Das magentafarbene T bekämpft weiterhin massiv die Anonymität und die Bevölkerung dieses Landes

T-SkandalÜber den Fall T-Mobile ./. simonym.com hatte ich bereits berichtet. Gegen ein kleines Unternehmen, welches anonyme SIM-Karten zum mobilen Telefonieren angeboten hat, wurde mit aller Macht rechtlich vorgegangen. In der Abmahnung, die T-Mobile an simonym.com geschickt war davon die Rede, dass durch die Veräußerung “anonymer SIM-Karten” missbräuchliches Verhalten, von belästigenden Telefonanrufen bis hin zur Vorbereitung terroristischer Handlungen, gefördert wird, wenn die Nutzer der SIM-Karten “anonym” bleiben. Nun muss der Höhlenbewohner in Afghanistan schon dafür herhalten, wenn ein ehemaliger Monopolist seine Felle davonschwimmen sieht. Dass anonyme SIM-Karten für viele Menschen in diesem Land lebensnotwendig sein können, beweisen gerade die Vorfälle bei T-Mobile und den angeschlossenen magentafarbenen Funkhäusern. Finanzielle Interessen, und nicht der Terrorismus, so zumindest meine Meinung, haben weit vor dem Schutz des Bürgers, dem berechtigten Interesse der Menschen in diesem Land, anonym zu bleiben, zurückzustehen. Aus dieser Sicht heraus manifestiert sich, dass die Vorfälle rund um den Datenschutz eben keine Einzelfälle, sondern Unternehmensphilosophie bei der Telekom sind. Was in den letzten Wochen bekannt geworden ist, ist wohl nur die Spitze des Eisberges. Es gibt ein nun kleines Update bzgl. simonym.com.

Das angegriffene Unternehmen hatte eine abgeänderte (ohne Annerkennung einer Rechtspflicht sowie ohne Erwähnung der Kostennote) Unterlassungserklärung abgegeben — und den Verkauf von anonymen SIM-Karten eingestellt. Ein Sieg für den Mammon, für die Vormachtstellung von T-Mobile, gegen die Menschen in diesem Land. Doch reicht dieser Sieg T-Mobile nicht. Man beharrt nun auf Zahlung der Anwaltskosten — wie so oft, wenn ein großes Unternehmen hinter einer Abmahnung steckt: Peanuts für das abmahnende Unternehmen, eine kaum aufzubringende Summe für simonym.com. Da muss eine alte Lady lange für stricken — die Summe wurde offensichtlich nicht im Entferntesten von simonym.com erwirtschaftet. simonym.com schreibt:

Die Anwälte der T-Mobile wollen für die Abmahnung 1379,00 EUR Honorar. Es wäre ausgesprochen wünschenswert, wenn die Rechtslage für etwaige Nachfolger geklärt werden würde, um ein gewisses Maß an Rechtssicherheit zu erlangen, weswegen gegen den Mahnbescheid Widerspruch erhoben werden wird, damit T-Mobile Klage erheben muß. In diesem Streit wird das Gericht dann zum einen die Rechtmäßigkeit des Angebotes prüfen und in einem zweiten Schritt — so das Angebot rechtswidrig war — die Höhe des Gegenstandswertes, den die Anwälte von T-Mobile angesetzt haben.

Um das Verfahren führen zu können, wird allerdings Unterstützung in Form von Spenden gebraucht. Diese werden alleine für das Verfahren verwendet werden und wenn ein Überschuß verbleibt, wird das Geld an den FoeBuD e.V. gespendet werden. Spender werden auf Wunsch natürlich namentlich benannt. Spenden sind direkt über den PayPal-Button auf der Webseite möglich oder auch auf Anfrage per Überweisung.

Ich bleibe dabei: Es verfestigt sich der Eindruck, dass T-Mobile hier die eigene Vormachtstellung missbraucht um die Anonymität, Grundrechte der Bürger dieses Landes zu bekämpfen. Kundendaten sind ein hohes wirtschaftliches Gut — anonyme Telefonierer bringen nicht viel ein. Und mit Sicherheit bestehen noch genügend alte Seilschaften zwischen Politik und dem magentafarbenen T. Demnächst dürfen wir alle nackt durch die Gegend laufen — sicherlich eine für manchen sogenannten Sicherheitspolitiker und vielleicht auch T-Mobile-Manager anregende Idee. Nicht jedoch für mich.

Wie das magentafarbene T die Anonymität bekämpft
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simyon.com — Stand der Dinge

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2 Antworten zu “Das magentafarbene T bekämpft weiterhin massiv die Anonymität und die Bevölkerung dieses Landes”

  1. Oliver sagt:

    Telekom die machen das: Kundendaten ausspähen, verjubeln/verlieren, Hand in Hand mit der Content-Mafia (aka Rechteinhaber), Leute massenhaft feuern — zugleich expandieren wie die Weltmeister, mieser Service/schwache Lesitung und bei Bedarf die Leute zusammenklagen. Es wäre schön hätte man eine ähnliche Handhabe, Gründe gäbe es zu genüge.

  2. M sagt:

    außerdem entwertet das die «verlorenen» Datenbanken. Die sind sicher weniger Wert wenn die Namen nicht zu den Nummern passen :-)

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