keine Journalisten, es sind Lobbyisten des eigenen Verlages. Da von Systemrelevanz zu sprechen, ist arg tollkühn. Enteignet Springer möchte man hier Prantl zurufen.» […]

  22. […] die Vorstellung, daß dieser Autor auf Ackermanns Party im Bundeskanzleramt mit am Tische saß[1][2] und daß man dort solchen Diskurs pflegte, gerät zur unvergleichlichen Realsatire. Difficile est, […]

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