Dauerwerbesendung

Obama-BidenWir schreiben das Jahr 2009. Es ist der 25. September, 20.15h. Die Menschen sitzen zu Hause, entspannen nach einem anstrengenden Tag auf der Arbeit und vor den Suppenküchen. Der Fernseher wird eingeschaltet, die Menschen wollen den Abend in aller Ruhe verbringen. Oma Hertha und Opa Heinz warten auf den Heimatfilm und den Tatort in der ARD, Klaus wird von seiner Frau überredet, Günther Jauch zu schauen, die Kids schalten in ihren Zimmern auf Pro 7 um vor dem Zubettgehen Horrorkino zu genießen. Und dann folgt der Horror. Ein Foto von Angela Merkel wird eingeblendet und die Stimme unserer Bundeskanzlerin ertönt: Folgender Beitrag wird Ihnen von Angela Merkel präsentiert. Oma Hertha und Opa Heinz freuen sich, dass sich die nette Frau Merkel um die Menschen kümmert, bei Klaus und seiner Frau gibt es an diesem Abend keinen Sex mehr und die Kids merken den Unterschied gar nicht. Was hier wie eine Satire klingt, ist in den USA möglich. Dort können sich die Kandidaten, bei welchem TV-Sender auch immer, Sendezeit kaufen, um für sich und ihre Sache Werbung zu machen. Barack Obama hat dies gestern Abend genutzt — mit einem 30-minütigen Werbespot auf insgesamt 4 Kanälen. Eine perfekte Show, perfektes Kino, in einem perfekten Umfeld. Gerüchten zufolge soll sich John McCain vor Wut an einer Bretzel verschluckt haben. 😉

Ich habe das mal unter Gaudi abgelegt. Das hat nun wirklich nichts mehr mit Politik oder den Sorgen der Menschen zutun. Warten wir ab, was passiert, wenn Barack Obama ins Weiße Haus gewählt wird. Er gibt den Menschen zumindest Hoffnung — allein das ist mehr, als jeder anderer Politiker — der mir bekannt ist — zu leisten vermag. Und liebe deutsche Politiker — bitte ändert dementsprechend niemals unsere Gesetze. Was passiert, wenn deutsche Politiker wie Barack Obama auftreten wollen, zeigt uns anschaulich Hubertus Heil. Das ist nun wirklich maximaler Fremdschämfaktor. Selten hat sich ein Politiker in dieser Art und Weise lächerlich gemacht. Ich warne eindringlich davor, diesen Link anzuklicken. You’ve been warned… 😉

, , , , ,

2 Antworten zu “Dauerwerbesendung”

  1. Marcel sagt:

    einerseits finde ich den clip gut und nur konsequent. so kann er seine «botschaft» in alle häuser bringen und das nicht unter dem zeitdruck der fernsehdebatten.

    andererseits hat das nichts mit fairness und chancengleichheit bei der wahl zu tun. ein weiterer beweis für die auswüchse von privat finanzierten wahlkampagnen. 4 Mio. Dollar hat der spaß gekostet. mei

  2. Yuggoth sagt:

    Wenn das System nun mal so ist, warum ihm dann vorwerfen, dass er es sich zu Nutzen macht?

    Jegliche Wahlkampagne mit irgendeiner Finanzierung ist unfair. Kein Kanidat ist chancengleich mit einem anderen,es sei denn, er ist chancenlos.

RSS-Feed abonnieren