Deisler — Ein zweiter Fall Bäron?

Viele Fußballfreunde kennen vielleicht noch Carsten Bäron. Anfang/Mitte der Neunziger war er einer der Hoffnungsträger des deutschen Fußballs. Er war der Star beim HSV. Das mittlerweile weltbekannte AIR BÄRON-Transparent besucht immer noch die Fußballstadien der Welt. Er war auf dem Sprung zu den Bayern — bis zahlreiche Verletzungen ihn zur Aufgabe seiner Karriere zwangen. Heute trainiert er die zweite Mannschaft des HSV. Warum ich das schreibe? Wenn ich mir die Tragödie des Sebastian Deisler anschaue, muss ich unwillkürlich an den Fall Bäron denken.

Die WM 2002 hatte Deisler bereits wegen einer Knieverletzung verpasst, dann folgten schwere Depressionen, die ihn ebenfalls zur Pause zwangen, kurzzeitig war sogar davon die Rede, dass er dem medialen Druck gar nicht mehr aushalten könne, und er nie wieder einen Fußballplatz betreten könne. Doch Sebastian Deisler kämpfte sich zurück, mit eisernem Willen, mit Hilfe der Ärzte, der Verantwortlichen des FC Bayern München.

Nun steht Sebastion Deisler wieder vor dem Karriereende. Eine Knorpelsprengung im rechten Knie bedeutet mindestens 6 Monate Pause, auch dieses Jahr wird er die WM nur als Zuschauer erleben können. Ob er wieder zurückkehrt? Das kann man heute noch nicht sagen, und bei seiner — auch psychischen — Vergangenheit können da Zweifel aufkommen. Zu wünschen wäre es ihm, ist er doch einer der sympathischen Fußballprofis, die nicht immer aalglatt in den Medien rüberkommen, wie der zukünftige Superstar des FC Chelsea.

Carlo Tränhardt — Deislers tragische Geschichte

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