Das Versagen des Freitag

 
Satirische Verfremdung: F!XMBR

Man kann wirklich nicht behaupten, dass ich dem Freitag keine Chance gegeben habe. Im Gegenteil. Nach meinen Diskussionen mit Jakob Augstein war ich sehr guter Dinge. Selten hat ein neues Projekt dermaßen Vorschusslorbeeren von mir erhalten, wie der neue Freitag. Meine Empfehlung zum Relaunch glich fast schon dem eines Jubelpersers, man hat mir zu dem Zeitpunkt schon Werbung für den Freitag vorgeworfen und gefragt, ob ich dafür bezahlt werde. Doch nicht nur das — mehrere Male habe ich dem Team, Jakob Augstein selbst, Tipps und Tricks zukommen lassen. Als wäre das alles nicht genug, habe ich F!XMBR ein stückweit links liegen lassen und Inhalte geliefert. Das alles ist mittlerweile weitestgehend vorbei — der Freitag hat versagt. Auf ganzer Linie.

Ich weiß nicht, wie ich es diplomatisch ausdrücken kann — aber der Online-Auftritt ist mittlerweile fast unerträglich geworden. Es ist und war purer Dilettantismus. Man wollte eine moderne Mischung aus der FAZ und dem Guardian werden — weder wird die Qualität der FAZ erreicht, noch der Charme und die Innovation des Guardian. Der Online-Auftritt ist eine riesige Baustelle — wäre es zu hart, wenn ich nun einen Vergleich mit Ground Zero in New York anstelle? Man versucht natürlich, hier und da zu fixen aber unter dem Strich bleibt die Erkenntnis, dass man an den Symptomen rumdoktert, die Ursache aber unter den Tisch gekehrt wird. Das Konzept, welches von Freshmilk und den Freitag-Verantwortlichen ausgearbeitet wurde, ist schlicht und ergreifend ein Reinfall. Die gesamte Software ist grottig und wird es immer bleiben. An dieser Stelle wurde gleich am Anfang die falsche Entscheidung getroffen. Hier hat in meinen Augen der Dienstleister versagt, muss er es doch besser wissen, als der Kunde, der keine Erfahrung vorweisen kann. Oder haben sich dort zwei zusammengetan, die beide keine Ahnung haben?

Der Blogeditor ist eine unglaubliche Katastrophe — die Anleitung, wie er zu nutzen ist, wirkt wie blanker Hohn, positiv ausgedrückt ist es Realsatire pur. Das Blog selbst, welches den Bloggern zur Verfügung gestellt wird, ist ein schlechter Witz. Da hat fast jedes Gästebuch da draußen bessere Formatierungsmöglichkeiten. Jeder Blogger ist einzigartig, individuell — auf dem Freitag müssen sich alle in eine Uniform pressen. Wenn dann das Community-Team feiert, dass es nun auch Bloggerinnen und Publizistinnen gibt, kann man nur noch mit dem Kopf schütteln. Allein die Tatsache, dass es auf die Freitag der Blog heißt, zeigt wie ernst der Freitag und dessen Verantwortlichen die Blogger nehmen. Es heißt das Blog, nicht der Blog. Mehrfach wurde es an den Freitag herangetragen, immer wieder. Auch wurde darauf hingewiesen, welche Gruppen auf dem weltweiten Internetbasar der Blog sagen. Man wurde ignoriert. Der Freitag nimmt Blogger einfach nicht ernst.

Die Kommentarfunktion ist ein so unglaublicher Fehlgriff, dass man sich nicht mehr die Mühe macht zu kommentieren. Es ist eine einzige Horrorfunktion. Da kann man besser Freddy Krüger zur Pyjama-Party in den Kindergarten schicken. Das gibt mehr Spaß. Das Textfeld und die Schrift verursachen Augenkrebs, da fragt man sich in welchem Jahrhundert die Programmierer leben. Threaded Comments mag der eine oder andere sinnvoll finden — aber: Nur auf einer Ebene antworten zu können, führt die Idee Threaded Comments völlig ad absurdum. Die Entscheidung, die Kommentare auf mehrere Seiten aufzuteilen, passt ins chaotische Bild. Sind Kommentare über mehrere Seiten verteilt, kann man nicht mehr nachvollziehen, ob es neue Antworten gibt, man verliert völlig den Überblick. Ich glaube nicht, wie ein paar Kollegen mutmaßen, dass die Blogger zu Klickhuren gemacht werden sollen. Es ist einfach nur pure Unfähigkeit der Macher und des Dienstleisters. Ganz einfach.

Zu den AGB muss man wohl kein weiteres Wort verlieren. Mehrere Blogger haben diese bereits angemahnt. Es ist nichts passiert. Es sind Abzock-AGB, Menschen, die sich für den Freitag einsetzen, sollen offensichtlich nach dem AAL-Prinzip ausgenommen werden. Seit Monaten sind die Einwände den Verantwortlichen bekannt — offensichtlich will man im Hause des Freitag die AGB so lassen, wie sie sind. Überspitzt gesagt: Da können sich manche Dialer– und Abofallenbetreiber noch ein paar Scheiben abschneiden. Die FAZ macht alles richtig — sie kauft die vermeintlich besten Blogger ein und bezahlt sie offensichtlich anständig. Viele Artikel werden dort wie selbstverständlich auf der Hauptseite eingebunden und beworben. Der Freitag muss sich nicht wundern, wenn er dementsprechend nur noch mit einem Kopfschütteln begutachtet wird. Man kann es kaum glauben, dass die konservative FAZ dem Freitag zeigt, wie es geht.

Ich höre jetzt schon das Geschrei der Freitags-Redaktion. Wir sind ein kleines Team mit kleinem Budget. Das wäre nicht das erste Mal der Fall. Mit Verlaub: Das ist Blödsinn. Man hatte zum Relaunch das Geld, eine Werbekampagne von Scholz & Friends laufen zu lassen. 7-stellig soll das Budget gewesen sein. Ehrlich gesagt: Das meiste Geld hätte man auch verbrennen können. Kann sich noch irgendwer an einen Werbespruch oder ein Motiv erinnern? Ich musste gerade auch noch einmal nachschauen. Der Nachhaltigkeitsfaktor der Scholz-&-Friends-Kampagne war gleich Null. Ein totaler Reinfall. Da war nichts, was die Leute in Massen auf den Freitag geführt hat. Hier wäre im Budget des Freitag ganz locker die Möglichkeit gewesen, für Blogger und den Online-Auftritt Geld in die Hand zu nehmen. Scholz & Friends hat meiner Meinung nach völlig versagt — aber auch hier muss man sagen, dass letzen Endes die Freitag-Verantwortlichen die Kampagne abgesegnet haben.

Auch hat es das Redaktionsteam in den letzen Wochen geschafft, die aktivste Freitag-Community außerhalb des Freitag selbst ein stückweit zu vergrätzen. Wer einmal die Freitag-Gruppe auf Identi.ca bis zum Relaunch zurück durchblättert, wird sicherlich viel negative Kritik finden. Aber man findet auch jede Menge Tipps, Tricks und Hinweise, wie man die Dinge verbessern kann. Und davon gibt es eine Menge beim Freitag. Das Community-Management hat diese Gruppe selten bis gar nicht ernst genommen — man achtete im Hause des Freitag anscheinend lieber auf die Follower-Zahl auf Twitter. Quantität geht vor Qualität, so dass die Freitag-Gruppe auf Identi.ca mittlerweile mit positiver Kritik am Freitag spart, das Werben für die Idee Freitag fast völlig eingestellt hat. Web 2.0 wollte man beim Freitag sein — wenn damit gemeint ist, die längste Freundesliste zu erreichen um damit in die Charts zu stürmen, sei es gegönnt. Man muss sich dann aber nicht wundern, wenn sich die Menschen von dem Freitag abwenden, denen es wirklich um die Idee und die Zeitung ging und nicht um den Hype und die eigene Reputation.


Wordle dieser Zeilen

Doch ist es ja nicht nur das Community-Management selbst, in der Form von Peggy Ahrens und Teresa Buecker. Die beiden bemühen sich wirklich, das will ich ja nicht abstreiten. Doch wir wissen alle, was es bedeutet, wenn in einem Arbeitszeugnis der Satz Sie hat sich bemüht fällt. Die Verlagsleitung hat zusätzlich so genannte Netzwerker eingekauft. Auch hier muss man sagen, dass die völlig falschen Leute ins Boot geholt wurden. Wenn überhaupt Blogs bei den betreffenden Personen vorhanden waren, wurden zum Start des neuen Freitag lieblose Artikel veröffentlicht — das wirkliche Netzwerken haben zum Start des neuen Freitag andere Personen betrieben. Erfahrung im Community-Management kann offensichtlich keiner der Netzwerker vorweisen — an der Eignung einer Person in einer Community moderativ und kommunikativ tätig zu sein, muss sogar nach meiner eigenen Erfahrung gänzlich gezweifelt werden. Es verwundert nicht, dass die betreffende Person erst stolz davon sprach, Netzwerker beim neuen Freitag zu sein, mittlerweile sieht er sich selbst nur noch als studentische Hilfskraft. Vielleicht hätte die Person beim Boulevard bleiben sollen — dort ist er ganz gut aufgehoben.

Für die Verlagsleitung bleibt festzuhalten, dass man die falschen Leute eingekauft hat. Man kann selbstverständlich nicht Deutschlands Top-Blogger ins Boot holen, zumal die meisten anderweitig verpflichtet sind, aber ein — diplomatisch ausgedrückt — derart unerfahrenes Team zusammenzukaufen war ein Fehler. Peggy Ahrens und Teresa Buecker können und werden in ihre Aufgaben reinwachsen — nur hätte man den beiden von Anfang an nicht nur bezahlte Berater an die Seite stellen müssen. Menschen, die mit dem Herzen dabei sind und gleichzeitig wissen was sie tun und anständig bezahlt werden, das wäre die Idealbesetzung gewesen — und ja, mir ist klar, dass diese Leute nicht auf Bäumen wachsen. Doch alles wäre besser gewesen als studentische Hilfskräfte. Das Geld war im Budget durchaus vorhanden. Hier hat man die Prioritäten falsch gesetzt.

Die Folgen sind jetzt schon in der Community sichtbar. Bei den wenigen Dingen, wo das Community-Management von Nöten war, hat man meiner Meinung und Erfahrung nach falsch reagiert. Nur noch selten erscheinen lesbare Blogartikel, die Lust, an der Community teilzunehmen, ist verloren gegangen. Viele bekanntere Blogger nutzen den Freitag nur noch um dort eine Kopie ihrer auf dem eigenen Blog veröffentlichten Artikel einzustellen. An vielen Stellen ist der Freitag nur noch ein Ablageplatz. Zudem macht es kaum Spaß innerhalb der Community mit den Freitag-Verantwortlichen zu diskutieren. Gut, der Chef persönlich meldet sich mit seinem Namen zu Wort. Aber mehr oder weniger anonyme Sammelaccounts wie Der Freitag oder auch Erste Hilfe wirken doch sehr befremdlich. Die Menschen wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben, sie wollen nicht erst fragen müssen, wer gegenüber beim Freitag nun gerade am Schreibtisch sitzt. Es müssen einzelne Accounts her. Sammelaccounts waren zu Forenzeiten im Web 1.0 schon peinlich — gerade das Web 2.0 ist persönlich, individuell, menschlich und keine anonyme Sammelstelle.

Doch ist es natürlich nicht nur das technische Versagen, die Fehler online, die mir große Sorgen bereiten. Das kann man noch zur Not in einer riesigen Kraftanstrengung korrigieren. Nur muss es bald geschehen. Auch kann man die Netzwerker tolerieren, wenn das Community-Management anfängt, so genanntes Web 2.0 zu leben — man also auch mitmacht, wenn man zu Hause auf dem Sofa liegt und nicht die sowieso schon wenigen Aktivitäten auf 08.00 Uhr morgens bis 18.00 Uhr abends beschränkt. Noch gibt es diese kleine Chance. Große Sorgen macht mir besonders die Printausgabe. Ich liebe Print — es gibt für mich kaum Entspannenderes als bei Sonnenschein an der Alster oder am Hafen zu sitzen, eine heiße Tasse Schokolade zu genießen und eine Zeitung in Händen zu halten. In den letzten Monaten war das ausschließlich der Freitag. Doch die Qualität hat in den letzen Wochen nachgelassen. Es war zu erwarten — Jakob Augstein selbst hat angekündigt, näher in Küstennähe zu schippern, also den Mainstream nicht aus den Augen zu verlieren. Ich habe hier eine ausführliche Blattkritik veröffentlicht. Die Kritikpunkte stehen auch heute noch wie in Stein gemeißelt. Das Besondere fehlt immer noch, wo sind die Artikel zur SPD, deren Hybris und die Linkspartei? Der Alltag ist überflüssig, ebenso wie A-Z. Hier muss Neues her, Innovatives, Überraschendes.

Zudem muss man festhalten, dass die politische und gesellschaftliche Ausrichtung des Freitag nicht mehr die alte ist. Der Mann an der Spitze, Jakob Augstein, gibt die Richtung vor. Wie soll es auch anders sein. Auch wenn ich Jakob Augstein menschlich, soweit das per Mail möglich ist, sehr zu schätzen gelernt habe, so sehr muss ich sagen, dass er mit dem Freitag in die so genannte Mitte abgedriftet ist. Er hat den Freitag nicht ein kleines Stück Richtung Küste bewegt, man steht am Eingang des Hafens und ruft lauthals, lasst uns hier rein. So leid es mir tut, Herr Augstein, aber links sind Sie nicht. Das hat nicht nur Ihre Verklärung des Neoliberalismus bewiesen. Ich mag Ihre Texte sehr gerne. Ich lerne beim Lesen, ich kann mich an ihnen reiben — sie bereichern mein Leben. Doch die Ausrichtung des Freitag ist damit nicht mehr links gegeben. Nun kann man lange darüber streiten, was links denn nun bedeutet — gerade diese Diskussionen sind auf dem neuen Freitag besonders frequentiert, aber die mehr als lieb gewonnene linke Wochenzeitung ist der Freitag nicht mehr. Ich habe dem neuen Freitag alle Chancen gegeben — viel Zeit bleibt nicht mehr. Mainstream gibt es da draußen genug, ich möchte auf dem Freitag nicht von unsäglichen YouTube-Hitlisten oder Top-10-Listen belästigt werden. Die finde ich auch in der BILD — dort sogar noch amüsanter betextet.

Die größte Enttäuschung der Printausgabe ist jedoch die Communityseite. Man ist mit dem Anspruch gestartet, Online und Print zu verzahnen. Damit ist man in der derzeitigen Form gescheitert. Es ist einfach nur ein Leserbriefseite, so wie man sie aus unzähligen anderen Zeitungen kennt. Ob unter einem Leserbrief nun Stefan Schmidt, Hamburg steht oder Stefan007, Freitag-Community, ist unerheblich. Zitate aus der Community zu veröffentlichen, mag gegenüber den Mitbewerbern das einzig Innovative sein, doch sollte man da genauer arbeiten. Die Communityseite macht keinen Spaß, sie ist kein Verzahnung zwischen Online und Print, sie ist schlicht und ergreifend langweilig. Sie lädt Menschen nicht ein, die noch nicht in der Freitag-Community aktiv sind, sich zu beteiligen. Im Gegenteil, sie schreckt ab. Genug Vorschläge wurden gemacht, sie zu verbessern, nun ist die Redaktion des Freitag gefragt. Oftmals hat man nur eine Chance, die Menschen zu überzeugen. Es muss jetzt geschehen.

 
Screenshot: der Freitag, 7. Woche vom 12. Februar 2009 #fail

Stellt sich zum Schluss dieses kurzen Essays die Frage, wie die Zukunft des Freitag ausschaut. Ehrlich gesagt, sehe ich schwarz. Auch wenn die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt. Ich sehe Fehler, die nie hätten passieren dürfen, und aktuell sogar wiederholt werden. Jedes andere Projekt wäre zum Relaunch sturmreif geschossen worden, hätte es Spammails an Blogger verschickt. Dem Freitag wurde es verziehen. Direkte Hinweise, dass solche Dinge ein absolutes No-Go sind, hat man offensichtlich nicht verstanden. Wie kann man nach dieser Unverschämtheit zum Relaunch, nun erneut Spammails verschicken? Das macht mich fassungslos. Man hat beim Freitag offensichtlich nie verstanden, wie man mit Bloggern umzugehen hat. Wie auch, wenn man von Anfang an die falschen Leute ins Boot geholt hat, wenn das umgesetzte Konzept sich mehr und mehr als Reinfall erweist. Das ist alles so verdammt schade.

Die Medienbranche steht auch dieses Jahr vor dem Abgrund. Das wird insbesondere die kleinen Verlage, Zeitungen und Zeitschriften prägen und treffen. Von Neuerscheinungen wie es der Freitag nach dem Relaunch ja auch ist, ganz zu schweigen. Den Medien wird ein eiskalter Herbst bevorstehen — und Ende des Jahres ein neuer, nuklearer Winter, der die vergangenen Monate noch in den Schatten stellt. Ich befürchte, dass im Frühjahr beim Freitag die Stecker gezogen werden. Zum Herbst wird vielleicht noch ein wenig Aktionismus betrieben, ein erneuter Relaunch vielleicht — im Winter wird noch einmal Scholz & Friends bemüht um dann um Frühjahr festzustellen, dass es nicht gereicht hat. I would prefer not to. Nicht so — so schreibt der Don nebenan. Im Gegensatz zu so vielen Projekten, die von Anfang an, manchmal vielleicht sogar nicht ganz fair, kritisch begleitet wurden, hatte der Freitag alle Chancen. Noch nie wurde ein Projekt mit so vielen Vorschussorbeeren in der Blogosphäre empfangen wie der Freitag. Noch nie gab es weitestgehend positive Artikel zu einem Start eines derartigen Projektes, welches die Blogosphäre mit einbeziehen wollte. Der Freitag hatte alle Chancen — bisher hat er keine genutzt. Und ich sehe kaum die Möglichkeit, jetzt noch die Kurve zu bekommen. Online sind Monate wie Jahre im Print. Die Zeit für den Freitag scheint abgelaufen. Das enttäuscht nicht nur, es macht mich auch wütend. Ich verliere meine Zeitung.

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56 Antworten zu “Das Versagen des Freitag”

  1. Chris, tut mir leid um ‘Deine Zeitung’. Einen Versuch war es wert. Schöner wäre es gewesen, hätte es funktioniert.

    Schon komisch, trotz meiner manchmal großen Klappe hatte ich mir den einen Satz zur finalen Kritik damals zu den Anfängen verkniffen: «Der Blog sollte direkt wieder zumachen!» Auch ich möchte nämlich nichts lesen, was sich ‘der Blog’ schimpft und dem Rest der Welt die Welt erklären möchte.

    In diesem Sinne: Auf in das nächste Projekt!

  2. Na, Chris,
    das ist ja nun ein sozusagen finaler Rettungsschuss und Rundumschlag. Ich weiß jetzt gar nicht, ob ich da noch zu den Einzelheiten was sagen soll.
    (Denn da fiele mir schon das eine oder andere ein. Grundsätzliches. Spezielles. Wo Sie Recht haben. Wo Sie komplett daneben liegen. Wo ich glaube, dass Sie tatsächlich ungerecht sind. Vielleicht mit Absicht. Vielleicht aus einem anderen Verständnis der Dinge heraus. Wie es eben so geht, wenn man über komplexe, auch emotional aufgeladene Dinge redet …)

    Oder ist das ein Beziehungsabbruch, der keine Diskussion mehr will?
    Ihr JA

  3. Chris sagt:

    Der Kollege m 1 hat einmal von Warnschuß geschrieben. Das trifft es wohl am besten. Vielleicht auch ein Stück Hilflosigkeit. Und ja, mir ist durchaus bewusst, dass ich an der einen oder anderen Stelle emotional argumentiere (oder aus der Erfahrung mit einer gewissen Person heraus) — unter dem Strich bleibt aber, dass der Freitag am Scheideweg steht. Wie der Don nebenan schrieb: Der Schub des Beginns ist weg, und nun dümpelt man einfach mal so weiter in der Hoffnung, dass es besser wird. Es gab ja einiges an Kritik, aber kein erkennbares Lernen. Muss auch nicht. Sind ja nur blöde Blogger, die rumnerven. Ich persönlich sehe keinen erkennbaren Willen und keinen Fortschritt.

    Dass hier und da mal ein neues Feature hinzukommt, ist nett — es ist aber der berühmte Tropen auf dem heißen Stein. Grundsätzliches muss angegangen werden. Und wenn das zur Folge hat, dass freitag.de nochmal offline geht und man ein anderes System installiert. Dass der Freitag in der Mitte nun nach Leser fischt, ist ökonimisch nachzuvollziehen, gefallen muss es mir trotzdem nicht.

    Und natürlich ist es kein Beziehungsabbruch, warum auch. Es ist einfach die Summe der Dinge, die zur Zeit sprachlos machen. Ich schau täglich auf freitag.de auf die Homepage, klicke Artikel an, die mir gefallen, aber der Enthusiasmus wurde mir genommen.

    Nehmen Sie den Text als Hilferuf eines alten Mannes, der an der Alster sitzend, den Freitag lesend Enten füttert, gerne über alte Zeiten philosophiert und als Anregung für den Freitag, jetzt neu durchzustarten. Ich schreibe es noch einmal: Online sind Monate wie Jahre im Print.

  4. onli sagt:

    Thema ungerecht: Dieses Herumhacken auf «der Blog» ist es. Es hat nicht per se mit Unfähigkeit zu tun, «der Blog» zu sagen. sondern mit der Verwurzelung in der deutschen Spache. Es heißt der Block, und es ist in dieser Sprache verdammt ungewöhnlich, wenn solche Endungen mit «das» eingeleitet werden, bzw. wenn so gleichlautende Begriffe, die sich inhaltlich sogar in bestimmten Sinne überschneiden, unterschiedlich eingeordnet werden.

    Muss man nicht so sehen. Ist aber legitim — und die Kritik in dieser Form daran maßlos.

    Würd ich sonst nicht ansprechen. Aber passt dieses überzogene nicht zur restlichen Kritik, z.B. der angeblichen Verklärung des Neoliberalismus, die davon weit entfernt war?
    Gruß

  5. Stefan sagt:

    Es klingt ein bisschen auch nach einem verletzten Ego, aber die Beziehung zu einer Zeitung kann auch eine sehr emotionale Sache sein.

    Auffällig für mich ist, dass sich die Kritik vor allem an der (tatsächlich unprofessionellen) Online-Community entzündet. Es stimmt: Der Editor ist eine Katastrophe und Steinzeit, die Navigation ist weitgehend nicht vorhanden, die Moderation dürftig. Falsche Beratung, nicht genug durchdacht, ich weiß nicht. Ich glaube, man hätte diesen Teil des Projektes kleiner beginnen und langsam wachsen lassen sollen. Auf jeden Fall hätte man hier jemanden verpflichten sollen, der sich mit Communities und Blogs auskennt. Schwer zu sagen, was jetzt zu tun ist, offline und Neustart klingt nicht ganz unvernünftig, so komisch sich das anhört.

    Die Blattkritik hingegen vermag ich nicht zu teilen. Ich habe den Freitag seit 1991 gelesen, lange abonniert und irgendwann abbestellt, weil ich das Gefühl hatte, schon vorher zu wissen, was drinsteht. Ich fremdel etwas in diesem PDS-Milieu. Jetzt habe ich wieder abonniert, weil die Zeitung wieder überraschend und anregend geworden ist. Viele lange Texte und das Gegenteil von Häppchen-Journalismus. Vor allem kann man den Freitag gut durchlesen, er ist schön dünn. Klingt blöd, aber ich kann am Papier-Freitag fast nichts beanstanden, auch der Alltagsteil scheint sich langsam zu machen. Könnte die Zeitung werden, die ich mir immer gewünscht habe.

    PS: Ich finde auch, dass es «das» Weblog heißt. Ich kenne dieses kulturelle Frösteln, wenn Leute «der» Blog sagen.

  6. phoibos sagt:

    @ onli: die deutsche sprache definiert das blog als neutrum1, da blog nur eine kurzform für weB-LOG ist. und wir an der alster, bille und elbe wissen nun mal schlicht, dass das log seit ewigkeiten ein neutrum ist — weil es vom lateinischen logeum kommen kann. selbst das nautische log ist neutrum (stück holz zur relativen fartbestimmung, später synonym für ein fahrtenbuch). ja, der duden erlaubt auch dem blog, in einer nebenform ein maskulinum zu sein. nur, was weiss duden schon? 😉

  7. ebertus sagt:

    Inhaltlich ist der Freitagskritik überwiegend zuzustimmen, der Technikkritik sowieso. Steinzeit eben und auch die Community hat formal den Charm einer zugigen Bahnhofshalle. Inhaltlich, d.h. im Wesentlichen gesellschaftspolitisch bemühen sich die alten Geister, die bekannten Namen und auch einige neue schon, sollten und wollten sicher nicht unbedingt in vordergründige links/rechts Diskussionen verwickelt werden. In wieweit das jedoch in dieses «neue» und nicht nur optisch «modernere» Umfeld passt, darüber darf nachgedacht werden. Die Printvariante ist aus meiner Sicht nur das (vorerst) noch betriebswirtschaftlich notwendige Vehikel. Dies mag man bedauern, beklagen aber sollte es in konzeptioneller Hinsicht akzeptieren. Leider ging der erste Schuß doch relativ weit daneben.

    Kurzum, ich vermute Chris wird mit seiner Exit-Prognose (Frühjahr 2010) wohl leider recht behalten. Es könnten/werden natürlich «auch» eher externe Gründe dazukommen.

  8. John Dean sagt:

    Mein Eindruck ist: Es wirkt unausgegoren. Will man sich «neu registrieren», so gelangt man beispielsweise umgehend ins Computernirvana bzw. zur Meldung: «Eine Seite mit dieser Adresse existiert nicht.» Die Ansichten von Herrn Augstein zum Neoliberalismus sind m.E. zu wenig reflektiert, ja, sie wirken wie eine Mischung aus Schüleraufsatz und Belehrungsversuch, obgleich sie trotz vieler Worte doch recht substanzarm daher kommen.

    Ich will nicht gleich enttäuscht sein, zumal ich von Anfang an nur wenig Hoffnungen hatte. Auch ist es so, dass man aus Fehlern lernen kann, dass man sich verbessern kann — aber dort, wo die Fehler so gravierend ausfallen (inkl. einer lächerlichen und an den Zielgruppen vorbei lancierten Werbekampagne), dort sinkt der Mut.

    Mich freut hingegen — aber das ist im Vergleich eine geringe Freude, dass Herr Augstein sich der Auseinandersetzung stellt und tatsächlich eine Art Dialogzeitung anstrebt. Nur: Dann muss noch mehr getan werden. Das fängt mit der Kommentarfunktion an — und auch damit, dass Anmeldungen von Interessenten nicht im Computer-Nirvana landen.

    Herr Augstein: Das können Sie doch besser, oder?

    Und wenn Sie freundlich antworten und darum bitten, dann schreibe ich Ihnen auch etwas detaillierter, warum Ihr Essay zum Neoliberalismus ungenügend war — was daran fehlte (z.B. der Begriff «Interessenideologie»), was falsch und zuviel war. Immerhin ist es graduell eine Grundsatzentscheidung, das Denken über den Neoliberalismus, es läuft — für politische Köpfe zumal — auf die Frage hinaus:

    Wie hälst du es mit dem Zeitgeist?

  9. FinMike sagt:

    @onli: das Wort «Blog» von einem Block abzuleiten ist etymologisch und kulturhistorisch falsch, ein Zeichen dafür, dass der Autor nichts verstanden hat und noch einmal von vorne anfangen darf. Oder vorlieb nehmen kann mit Dieter «wer so gar keine Anhnung hat — einfach mal Fresse halten» Nuhr.

    Leute, die dennoch auf «der Blog» bestehen, sind meist Journalisten und nie Blogger, die für sich eine Deutungshoheit in Anspruch nehmen, die ihnen beim besten Willen nicht zusteht. Die es deshalb auch als «rumhacken» empfinden, wenn man darauf besteht, dass sie erst einmal dazulernen.

    Das die Redaktion des Duden sich von der hohen Anzahl von Journalisten beeindrucken lies, die Fehler von einander abschreiben, ist traurig für den Duden.

    So, und nun bin ich gespannt, ob JA noch für eine ernsthafte Diskkussion gut ist. Er wird sie hier liefern müssen, wenn er Wert auf Aufmerksamkeit legt, da ich seinen Freitag nicht mehr lese.

  10. Oliver sagt:

    >Leute, die dennoch auf “der Blog” bestehen, sind meist Journalisten und nie Blogger

    Aus diesem Grund schreibe und publiziere ich seit eh und je und lasse andere spielen.

  11. Chris sagt:

    @onli: Wie schon erwähnt hat das Blog mit dem Block nichts zu tun, es ist das Weblog, auch das Tagebuch.

    @Stefan: Nö, kein verletzes Ego. ich habe hier auf F!XMBR mit Oliver zusammen eine ganz hervorragende Publikation geschaffen. Ich brauche als Online-Auftritt den Freitag nicht, schon gar nicht um dort Texte zu veröffentlichen.

    Der Print macht mir Sorgen — schau m’er mal…

    @John Dean: Schreib Du doch zuerst die Erwiderung auf die Neoliberalismus-Texte. Würde mich interessieren. :)

  12. Quu sagt:

    Nur zur der-die-das-Diskussion:
    Ich finde es kleinlich und doof, die Qualität einer Sache danach zu beurteilen, welcher bestimmte Artikel ihr zugeordnet wurde. Nutella schmeckt nicht anders, ob man nun «das» oder «die» sagt.
    Wie ernst kann man sich eigentlich nehmen, wenn man eine «Coolheitsskala des Bloggens» produziert, die darauf basiert? Klingt nach zwanghafter Abgrenzung von denen, «die ja keine Ahnung» haben. So what?
    Ich vermisse da Gelassenheit gegenüber den Unwissenden 😉

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  13. Cem Basman sagt:

    Aufmerksam habe ich nun den ausführlichen Blogartikel und die Kommentare gelesen. Einige Anmerkungen dazu von mir:

    Zunächst, ich finde es sehr lobenswert, dass mit ‘Der Freitag’ mitten im Strudel der Medienkrise der klassischen und etablierten Häuser ein frischer, innovativer und mutiger Ansatz gewagt wurde, Online mit Print — und feste Redaktion mit Community — zu verbinden. Dafür den britische Guardian als Vorbild zu nehmen, ist ein sehr lobenswertes und ehrgeiziges Vorhaben. Das Medienprodukt ‘Der Freitag’ ist ein echtes Wagnis. Für diesen Ansatz Herrn Augstein ein dickes Lob!

    Das Vorhaben ist aber auch in meinen Augen bisher in einigen nicht unwesentlichen Teilen (noch) nicht geglückt.

    Aus der Online/Community-Perspektive:

    In der Benutzerführung und in der technischen Umsetzung gibt es gravierende Unzulänglichkeiten. Stimmt. Sie frustrieren die Autoren aus der Community. Beispiele dafür finden sich sowohl im obigen Artikel wie auch in zahlreichen Kommentaren hier und auch anderswo.

    Das lässt sich mit einem eingehenden fachlichen und technischen Review, einer gründlichen Analyse und einer sauberen Umsetzung sowie an massgeblichen Stellen unter Beteiligung der Nutzer (Leser und Autoren) wesentlich optimieren.

    Zu den AGBs: Was gefällt dir daran nicht im Einzelnen, Chris?

    Zu den Inhalten: Ambivalent. In einer Wochenzeitung kann man keine Tagesaktualität haben. Eher Meinung und Hintergrundberichte. Kommentare, Glossen und Essays. Gegen die Sekundenaktualität des Web ist natürlich ‘totes Holz’ nicht gewachsen. Ich würde mir mehr Qualität sowhl von der Redaktion wie auch(!) von der Online-Community wünschen. Mehr auf den Punkt und kürzer. Keine Stammtischreden. Kein Geschwafel.

    Zur Vermarktung: Kann ich nichts sagen, da ich sie nicht verfolge bzw. nicht verfolgen kann.

    Mein Fazit: Der Zustand von ‘Der Freitag’ ist momentan kritisch, aber nicht hoffnungslos. Da geht noch was. Das kann man in einer konzentrierten und konzertierten Aktion hinbekommen. Das ist eine Entscheidung der Unternehmensführung.

  14. egghat sagt:

    Hmmm, schöner Artikel und wie ich gestehen muss, habe ich lange keine Reaktion des Angesprochenen mehr gesehen, die die geäusserte Kritik so gut widerspiegelt …

    Die Antwort ist hilflos (wenigstens auf einen Punkt hätte man ja mal antworten können) und wägt direkt wieder ab, ob sich denn die Zeit für die Antwort auf die Kritik denn lohnt und ob man den Blogger nicht eh schon verloren hat. Bloß keine Sekunde in etwas stecken, das mglw. überflüssig ist. Irgendwie hat Augstein scheinbar nicht verstanden, dass auch hier — außerhalb des Freitags — Leser sind. Alles potenzielle Leser für den Freitag. Aber naja nach *der* Antwort haben Sie die Chance wohl versiebt, neue Leser abzugreifen.

    Aber das ist die übliche Mediendenke. Man will die Blogger auf seine Plattform holen, geht aber kaum die Plattform der Blogger zu. So klappt das nicht …

  15. […] F!XMBR-Blogger Chirstian Sickendieck und hat damit vollkommen Recht. Ob seine Prognose zur Überlebenschance vom neuen Freitag auch stimmt, bleibt abzuwarten: “Die Zeit für den Freitag scheint abgelaufen. Das […]

  16. drikkes sagt:

    So ärgerlich der Fehler auch sein mag, aber die meiste Aufregung über den falschen Artikel ist doch wohl der Tatsache geschuldet, daß Blogger sich von der Journaille nicht ernst genommen fühlen.
    Über die Website habe ich noch niemanden so lamentieren gehört.

  17. ChristianBerlin sagt:

    Ich hatte gestern ebenfalls vor, eine Freitagspause einzulegen, nachdem ich feststellen musste, dass meine Abonnenten bei allen meinen Blogbeiträgen nach dem 7. März wieder keine Mailbenachrichtigung kriegen. Wenn wenigstens das funktioniert hätte, könnte hier ja jeder einfach für seine Follower schreiben und sich den Rest egal sein lassen. Nicht einmal das geht wirklich — jedenfalls nicht konstant und verlässlich.

    Was mich davon abgehalten hat, ist lediglich der Wunsch, der Redaktion noch ein paar Dinge ins Stammbuch zu schreiben, und zwar in konkreter Analyse von Beiträgen, die relevante Themen verpasst oder vergeigt haben — was regelmäßig meine Bedürfnislage als Leser unterstellt, durch die Lektüre klüger zu sein als vorher und nicht nur klüger als der Autor (wie ich es gleich zu Anfang einmal nannte). In einem Fall stand noch ein angekündigter «Teil 2″ aus, den ich dem Autor und der Redaktion nicht ersparen wollte.

    Ich kann mir mit meiner Pause Zeit lassen, es ändert sich sowieso nichts bis dahin. Aber es kommt was dazu, und dann muss ich mich — nach 6 Wochen und über 200 Kommentaren — erst einmal wieder anderen Aktivitäten zuwenden.

    Allerdings glaube ich — im Unterschied zu Dir und vielen anderen — noch nicht, das J.A. der Mörder im Freitagskrimi ist. Er ist zwar Verleger, aber, was die Inhalte betrifft, nur einfaches Mitglied der Redaktion (mit gewissen Freiheiten, die dort aber — fast hätte ich gesagt «leider» — auch jeder andere zu haben scheint).

  18. Cem Basman sagt:

    Ich habe jetzt meinen ersten Beitrag auf «Der Freitag» unter der Kolumne «Espresso» (Community-Blog) veröffentlicht:

    Gewalt in den Schulen gehört zum Alltag

    Ich hatte mich zwar früher schon registrieren lassen, hatte auch schon einiges getestet, aber ohne es zu veröffentlichen. Die Leistungsfähigkeit des Systems ist sehr schlecht. Ebenfalls die Bedienführung und diue Zuverlässigkeit. da ist noch eine Menge Arbeit zu tun. Was für ein CMS wird dort eigentlich verwendet? Ein selbstentwickeltes? Ein Standardsystem auf Basis CoreMedia (grosse Lösung) oder WordPress (kleine Lösung) — oder ähnliches — wäre besser gewesen…

  19. Oliver sagt:

    @cem müßte plone sein.

  20. Cem Basman sagt:

    Nachtrag: Mir fällt eben zudem auf, dass beide Community-Managerinnen,
    Peggy Ahrens (verantw.) und Teresa Bu?cker, keine Artikel, Blogbeiträge oder Kommentare geschrieben haben. Das ist nicht gut. Woher wollen die wissen, wie sie die Autoren in der Community beraten wollen? Bitte schleunigst Abhilfe schaffen. Beide sollten einmal die Woche etwas veröffentlichen und einige Beiträge kommentieren. Community-Manager sollten immer aktiv in der Community sein. Sonst haben sie keine praktische Erfahrung.

  21. pils sagt:

    Nur ein klein bisschen Korinthenkackerei: AGB ist schon Mehrzahl (Allgemeine Geschäftbedingungen), es gibt keine «AGBs»…

    Ansonsten vollste Zustimmung. Klang alles sehr vielversprechend, aber insbesondere online hat mich keine zehn Minuten gehalten und wenn man das von dir so liest, kann man eigentlich nur den Kopf schütteln.

  22. @ Cem Basman

    Tessa und Peggy benutzen gemeinsam den Account «Der Freitag».
    Unter folgender Adresse lassen sich 18 Beiträge und 61 Kommentare finden.

    Blog von der Freitag

  23. Cem Basman sagt:

    @Frans von Hahn, danke für den Hinweis!

    Trotzdem, auch Moderatoren schreiben und kommentieren unter eigenem Namen üblicherweise. Just my2cents.

  24. Oliver sagt:

    Ach es hat schon seine Vorteile, würden wir hier beispielsweise nur unter «F!XMBR» schreiben. Muß man halt durch, wer austeilt muß auch einstecken können 😉

  25. Bildungswirt sagt:

    In der Ruhe liegt die Kraft …
    Selten habe ich solch einen Verriss gelesen. Der Autor schäumt, obwohl «er doch soviele Chancen dem Freitag» gab. Vulgärpsychologische Erklärungsversuche, warum die Rundumschlag-Kritik so ausgefallen sein muss — enttäuschte Liebe zum neuen Mediensternchen, Beziehungsdrama, mangelnde Frustrationstoleranz — sind mir fern, sind beliebig ausdeutbar und erzeugen wesentlich nur soziales Geräusch.
    Berechtigte Kritikteile, die sich auf Technikmängel und möglicherweise falsche Beratung im Vorfeld beziehen, sind nachzuvollziehen. (das hatte mich auch schon genervt — vom Editor angefangen bis zur Nichtanzeige der Zeichenanzahl etc.)

    Nun zum wichtigeren Teil:

    1. Du erschlägst mit deiner Wucht von Zeichenlänge und Verlinkungen. Auch ein beliebtes Herrschaftsmittel im Gewande der Aufklärung. Empfehlung: Fasse dich kürzer und pointierter.

    2. Du hast offensichtlich noch nicht begriffen, dass die Zeit der Politkommissare (spätestens nach dem Zusammenbruch der DDR) ausgelaufen ist. Deine häufig vorgetragenen MUSS-Appelle sind eine Zumutung. Niemand zwingt dich das neue Meinungsmedium zu unterstützen.

    3. Brücken zu sprengen ist immer leichter als Brücken zu bauen. Oft dauert der Neubau Jahre. Augstein will offensichtlich Brücken bauen. Linksliberale sind dabei bestimmt nicht die Feinde der Demokratie. Das linke Spektrum ist im Freitag auch in der Redaktion nicht schlecht vertreten. Vielleicht fehlt noch ein schlauer heiterer Anarchist im Sinne Paul Feyerabends?

    4. bis 10. kannst du dir selbst denken, wenn du eine gründliche Textanalyse des Gegebenen vornimmst. Allerdings solltest du weiter am Ball bleiben; den Ball spielen und nicht den Mann. Deine Beiträge werden noch gebraucht.

    Freundliche Grüße vom Bildungswirt (Ashaver)

    PS. Selbstverständlich kann es «der Blog» heißen. Das ist bei einer Übersetzung aus einer Fremdsprache immer eine Sache der Konvention. Seit wann hälst du dich an jede (sprachliche) Konvention? Auf meinem eigenen Blog spreche ich von Anfang an von DER BLOG (habe das auch noch zusätzlich erklärt und akzeptiere selbstverständlich, dass die Mehrheit von das Blog redet).
    Irgendwo schreibst du «Kritik in Stein gemeißelt». Gestern hatte ich in einem Kommentar zum Problem «Lesen/Lesekompetenz» geschrieben: …«man kann sich vom Hohlblock zu Statue selbst ausmeiseln» — na, ist das ein Fehler?

  26. […] ernstzunehmende Ignoranz? «Der Blog» sei falsch heißt es oft, ganz konkret nun hier als Teil einer Kritik am Freitag, dem diese «Falschdarstellung» als Ignoranz angekreidet wird. Ist die Sache wirklich so eindeutig […]

  27. soralis sagt:

    Kann ich dir nur zustimmen. Ich habe versucht heute meinen ersten Kommentar zu veröffentlichen zu einem Beitrag von Bettina Winsemann (Twister). Nichts kam zurück. Obwohl ich alle Skripte in meinem Firefox erlaubt hatte. Es hieß nur lakonisch: Ihr Kommentar wird bearbeitet. 2 Mails an den Community Support geschrieben. Moment ich schau nach: Nichts kam zurück. Wenn das bei euch schon so seit Wochen geht, kann ich euch nur bedauern.
    Noch werde ich nicht aufgeben, auch meine eigenen Artikel schreiben, aber ein guter Start war das für meine Seite nicht. Und ich WILL meine eigenen Fotos in meinem Blog haben. Alles versprochen in den Faqs, nichts passiert. Da sind ja sogar die Dumpfnasen in der Zeit-Community weiter.
    «Wir müssen den Kapitalismus zähmen.» Harhar!, und das mit Jakob Augstein, aber ich hatte gleich schon ein schlechtes Gefühl.

  28. Chris sagt:

    Kaum ist man arbeiten, tanzt der Bär… 😀

    @Cem: ich finde die Idee des Freitag auch nach wie vor klasse. Es ist ja nicht so, dass der Freitag nun morgen die Pforten schließt, weil ich ein negative Kritik verfasst habe. ich hoffe, sie bringt die Verantwortlichen ein wenig zum Nachdenken.

    Zu den AGBs: Was gefällt dir daran nicht im Einzelnen, Chris?

    Ich schrieb dazu in einer Mail an Jakob Augstein vor Start des neuen Freitag:

    - AGBs
    Ich schreibe es auch hier mal ganz direkt: «Eine zeitlich unbegrenzte Übertragung der Nutzungsrechte, entgeltlich wie auch unentgeltlich», das lässt sich vielleicht mit Kommentaren machen, nicht aber mit Blogbeiträgen von höherer Qualität. Hier liegt nichts anderes als das AAL-Prinzip vor. Andere arbeiten lassen und dafür die Ernte einfahren. Bei der Übertragung der weitgehenden Nutzungsrechte möchte ich auf ein aktuelles Urteil des LG Köln hinweisen:

    http://www.dr-bahr.com/ne.….637.html

    User können in ihren Blogbeiträgen zum Beispiel Bilder einstellen, die unter Creative Commons-Lizenz gestellt sind. Das wäre vollkommen in Ordnung, rechtlich wie auch dem Community-Gedanken entsprechend. An diesen Bildern jedoch erwirbt der Freitag keine über der Creative-Commons-Lizenz hinausgehende Nutzungsrechte.

    Nicht nur ich bin dieser Meinung

    Du schreibst:

    Zu den Inhalten: Ambivalent. In einer Wochenzeitung kann man keine Tagesaktualität haben. Eher Meinung und Hintergrundberichte. Kommentare, Glossen und Essays.

    Da sind wir vollkommen konform.

    Und das hier kann ich nur unterschreiben, auch wenn ich oben deutlichere Worte gefunden habe:

    Mein Fazit: Der Zustand von ‘Der Freitag’ ist momentan kritisch, aber nicht hoffnungslos. Da geht noch was. Das kann man in einer konzentrierten und konzertierten Aktion hinbekommen. Das ist eine Entscheidung der Unternehmensführung.

    Oliver hat im Übrigen Recht, das CMS ist Plone.

    @ChristianBerlin: Du schreibst:

    Allerdings glaube ich — im Unterschied zu Dir und vielen anderen — noch nicht, das J.A. der Mörder im Freitagskrimi ist.

    Das habe ich nie behauptet. Der Freitag stand mit Sicherheit auch ohne Jakob Augstein wirtschafltich nicht auf gesunden Füßen. Jakob Augstein hat den Freitag vorerst «gerettet». Wir wollen doch, dass es so bleibt, ohne dass die kpl. Identität verloren geht.

    Er ist zwar Verleger, aber, was die Inhalte betrifft, nur einfaches Mitglied der Redaktion

    Falsch, er ist auch Mitglied der Chefredaktion. Er ist also Verleger, Herausgeber und Mitglied der Chefredaktion. Ein Punkt, den ich nicht aufgegriffen habe — jede Menge Interessenkonflikte. Bisher gibt es daran aber auch nichts zu kritisieren.

    @pils: Ist korrigiert, danke.

    @Frans von Hahn: Richtig, nur wer hat die Artikel geschrieben und kommentiert?

    @Bildungswirt: Ich schäume nicht. Der Artikel ist über mehrere Tage entstanden. Ich habe ein Leben neben dem PC. So wichtig ist das alles nicht, auch wenn es mir sehr am Herzen liegt und mein liebstes Hobby ist. Also bitte nicht in die Falle laufen und inhaltliche, wenn auch direkte, Kritik mit Kritik an der Person begegnen oder gar irgendwelche Vermutungen anstellen.

    1. Du erschlägst mit deiner Wucht von Zeichenlänge und Verlinkungen. Auch ein beliebtes Herrschaftsmittel im Gewande der Aufklärung. Empfehlung: Fasse dich kürzer und pointierter.

    Blödsinn, warum sollte ich das gerade in Bezug auf den Freitag tun? Gerade die Links vervollständigen das Bild, erklären es, sind essentiell. Zudem ist es eine kleine intellektuelle Schutzwand gegen anonyme Trolle und SEO-Deppen. Die scheitern dann schon beim Lesen, vom Verständnis ganz zu schweigen. *fg*

    2. Du hast offensichtlich noch nicht begriffen, dass die Zeit der Politkommissare (spätestens nach dem Zusammenbruch der DDR) ausgelaufen ist. Deine häufig vorgetragenen MUSS-Appelle sind eine Zumutung. Niemand zwingt dich das neue Meinungsmedium zu unterstützen.

    Lass mir einfach meine Meinung, oki. Ich lasse Dir auch Deine nichtssagenden und langweiligen Artikel. Ist doch fair, oder?

    Vielleicht fehlt noch ein schlauer heiterer Anarchist im Sinne Paul Feyerabends?

    Mir fehlt ein Mann wie Otto Köhler.

    P.S. Es heißt das Blog. Und nun kannst Du woanders schäumen…

  29. Bakugan sagt:

    Also am Artikel(der oder das) muss es nicht scheitern. Aber der Internetauftritt ist leider wirklich missglückt. Kleines Team hin oder her.
    Aber an so einer Seite kann man noch feilen. Vielleicht wird’s doch noch was?
    Na ja, positiv denken hat noch nie geschadet. Ansonsten auf ein Neues.

  30. jtb sagt:

    Hallo Chris!

    Ich lese Deine Artikel & Blog-Einträge sehr gerne und verfolge auch die Freitag-Gruppe auf identi.ca. Deswegen bleibt in mir immer eine gewisse Unruhe bei Deiner Kritik, deswegen jetzt meine Frage:

    In wiefern glaubst Du ist Deine (durchaus berechtigte und richtige) technische Kritik am Freitag dadurch verstärkt worden, dass Du die momentane sehr freie politische Richtung des Freitags nicht teilst?

    Das soll jetzt kein primitiver in Fragestellung versteckter Angriff sein, ich habe nur ein wenig das Gefühl, dass Du dem Freitag mehr verzeihen würdest, wenn er politisch mehr mit Dir auf einer Linie wäre. Daher fände ich es persönlich schön, wenn Du vielleicht zwei getrennte Artikel verfassen könntest: Einen, in dem es um rein technische Belange geht (mit Verweisen auf andere Seiten, wo es besser/anders gemacht wird) und einem, wo Du Dich mit der Ausrichtung des Freitags beschäftigst.

    Viele Grüße,

    Tobias

  31. Chris sagt:

    Du wirst lachen, es waren zwei Artikel geplant. Den Cut merkt man vielleicht auch im Artikel Nur wollte ich dann auch mal zum Schluss kommen und habe alles in einen Artikel gepackt. Passt schon…

  32. Teresa sagt:

    Lieber Cem,
    dass wir keine Artikel und Kommentare schreiben haben Sie nicht richtig beobachtet. Mein Profil finden Sie hier oder auch einen redaktionellen Artikel hier. Der Freitag-Account, unter dem wir mindestens ein Mal in der Woche bloggen, nutzen wir in beratender Funktion, meine anderen nutze ich eher zur inhaltlichen Diskussion. Wir kennen die technischen Probleme und eine gesteigerte Benutzerfreundlichkeit bei sowohl Editor als auch Kommentaren stehen bei uns oben auf der Liste. Die Programmierer sind dran, arbeiten aber auch an diversen anderen Features und Bugs die mal als Community-Mitglied nicht sofort wahrnimmt, oder die im redaktionellen Bereich liegen.
    Wir streiten die technischen Probleme nicht ab, andere Kritikpunkte hier sehe ich aber wie auch Herr Augstein oder Herr Grassmann aus einer anderen Perspektive.
    Und wo wollen wir nun die Diskussion zusammenführen? Hier oder in Chris’ Blog beim Freitag?

    Viele Grüße
    Tessa

  33. Chris sagt:

    Liebe Tessa, die Diskussionen finden mit der Community mit einem anonymen Sammelaccount statt. Wo ist das Problem, die «richtigen» Accounts zu nutzen?

    Da sich freitag.de zum Heise-Forum 2.0 entwickelt, werde ich dort zum Ende der Woche zumindest den letzten Hinweis auf diesen Artikel löschen, wahrscheinlich sogar meine kpl. Aritkel hier auf F!XMBR einstellen.

    Deshalb sollten wir hier in Ruhe diskutieren.

  34. Teresa sagt:

    Lieber Chris,
    wenn wir den Account nutzen unterschreiben wir meist mit unserem Namen, des öfteren auch mit beiden Namen, wenn wir uns abstimmen. Und hier kommentiere ich auch mit meinem, und nicht als ‘der Freitag’ — wo liegt also das Problem?

  35. Chris sagt:

    Ich antworte und spreche nunmal lieber mit einer Tessa oder einer Peggy als einem Account auf den mehrere Leute Zugriff haben. Kann man natürlich anders sehen. Okay, wenn es auf freitag.de so sein soll, muss ich das akzeptieren. An dieser kleinen Meinungsverschiedenheit muss man jetzt aber nicht die ganze Kritik festmachen… 😉

  36. […] unübersichtlich für mich. Die Leistung des darunterliegenden Plone CMS ist recht langsam. Chris ist hier schon sehr ausführlich mit diesen und anderen technischen, fachlichen und inhaltlichen Schwächen […]

  37. Ich finde das Freitags-Experiment spannend. Noch ist ja alles als Beta gekennzeichnet und hoffe, die technischen Probleme bekommt der Freitag noch in den Griff.

    Dem FAZ-Lob, was den Umgang mit Bloggern angeht, kann ich mich aber nur anschließen. Zwar hat FAZ.Net nach wie vor die furchtbarsten URLs — aber die besten Blogs, die auch auf FAZ.Net vernünftig beworben werden. Besonders empfehlensswert: Chaos as Usual

    Was ich am Freitag allerdings gut finde ist, dass sich sich als Meinungsmedium verstehen. Das ist meiner Meinung nach genau die Funktion der Medien, die auch im Zeitalter des Internets nach wie vor dringend benötigt wird: Inmformationen darstellen, Hintergründe beleuchten und vor allem: einordnen. Dass der Freitag dabei sich von seinen rein linken Wurzeln etwas getrennt hat und ein breiteres Meinungsspektrum abbildet, finde ich ebenfalls gut.

  38. Anna Dorothea sagt:

    Puuh! Meine ersten Gedanken: Viel zu lang, diese Kritik. Sie haben also einen wichtigen Punkt, vielleicht DEN wichtigsten Punkt («Niemals den Leser langweilen») nicht beherzigt.

    Das Bild mit der Küste und dem Hafen ist schief, ein weiterer Kritikpunkt. Sprachlich werden Sie für meinen Geschmack ziemlich polemisch («unglaubliche Katastrophe»). Der 11. September war für mich eine unglaubliche Katastrophe. Was Sie beschreiben, ist es, mit Verlaub, nicht.

    Wenn jemand einfache Grundregeln des Journalismus nicht beherrscht, dann aber bei eine Zeitungskritik Professionalität vorgibt, macht mich das immer ziemlich ratlos … und ich habe wenig Lust, noch die Blattkritik zu lesen (die habe ich mir dann auch geschenkt).

    Sie betonen immer wieder, wie oft der Freitag an Sie herangetreten sei, dann aber wurde Ihr Rat nicht beherzigt… Eine kleine Profilneurose kann ich also auch nicht ganz ausschließen — oder nennen wir es «gekränkte Eitelkeit».

    Ich hätte mir eine sachlichere Kritik besser zu Gemüte führen können — mit etwas mehr «maturity».

    Herzlich

    Anna Dorothea

  39. Cem Basman sagt:

    @Teresa, ihre Blogbeiträge und Kommentare hatte ich gestern spät auch schon entdeckt. danke noch einmal für den Hinweis.

    Die Diskussionen können wir gerne dort führen, wo sie initiiert und angesprochen werden. da bin ich vollkommen frei und offen.

    Vielleicht wäre es ja gar nicht schlecht, beim «Freitag» eine Ecke dafür freizuhalten. Was meinen Sie? Meist ist es so etwas wie ein Forum.

  40. […] am 24.3.: Der Blogeintrag Das Versagen des Freitag gibt interessante Einblicke in Interna. SocialBookmarke dies! […]

  41. Oliver sagt:

    @Anna Dorothea

    >Viel zu lang, diese Kritik.

    Auch darüber stritt ich schon mit meinem Freund und Kollegen. Meiner Meinung nach ist jedes Wort zuviel.

    >Der 11. September war für mich eine unglaubliche Katastrophe.

    Mir fehlen heute noch die Worte, aber das gemeine Fußvolk hat ob mehr Zerstreuung auch noch höher gesetze Hemmschwellen.

    >Wenn jemand einfache Grundregeln des Journalismus nicht beherrscht,

    Vielleicht haben Journalisten eine Profilneurose? Der eigenes geschaffene Mikrokosmos gerät mehr und mehr ins wanken, Print stirbt und im Netz versucht man vergeblich Fuß zu fassen. Mmh, mancher einer würde in solch einer Situation vielleicht eher tiefer stapeln.

    >mit etwas mehr “maturity”.

    Mehr Reife? Da fallen die Leute mit den Anglizismen auch drunter — stören mich nicht wirklich, aber den Vasallen des einstigen Meinungsmonopols gereichen derlei offensichtliche sprachlichen Verfehlungen ansonsten doch zu dicker Polemik nebst langatmigen Artikeln.

    Wieviel meiner Kenntnisse und Erfahrungen als Geisteswissenschaftler muß ich übrigens leugnen, um in die heiligen Hallen des Journalismus aufgenommen zu werden? Jeder ambitionierte Student im Grundstudium hat mehr Quellenkritik, Rechereche etc. pp. intus.

    So long and thanks for all the fish …

    P.S. ich bin kein Leser des Freitag und kein Freund von Augstein

  42. Sawo sagt:

    Sich so ausufernd über den Pfusch der miserablen Verpackung dieses, irrtümlich Freitag genannten, Beta-Projekts zu ereifern, ist zwar verständlich, aber nicht zielführend. Die wahre Katastrophe liegt darin, dass eine hervorragende linke Wochenzeitung zum Boulevardblättchen umfunktioniert wurde (das sich nicht schämt, beliebige und völlig sinnfreie Artikelchen wie z.B. den über den Hund eines amerikanischen Präsidenten zu veröffentlichen). Aber wie schon in einem Kommentar im Freitag zu lesen war: Jakob Augstein hat sich eine Zeitung gekauft, und kann nun damit machen, was er will.

    Das oder der Blog als Aufreger? Im Süden der Republik und im benachbarten Alpenland sagt man «das» Mail — mindestens ebenso ausgefallen und nicht gewöhnungsfähig.

  43. […] Bei F!XMBR ist zu lesen warum die gehypte Zeitungsplattform “der Freitag” den Bach runtergeht […]

  44. Mir ist nicht klar, was jetzt die Kritik ist. Der fehlende Professionalismus bei der technischen Umsetzung sollte kein Problem sein. Das kann man ziemlich schnell ändern, wenn man es für nötig hält. Ob man der blog oder das blog schreibt, ist nun wirklich keine Frage von besonderer Relevanz; ich bin aber auch kein blogger und muss mich also nicht aufregen. Oder ist es die inhaltliche Ausrichtung des Freitag bzgl. des Themas Neoliberalismus? Das kann ja sein, hat aber mit dem Web 2.0 nichts zu tun.

    Der Verweis auf die FAZ war gut. Thomas Strobl etwa ist ja nicht als blogger interessant, sondern weil er schlicht interessante Dinge zu sagen hat — und das auf eine zeitgemäße Web 2.0 kompatible Art und Weise macht (Das meine ich natürlich ganz neutral … ). Das gilt übrigens auch für Don Alphonso — und für Leute, die nicht bei der FAZ schreiben. Etwa egghat oder Dieter Wermuth im Herdentrieb der Zeit. Will jetzt nicht alle nennen, die man nennen könnte. Wenn der Freitag also ein Problem haben sollte, das ich aber nicht wirklich beurteilen kann, dann das, ob man dort diese Texte findet. Und die Konkurrenz im Web 2.0 ist ziemlich groß. So einfach ist das.

    Das Problem bei publizistischen Angeboten wie dem Freitag ist das Erreichen einer gewissen Reichweite und Relevanz zwecks Refinanzierung. Sie bekommen ja keine Gebühren … . Als blogger ist man darauf nicht angewiesen, sondern schreibt halt was einem auffällt. Wenn es viele lesen, ist es schön, wenn nicht, hat man Pech gehabt. Man braucht aber kein Geschäftsmodell. Als die Zeitenwende ihren sehr guten blog eingestellt haben, waren sie genau an dieser Frage gescheitert. Nun wird Augstein mit dem Freitag kein Hobby betreiben wollen. Aber er sollte sich an seinen Vater erinnern.

    Der würde heute sicherlich auf Spiegel online seine Artikel veröffentlichen — und es wäre ihm bei aller Eitelkeit völlig egal gewesen, ob er nun Applaus bekommt oder nicht. Der war auch schon zu Printzeiten eine Art blogger, weil er schlicht keine Rücksichten nehmen musste. Der Spiegel schwamm im Geld, dass er nicht mit den Kommentaren von Augstein verdiente. Aber daraus kann man einen Hinweis ableiten, ganz kostenlos: Man sollte nicht krampfhaft versuchen, mit der Integration von Bloggern ein neues Geschäftsmodell zu entwickeln. Das funktioniert nicht. Ob Web 2.0, Print oder Radio. Entweder sind Beiträge interessant oder langweilig. Daran hat sich überhaupt nichts geändert. So einfach ist das.

    Und jetzt zurück zur Finanzkrise … .

  45. G. Helmer sagt:

    Ich kann die Enttäuschung teilen. Bin wieder zu den «Blättern für deutsche und internationale Politik» zurückgekehrt, weniger Kultur, mehr Politik. Sie konzentrieren sich wenigstens aufs Kerngeschäft — ohne viel Firlefanz.
    Wer will: Blätter für deutsche und internationale Politik

  46. Chris sagt:

    @f.luebberding: [Off Topic] Sollte wir nicht das Kind langsam beim richtigen Namen nennen und von Weltwirtschaftskrise sprechen und nicht mehr verniedlichend von Finanzkrise? 😉 [/Off Topic]

    Jakob Augstein hat in einem für mich arroganten wirkenden Pamphlet, aus dem Elfenbeinturm schreibend, geantwortet:

    Über die Netznomaden. Kleine Kritik an der Kritik am Freitag

    Nun war mein Artikel harte Kritik und mir wurden schon andere Dinge als Nomade an den Kopf geworfen. Ich kann damit leben. Es wird man aber Freitag-Bloggern wie ChristianBerlin oder EtienneRheindahlen, um nur zwei kleine Beispiele zu nennen, gerecht. Ich kann mir vorstellen, wer da unter anderem den Einflüsterer gespielt hat — sei es drum, vielleicht heute Abend ausführlich dazu mehr. Das Pamphlet zeigt aber, woran der Journalismus in Deutschland derzeit scheitert. Man wähnt sich immer noch als das Non plus ultra — als die zu Höherem berufenen Journalisten:

    Und als solche Zweifler. Wer das nicht versteht, versteht Journalismus nicht. Journalismus heisst Zweifeln.

    Das mag richtig sein, oder auch nicht, das mögen Journalisten unter sich ausdiskutieren. Wennn allerdings damit Bloggern und Kritikern der Journalismus übergestülpt werden soll, dann kann man Jakob Augstein & Co. nur zurufen, geht sterben. Also jetzt bildlich gesprochen, die journalistischen Erzeugnisse sind damit gemeint.

    Journalisten sind keine Blogger. Blogger sind keine Journalisten.

    Wer Bloggern Journalisten diese Kappe aufsetzen will und daran messen will, hat schon verloren. Zurecht. und ich behaupte immer noch, der Freitag positioniert sich mitte-rechts. Da beweist allein der Vorwurf, Kritiker, wurden im Gestern leben. Die Vorwürfe werden nicht erst seit der Schröder-Regierung erhoben.

    Der Freitag ist einzigartig? Wow, die Spiegel auch, die SZ auch. Aber insbesondere jedes einfach Blog da draußen.

    Online sind Monate wie Jahre im Print.

    Wer das nicht versteht, wird untergehen. Die Zeit gibt es im Netz nicht. Kann man verurteilen, kann man kritisieren. Ist aber so. Die Konkurrenz schläft nicht. die FAZ hat heute schon die besten Sachen des Freitag übernommen und in die eigenen gefestigten Strukturen integiert.

  47. Chris

    Also so schlimm finde ich Augsteins Artikel nicht. Er hat wahrscheinlich als Gärtner geschrieben … . Er hat ja auch die Kritik strukturiert. Technisch, inhaltlich und emotional. Der Punkt mit der Langsamkeit und der Qualität scheint mir zwar für Tageszeitungen nicht zu stimmen, auch gab es schon immer viel Schrott im Printbereich. Journalismus heisst Zweifeln, wohl wahr, nur ist das ist nicht das Privileg des Journalisten. Augstein meint was anderes. Als Journalist will man, jenseits der eigenen Überzeugungen, erst einmal die Fakten kennen. Dass sich manche an diesen Grundsatz nicht halten, ist klar, spricht aber nicht dagegen. Aber das prägt das eigene Selbstverständnis. Manche werden darüber zum Zyniker. Das heißt nicht, dass das blogger nicht auch machen, nur ist das nicht ihre Motivation zu schreiben. Sie wollen ihre Meinung sagen — die Meinung der meisten Journalisten interessiert aber kein Mensch. Augstein kann dazu sicherlich etwas sagen — wie es beim Spiegel vom Senior war. Da hatte meistens nur einer eine Meinung … . Journalisten arbeiten eben Informationen auf, mal gut, mal schlecht. Das ist eine völlig andere Herangehensweise. Das hat mit höherer Berufung nichts zu tun. Er hat auch, denke ich, ganz gut beschrieben, dass die Tradition des Journalismus quer verläuft zum Web 2.0. Der wichtigste Punkt ist aber, dass das Web 2.0 ein reflexives Medium ist. Der Journalismus muss sich plötzlich legitimieren, wird in Frage gestellt, kommentiert und womöglich in der Luft zerrisssen. Das ist man früher so nicht gewöhnt gewesen. Da gab es nur die Leserbriefe und die wenig beeindruckende Drohung mit der Abokündigung. Zugleich liegt da ja auch eine Chance. Ich lerne viel von Kommentatoren. Sie geben Anregungen, man kann Themen weiterentwickeln usw. Dass der Freitag eine Art Mischform aus Print und Web. 2.0 versucht, finde ich daher schon ein interessantes Experiment. Nur müsste sich diese Dynamik dann auch im Blatt wiederfinden.

    Nur woran sich Augstein gewöhnen muss, sind tatsächlich die Umgangsformen … . Also Deine Kriitk war weder beleidigend, noch Trollmäßig verfasst, wenn ich sie auch nicht teile. Da bin ich wirklich andere Sachen gewöhnt … . Augstein hätte also den Quatsch mit den Netznomanden und seinem Städtebauprojekt lassen können — vor allem im Zusammenhang mit dieser Kritik hier.

    Seine «irgendwie links» Haltung habe ich schon einmal gehört … das ist aber lange her … . Mich persönlich interessiert das überhaupt nicht, ob jemand links ist oder nicht, wenigstens nicht bei der Beurteilung von Artikeln. Wer sich zur Geldpolitik der EZB äußert, muss erst einmal etwas Inhaltliches dazu sagen. Einer unserer Bezugspunkte im blog ist Willem Buiter. Der teilt aber mit Sicherheit nicht meine politischen Überzeugungen … . Augstein beschreibt seine Motivation so:

    «weil ich — und sehr viele andere Leute — keine Lust auf ideologische Festlegung, politmorale Rechthaberei und engstirnige Gestrigkeit haben. Mit den Rezepten, die gestern gescheitert sind, wird man die Krankheiten von morgen nicht heilen. Wir brauchen neue.»

    Ja, hier liegt der Hund begraben. Es geht nämlich nicht um ideologische Festlegung, sondern überhaupt etwas von diesen sogenannten Ideologien zu verstehen … . Das ist auch die Voraussetzung für Streit. Wir haben bei uns nicht ohne Grund schon im Sommer vergangenen Jahres über Stamokap, Lenin und Rathenau diskutiert. Einfach Dinge ausprobiert. Wo findet man was, um die heutige Lage zu verstehen? Das ist im Web viel einfacher als das in den langsamen alten Medien der Fall war. In der Beziehung ist es unschlagbar. Nur sollte man die Rezepte von gestern kennen, bevor man diagnostiziert, dass sie gescheitert sind … . Ansonsten landet man nämlich beim bla-bla … und zwar von Montag bis Sonntag.

    Ansonsten bin ich bzgl Finanzkrise wirklich noch im alten Modus … .

    Gruss Frank

  48. Chris sagt:

    Ich finde auch immer noch, dass der Freitag ein spannendes Experiment ist. Nur habe ich mittlerweile große Zweifel. Man begeht unfassbare Fehler, die Ausrede Beta war schon im Web 1.0 immer für einen Lacher gut — und ob ich den Artikeln nun zustimme oder nicht, sie bringen mich zum Nachdenken. Nur irgendwas stimmt mit dem Gesamtpaket nicht.

    Mein erster Gedanke (s. o.) arrogant, war vielleicht nicht der richtige Ausdruck. Dass er «zurückschlägt», dagegen sage ich nichts, im Gegenteil. Das beweist, sie beschäftigen sich mit der Kritik. Das ist gut, nur so können sie sich weiterentwickeln. Ich glaube, Markus hat es in seinem Kommentar unter dem Augstein-Artikel am besten festgehalten:

    Herrlich von oben herab diese konzeptionelle Selbstbeweihräucherung. Herrlich von oben herab mit welchem Selbstverständnis das Rad neu erfunden wird. Aber mal im Ernst: Dasselbe hätte die Musikindustrie schreiben können. Oder aktuell die Buchverlage. […] Herr Augstein, Sie reden über das Fernsehen und über zappende Fernsehzuschauer, ist Ihnen das eigentlich klar?

    Ich glaube wirklich, dass gerade Journalisten nicht wirklich das Internet verstehen. Sie verstehen nicht, was gerade passiert, warum ein Blogger ihnen die Ohren lang ziehen kann oder warum ein Kommentator mit einem einfach Link den lang recherchierten Artikel zerpflückt. Sie stehen staunend daneben — im günstigsten Fall wollen sie mitspielen, im Regelfall den Journalismus über das Internet-Dingens stülpen. Letzteres ist offensichtlich auch beim Freitag der Fall.

    Beim Freitag kommt wohl dazu, dass im Hintergrund der eine oder andere Berater sein Geld verdient oder seine Spiele treibt.

  49. […] Luft machte zunächst Christian Sickendieck (Fixmbr) seinem Ärger. Deutlich moderater folgte ihm Cem Basman (Sprechblase), bevor die Debatte […]

  50. Werner sagt:

    Hallo,

    eine vielleicht dumme Frage:
    Was genau ist an dem Blogeditor denn so schlecht? Welche Funktionen fehlen?
    Ich kenn mich da nicht so aus (mit WordPress z.B.) — und finde den Blogeditor vom Freitag eigentlich relativ logisch.

  51. […] Luft machte zunächst Christian Sickendieck (Fixmbr) seinem Ärger. Deutlich moderater folgte ihm Cem Basman (Sprechblase), bevor die […]

  52. Ich hätte es vielleicht doppelt moppeln sollen: «Herrschaftlich von oben herab …»

    @Chris, wenn es Dir nicht zuviel Zeit kostet, dann wäre evtl. eine chronologische Auflistung der im Laufe der Zeit aufgelaufenen Kritik ganz hilfreich.

    Man kann eigentlich ganz sachlich nachweisen, dass die Kritik nicht einfach aus blauem Himmel kommt, sondern eine Geschichte hat.

  53. Antje sagt:

    Danke für diesen Beitrag!
    Ich hatte, wie hier wohl die meisten, den Auftakt des Freitag und das Engagement von Herrn Augstein mit großem Wohlwollen begleitet.
    Da ich die FAZ aber schon viel länger verfolge, als den Freitag, konnte ich hier nun auch die Entwicklung sehen.
    Mein Resümee stimmt insoweit mit Chris‘ überein.
    Der Freitag hat etwas sehr groß angekündigt und sehr schlecht umgesetzt, was die FAZ ohne großes Bohei einfach getan hat.
    Das Problem des Freitag — die technischen Dinge vermag ich nicht zu beurteilen — liegt in meinen Augen darin, dass das Erscheinungsbild zu «naiv» ist. Mutet irgendwie an, als wollten wir jetzt mal eine Studentenzeitung im Experiment auf den Markt bringen. Wäre per se ja auch nicht schlimm, nur, der Anspruch war doch ein völlig anderer.
    Hinzu kommt, und das hat die FAZ eindeutig besser gelöst, dass die Leserin/der Leser beim Freitag überhaupt nicht mehr unterscheiden konnte, was nun recherchierter Journalismus ist und, was ‘Citizen Journalism‘ ist.
    Nicht, das letzteres immer schlecht oder schlechter sein muss, aber, es verwirrt doch.
    Die FAZ hat ganz klar gute Blogger eingekauft, diese tatsächlich den Journalisten gleichgestellt und eine Plattform für Kommentare (wie viele andere Zeitungen auch), für alle ihre Beiträge ermöglicht.
    Das war für mich der entscheidende Schritt!!! Nicht ein eindeutiges «Vielleicht». Wir schauen mal, nach dem «survival of the fittest» (Darwin Jahr :-D) Motto, wer sich bei den Leuten durchsetzt, sondern, wir als Zeitung, wir als erfahrene, studierte, solidarische…Journalisten stehen zu unseren Bloggern. Die dürft ihr alle, liebe Leser, hinreichend kritisieren, aber wir geben den seriösen Journalismus nicht dem Circus maximus gleich, der Menge zum Fraß vor.
    Das hat Herr Augstein, obwohl ich überzeugt bin, dass er etwas anderes, besseres wollte, völlig unterschätzt.
    Und jetzt ist er leider auch noch das, so entnehme ich es seinem neuesten Artikel, was man gemeinhin beratungsresistent nennt. Soooo schade. Ich hätte mir, wie so viele andere auch, so gerne einen guten, kritischen Freitag gewünscht. Denn, um das noch abschließend zu sagen, ich bin inhaltlich ganz oft nicht mit dem einverstanden, was die FAZ schreibt! Da hätte ein guter Freitag zum Ausgleich sooo sehr Not getan!!! Trotzdem ist sie von der Substanz her die beste deutsche Zeitung.
    Schade

  54. […] müsse man sich in die Community einloggen. Die ist freilich technisch so grottenschlecht programmiert, dass die Aussage des Inhabers, dass Journalismus sich dem Ethos verpflichtet fühle, schon […]

  55. Werter Herr Augstein — die Neuausgabe des «Freitag » ist eine Enttäuschung. Schon die Optik gleicht sich anderen Blättern an, so verliert die Wochenzeitung ihr einzigartiges Gesicht. War das Layout früher durch Leichtigkeit, Durchsichtigkeit und politisch links geprägt, ist diese jetzt klobig und protzig.
    Die Seite A-Z der Gegenwart ist eine Katastrophe, sie lädt zum Weggucken ein. Ich habe 40 Jahre die Zeitung gelesen und nun werde ich sie weinend abbestellen oder man korrigiert, denn ich bin nicht der Einzige, der kritisiert. Ich allein kenne 20 Bekannte, die so denken. Klaus Fiedler

  56. @Anna Dorothea: Ich denke, lesen muss man eben, ob lang oder kurz. Selbst wenn man »Gekränktsein« meint ausmachen müssen: Was war denn nun inhaltlich so verkehrt? Daher finde ich Ihre Kritik nachlässig und oberflächlich. Wer den Freitag (bzw. seine Vorgänger) fast sein ganzes politisch-bewusstes Leben kennt und gelesen hat, der trauert. Dass einen das neben Trauer mit Wut erfüllt, das erlebe ich selbst momentan auch. Wenn einem die Zeitung weggenommen wird. Nach — gefühlten — 40 Jahren. Und wenn man mit seinen Vorschlägen ignoriert wird, wie das heute ja gang und gäbe ist: Dann ist man gekränkt-eitel? So ein Quatsch. Dann ist man enttäuscht, und das ist normal, selbstverständlich und — wenn Sie so wollen — verzeihlich.


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