Das Klinsmann-Interview


Bild: taz.de (Klinsmann gefindet sich wegen dieser Karikatur im Rechtsstreit mit der taz)

Ich habe Jürgen Klinsmann noch nie leiden können. Ich halte ihn für einen egoistischen Einzelspieler, dem einzig daran gelegen ist, sein Geldschatulle zu füllen und in der Öffentlichkeit gut dazustehen. Im so angepriesenen System Klinsmann kommt es ausschließlich darauf an, Jürgen Klinsmann als den Heilsbringer aller Probleme zu feiern. Als Bayern-Fan musste ich in den letzten Monaten ganz besonders leiden — man hat von Anfang an die Tage gezählt, bis dieser Mann wieder verschwindet. Dass dies passiert, war zu erwarten. Unfähigkeit hat noch nie mit dem FC Bayern zusammengepasst. Und spätestens seit der Europameisterschaft im letzten Jahr wusste man, dass Jogi Löw die treibende Kraft bei der Weltmeisterschaft 2006 war. Das Sommermärchen war also in erster Linie ein Erfolg Löws. Jürgen Klinsmann hat nun Stern TV ein Interview gegeben. Es ist das Zeugnis eines Abgehobenen.

Er macht dabei zum Beispiel den Rehagel, und behauptet, er wäre mit der Mannschaft noch Meister geworden. Man kann und muss das anders sehen. Mit ihm als Übungsleiter hätte der FC Bayern nicht einmal die Qualifikation für die Champions League erreicht. Er spricht davon, dass er auf Verstärkungen hätte bestehen sollen. Vielleicht hätte man ihm sagen sollen, dass Otmar Hitzfeld mit dem Team im letzen Jahr das Double geholt hat. Er spricht davon, dass man ihm die Nummer 1, Michael Rensing, aufgedrängt hat. Er vergisst dabei, dass die Aufstellung genau seiner Verantwortung unterlegen hat. Das Interview ist eines Jürgen Klinsmann typisch. Immer sind die anderen schuld, er ist ein Opfer der Umstände. Und allein die Antwort auf die Frage nach seiner lächerlichen Klage gegen die taz (siehe Bild oben) wird Klinsmann-typisch beantwortet. Was sage ich da meinen Kindern, wenn die in der Schule darauf angesprochen werden? Die verstehen das doch nicht. Das lässt mich dann schon sprachlos zurück, wenn ein Vater seinen Kinder nicht das Wort Satire erklären kann oder nicht will. Zumindest das Wort Scherz würden die Kids verstehen. Er wurde am Erfolg gehindert, daran scheint er zumindest zu glauben. Ich meine, dass er es einfach nicht kann. Einzelspieler haben im Mannschaftssport nichts zu suchen.

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6 Antworten zu “Das Klinsmann-Interview”

  1. Phil sagt:

    Nunja, bist auch Du der BILD-Kampagne auf den Leim gegangen?

    Warum soll ausschließlich nur der Trainer Schuld daran sein? Kann es nicht vll. auch die Mannschaft sein, die einfach nicht zusammen passt?

    Und so schlechte Arbeit kann Klinsi nicht abgeliefert haben, wenn sie zu seinem Abgang nur drei Pkte. Rückstand hatten.

  2. Chris sagt:

    Ich konnte den schon nicht leiden, als er noch bei Bayern spielte. Ich habe ihn schon kritisiert, da war an F!XMBR nicht zu denken.

    Ich verbitte mir solche Anspielungen auf die BILD… 😉

    Dazu muss man mich aber vielleicht schon länger kennen.

  3. Phil sagt:

    Trotzdem können sich seine Erfolge sehen lassen.

    Aber nicht nur das, Fußball ist momentan letztlich nicht mehr als eine Dauerwerbeveranstaltung mit ein wenig Begleitprogramm, wo die Spieler horrende Summen bekommen, egal ob sie spielen oder nicht.

  4. Foxxi sagt:

    Ich wiederhole mich: Du bist Bayern-Fan? Oh neiiin …!

    Aber mal ernsthaft, ich war Klinsmann-Fan bevor er zum ersten Mal zum FC Bauern ging. Deine Diagnose mit der Geldschatulle ist absolut richtig, ich weiß nicht wie oft er von Hoeneß und den anderen Lichtgestalten von der Isar schon die Hucke vollgekriegt hat, aber für ein paar Dollar mehr macht der wirklich Alles.

  5. andI611 sagt:

    Welche Erfolge? Der dritte Platz bei der letzten WM, noch dazu im eigenen Land? Rudi Völler wurde Vizeweltmeister, ganz weit weg. Davon spricht heute keiner mehr. Ich finde, Flipper hat schon zur WM versagt, umso mehr bei den Bayern.

  6. Chuck sagt:

    Ich kann das Wort «Prozess» nicht mehr hören…

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