deine Daten im Netz

StudiVZ, Web 2.0, social networks … who cares? Die Zukunft der Datenschleuder liegt nicht in diesen und ähnlichen Diensten, sondern in der Vernetzung des Bürgers mittels diverser Institutionen. Was in elektronischer Form vorrätig ist und irgendwie ans Netz gebunden kann leider auch irgendwann einmal entfleuchen. So geschehen an der Uni Magdeburg, hier gabs mal eben Zugriff auf die Daten von knapp 44.000 Studis. Die entsprechende Datenbank lag dabei mehrere Tage im Netz, weil ein Verwaltungsangestellter von daheim aus arbeiten wollte und die Daten so auf einen öffentlich zugänglichen Server ablegte. Okay Sicherheitslücken selbst bei diversen Regierungsstellen sind nichts neues, ob es hier nun der böse Beamte war oder doch eine völlig anders gerartete Sicherheitslücke läßt sich ohnehin nicht nachweisen, da muß man schon glauben. Über bleibt jedoch ein schaler Beigeschmack, denn derartige Vorfälle sind immer möglich. Das die Daten irgendwo auf Bittorrent auftauchen ist so sicher wie das Amen in der Kirche, erinnert sich noch wer an die ins Netz gestellten Steuerdaten vieler Italiener? Die fliegen nun auch überall herum. Man sollte sich wirklich darüber Gedanken machen sensible Bereiche physisch vom Netz zu trennen und eine schärfere Kontrolle der Mitarbeiter in diesen Bereichen einzuführen.

heise

Bild: DryIcons Free License

22 Antworten zu “deine Daten im Netz”

  1. Simon sagt:

    Ein Risiko besteht immer. Sogar schon dann wenn man nur eine Verbindung zum Internet hat.
    Natürlich ist es eine andere Sache, seine Daten gewusst anzugeben, doch in vielen Bereichen ist nunmal unvermeidbar, wie zum Beispiel bei diversen Onlineangeboten, bei denen Produkte käuflich zu erwerben sind.

  2. Oliver sagt:

    >Sogar schon dann wenn man nur eine Verbindung zum Internet hat.

    Ich sprach die obige physische Trennung bei sensiblen Datenbeständen an und vor allem die scharfe Kontrolle bei derlei Aktionen — die gerade an Universitäten im Prinzip nicht vorhanden ist.

  3. stimme sagt:

    Bei dem eigentlichen sinnvollen Trend an Universitäten eLearning-Möglichkeiten (StudIP & Co) einzurichten, wird die eigentliche technische Einrichtung und Anbindung an vorhandene Systeme zum Problem. Offene LDAP-Server sind da ja nur der Anfang. Und wenn die Verwaltungen dann noch den Präsidien vorschlagen wie toll es doch sei Im&Exmatrikulation gleich online zu gestalten und endlich weg von dem bösen Papier zu kommen kann man irgendwann nur mit dem Kopf schütteln.

  4. Julius sagt:

    exakt richtig: physisch vom Netz trennen. Das ist der einzige Weg. Auch, wenn es nervig ist, mehrgleisig zu fahren und irgendwelche Firmen einem gerne die Sicherheit vom Himmel versprechen. Für E-learning-Kram braucht man nicht zwingend Zugriff auf Personendaten: Kabel ab.

  5. stimme sagt:

    Für die Zukunft wird man nicht mehr trennen können, dafür sind die Züge imho schon abgefahren. Man sollte eher darauf achten die sensiblen Daten entsprechend zu kapseln und die Zugriffe vernünftig gestalten, doch dafür gibt es nicht immer offene Ohren…

  6. Oliver sagt:

    >Für die Zukunft wird man nicht mehr trennen können,

    Natürlich kann man immer noch, Bequemlichkeit ist nur das Hindernis. Egal wo man herumschraubt, wenn ein physischer Kontakt besteht und Nullen und Einsen fließen ist es nur eine Frage der Zeit oder des DAUs im System.

  7. stimme sagt:

    >Natürlich kann man immer noch,[…]

    Ok, man «kann» 😉
    … aber es ist weder personell noch logistisch wieder umsetzbar sobald man damit angefangen hat verschiedene «Dienstleistungen» der Unis zu virtualisieren. Das hat auch nichts mit Bequemlichkeit zu tun. Wenn man bsw. wie wild rum-bachelort und die Anzahl der Prüfungen pro Student und Semester um den Faktor 5 ansteigen preist man die elektronische Prüfungsanmeldung per Tan-System. Spart ja kosten und Aufwand in der Verwaltung.
    Eine Rolle Rückwärts geht aber dann nicht mehr, da die personalen Kapazitäten nur auf ein fünftel des Aufwands eingestellt waren, wenn sie eh nicht ins Nirvana gekürzt wurden.

    Zudem kann man eh das Lichtenstein Argument anführen, sobald etwas in digitaler Form vorliegt lässt es sich entwenden und mißbrauchen. Egal ob es abgekapselte Systeme sind oder nicht, und eine getrennte Buchführung von allen Daten an einer Hochschule mit 10-20k Studenten (von den Großen reden wir gar nimmal) ohne tiefgreifende Rechnerunterstützung will man doch auch nicht…

  8. Oliver sagt:

    >Wenn man bsw. wie wild rum-bachelort

    Also hör mal Internet & Co hatte man schon anno 95 und davor in begrenztem Umfang, selbst ich konnte schon früh mit Irix herumspielen und die Jur. Fak. hatte gar Email-Anmeldung etc.. Mit dem Bachelor hatte man jetzt quasi 10 Jahre Zeit etwas gescheit umzusetzen und jetzt bewegen sich einige. Das nenne ich nicht nur Bequemlichkeit, sondern auch Faulheit. Aber das würde jetzt hier zu weit führen.

    >Eine Rolle Rückwärts geht aber dann nicht mehr,

    Natürlich geht das, du gehst von deiner Uni aus, ich kann dir auf Anhieb mind. drei nennen, nicht noch nicht einmal soweit sind wie du beschreibst. Auch kenne ich eine Uni die zum x-ten Mal z.B. die UB-Software umstellt, jedens Mal mit einem gewaltigen Kolateralschaden.

    Und mal ehrlich ob des Datenschutzes ist es den Unis noch nicht einmal erlaubt einfach mal eben so den Papierkram zwischen Fakultäten auszutauschen oder Profs den Zugriff darauf zu gestatten. Es gibt zwar ein paar die es einfach tun, aber es ist nicht korrekt. Und bei denen die sich daran halten, wäre auch eine physische Trennung möglich. Klar wenn ich nach München an die Uni gehe, erfahre ich dort bestimmt eine Bilderbuchtechnik, aber nur sofern diese sich im Rahmen der techn. Fak. beweget oder meist gar nur innerhalb von Info selbst.

  9. stimme sagt:

    >Internet&Co ´95:
    Klar B-WiN denk ich mal? Aber mal ernsthaft:
    Der durchschnittliche Student hatte damals noch kaum ne Vorstellung davon, und wenn man sich mal die Seiten der Universitäten ansieht gab es da ausser den Inf. kaum jemand der sich präsentierte. Bachelor hab ich deshalb erwähnt, weil die Verschuung die ich von einigen UNIs kenne halt einen extrem hohen Verwaltungsaufwand hat, der wäre ohne offene Systeme (nicht im Sinne der Verwundbarkeit sondern des Zugriffs für den Studenten) kaum mehr schaffbar. ich kann zwar nur grob für meine Uni hier und deren Studiengänge sprechen der normale Bachelor hat es leicht bis zu 25 Prüfungen zu tun, zudem Seminararbeiten und die BSC-Arbeit, früher gab es ca. 5 Prüfungen und die Leute hatten ihr Vordiplom…
    Zumal es früher oft nur um einen Schein und ein «Bestanden» ging, heute hingegen wird alles wie man es noch aus der Schule kennt benotet und diese Noten werden archiviert und später zur Berechnung des Abschlusses benötigt. Dazu die Anmeldung zu den «Modulen», Online-Planung für Lehrveranstaltungen und Räume etc. Sicherlich kann man das alles in getrennten Systemen machen, nur werden die Systeme verknüpft und der gordische Knoten der da rauskommt muss ja nicht unbedingt zerschlagen werden.

    >Rolle Rückwärts:
    Von «meiner» hab ich halbwegs einen genauen Einblick was technisch und organisatorisch passiert ist und noch passieren soll. Die meisten Dinge sind auch irgendwie aus der Inf. und ihrem Umfeld entstanden. Aber ich denke mal wenn man sich Modelle wie das StudIP ansieht, das es nicht die einzige Uni ist die ein solches umfassendes System mit SSO einsetzen will. Dagegen ist grundsätzlich auch nichts einzusetzen, wenn der technische Hintergrund sauber gemacht wird.

    Was nun in Magdeburg passiert ist hat ja nichts mit einem solchen System zu tun, eher im Gegenteil:
    Der Mitarbeiter konnte von aussen nicht auf die entsprechenden Daten zugreifen, obwohl er organisatorisch die Berechtigung hatte. Der dumme Alleingang einen Server aufzusetzen und einen Mirror ungeschützt ins Netz zu stellen hat dafür nen Darwin-Preis verdient.

    Achja, auch «hier» wurden mehrere Systeme getestet, das unsägliche Blackboard bleibt mir da besonders in Erinnerung, auch Eigenkonstruktionen sollte es mal geben etc. Kleine private Foren für einzelne Fachbereiche wurden dann auch mal schnell als schlechter Einfluss deklariert, weil ja nicht in das zentrale Konzept passend 😉

  10. Oliver sagt:

    >Der durchschnittliche Student hatte damals noch kaum ne Vorstellung davon

    Das würde ich nich behaupten, bei meiner alma mater hatten anno tobak von 16.000+ Studis ca. 4000 Mail-Accounts, anno 2000 waren es schon hahezu alle 😀 Man quälte sich selbst mit elm & Co.

    [und ab hier nun offtopic]

    >Zumal es früher oft nur um einen Schein und ein “Bestanden” ging,

    Das muß man schon differenzieren. Die Masse an Scheinen im Bachelor kannst du kaum mit dem Pensum vergleichen, die einem bei einem der üblichen «wenigen» Scheine auferlegt wurde bzw. wird — denn Magister und Diplom kann man immer noch beim Gros der Unis anstrengen. Zudem existierten bei jedem Dipl. Gang Scheine mit Benotung und beim Gros der Magisterstudiengänge war und ist dies ebenso usus.

    >Dazu die Anmeldung zu den “Modulen”, Online-Planung für Lehrveranstaltungen und Räume etc.

    Sofern du einen Dipl. machen wolltest, hattest du auch in der Regel einen netten integrierten Studiengang, der zumindest im Laufe der Zeit aufeinander abgestimmt wurde. Info beispielsweise schickte in den 90ern die Leute noch in Mathe-Veranstaltungen, heute darf man sich in der Regel an speziell angepaßten Veranstaltungen für Info erfreuen. Die Magister-Menschen hatten schon immer drei Fächer, ein Hauptfach und zwei Nebenfächer — die Nebenfächer setzten sich meist derart ab, das ein Schein fehlte, im Prinzip war jedoch in vielen Fächern das identische Pensum notwendig. Dumm gelaufen, zeitgleiche Veranstaltungen, idiotische Koordination und oftmals Entscheidungen nach Gutdünken des Profs — das Ende, mit viel Glück ein recht flinkes Studium, die Regel jedoch eher ein recht langatmiges Studium.

    Das Pensum heute im Bachelor ist enger gestrickt, man packt mehr Information hinein, dafür sank jedoch auch die Anforderung pro schein, die Frequenz dieser aber stieg (siehe Schule, siehe auch Lehramt zum Teil). Jemand mit Info und Bachelor erlangt nie den Informationsgehalt eines Dipl.-Studiums und das Plus an Freiheit in letzteren mußte man sich mit einem Plus an Eigenleistung verbraten, denn nur so konnte man sich später absetzen, tatächlich programmieren und auch tatsächlich administrieren, sofern man nicht vorhatte eine akademische Laufbahn zu beschreiten. Der Nachteil beim Bachelor weniger Möglichkeiten und eine schlechtere Qualifikation. Mehr Stress? Das muß man differenziert sehen. Es gibt auch Unis die machten ihre Hausaufgaben schon recht früh, z.B. 2000 und konnten innerhalb kurzer Zeit die Kinderkrankheiten ausbügeln. Da hat man zwar nun nicht den Bachelor erster Güte, aber man muß sich auch nicht überschlagen.

    Meine Schwester beispielsweise studiert Komparatistik, Anglistik und Kunstgeschichte. Das Pensum pro Semester beginnt schon in den Ferien und setzt sich aus diversen zu lesenden Romanen zusammen, dazu kommt noch einiges an weiterführender Literatur die gelesen werden muß bei einzelnen Veranstaltungen. Anglistik arbeitete schon immer anglophil angehaucht, das Pensum ist ergo auch dort sehr hoch und knallhart — Noten inklusive usw. Zwischenprüfungen in allen drei Fächern, bei Kunstgeschichte z.B. eine 3-stündige Klausur plus eine extensive mündliche Prüfung.

    Kurzum ich halte nichts vom Bachelor als Qualifikation, man sollte jedoch nicht z.B. eine Diplom-Arbeit oder ein Magister mit der Thesis eines Bachelor vergleichen. Derartiges wie beim BC/BA bekommt man in der Regel von Fach zu Fach bei der Zwischenprüfung aufgetischt. Einziger Vorteil du hast mehr Zeit und darfst mehr verbraten, den Nachteil davon kannst du wahrscheinlich selbst abschätzen.

    [/offtopic]

  11. stimme sagt:

    Ok, 2K war es so das jeder an der Uni ein Mail-Konto bekam, die Infs hatten dann noch ein zusätzliches, natürlich mit Pine, ging aber damals noch mit POP3&co alles ohne Probleme.

    Uff, nun wirds schwer. Nicht da Offtopic sondern da unübersichtlich. Ist aber auch kein Forum hier 😉

    Ich will eine 1–1 Umstellung des Inhalts von Diplom auf Bsc und Master nicht allgemein behaupten, aber ich kenn mindestens einen Studiengang in dem das so gemacht wurde. Hatte den Vorteil das Bsc. schon um 2k eingeführt wurde und damals das Diplom Studium gleich auf Modulbasis umgestellt wurde, lange bevor andere dran dachten. Großer Nachteil imho war damals die mangelnde Bereitschaft/Anerkenntis das der Student eben nicht nur in dieser einen «wichtigen» Vorlesung eine Prüfung macht sondern in allen die er hört, dauerte etwas bis es auch in den Köpfen der Dozenten umgestellt war. Sowas gibt natürlich keiner gerne zu, aber das alte Prüfungschema war noch da. Zumal die Prüfungen dann auch in relativ kurzer Zeit abgehalten werden, meist 1–2 Wochen nach VL-Ende, dann aber auch alle auf einem Haufen.

    Fakt ist aber das vorher, in dem Vor-Modul Diplom weniger Prüfungen zu leisten waren und viele Vorleistungen unbenotet erfolgten. Das die eigentlichen Prüfungen (Diplomvorprüfung etc.) dann umfangreicher waren streite ich nicht ab, dafür durfte man sich dort schon Schwerpunkte suchen über die man geprüft wurde…

    Integrierter Studiengang:
    ich saß auch noch in einer Mathematiker VL, ich glaub die aktuellen Infs. müssen das auch wieder über sich ergehen lassen *g* Ich kenn da noch den Punkt der Anwendungsfächer/Schwerpunkte, viel Wahlfreiheit sorgt da auch für Probleme, grad wenns um Anerkennung über verschiedene Fachbereiche geht, das geht inzwischen mit den Modulen und dem uni-einheitlichen Bewertungschema deutlich besser. Vor 10 Jahren hätte ich nicht meine Meeresgeochemie oder Pedologie belegen wollen…

    Schnellere Durchlaufzeiten waren ja ein Ziel des Bsc., nachteilig ist bei dieser Verschulung halt nur der «Sitzenbleiben» Effekt. Schafft der Student eine Prüfung nicht direkt im ersten Anlauf und muss er sie wiederholen kann er mit Pech ein Jahr warten, und abhängige Module schieben sich im schlimmsten Fall auch auf. Hat halt auch seine Nachteile. Inhaltlich ist der hiesige Inf-Bsc. im Grunde das Vordiplom mit etwas Zucker (ca 5 Vorlesungen extra, dazu ein wenig Soft-Skills für Fortgelauf^^schrittene) und dann halt der BSC-Arbeit, nichts was ein abgebrochener Diplomer nicht auch zu bieten hatte, nur haben diese es nun schriftlich (und die Zeiten des Diploms sind ja auch vorbei).

    Die Bsc-Thesis schrieb man als Diplomer im Grunde auch, nannte sich dann Individuelles Projekt. Inhaltlich zu 99% das gleiche.

    Das was dem Bsc. zum Diplom fehlte packte man in ein Master-Studium, tada…
    Ok, inzwischen ist das Diplom weg und die Studiengänge wurden auch schon angepasst und erweitert, mehr Spezialisierungen, weniger Wahlmöglichkeiten und so fort.

    Die Sinn oder Unsinnigkeit des Bsc. will ich nicht bereden, das Thema bin ich einfach über und der Weg weg vom Diplom ist hier gegangen. Der Rest der Uni hat inzwischen nachgezogen und «profitiert» von den Erfahrungen der Vorreiter.

    Genug abgeschweife, der Aufwand der Verwaltung des Bsc. ist höher, auch weil es Abhängigkeiten und Vernetzungen gibt, eine zentrale Verwaltung ist schon sinnvoll. Das die daran arbeitenden Menschen damit vernünftig umgehen sollten und nicht einfach mal die vertraulichen Daten irgendwo hin setzen ist Pflicht. Den Fehler Mensch aber mit Systemgrenzen (Trennung der Daten von aussen) begrenzen zu wollen bringt relativ wenig.

    Uff, so… wo finde ich den Pfeil der die Box ca 50px weiter stellt *g*

  12. Oliver sagt:

    >Schnellere Durchlaufzeiten waren ja ein Ziel des Bsc.

    Und das ist auch der falsche Ansatz, da kein Fach wirklich dem anderen gleicht und durchaus ein unterschiedliches Pensum zu erledigen ist, Beispiele: Philsophie, Lehramt, Jura, Medizin usw. Die Beispiele sind Legion, entschieden wurde von Leute die keine Ahnung haben.Selbst die von dir angesprochene Verwaltung ist absurd, da man ob dieser Einteilung massig Studiengänge ihrer Effektivität beraubt. Ein Philosophie-Studium beispielsweise gibts in der Regel nicht in 8 oder 12 Semestern und Mediziner mit Bachelor möchte gar kein Mensch. Zudem begann der Irrsinn schon weil man damit international vergleichbar sein wollte und diese Qualität nicht einmal innerhalb der USA gegeben ist. Darüber hinaus wurde die angestrebte bessere Mobilität für Auslandssemester vollends torpediert, ob den zuvor genannten Gründen. Last not least gab man das grobe Strickmuster vor und die Unis selbst kümmern sich um die Umsetzung vor Ort, das Endresultat theoretische Kompatiblität innerhalb Deutschlands, praktisch wird jedoch vieles nicht anerkannt und man kann seine Credits in den Wind schreiben wenn man sich zwischen den Unis bewegt. Letzteres fällt jedoch kaum noch auf, denn ob des Pensums sind Semester an anderen Hochschulen kaum noch zu bewerkstelligen. Vom fehlenden Eigenstudium, Praktika oder fachbegleitenden Jobs ganz zu schweigen.

    Den Leuten, welche jetzt noch ein Studium anstreben rate ich immer noch zu Magister und Diplom, sofern die Möglichkeit besteht und das ist beim Gros der Unis die Regel.

    >Den Fehler Mensch aber mit Systemgrenzen (Trennung der Daten von aussen) begrenzen zu wollen bringt relativ wenig.

    In vielen Konzernen jedoch für sensible Bereiche die Regel und auch nicht jeder Hiwi schiebt dort die Daten umher wie es auf Unis meist die Regel ist.

  13. stimme sagt:

    >Schnelle Durchlaufzeit falscher Ansatz…

    Natürlich ist es das, doch wen interessiert das heute noch?
    Uneffektive Studiengänge wie Psychologie oder Philosophie werden eingestellt oder gekürzt, damit kann man kein Geld verdienen.

    Schwerpunkte setzen, Leuchttürme bauen, das wird heut zu Tage von den Universitäten erwartet. Sie sollen weniger Bildung und mehr Ausbildungstätten werden. Das irgendwann nicht mehr jeder Bsc. einen Master machen kann muss doch auch irgendwie aufgefangen werden.

    Medizin und Bsc.? Aber Hallo! Nun können auch Unis die bisher keine med. Fak. hatten einen Master da drin anbieten. Einfach ein paar Kliniken vor Ort einbinden und es wird schon

    …schiefgehen.

    Auslandsemester, ETCS haben halt das European drin stehen, aber wer die Organisation schon in Eigenleistung schafft bekommt die Anerkennung doch auch irgendwie hin, hofft man.

    Bsc. führt meiner Meinung nach dazu hin das die Leute nur noch auf den Abschluss hinarbeiten. Verständnis ist gar nicht so sehr wichtig, die jeweiligen Prüfungen müssen gut sein und der Abschluss. Was genau geprüft wurde ist egal, Hauptsache man hat es für eine kurze Zeit gut gelernt.

    Solange es noch möglich ist Dipl. oder Magister zu studieren sollte man es auch noch machen, da stimme ich zu. Module an sich haben zwar auch ihre Vorteile, doch leider dürften zu viele Studiengänge mit dieser Form nicht mehr Effektiv sein, ob der engen Struktur und Verwaltung.

    >physische Systemgrenzen…

    Ja, mir fällt da auch direkt die Vorgehensweise eines sehr großen Automobilkonzerns ein. Da sind technische Mitbringsel (eigener Laptop, Fotohandy, MP3-Player) in vielen Zonen nicht zugelassen.

    Wenn ich nun aber an die Größe einer SD-USB Karte denke oder mir die M2 von meinem Mobiltelefon ansehe, diesen knappen Quadratzentimeter schmuggelt man notfalls in einer Zahnblombe irgendwo hin. Und da passen auch schon bis zu 16GB drauf. Lesegeräte sind ja paradoxerweise oft vorhanden, andererseits aber auch schon so sehr kompakt.

  14. Oliver sagt:

    >oder Philosophie werden eingestellt oder gekürzt, damit kann man kein Geld verdienen.

    Das ist der Trugschluß, wenn man nicht die Anwendungsgebiete dieser kennt, die sich auch im Bereich der Produktphilosophie wiederfinden 😉

  15. stimme sagt:

    Erzähl das mal gewissen Bildungsministern oder Uni-Präsidien…

    Lustig wird es dann wenn die zu schliessenden Bereiche wichtige Dienstleistungen in Form von Lehrangeboten für Leuchtturm/Schwerpunkt-Studiengänge anbieten, da kommen manche in Erklärungsnot *g*

  16. Oliver sagt:

    Das ist mir schon klar, ich weiß da z.B. auch um die massive Förderung von Hilfswissenschaften wie IT und der gleichzeitigen Brachlegung von essentiellen Wissenschaften wie Chemie und Biologie — als könnte letztere irgend jemand mal benötigen. Aber der Trugschluß ist ohnehin ökonomisch sondieren zu können, tatsächlich offenbart sich der Nutzen meist nur Wissenschaftlern, wenn diese Informationen benötigen, die an ihr Gebiet angrenzen und dann ob eines fehlenden Experten nur laienhaft ausgefüllt werden können.

  17. stimme sagt:

    Abtrennung der IT von der Informatik finde ich schonmal sehr sinnvoll, sonst kann letztere sich kaum mal auf die eigentliche Wissenschaft konzentrieren. Wenn du diese aber nun mit Hilfwissenschaft gemeint haben solltest: tze tze tze *g*…

    Die Auflösung des Problems wird man aber eh erst in 10 Jahren sehen können, wenn der Markt vor Bsc. wimmelt (allein die ganzen Lehramtstudenten die kein Masterplatz haben) und in R&D der Nachwuchs fehlt.

  18. LeSpocky sagt:

    Hier nochmal die Pressemitteilung des Studentenrats, auch mit Kommentaren und weiteren Links. Schlägt ganz schön hohe Wellen das ganze…

  19. Oliver sagt:

    >Wenn du diese aber nun mit Hilfwissenschaft gemeint haben solltest

    Tja so sehr ich den Computer auch mag und so sehr er seit meiner Kindheit viele Teile meines Lebens mitbestimmt, aber alles was diesen umgibt ist eben nur eine Hilfswissenschaft, die Informatik arbeitet als eine Art Katalysator für andere Wissenschaften. Wichtig zwar, aber nicht unabdingbar im Notfall. Ohne Daten die von Geistenswissenschaften oder Naturwissenschaften stammen kann man sich mit dem Computer und seiner entsprungenden Wissenschaft um ihrer selbst Willen beschäftigen. Eine Grundlagenwissenschaft sicherlich im eigenen Kosmos, aber ohne die anderen tragenden Wissenschaften irrelevant. Wobei dies keine Abwertung darstellt, könnte ich gar nicht, nur eine Einordnung ob der momentan anhaltenden Hysterie. Und ich schließe mich da auch gerne Weizenbaums Kritik an 😉

    Der meiste Schaden, den der Computer potenziell zur Folge haben könnte, hängt weniger davon ab, was der Computer tatsächlich kann oder nicht kann, als vielmehr von den Eigenschaften, die das Publikum dem Computer zuschreibt.

    ———–

    >Die Auflösung des Problems wird man aber eh erst in 10 Jahren sehen können, wenn der Markt vor Bsc. wimmelt (allein die ganzen Lehramtstudenten die kein Masterplatz haben) und in R&D der Nachwuchs fehlt.

    Na ja da ist ja schon das Problem, Jura, Medizin und Lehramt werden schon als Ausnahmen gehandhabt, weil selbst der dümmste in den Ministerien die Unzulänglichkeit dieses Abschlusses in diesen Bereichen einsieht. Leider aber ist dies bei anderen nicht derart einfach zu erkennen bzw. letal (Medizin 😀 ), so das diese mit der Qualitätsbeschränkung leben müssen.

  20. stimme sagt:

    >Wichtig zwar, aber nicht unabdingbar im Notfall

    Je nach eigener rosa Brille lässt sich das von jedem Fach behaupten 😉 Aber nun noch eine Diskussion um die Wissenschaftskultur der «jüngeren Fächer» anfangen und ich kann den restlichen Tag vergessen, daher leider EOD für das Thema *g*

  21. Oliver sagt:

    >Je nach eigener rosa Brille lässt sich das von jedem Fach behaupten

    Nun ja stell dir einfach die Frage, wir streichen alle anderen Bereiche und was bearbeitest du dann auf dem Computer bzw. erforschst in der Informatik? Etwa einen flinkeren Algorithmus, um eine Masse an Daten besser sortieren zu können oder vielleicht ein besseres Modell für die verlustbehaftete Komprimierung von Audiodaten? Oder eine effektivere Routine die große Datenmengen besser visualisiert? Du siehst recht leicht auf was es hinausläuft, ich bin mir auch durchaus bewußt was die Informatik bewirkt und was sie heutzutage leistet. Die Wertigkeit der Informatik ist jedoch zweitrangig gegenüber anderen Wissenschaften anzusehen, was auch gerede Joseph Weizenbaum erkannt hat. Und meine Aussage lautet schlicht, es kann nicht sein das ich diese primären Wissenschaften fortwährend torpediere bzw. gar dem Exodus überantworte und eine Hilfswissenschaft, die ihren Nutzen nur in Zusammenhang mit diesen primären Wissenschaften entfaltet(!), zum primus inter pares deklariere und danach Gesellschaft, Bildung und Forschung ausrichte.

    Das alles funktioniert nur auf Zeit, es ist eine Blase und diese macht bumm, wenn man bemerkt das die Daten fehlen mit denen man die Computer füttert und die begleitende Wissenschaft erst wertvoll erscheinen läßt. Die rosarote Brille ist mir da fern, da ich viel zu intensiv mit geisteswissenschaftlichen als auch informationstechnischen Bereichen verknüpft bin. Die rosarote Brille hingegen wird seit etwa einem Jahrzehnt angewandt, um jenes Spektrum an erwähnten Wissenschaften ins Aus zu schicken und eine Wissenschaft zu fördern, die im Grunde genommen nur der Effektivitätssteigerung dient.

    Übrigens kann man hier auch wieder den Bogen spannen zu der Problematik ganz da oben, man macht sich in diesen Bereichen kaum Gedanken, weil die Verknüpfung zum Mensch vollkommen verlustig gegangen ist. Glaube mir, wenn ich mich da in den Tiefen von Nullen und Einsen bewege, vergesse ich auch so manches — aber das Leben ist halt mehr Unschärfe, eine Art fuzzy logic 😉 Und sicherlich bin ich der allerletzte der Informatik et al. zum Teufel schickt

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