Das Versagen des FC Bayern München. Eine schonungslose Abrechnung.

Eines gebietet die sportliche Fairness vorab: Herzlichen Glückwunsch an den FC Chelsea zum Gewinn der Champions League. Die Mannschaft als Spielzeug des Roman Abramowitsch, die Spieler als Milliardärstruppe zu bezeichnen, wird den Tatsachen nicht im Ansatz gerecht. Als wenn die Spieler in Madrid, Barcelona oder auch München weniger Geld als in London verdienen würden. Wer gestern Abend gesehen hat, wie Didier Drogba Bastian Schweinsteiger in den Arm genommen hat, der hat einen großen Sportsmann gesehen, der im größten Triumph eine große Geste gezeigt hat. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich Bayern-Fan wurde: Bekanntlich komme ich aus Osnabrück, da gibt es den VfL, natürlich braucht es da auch als Fußballfan, als aktiver Steppke einen Erstligaclub. Anfang der Achtziger liefen aber auch alle Schulkollegen mit HSV-Trikot über den Schulhof. Schon damals schlug mein Herz für die Schwächeren — ich habe mich dem HSV verweigert, wendete mich dem FC Bayern zu, wurde ausgelacht, bin dabei geblieben. Seitdem schlägt mein Herz rot.

Man erlebt als Fan die Höhen und Tiefen des eigenen Vereins mit. Noch heute kommt mir das Champions League Finale von 1999 wie ein falscher Film vor. Im Rückblick auf diesen Abend in Barcelona wird heute vielfach davon gesprochen, dass diese Niederlage erst den Sieg 2001 begründet hat — und auch die Meistertitel in den folgenden Jahren, Stichwort Unterhaching, Schalke, niemals aufgeben. 1999 war ich einfach nur leer. Als Bayern-Fan im hohen Norden hat man es niemals leicht, damals aber mit der durchaus streitbaren und arroganten Mannschaft, musste man sehr viel aushalten können. Und wir haben es gerne getan. Die Zeit nach dem Finale war nicht einfach. Doch es war unserer FCB.

Heute, nach den Finale dahoam, fühle ich mich nicht leer. Ich bin schlicht und ergreifend wütend. Die Niederlage gestern ist hausgemacht und Folge einer völlig falschen Vereinspolitik. So leid es mir tut, es geht beim Trainer los. Louis van Gaal war mehr oder weniger verhasst — doch unter van Gaal wurde noch auf dem Rathausbalkon gefeiert. Zwei Jahre unter Heynckes — und der FC Bayern von heute lässt sich fast mit dem Wort Tristesse umschreiben. Wer vor dem Finale Robben nach den Erfahrungen der letzten Wochen und Monaten, wer weiß, dass Arjen Robben nie die stärksten Nerven hatte, immer noch als Elfmeterschützen Nummer 1 aufstellt, der gehört zumindest hinterfragt. Heynckes sollte eine Übergangslösung sein — man sollte dringend überlegen, ob diese Übergangszeit nun zu Ende geht. Jupp Heynckes wird sicherlich andere Aufgaben im Verein finden, der FC Bayern sorgt für die Seinen, doch als Cheftrainer ist er einfach nicht mehr zeitgemäß. Es bleibt zu hoffen, dass Heynckes dies selbst einsieht und nicht zum Rücktritt gedrängt werden muss.

Und wo wir gerade über Arjen Robben gesprochen haben: Robben ist schlicht und ergreifend ein Schönwetterspieler. Sicher, er hat seine genialen Momente, doch von diesen lebt er dann zwei, drei — bis zu zehn Spiele und mehr. Robben kann ein Spiel entscheiden, doch wann hat er dies zuletzt getan? Ich halte die Vertragsverlängerung von Robben für ein fatales und falsches Signal. Damit hat sich der FC Bayern auch ein stückweit von Robben, von dem erfolglosen Spielsystem der letzten Jahre abhängig gemacht. Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Robben ist auch unter Bayern-Fans ein streitbarer Spieler — ob er nach dieser Saison jemals wieder akzeptiert wird, wie es zu unserem Verein gehört, bleibt zu abzuwarten. Robben steht symptomatisch für mehrere Fehlentscheidungen der letzten Jahre.

Und so leid es mir tut, nun müssen andere Bayern-Fans sehr hart sein: Mit einem Bastian Schweinsteiger und einem Philipp Lahm gewinnst Du keinen Pott. Schweinsteiger wurde gestern dafür gefeiert, dass er zumindest zum Elfmeter angetreten ist — aber es muss auch darüber gesprochen werden, wie arrogant er diesen verschossen hat. Dann doch lieber wie Uli Hoeneß 1976 in den Himmel von Belgrad. Schweinsteiger und Lahm sind einfach liebe Spieler, ich würde sie zugespitzt als ewige Talente bezeichnen. Große Bayern-Erfolge wurden mit einem Lothar Matthäus, einem Stefan Effenberg oder einem Oliver Kahn errungen — ein Philipp Lahm muss ein infantiles Buch schreiben um sich Gehör zu verschaffen. Auch möchte ich nicht in die Lobeshymnen einschwenken, Lahm hätte gestern ein überragendes Spiel abgeliefert. Das mag vielleicht für die Defensive gelten, in der Offensive ist er teilweise durch die Gegend gestolpert wie meine Oma beim Einkaufen. Der FC Bayern braucht jetzt dringend einen neuen Beißer, einen Anführer, im aktuellen Kader ist kein Spieler, der dies könnte, die diese Klasse besitzt.

Der FC Bayern hat sich hier auf einen Weg begeben, den Jogi Löw mit der Fußballnationalmannschaft vorgezeichnet hat: Angepasste junge Spieler, die sicherlich hervorragend Fußball spielen können und großes Potential haben — jedoch das letzte Quäntchen Kraft, das letzte Quäntchen unbändiger Wille fehlt. Der Vergleich mit der Fußballnationalmannschaft ist dabei gar nicht mal weit hergeholt — auch unsere DFB-Elf hat unter Löw und unserer goldenen Generation noch keinen Titel geholt. Die EM wird für das Team sehr schwierig werden. Es gab gestern, gerade von Fußballfans anderer Vereine hämische Kommentare — und dann wird man sich wundern, warum die Nationalmannschaft nichts bei der EM reißen wird. Der Hass auf den FC Bayern ist heute immer noch stärker als der eigene Wunsch nach Erfolg.

Dass es gestern überhaupt ein Finale dahoam gab, war schon fast eine kleine Sensation. Seit Louis van Gaal auf dem Rathausbalkon davon gesprochen hat, die Champions League zu gewinnen, hat der FC Bayern auf dem Platz nie wieder das sogenannte Mia-san-Mia-Gefühl ausgestrahlt und den Gegner allein mit der eigenen Präsenz beeindruckt. Dortmund hat zwei Jahre lang die Meisterschaft verdient gewonnen und den FC Bayern in Grund und Boden gespielt. Diese Meisterschaften waren keine Ausrutscher, die Schale ist nicht ausgeliehen worden, Dortmund hat sich die letzten Jahre hart erarbeitet, die Titel waren hochverdient — und sie waren auch eine Folge einer fast unsäglichen Vereinspolitik des FC Bayern.

Womit wir zur letzten Baustelle kommen: Sicher, Uli Hoeneß hat es mehr als verdient, den Managerposten, das Alltagsgeschäft, den täglichen Stress abzugeben und auf den Stuhl des Präsidenten zu wechseln. Wenn es eine Person im Verein verdient hat, dann Uli. Ohne unseren Manager wäre der FCB heute nicht der FCB. Doch genau hier liegt eben auch ein Problem: Uli Hoeneß ist nicht mehr der Manager, unser Manager heißt heute Christian Nerlinger. Man hat oft den Eindruck, als hätte der Profi, Mr. Bayern, den Job einem Amateur übertragen. Uli Hoeneß’ Stärken waren nicht nur die das Alltagsgeschäft, diesen unfassbare Gespür fürs Finanzielle, fürs Kommende, für alles, was mit dem Fußball zutun hat, sondern eben auch, sich vor die Mannschaft zu stellen.

In Mikrofone zu schreien, die Medien auf sich zu ziehen um Druck von der Mannschaft zu nehmen. Hoeneß schaffte es immer hervorragend, neben dem Platz zu provozieren, damit die Spieler in Ruhe ihrem Job nachgehen konnte. Geschieht dies heute, wirkt das eher verzweifelt, weil er eben nicht mehr jede Woche in den Medien präsent ist. Es liegt wahrscheinlich in der Persönlichkeit Nerlingers begründet, dass er dafür kein Typ ist. Jedoch musst Du das beim FC Bayern sein. Auch an diesem Punkt scheint der FCB eine Kopie der Nationalmannschaft formen zu wollen. Auch hier ist ein Umdenken nötig. Es braucht einen Uli Hoeneß als Manager, zumindest den Typus Uli Hoeneß. Der FC Bayern sorgt für die Seinen — es findet sich mit Sicherheit im Fanshop ein neuer Job für Christian Nerlinger.

Was werden wir in einem Jahrzehnt über das gestrige Finale sagen? Vielleicht begründet diese unfassbare und doch folgerichtige Katastrophe eine neue Bayern-Ära, vielleicht stellt sich mit dem gestrigen Tag ein jetzt erst Recht ein. Dafür benötigt es aber eine schonungslose Analyse — ohne Rücksicht auf jegliche Namen. Allein der FC Bayern, unser Verein, ist wichtig. Wenn hier nicht offen und ehrlich eine Bestandsanalyse erfolgt, könnte der gestrige Tag den Anfang vom Ende des großen FC Bayern begründen. Das gilt es zu verhindern. Das Schlimme an der derzeitigen Situation ist: Wir haben selbst schuld. Wir lassen den Job eines Uli Hoeneß, einen der wichtigsten Jobs im Verein, von einem Amateur machen, wir rufen Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm zu, sie seien Stars, wir klopfen uns selbst stolz auf die Brust, weil der Weltstar Robben beim FC Bayern spielt. Die Realität sieht anders aus. Das hat nicht nur das gestrige Finale gezeigt, sondern die gesamten letzten zwei Jahre haben dies eindrucksvoll bewiesen.

Wir müssen handeln.
Für unseren FCB.
Uli Hoeneß, übernehmen Sie!

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12 Antworten zu “Das Versagen des FC Bayern München. Eine schonungslose Abrechnung.”

  1. Gast sagt:

    Zu aller erst wünsche ich dem Autor, dass seine Wut bald verfliegt und er sich wieder mit Muse den «wichtigen» Dingen des Lebens widmen kann ;)

    Und nun zum Spiel. Nein, nicht zum Spiel sondern zur Legendenbildung beim FC Bayern und den in Deutschland parallel geschalteten Medien. Dass die Bayern gestern die bessere Mannschaft waren. Bullshit! Die Blauen haben die Roten spielen lassen. Die Blauen haben auf die Statistik (Ballbesitz, Eckballquote, Anzahl der Torschüsse) nichts gegeben. Für statistische Werte kann man sich nichts kaufen. Sie bringen nicht den Sieg. Es gab keine einzige Torchance, die man als 100%ige hätte bezeichnen können. Ein paar Torschüsse, bei denen sich immer ein blaues Bein oder ein blauer Oberkörper zum abblocken fand. Und das muß man auch als Qualität bezeichnen!

    Die Bayern hatten, wie vor 2 Jahren, eine reifere, abgezocktere Profitruppe als Gegner. Im Durchschnitt ein paar Jahre älter und damit erfahrener. Chelsea konnte nach dem 1:0 promt kontern. Das ist auch Qualität!

    Die Selbstreflektion der Bayern ist seit Jahren, wenn nicht seit Jahrzehnten gestört. Und der Blick der Medien auf den FC auch.

    Wenn Löw nicht aufpasst wird er mit einer auf Lahm, Schweinsteiger, Müller & Co. basierenden Mannschaft auch nur ein Vize-Trainer bleiben.

  2. Lenni sagt:

    Ruhig Blut. Als Berliner möchte ich ja nur mal darauf hinweisen:
    – In der Bundesliga sind sie besser als 16 andere
    – Sie sind nächstes Jahr wieder in der Championsleague
    – Im DFB Pokal habe sie N-1 Spiele gewonnen und sind damit besser als 9x% (müsste man mal nachrechnen)
    – In der Championsleague sind sie besser als all die hochgelobten Spanischen und Italienischen Vereine.
    Ja, 3*Zweiter ist Beschissen. Aber hallo? Das sind am Ende auch nur unschöne statistische Effekte, die aber nicht verschleiern können, dass sie in allen Pokalen/Ligen spitzenleistung erzielen und besser sind als alle anderen, ausser eben einem
    Richtig ärgerlich ist nur die verpasste Chance auf den Sieg dahoam. Alles andere ist in 3 Monaten schon Schnee von gestern.

  3. Sven sagt:

    FC-Bayern ist Geschichte, solange sich nichts ändert. Jupp Heynckes sollte die Mannschaft so schnell wie möglich verlassen. Er passt einfach nicht zu den Bayern. Wir reden hier von Mannschaft, obwohl es keine ist. Eine Mannschaft besteht aus einem Team, nur sehe ich kein Team, sondern nur arrogante und hochnäsige Spieler. Solange der FC-Bayern in seiner Vereinspolitik nichts ändert, wird diese Mannschaft ewiger Zweiter oder schlechter bleiben.
    Uli Hoeneß, wann haust Du endlich ordentlich auf den Tisch, damit die Spieler vom FC-Bayern auf den Boden der Realität zurückkehren.

  4. hoeschler sagt:

    Eine Anmerkung: Ein CL Finale unter «Tiefen» einordnen.. an der Stelle musste ich leicht schmunzeln.

    Viele Grüße vom Vizerekordmeister und Rekordabsteiger

  5. Cartagena sagt:

    Chris,

    lass Dir gesagt sein, dass nicht jeder, der irgendwas gegen Bayern in Deiner Timeline sagte voller Häme oder gar Hass war.

    Seit meinem ersten Premier League Spiel schlägt mein Herz für diese Liga. Seitdem ist die Bundesliga nur noch Randnotiz für mich. Und selbst als Gooner war ich gestern für Chelsea. Kann ja nicht angehen, dass Tottenham sich für die CL qualifiziert ;-)

    Und die deutsche NT wird bei der EM nichts reißen? So what, ein Konkurrent weniger.

  6. Anonymous sagt:

    Christian: Wie wäre dein Kommentar ausgefallen, wenn die Bayern das Finale gewönnen hätten? Das sind doch Nuancen, die im Endeffekt über Sieg oder Niederlage entscheiden. Die Bayern hätten auch 2001 das Elfmeterschießen gegen Valencia verlieren können…

    Und wo hier immer von der gloreichen Vergangenheit der Nationalmannschaft gesprochen wird: Die Deutschen waren schon immer gut im Verlieren von Endspielen. Siehe 66, 82, 88 aus der Vergangenheit. Die Elfmeterschießen gegen England hätten wir 90 und 96 auch verlieren können…

    Sieg und Niederlage hängen oft eng zusammen. Trifft Robben, ist er der Held, der Verantwortung übernimmt. Verschießt er, ist er der Depp. Schweinsteigers Schuss hätte vom Innenpfosten auch ins Tor gehen können.

    Für mich sind die Bayern Helden. Das Halbfinalrückspiel gegen Madrid wird für mich immer unvergessen bleiben!

  7. Abramowitz sagt:

    Auch ich war über die Niederlage der Bayern sehr enttäuscht. Ich werde mich aber davor hüten, jetzt einzelne Spieler (Robben, Schweini, Lahm) oder den Trainer zu schelten oder bewundernd in Richtung Dortmund zu schielen. Fakt ist:

    - der FC Bayern ist die einzige deutsche Mannschaft, die in der CL besteht.

    - Borussia Dortmund ist in der Champions League sang-und klanglos untergegangen und konnte nicht einmal gegen krisengeschüttelte Vereine wie Olympique Marseille bestehen. Seit mehr als 6 Monaten kann sich Dortmund nur auf die Bundesliga konzentrieren (auch besser so, denn ihr internationaler Auftritt CL war eine schlechte und peinliche Werbung für den deutschen Fussball)

    - der Auftritt der Bayern in der CL in der letzten Saison (unter Van Gaal) war schwach (besser dass der weg ist).

    - immerhin haben die Bayern dieses Jahr einen Spitzenclub (Real Madrid mit einem Spitzentrainer) in der CL ausgeschaltet (ist also nicht alles schlecht). Im Halbfinale wurde Robben noch dafür gelobt, dass er Verantwortung übernommen hat, weil er den Elfmeter verwandelt hat ! (Fans sind oft undankbar)

    Es macht also keinen Sinn, jetzt wieder alles in Frage zu stellen. Schweinsteiger hat schon etliches für die Mannschaft geleistet und wird auf seiner Position als Weltklassespieler angesehen. Er war nach seiner langen Verletzungspause noch nicht topfit und nach der Verlängerung im CL Finale von Krämpfen geplagt. In Madrid hat er souverän verwandelt.

    Vielleicht wäre es sinnvoller, wenn der FC Bayern seine Prioritäten neu definiert. Ist es wirklich ein Drama wenn eine oder 2 Saisons ohne Titel ausgehen (Chelsea) ist Nr 6 in der PL) ? Eine Teilnahme im Finale in der CL ist erheblich prestigeträchtiger als eine deutsche Meisterschaft oder ein Pokalsieg.

    Sicher brauchen die Bayern ein wenig Verstärkung und eine verbesserte Spielphilosophie (manchmal schneller spielen, mehr Doppelpässe). Aber darüber kann man stundenlang streiten.

  8. Christian sagt:

    Dann sag ich mal was dazu hier als BvB Fan ;-)

    1. Als Sieger Größe zeigen (Drogba) kann jeder. Wirkliche Größe zeigt man in der Niederlage, und da sind anscheinend die allermeisten Profis ganz schlecht drinn (siehe Bayern nach dem verloren Pokalfinale. Einzig Schweinsteiger hatte die Größe dem Gegner zu gratulieren).
    2. Für jeden anderen Verein ist eine Saison mit dem 2. Platz in der Liga, und 2 mal Endspiel in Pokalwettbewerben ein Gewinn. Nicht für Bayern. Schaut mal über den Tellerrand (für diese Spielzeit): Barcelona bisher kein Titel, ManU bisher kein Titel. Sowas passiert halt mal. Muss der Verein auch mal 1–2 Jahre aushalten. Nur sollte man dann auch was ändern, z.B. neue junge Spieler einbauen, neue Taktik einführen, etc.
    3. Zum Trainer: Don Jupp hat imho mehrere Fehler begangen:
    a. Er hatte mal wieder kein Konzept für seine Mannschaft gegen ein rein defensives Team. Man doppele Robben und Ribery, falls der Aussenverteidiger mit angreift schickt man den 6er noch mit auf die Seite. Und das war’s. Danach fällt Bayern nichts mehr ein.
    b. Er wechselt schlecht. Wie kann man Gomez, der bereits seit 60 Minuten nur noch durch Anwesenheit glänzt, auf dem Platz lassen und Müller rausnehmen? Der Müller war der Einzige der ein wenig für Verwirrung gesorgt hat, weil er eben nicht stur seine Position gehalten hat. Der wollte! Kann man das von Gomez sagen?
    c. Wenn keiner der Spieler 11er schießen will, dann muss ich als Klassetrainer halt mal Leute bestimmen. Peng aus. Das Ganze ist doch kein Wunschkonzert.
    3. Wenn man Kritik an Spielern äußern will, dann muss man nicht zuerst über Schweinsteiger oder Lahm reden. Lahm war schon ok und Schweinsteiger läuft seiner Form seit der Verletzung hinterher. Er spielt eben wegen seiner Präsenz (außerdem: was wär die Alternative gewesen? Pranjic? lol). Aber was Kroos und Gomez gespielt haben geht mal gar nicht. Und über Robben sag ich besser nichts (ich lache immer noch über diese 11er von ihm, jedesmal flach und sanft in die von ihm gesehen rechte Ecke .. das weiß doch bald jeder Torwart), außer dass sämtliche Standardsituationen die er getreten hat wirkungslos verpufft sind.
    4. Die Bank der Bayern ist einfach nicht gut besetzt. Während der Verlängerung dachte ich mir: «Der Jupp muss doch nochmal wechseln». Nur: Wen sollte er bringen? Da war keine Klasse auf der Bank. Das müssen die Bayern ändern.

    Fazit: Nehmt mal den Kopf hoch ihr Bayern Fans, nächstes Jahr gehts eben wieder bei Null los. Und falls der Ärger und die Verzweiflung anhällt: Fragt mal bei Köln oder Hertha nach wie sich das anfühlt wenn man wirklich eine sch.… Saison gespielt hat ;-)

  9. Es ist schon sehr spannend als Dortmunder zu behaupten, ein guter Gewinner zu sein, kann jeder:

    Warum der BVB ein schlechter Gewinner ist. Adrenalin ist kein Argument.

  10. Solarix sagt:

    Also mal ganz ehrlich.…. das jammern ist wie ich finde nicht berechtigt. Das man das Finale vergeigt hat, war wohl kaum zu übersehen, so darf man ein Spiel nicht verlieren. Aber man muss die Leistung von Chelsea anerkennen. Jetzt zu jammern das Heynckes schuld ist, halt ich für absolut überzogen. Die Auswechslung von Müller war sicher nicht der klügste Schachzug, spielt aber auch gar keine Rolle mehr. Wer das CL Finale gewinnt hat es verdient gewonnen, egal wie. Das die Bayern international trotzdem eine sehr gute Saison gespielt haben, ist ja kaum zu übersehen. Niemand kommt durch Zufall ins Finale und die Mannschaft hat die Möglichkeit das wieder zu erreichen. Jetzt den Trainer zu feuern ist Murks, auch Manchester United hatte schon ganz schlechte Jahre und die halten trotzdem an ihrem nicht mehr ganz frischen Übungsleiter fest. Alle zwei Jahre ein neuer Trainer ist Humbug. Man sieht doch wie es beim VFB, dem HSV, oder gar Köln mit genau der Methode läuft, programmiertes Chaos. Man sollte die Kirche doch wirklich mal im Dorf lassen. Die Bayern werden wieder kommen, die sind keine Eintagsfliege.

  11. Christian sagt:

    Quote: «Es ist schon sehr spannend als Dortmunder zu behaupten, ein guter Gewinner zu sein, kann jeder.»

    Klar, das muss auch nicht sein was Neven da gemacht hat. Aber diese Aktion hatte natürlich eine Vorgeschichte (Robbens Fallsucht ist nicht nur anderen Vereinen sondern auch vielen Bayern Fans ein Dorn im Auge). Außerdem habe ich nirgends behauptet die Mehrzahl der BvB Spieler seien faire Verlierer, sondern was ich oben sagte war: «da sind anscheinend die allermeisten Profis ganz schlecht drinn». Das schließt auch unsere Spieler explizit mit ein.

  12. Ariane sagt:

    Nun ja, in vielem gebe ich dir Recht, Robbens Vertragsverlängerung hat mich nach dieser Saison auch überrascht, ich hätte ihn ja eher noch verschenkt :D
    Mit Lahm und Schweinsteiger bist du imo etwas zu hart, die sind beide großartige Spieler. Ich finde, das Problem ist eher, dass sie zuviel Verantwortung tragen, da fehlt obendrüber dann wirklich ein Kahn, der alle nach vorne peitscht.
    Dazu kommt noch, dass der Kader einfach eine Katastrophe ist und ich die Wechselpolitik von Heynckes arg merkwürdig fand. Im DFB-Finale hat er Contento! eingewechselt und jetzt im Finale van Buyten, mit seinem ersten Spiel seit Monaten. Wurde irgendwo trefflich als BuLi-Wechsel bezeichnet. Und Jupp ist für mich auch ein ewiger Interimstrainer, eine weitere Saison wäre vermutlich fatal. Imo bräuchte es wirklich einen harten Trainer, der Robben dann eben nicht mehr alle Elfer & Standards schießen lässt und Gomez dann auf die Bank setzt, wenn er außer Form ist (gut und einen Stürmer, den man dann spielen lässt).
    So einen Trainer muss man aber erstmal finden und irgendwo die Geduld, dass man dann eine Saison lang vielleicht nicht mehr Vizebayern, sondern nur Europaleague-Bayern ist.


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