Das mit den Google+ Games

crimecity

Wer F!XMBR regelmäßig verfolgt, weiß, dass ich durchaus auch das eine oder andere Spiel mein Eigen nenne. Die alten Klassiker sind unerreicht — heute investiere ich durchaus den einen oder anderen Euro in ein Indie-Spiel und unterstütze so die Entwickler und habe natürlich meinen Spaß.

Als Google+ seine Spiele angekündigt hat, waren in meinen Circles und ich einer Meinung: Die Spiele wurden abgelehnt. Ich habe mir die Spiele in den letzten Tagen angeschaut und frage heute: Warum? Eigentlich sind sie harmlos. Die Antwort ist aber doch relativ einfach: Facebook hat diese Form von Browserspielen schlicht und ergreifend versaut.

Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich irgendwelche Spiele auf Facebook geblockt habe, weil sie meinen Stream vollgemüllt haben oder wie viele Einladungen ich abgelehnt habe. Diese Penetranz, den Spielen auf Facebook nicht ausweichen zu können, hat offensichtlich nicht nur bei mir zu einer generellen Ablehnung von Browserspielen in sozialen Netzwerken geführt.

Google+ hat das hervorragend gelöst. Auch wenn die Spiele hier über Google+ erreichbar sind, sind sie doch strikt getrennt vom eigentlichen Netzwerk. Es gibt einen eigenen Stream, die Beiträge werden nicht im eigentlichen Stream eingestellt. Zum Start von Google+ wurde Google bescheinigt, dass man viele Dinge richtig gemacht hat, die Facebook seit Jahren falsch macht. Bei den Spielen setzt sich dies vor. Man hat praktisch alles richtig gemacht.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten: In den meisten Spielen kann man Dinge kaufen, um sich einen Vorteil zu verschaffen, um voran zu kommen. Nun kann man darüber streiten, ob und wie man rund um ein Browserspiel ein Geschäftsmodell aufbaut — diese Form jedoch verursacht bei mir starke Zahnschmerzen. Wenn Geld dafür ausgegeben wird, sich einen Vorteil zu verschaffen, ist das anderen Spieler gegenüber unfair. Es hat nichts mit spielen zu tun.

Google+ Games hat mit Fairplay nichts zu tun.

Das trübt den Eindruck doch erheblich. Wie erwähnt, habe ich keine Probleme damit, einen kleinen Obolus für ein nettes Spiel zu zahlen. Vielleicht wäre es zu überlegen, für das eine oder andere Browserspiel einen einmaligen Eintrittspreis zu zahlen — nur sollten dann alle Mitspieler die gleichen Verhältnisse vorfinden. Sich einen Vorteil zu verschaffen, indem man die Kreditkarte zückt, ist das Gegenteil von spielen, gemeinsam Spaß haben.

Unterm Strich sehe ich Google+ Games heute eher neutral. Sie nerven mich nicht — und ja, ab und zu spiele ich auch mal eine kleine Runde. Ich habe mich da mit ein wenig Crime City angefreundet. Dabei fällt mir ein, ich sollte mal wieder «Der Pate» in den DVD-Player einlegen. Spiele sollen Zeitvertreib sein — nicht mehr und nicht weniger. Google+ hat die Spiele wieder aufs Wesentliche konzentriert. Wenn nur nicht diese unsäglichen Geschäftsmodelle wäre.

Wer mich auf Crime City in seine «Mafia» aufnehmen will, möge das bitte tun… 😉

Disclosure: Ich werde in Zukunft, den einen oder anderen Text von Google+ crossposten, weil mich ein paar Mails erreicht haben, man lese hier, von Google+ aber die Finger lassen würde.

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8 Antworten zu “Das mit den Google+ Games”

  1. Anonymous sagt:

    Schau bzw. hör dir das mal an.
    Nicht umsonst setzen immer mehr Publisher und Entwickler auf sogenannte «Free 2 Play»-Modelle.
    http://www.slideshare.net.….g-to-win

  2. Optional sagt:

    Ich finde dass dieses «Bezahlen-In-Spielen» eigentlich ein schönes Modell gegenüber «Demo vs. Vollversion» ist. Daher finde ich es überhaupt nicht schlimm, wenn die «Bezahler» Vorteile gegenüber den Free-Play-Leuten haben. Wenn allerdings die Bezahler untereinander noch Unterschiede haben, dann braucht man nicht mehr spielen. Dann artet das in ein Protzwerk aus, indem jeder seinen Status zeigen, aber fast nur nebensächlich spielen will…

  3. DarkMetatron sagt:

    Ich finde das mit dem Bezahlen im Spiel nicht weiter schlimm solange man nur mehr oder weniger mit sich selber Spielt.
    Wenn man aber mit oder schlimmer sogar gegen andere Spieler spielt dann ist so etwas in meinen Augen nichts anderes als cheaten.

    Aber leider weiten sich solche Praktiken immer weiter aus und sind nicht mehr nur in Browsergames zu finden. Das wohl im Moment prominenteste Beispiel dürfte das Auktionshaus in Diablo 3 sein.

  4. Das Kaufen von Dingen im Spiel ist ja ein relativ alter Hut und wurde beispielsweise mit den großen Konsolen Xbox360 und Playstation 3 etabliert. iPhone und Co besorgten den Rest. Das «Erspielen» von Boni ist ein Relikt der echten Spiele, sie ruhen in Frieden. Die heutige Generation von Spielern wird mit einfältiger Kost gefüttert, darüber hinaus möchte man nur ihr «Bestes», gemeinhin auch Geld genannt. Kann man sich drüber aufregen oder aber man greift zu alten Games, Indie-Games und natürlich einigen Ausnahmen, die noch hier und da erscheinen.

    Bei einer Generation, die mit Werbung und Markenkult sozialisiert wurde, da darfst du schlicht nichts mehr erwarten. Wir sind eben Dinosaurier :-)

  5. Anonymous sagt:

    Bei den Spielen setzt sich dies vor.

    s/vor/fort

    😀

    Ansonsten — Danke!

  6. Solarix sagt:

    Bezüglich Dinosaurier, also Red Dead Redemption und LA Noir, fand ich doch sehr gelungen. Genau wie Fallout3 :-) Also da gibts IMHo nix zu meckern am Spieldesign. 😉

  7. @solarix

    Das sind die Ausnahmen, aber auch da bestätigt sich die Regel: streich die Grafik und es bleiben banale Minispiele. Defenderof the Crown von Cinemaware ist dir sicher ein Begriff …

  8. Solarix sagt:

    Klar kenn ich Defender noch, bin ja auch schon ein alter Sack. 😉 das erste mal als der Amiga zeigen konnte was geht. 😀
    Wobei ich ja immer noch auf ein spielerisch großes Epos warte, ich denke die Möglichkeiten für gute Spiele gerade auf den Konsolen, sind schon da, auf der Xbox hat es Knights of the old Republic eindrucksvoll demonstriert. Aber wirklich epische Werke gibt es kaum, die eine richtig gute Geschichte erzählen, im Ansatz hat. Auf den «Paten der Spiele» warte ich immer noch sehnlichst und das letzte Game das mich wirklich gnadenlos umgehauen hat, waren die ersten beiden Wing Commander und wie lange das her ist wissen wir beide. 😉 Gut da war ich noch junger und begeisterungsfähiger. 😉

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