Das Gewissen, eine Hetzjagd und die Medien

18Erinnert sich nach wer an Andrea Ypsilanti, ehemalige SPD-Chefin aus Hessen? Vier aufrechte SPD-Mitglieder, Carmen Everts, Dagmar Metzger, Silke Tesch und Jürgen Walter, hatten Ypsilanti Anfang diesen Jahres gestoppt, weil diese die Bundesrepublik Deutschland in einen kommunistischen Staat umformen wollte. Andrea Ypsilanti hatte vor der Hessenwahl immer versichert, nicht mit der Linken zu koalieren oder sonst wie mit ihnen zusammen zu arbeiten. Das Ergebnis ist bekannt — der so genannte Wortbruch ging in die politische Geschichte ein, müßig zu erklären, dass Andrea Ypsilanti bei dem Wahlergebnis keine andere Wahl hatte zu handeln, wie sie es getan hat.

Es gab Neuwahlen und Roland Koch darf sich weiterhin Ministerpräsident von Hessen nennen. Vor den Hessischen Neuwahlen gab es eine vorher nie gesehene Hetzjagd der Medien auf den Menschen Andrea Ypsilanti. Die vier aufrechten Genossen wurden als Helden gefeiert. Hier nicht von einer Kampagne der etablierten und mächtigen Medien zu sprechen, würde von Realitätsverlust zeugen. Volker Zastrow ist verantwortlich für den Politikteil der FAS — steht also nicht im Verdacht, im linken Lager zu stehen. Er begann zu recherchieren, weil er ein Buch über die vier großen Helden schreiben wollte. Nachdem, was er in Erfahrung brachte, sollten sich unzählige Medien in einer Titelgeschichte bei Andrea Ypsilanti entschuldigen. Und zwar so gut wie alle in Deutschland erscheinenden Zeitungen und Zeitschriften.

Volker Zastrow hat in den letzten Monaten ein Buch geschrieben: Die Vier. Eine Intrige. Er beschreibt dort bis ins kleinste Detail, was wirklich in Hessen vorgefallen ist. Sein Vorab-Artikel in der FAZ ist an Deutlichkeit nicht zu überbieten und lässt erahnen, wie dreckig das Geschäft Politik wirklich ist. So soll zum Beispiel der rechte Flügel in Hessen Andrea Ypsilanti zu einem zweiten Anlauf gedrängt haben, sich zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen — um sie dann in letzter Minute in der berühmt-berüchtigten Pressekonferenz fallen zu lassen. Silke Tesch hatte sich kurz vor der Abstimmung sogar mit dem hessischen Regierungssprecher und engsten Vertrauten von Ministerpräsident Roland Koch, Dirk Metz, in der Wohnung dessen Mutter getroffen. Das ist alles so unglaublich und lässt selbst mich, Chef-Zyniker zum Thema SPD, sprachlos zurück.

Die Artikel in der FAZ sollen natürlich Lust auf mehr machen, sprich den Buchverkauf ankurbeln, keine Frage. Sollte jedoch nur die Hälfte stimmen, muss nicht nur Geschichte neu geschrieben werden, es muss generell die Frage gestellt werden, von was für einem Menschenschlag die Politik beherrscht wird. Andrea Ypsilanti kann man im schlimmsten Fall noch vorwerfen, dass sie vor der Wahl eine Zusammenarbeit mit den Linken ausgeschlossen hat, nicht aber ihr Verhalten nach der Wahl. Was dann unterm Strich bleibt, ist politische Naivität. Diese wird im politischen Geschäft gnadenlos bestraft. Carmen Everts, Dagmar Metzger, Silke Tesch und Jürgen Walter sollten sich überlegen, ob sie nicht freiwillig aus der SPD austreten — wäre ich Mitglied in der Hessen-SPD würde ich alles daran setzen, dass man diese vier so genannten PolitikerInnen vom Hof jagt.

Wie bereits erwähnt, steht Volker Zastrow nicht wirklich in Verdacht, sich für das linke Lager der SPD einzusetzen. Das lässt seine Recherchen und seine Arbeit umso glaubwürdiger erscheinen. Die Medien in Deutschland müssen sich allgemein die Frage stellen lassen, warum solche Meisterstücke die Ausnahme sind, nicht die Regel. Die SPD-Rechte, insbesondere der Seeheimer Kreis, muss sich fragen lassen, ob und wie er involviert war — hat er die mediale Hetzjagd auf Andrea Ypsilanti begleitet und gefördert. Eine Frage, die ebenso gestellt werden muss: Wussten Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück bescheid? Und zu guter Letzt: Werden sich die Medien bei Andrea Ypsilanti und den Menschen in Deutschland entschuldigen?

FAZ — Links blinken, rechts abbiegen
FAZ — Korrektur vieler Falschmeldungen
SPIEGEL — Abrechnung mit den Abweichlern
SZ — Die späte Wahrheit über Jürgen Walter
Tagesspiegel — Der Fall der Vier
FR — Hypothek auf einer Ruine

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33 Antworten zu “Das Gewissen, eine Hetzjagd und die Medien”

  1. V'kar sagt:

    In der FAZ gesehen, noch nicht gelesen.
    Kriege langsam Bauchschmerzen.
    Das ist unsere Politikerkaste?

  2. Perun sagt:

    Werden sich die Medien bei Andrea Ypsilanti und den Menschen in Deutschland entschuldigen?

    Bei den sog. «Qualitätsmedien» und «Qualitätsjournalisten» können wir darauf lange warten. Ich glaube es nicht.

  3. […] Das Gewissen, eine Hetzjagd und die Medien Die Artikel in der FAZ sollen natürlich Lust auf mehr machen, sprich den Buchverkauf ankurbeln, keine Frage. Sollte jedoch nur die Hälfte stimmen, muss nicht nur Geschichte neu geschrieben werden, es muss generell die Frage gestellt werden, von was für einem Menschenschlag die Politik beherrscht wird. Andrea Ypsilanti kann man im schlimmsten Fall noch vorwerfen, dass sie vor der Wahl eine Zusammenarbeit mit den Linken ausgeschlossen hat, nicht aber ihr Verhalten nach der Wahl. Was dann unterm Strich bleibt, ist politische Naivität. Diese wird im politischen Geschäft gnadenlos bestraft. Carmen Everts, Dagmar Metzger, Silke Tesch und Jürgen Walter sollten sich überlegen, ob sie nicht freiwillig aus der SPD austreten … Wie bereits erwähnt, steht Volker Zastrow nicht wirklich in Verdacht, sich für das linke Lager der SPD einzusetzen. Das lässt seine Recherchen und seine Arbeit umso glaubwürdiger erscheinen. Die Medien in Deutschland müssen sich allgemein die Frage stellen lassen, warum solche Meisterstücke die Ausnahme sind, nicht die Regel. Die SPD-Rechte, insbesondere der Seeheimer Kreis, muss sich fragen lassen, ob und wie er involviert war — hat er die mediale Hetzjagd auf Andrea Ypsilanti begleitet und gefördert. Eine Frage, die ebenso gestellt werden muss: Wussten Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück Bescheid? Und zu guter Letzt: Werden sich die Medien bei Andrea Ypsilanti und den Menschen in Deutschland entschuldigen? Quelle: fixmbr […]

  4. Anonymous sagt:

    Wieso, «Mission accomplished», Koch regiert wieder. Jetzt werden paar Krokodilstränen geweint, bei Fas und Spiegel und anderswo. Jetzt, wo es egal ist, und die Karriere einer mutigen anständigen Politikerin zerstört ist. Jetzt, wo man gesehen hat, das die Lügen anderer Politiker die gleichen Medien nicht weiter scheren.

    «Hach, wir waren schon fies, gell. Aber eine Medienkampagne war das überhauptgarnicht. Nur sorgfältig geprüfte Bürgerinformation von Ihren deutschen Qualitätsmedien.Selber schuld, die blöde Yps. Ach, und beehren Sie uns doch bald wieder, wir haben immer spannende Themen auf Lager! Diese Woche erklären wir Ihnen z.B., warum das Internet schlecht ist und gesperrt und geregelt gehört, und warum Sie CDU wählen sollten. Natürlich wie immer auch mit viel Werbung, und einigen aus dem Internet geklauten Fotos. Also schnell, ab zum Zeitungskiosk! Der Papierstapel freut sich auf Kunden! Und nicht vergessen: Qualität gibts nur aus Holz!

  5. salvo sagt:

    das Ganze bestätigt eigentlich nur zwei Dinge: Das, was man bei der Affäre Ypsilanti geahnt hatte, nämlich dass die Opfer einer massenmedial inszenierten Intrige geworden ist, und allgemein das, was man über die Massenmedien gewußt hat, dass diejenigen, die die Massenmedien kontrollieren, die Politik bestimmen, ihre Inhalte und ihr Personal. Die Medien sind ein Instrument von Herrschaft, von ökonomischer Macht, und keine demokratische Gegenmacht (mehr, falls sie es jemals gewesen sein sollten). Aus diesem Grunde sollte man die gewiß journalistisch gute Leistung post morten lediglich als Krokodilstränen bewerten: Nachdem sie sich dafür hergegben haben, den politischen Gegner endgültig zu erledigen, geht es den Medien darum, in der Öffentlichkeit und vor sich selbst, den eigenen Ruf zu polieren. In der jeweiligen Gegenwart handeln sie den Interessen derer entsprechend, denen sie zu Diensten sind, und, wenn die Drecksarbeit erledigt ist und die Interessen der Mächtigen umgesetzt sind, darf man sich auf den eigenen journalistischen Auftrag und Ethos besinnen. Und die Öffentlichkeit fällt wieder darauf hin: Was für tollen seriösen unabhängigen freien Journalismus wir doch haben.

  6. Daniel B. sagt:

    Das war eindeutig die übelste mediale Hetzjagd der letzten Jahre — wie da versucht wurde Ypsilanti als Politikerin und als Mensch zu vernichten war nur noch widerwärtig. Schön, dass jetzt von so unerwarteter Seite ans Licht kommt, was man ohnehin vermuten durfte. Die in einer unglaublichen Verkehrung der Verhältnisse geradezu als Symbole für eine bessere, da auf Prinzipien bestehende Politik gefeierten «Abweichler» sind in Wirklichkeit die miesesten Intriganten. Wobei es eben ohnehin völlig absurd war, Ypsilanti in diesem Konflikt, da sie die zentralen Inhalte ihrer eindeutig versprochenen Politik vor die Koalitionsaussage stellte, nachgerade als Sinnbild der Verlogenheit darzustellen..

    Wobei ich hier noch anmerken möchte, dass dieses ständige Geschwafel von den Politikern an sich auch nicht gerade von einem zur Differenzierung fähigen Geist zeugt. Das die SPD ein besonderes Problem hat, seitdem sie ihre einigenden Grundprinzipien, welche zumindest als luftiges Ideal auch und gerade für eine (ehemalige) sogenannte Volkpartei unverzichtbar sind, aufgegeben hat, ist unübersehbar. Aber selbst in dieser Partei gibt es gute Leute (wenn auch momentan leider nicht in Führungspositionen), die irgendwie versuchen, unter den zunehmend unmöglichen Bedingungen nationalstaatlicher Parteipolitik etwas in eine Richtung zu bewegen, die sie für richtig und wichtig halten.

  7. Limited sagt:

    wäre ich Mitglied in der Hessen-SPD würde ich alles daran setzen, dass man diese vier so genannten PolitikerInnen vom Hof jagt.

    Da dies ggf. zu einer erneuten irrationalen Debatte führen könnte, sehen dass einige Mitglieder der Hessen-SPD anders.

    Jedem, der sich auf Seiten der Hessen-SPD für Politik interessiert, ist bekannt, dass dies in der Form die Zastrow beschrieben hat, wohl so abgelaufen ist.

    Diesen Streit mit den Abweichlern weiter auszufechten, hat aber niemand Lust. Es gibt die Parteiordnungsverfahren und damit ist es gut. Mehr als maximal Revisor in ihrem Ortsverein werden zumindest 3 der 4 nie mehr werden.

    Ich rechne eher damit, dass Everts und Walter nach der Bundestagswahl freiwillig austreten (in Märtyrerpose, wie sonst) und dann aufgrund ihrer überragenden Kompetenz einträgliche Posten erhalten werden.

  8. otti sagt:

    Die Frage, von welchen Menschenschlag die Politik beherrscht wird, läst sich relativ leicht beantworten: von Leuten, die bei der Bevölkerung keinerlei Vertrauen genießen!
    Komisch eigentlich, dass die dann trotzdem gewählt werden.
    Aber man hat nur die Auswahl zwischen Teufel und Beelzebub. Leider.

  9. Chat Atkins sagt:

    Mach’s doch so wie ich: Wer in jeder x-beliebigen Partei ‘rechts’ ist, der ist auch charakterlich kein Umgang für mich. Ich lag mit meinem ebenso subjektiven wie ungerechten Verfahren nur selten daneben …

  10. Limited sagt:

    Ich bin gespannt, wie lange Everts und Walter den Druck aushalten werden.

    Nicht ausschließen würde ich, dass sie auf Personen verweisen, die ihre inhaltlichen Standpunkte teilten, um ihre Position zu legitimieren.

    Mal sehen, wann Namen wie der von Gerhard Bökel in den Raum geworfen werden und ob Zastrow auch die Rolle hessischer Bundestagsabgeordneter wie z.B. Gregor Amann oder von Sprechern des Seeheimer Kreises wie Johannes Kahrs und Susanne Kastner thematisiert.

    Heute wird das Urteil der Landesschiedskommission veröffentlicht. Alleine das gibt schon genügend Material um Jürgen Walter weiter unter Druck zu setzen.

  11. Chris sagt:

    Walters Auszeit verlängert

    Die SZ berichtet schon vom Urteil…

  12. Herle King sagt:

    » Werden sich die Medien bei … entschuldigen?

    wozu !?
    – diese Politclowns haben sich größtenteils selbst demontiert !
    – ob das Mitleid verdient, ist vielleicht noch eine Frage …

    PS
    Bildwitz «SPD 18%» — ist m.e. viel zu optimistisch ;-))
    zum vergl.

    Bild:Spd button 2009.jpg

  13. genova sagt:

    Hin und wieder gibt es wirklich noch gut recherchierten Journalismus. Und gerade bei dem Thema ist er nötig. Die Ypsilanti-Story sollte nicht so einfach in Vergessenheit geraten, sondern als Lehrstück für schmutzige Politik gelten. Parteipräferenzen spielen dabei keine Rolle.
    Ganz unbescheiden weise ich auf einen kleinen Artikel zum Thema vom März dieses Jahres in meinem Blog hin:

    Schon wieder vergessen: Das Ypsilanti-Bashing

  14. Anonymous sagt:

    Habe den FAS-Artikel noch nicht gelesen, stimme Dir aber dahingehend zu, dass die mediale Hinrichtung von Ypsilanti unangemessen — weil völlig überzogen — war. Trotzdem halte ich eine sachliche Kritik an ihrem Vorgehen nach der Hessen Wahl, also dem Vorhaben, ihr Wahlversprechen zu brechen, nach wie vor für angebracht.
    «[…] müßig zu erklären, dass Andrea Ypsilanti bei dem Wahlergebnis keine andere Wahl hatte zu handeln, wie sie es getan hat.» –> Klar hätte sie ne andere Wahl gehabt: Opposition. Ich wiederhole aber nochmal: Sie deswegen als prinzipienlose Lügnerin hinzustellen, war falsch und zeigte nur wieder, wie gerne Politiker in unserem Land öffentlich mit Dreck beworfen werden.

  15. Anonymous sagt:

    Ok, muss meinen Beitrag eben ein wenig korrigieren: Opposition wäre den Machtverhältnissen nach wohl nur gegangen, wenn man eine CDU-FDP Minderheitsregierung toleriert hätte. Verständlich, dass Ypsilanti das nicht wollte. Sie hätte aber immer noch die Möglichkeit gehabt, gleich auf Neuwahlen hinzuwirken oder sich zu einer großen Koalition durchzuringen (wobei ich jetzt nicht weiß, ob sie die im Wahlkampf auch ausgeschlossen hat).

  16. salvo sagt:

    interessante Sichtweise von Lübberding, die Medien, die zuvor dankend den Verrat unterstützt haben, um eine lästige politische Gegenerin zu erledigen, wenden sich nach ausgeführter Tat in moralischer Gestalt gegen die ‘Verräter’

    Politik als Sittendrama

  17. […] bei F!XMBR ist Chris der Meinung, dass die Medien Frau Ypsilanti jetzt eine Entschuldigung schulden. Warum denn? Dass sie ihr Wort gebrochen hat, ist nach wie vor richtig. Dass das auch nicht […]

  18. Jürgen sagt:

    Das alles ist so katastrophal, weil wir keine zweite SPD im Kofferraum haben. Für soziale Belange wird sich so bald keine neue politische Partei bilden, denn die Armen erleben sich nicht als „Klasse“, sie sind zersplittert, wie immer schon und immer mehr.

  19. biertrinker sagt:

    Es ist ja schön, immer auf die Massenmedien einzuschlagen, auch wenn man es, wie jetztm, im nachhinein besser weiß. Trotzdem darf man auch nicht vergessen, welche eine demokratischen Partei unwürdigen Reaktionen, die Absichtserklärung der vier «Abweichler» ausgelöst hat. Die hessische Rest-SPD war also auch nicht besser. Alle in einen Topf zu werfen, ist also durchaus angemessen ;-).

  20. Die Japaner benutzen das selbe Wort für Vier und Tod…

    …, deshalb war doch eigentlich schon immer klar, dass die vier hessischen Abgeordneten, die Andrea Ypsilantis Zusammenarbeit mit der Linken vereitelt haben, nichts Gutes im Schilde führen konnten.
    Jetzt ist es auch offiziell. Volker Zastrow von d…

  21. Muriel sagt:

    Wir dürfen aber auch nicht ganz vergessen, dass Frau Ypsilanti auch selbst ganz kräftig daran mitgearbeitet hat, die hessische SPD zu demontieren. Insofern teile ich Chris’ Meinung eher nicht. (Trackback geht irgendwie gerade nicht.)

  22. Reinhardt sagt:

    Die Skala menschlicher Niedertracht ist nach oben offen.
    Es gibt eben keine Limitierung des «Menschen mit Dreck bewerfens».
    Und wenn jemand nicht genug Berufliche Angriffsfläche bietet, dann wird er halt Privat bis zum Hals in Scheisse eingegraben.
    Nicht wirklich überraschend oder, ist immerhin Hauptgeschäftsfeld der springerschen Megadreckschleuder BILD.
    Und das sich die Medien entschuldigen, ha ha eher wird Westerwelle hetero.

  23. bloedbabbler sagt:

    Was mich an der Sache nur erheitert ist wenn 4 Verräter in einer Verräterpartei sitzen 😉
    Das eine mögliche andere Politik durch diese 4 torpediert wurde und uns der Akne-Schlumpf aus Eschborn weiter Jahre vorsitzt, nehme ich jedem Einzelnen der 4 persönlich übel. Das der schicke Roland vermutlich — vermittels seines Lakaien– seine Wurschtfinger bei der Gewissensfindung der 4 Helden der Konservativen mit drin hatte, erscheint mir nur logisch.
    MeinGottWalther wird vermutlich die Konsequenzen ziehen und sich in der Partei seiner Gattin seine wohlverdienten Judas Priest Song runterladen gerne auch gebrannt auf 11 Silberlinge.
    Vermutet der Blödbabbler

  24. […] Das Gewissen, eine Hetzjagd und die Medien […]

  25. Robert Klemme sagt:

    Herr Zastrow äußert sich viel differenzierter. Insbesondere sehe ich noch nicht, wie man Frau Metzger zu den «Bösen» zählen kann, da sie nach meinem Kenntnisstand nicht am Intrigenspiel teilgenommen hat, sondern von Anfang an ihre Position klar vertrat. Ich empfehle auch das Interview mit ihm im DLF.

  26. Limited sagt:

    @ Robert K.

    Danke für den Hinweis. Zastrow äußert sich in der Tat differenzierter. In Bezug auf die Rolle Walters aber auch nicht unbedingt vorteilhafter. Eher im Gegenteil. Mir war z.B. noch nicht bekannt, dass Walter während des ersten Versuchs einer Kooperation mit der Linkspartei im Frühjahr 2008 explizit nicht als Gewissensfrage bezeichnet hat.

    Sollte dem so gewesen sein, dann kommt Walter aus dieser Schlinge kaum mehr heraus.

  27. richard gast sagt:

    @ Alle

    Verwunderlich ist bei allen Kommentaren: Man sieht wie die
    Propaganda der Mächtigen und «ihrer Medien» doch bei Allen wirken.

    Die Stigmatisierung der Partei ‘die Linke.’ funktioniert. Bisher traut sich keiner der Kommentatoren das schmutzige Wort ‘die Linke.’ zu artikulieren.

    Selbst ‘@ Jürgen’ bedauert, daß sich für die Belange der ‘Armen’ keine Partei bilden wird.

    Irrtum: die Alternative ist da, ‘die Linke.’ Lest einmal das Wahlprogramm für die BTW ’09 durch (www.die-linke.de) und Ihr werdet staunen wieviele gute Positionen gegen den mainstream da zu finden sind.

  28. salvo sagt:

    dass man einfach nicht merkt, welches Spiel die Medien treiben! Sie, sind das Thema, nicht die vier ‘Aufrechten, die ihrem Gewissen folgen’ — das Bild, das Medien vorher produzierten, und auch nicht die vier (oder zwei) Intriganten, die einem persönlichen Machtkalkül gemäß agieren — das Bild, das heute von den Medien gamalt wird. Wann wachen die Leute endlich auf und merken, dass ihre Köpfe eben diesen Medien gehören, und so denen, die diese kontrollieren?

    «Die Enthüllungen über die vier SPD-Abweichler in Hessen gehören offenbar zur Wahlkampfstrategie der CDU. Ein Gespräch mit Ursula Schumm-Garling»

    Da sollen neue Fraktionskämpfe geschürt werden

    dieser aktuelle Beitrag auf den nachdenkseiten thematisiert das Richtige, nämlich die Medien

    Warum profitiert die Linke nicht von der Krise?

  29. Watschl sagt:

    @Robert Klemme

    Frau Metzger war bei der wichtigen Sitzung Anfang 2008 leider, leider gerade beim Skifahren und hatte so überhaupt nicht mitbekommen, dass die SPD mit Hilfe von Frau Ypsilanti vor einem echten Kurswechsel hin zu einer nachhaltigen Politik (vor allem im Energiebereich) stand.

    Sie hatte doch glaube ich aus Gewissensgründen eine Zusammenarbeit mit der Linken abgelehnt. Tja, wenn doch nur mal mehr Abgeordnete des Deutschen Bundestages oder der Länderparlamente ab und zu ihr Gewissen entdecken könnten und dann auch noch von den Medien als Held gefeiert würden.
    Dann müßten in Afghanistan und sonst wo auch, viel weniger Menschen, vor allem unschuldige Menschen, mit deutscher Hilfe sterben.

    Und von wegen Wortbruch und Medienkampagne da sage ich nur Elbvertiefung oder Kraftwerk Moorburg als Vergleich.
    Und seit wann werden überhaupt Politiker fertig gemacht weil sie Wahlversprechen nicht gehalten haben?

    Das Drama in Hessen zeigt wenigstens auch ganz gut wer letztlich in Deutschland das Sagen hat:
    Die Parlamente oder die Parteien jedenfalls nicht.
    Eher das Wort das mit G anfängt und mit eld aufhört.

    Dennnoch kann jeder etwas tun: Z.B. die Linke wählen auch wenn sie wohl nur das Kleinste Übel ist (s. Berlin).

  30. Chris sagt:

    So, liebe Linken. Ihr habt jetzt hier genug Wahlwerbung gemacht. Die Linke ist ähnlich unwählbar, siehe Berlin, wie die SPD. Also — geht zurück auf Eure Plattformen, schreibt dort dumpf-dämlich «wählt die Linke» und gut.

    Der Rest möge sich von diesem tumben Wahlkampfgetöse bitte nicht stören lassen.

  31. phoibos sagt:

    @Chris:

    damit wäre jede partei im moment unwählbar. cdu und fdp und spd sind aus bekannten gründen raus, blieben linke, piraten und grüne. piraten sind eine einpunktpartei, nicht schlecht, aber keine hilfe zur zeit. den grünen verzeih ich den bruch mit dem pazifismus und hartz iv (ersteres liegt mir schwerer im magen in bezug auf die grünen) nicht und linke… naja, weit entfernt davon, eine homogene landschaft darzustellen, von sympathieträgern wie gysi (für mich jedenfalls) bis hin zu kommunisten, die sich nur noch in der farbe von nazis unterscheiden, alles dabei.
    der wahlomat ist auch keine hilfe, denn der rät mir zu grün. doch meine stimme bei den grünen führt zu schwarz/grün, was ich nach meinen alltäglichen erfahrungen ums verrecken nicht will. bliebe also nur die sympathiestimme für gysi oder eine protestwahl bei den piraten. läuft wohl auf nen münzwurf am 27. september hinaus… :)

    ciao
    phoibos

  32. John Dean sagt:

    Da weiß ich ja mal wieder, warum ich so gerne fixmbr lese. Wenn ich mich mal eine Woche aus dem Internet abnabele, dann hilft mir fixmbr bei meiner Orientierung — und zwar bestens. Die Recherchen von Zastrow sind wirklich der Hammer. Und — eigentlich — fast noch größer ist der Hammer, dass diese Kampagnenpresse («Lügilanti») all dies unter den Tisch zu fallen gedenkt.

    Dabei handelt es sich um einen der größten politischen Skandale und Schmierstücke der letzten Zeit. Gewisse «bürgerliche» Presseorgane haben sich zu fragen, ob sie sich in Zukunft für die Politspiele von Rechtsabweichlern so gründlich einspannen lassen möchten. Jedenfalls, wenn das mit der Wahrheit noch ein Punkt sein sollte, bei der politischen Berichterstattung.

    Es war sogar alles viel schlimmer, in Hessen, als ich es befürchtet hatte. Und man erhält, dankenswerter Weise, einen tiefen Einblick darin, wie Politik gemacht wird.

  33. Robert Klemme sagt:

    Natürlich, nach den Enthüllungen ist Walter eine zwielichtige Gestalt — die Gewissensentscheidung nehme ich ihm kaum ab.

    An die vielen Freunde der Linken, die sich hier geäußert haben: Die Linke ist so lange unwählbar, wie sie Programme auflegt, die die Realitäten ignorieren und einen Spitzenmann haben, der nachgewiesen hat, dass er den Sinn eines demokratischen Systems nicht verstanden hat, indem er sich ohne jegliche öffentliche Rechtfertigung aus einem wichtigen Amt verkrümelt hat.

    Darüber hinaus krankt sowohl die Linke als ein guter Teil der SPD daran, dass sie völlig rückwärts gewandt an den alten Rezepten festhalten (Geld an alle verteilen), mit denen sie einen alten Zustand (BRD so ungefähr in den Siebzigern) wieder herstellen wollen. Die Welt hat sich aber deutlich verändert und es sind ja auch neue Erkenntnisse über das Verhalten von Menschen gewonnen worden. Ich bin auch sehr für Chancengleichheit und allen Menschen ein würdiges Leben zu ermöglichen. Ich glaube aber nicht, dass die bekannten Umverteilungsrezepte dafür das richtige Mittel sind.

    Ich bin mittlerweile überzeugt, dass große Teile der politischen Linken in Deutschland nicht auf der Höhe der Zeit sind. Leider.

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