Das mit der Krise

Die derzeitige Weltwirtschaftskrise ist für viele Menschen noch weit weg, sie betrifft sie nicht, sie hatten ja keine Aktien — und überhaupt, ihre Sparbücher sind sicher. 27 Jahre lang habe ich in Osnabrück gelebt, bin dort aufgewachsen und eben alles getan, was man im ersten Viertel seines Lebens so tut. Osnabrück hat, wie andere Städte auch, große traditionsreiche Unternehmen. Eines davon ist Karmann. Wer bei Karmann arbeitete, hatte es geschafft, war stolz — der Karmann Ghia ist legendäre Automobilgeschichte. Nun hat die Weltwirtschaftskrise dem großen, alten Osnabrücker Unternehmen das Ende bereitet. Karmann hat Insolvenz angemeldet. Selbstverständlich soll der Kern des Unternehmens, mit so vielen Arbeitsplätzen wie möglich, gerettet werden — warme Worte, die nicht verhehlen können, dass die Krise bei den Menschen eben doch angekommen sind. Nach Märklin, Schiesser stirbt nun eine weitere Traditionsmarke. Und ich behaupte, wir stehen erst am Anfang dieser Krise. Sie — wir — fallen wie die Fliegen…


Ham Hock | CC-Lizenz

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Eine Antwort zu “Das mit der Krise”

  1. SwA sagt:

    Karmann hat Insolvenz angemeldet?? Da bin ich als jemand, der auch in Osnabrück aufgewachsen ist, schon schockiert. Was kommt als nächstes, Piepenbrock vielleicht?

    Danke für den Artikel, das wäre mir wohl sonst an mir vorbei gegangen.

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