Datenklau und der Staat handelt

Irgendwie jedenfalls und auf jeden Fall mit großem Trommelwirbel, es fehlen wirklich nur noch Cheerleader — aber in diesem Fall kann der Bundestag wohl kaum dienen. Das Zypries schon in der Aktionismus-Trommel rührte und auch Schäuble mal wieder lädt entbehrt nicht einer gewissen Absurdität, aber selbst diese ist mehr oder weniger der alltägliche Wahnsinn in Berliner Gefilden.

Jeder möchte sich als der Datenschützer vor den Wahlen in den Hirnwindungen des Wahlviehs verankert sehen und so stimmt auch die CSU in das Datenschutz-Lied ein, obwohl in der Vergangenheit gerade aus bayerischen Gefilden u.a. die schärfsten Töne zu vernehmen waren. Man muß somit auch keine sonderlich geistreichen Vorschläge erwarten: Wenn wir die Verbraucher anders vor kriminellen Machenschaften nicht schützen können, müssen wir überlegen, ob wir den Handel mit persönlichen Daten generell verbieten. Logisch kann man nicht schützen, verbietet man halt die Nutzung. Ich denke diese Art von Absurdität muß nicht näher erläutert werden.

Das sich auch einige private Internetpublizisten in verallgemeinernder Selbstkasteiung üben und indirekt Schäuble supporten, indem sie eine große Mitschuld der u. U. datentechnisch allzu freizügigen Bürger sehen, schwamm drüber. Jenen die sich tagtäglich damit beschäftigen ist mehr als diesen News-Voyeuren bewußt wo der Hase läuft, warum digitale Visitenkarten ein Schuß ins eigene Knie bedeuten, wo der User leichtfertig die digitale Marke hinterläßt oder auch der Mißbrauch durch diverse Personensuch-Maschinen. Aber auch ist man sich bewußt, daß man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen sollte und die leichtfertig veräußerten Daten einiger rechtfertigen eben nicht dem Datenklau oder überhaupt die Datenakquise seitens Staat und dessen Lobbyisten von der Wirtschafts-Mafia. Insofern mein Rat an jene: Schuster bleib bei deinen Leisten. Jetzt mit StudiVZ & Co zu kontern hat ähnlichen Charakter wie einem Vergewaltigungsopfer ob des kurzen Rockes ein selbst Schuld entgegenzuschmettern — es ist völlig absurd und zeugt von mangelnder geistiger Reife.

Hohe Strafen und ein genereller Verbot würden natürlich nicht den Handel mit Daten unterbinden — soviel zu Glos und dem politischen Aktionismus per se, jedoch würden sich viele Konzerne ob des allzu leichtfertigen Umgangs mit diesen vielleicht die Sache zweimal überlegen, insbesondere ob schmerzhafter Ahndungen. Warum also nicht? Nur wie kann der Staat aber etwas verordnen das dort tagtäglich mit Füßen getreten wird? Eben und aus diesem Grund haben wir auch außer einem politischen Strohfeuer nicht viel zu erwarten. Ein Staat dessen legislativer Prozeß quasi fortwährend vom Bundesverfassungsgericht gemaßregelt werden muß ist wahrlich keine moralische Instanz um derartige Dinge nicht nur von Gottes Gnaden zu verordnen, sondern auch beispielhaft umzusetzen — das hat dann alles mehr den Hauch von staatlicher Willkür.

Dem Bürger bleibt also nur, falls möglich, sich in Selbstschutz zu üben und ebenfalls, wenn möglich, so wenig als möglich persönliche Daten feilzubieten. In diesen Fällen jedoch kann man meist nur hilflos zusehen.

Eine Antwort zu “Datenklau und der Staat handelt”

  1. […] Schäuble wieder einmal, fehlt nur noch die wankelmütige Zypries die in den Tenor einstimmt. In aller Kürze wiederholte Schäuble stoisch sein […]

RSS-Feed abonnieren