Das dämonisierte Internet

Teil 3 der Buchvorstellung gibt es bei Telepolis zu lesen und da ich gegenüber nahezu allem aufgeschlossen bin, las ich auch diesen Text und sah daran nicht mehr als die übliche Dämonisierung des Netzes und eine fortschreitende Ignoranz der Geschichte des Plagiats.

In den Diplomarbeiten befanden sich etwa «Zitate» aus Webseiten wie [extern] www.kulleraugen.de oder [extern] www.emotionalekompetenz.net. Diese Textsegmente aus dem Internet dienten jedoch nicht etwa als empirisches Material für Textanalysen, sondern vielmehr der «Informationsvermittlung» in der Arbeit.


Gab es auch schon zuvor, da mußten dann populärwissenschaftliche Bücher oder profane Magazine herhalten. Nichts wirklich neues also, u.U. geht es leichter von der Hand, könnte man jedenfalls vermeinen. Aber letztendlich ist die unzureichende Qualität immer schon ein Gütesiegel für Bequemlichkeit gewesen, die es zu allen Zeiten gab und geben wird. Ich finde es wirklich begrüßenswert die Leute darauf aufmerksam zu machen, aber dann sollte man das Thema global angehen, losgelöst vom jetzigen, zeitlichen Kontext.

Das Web ist böse…
und früher war alles besser.

schreibt der Schockwellenreiter dazu und spricht damit keineswegs eine Leseempfehlung aus 😉

Meine Beispiele zeigen, dass es in der Textkultur ohne Hirn kaum noch notwendig ist, Texte zu verstehen. Es genügt, sie ein wenig zu bearbeiten.

Tue ich hier auch gerade und ehrlich … konstruktive Kritik ja, aber das hier? Böses WWW, pfui, aus — du machst alles Schöne kaputt … damals in der guten, alten Zeit *schwärm*. Nein da muß schon mehr her und selbst meine copy’n past Orgie hier, war schon zuviel des guten :)


5 Antworten zu “Das dämonisierte Internet”

  1. Chris sagt:

    Warum nicht verkürzt wie Schäuble, anstatt eines solch langen Textes:

    Das Internet ist die Fernuniversität des Terrors und das neue Trainigscamp für Terroristen.

    *g* Ich bin ja so evil… 😉

  2. Ich habe mein Diplom geschrieben als das Web noch in den Kinderschuhen steckte (94÷95) und habe schon eine ganze Weile keine Arbeit mehr gesehen, aber ich stimme ihm eher zu. Soweit ich es verstanden habe ging es ihm bei Teil 3 mehr darum, dass Nachwuchswissenschaftler nicht mehr wissen, wie man korrekt zitiert und vorallem dass die Universitäten das zulassen. Er hat nämlich recht, das Web ist nicht zum Zitieren geeignet, denn die Inhalte sind nicht stabil. Und nein, «Google halt danach» oder «Archive.org» sind keine Antwort, weil sie ebenfalls nicht zuverlässig sind.

    Ich schreibe in meiner Freizeit einen Raytracer und lese recht regelmässig entsprechende Papers. Oft genug sind alte Papers der Schlüssel zum Verständnis. Mir hat zum Beispiel Reeves Paper von ’83 erklärt, was es mit Partikelsystemen genau auf sich hat und was ihr eigentlicher Zweck war (falls es jemanden interessiert, die Feuerwand in ‘The Wrath of Khan’ (Star Trek 3) war das erste Partikelsystem). Als ein anderes Beispiel hat mir Codds Originalpaper von ’70 endlich erklären können, was es mit JOINs in Datenbanken auf sich hat, ich habe das eigenartige Geschreibsel in Datenbankbüchern nie verstanden.

    Die Papers sind jetzt 23 bzw. 36 Jahre alt, das erste ist in den Proceedings der SIGGRAPH 83, das zweite in der Communications und beide sind bereits älter als das Web. Wieviele Webseiten von 95 existieren noch? Ohne nachprüfbare Quellen ist ein Zitat wertlos. Wissenschaftliche Arbeiten sind kein Selbstzweck, sie sind das Fundament für weitere Arbeiten.

    Dazu kommt noch etwas Anderes. Vor dem Web musste man die Zitate aus einem Buch oder einer Zeitschrift abtippen oder abschreiben. Das führte zumindest dazu, dass man sich wenigstens etwas damit auseinander gesetzt hat. Und es hat die Länge des Zitates auf natürliche Weise seine Grenzen gesetzt (es ist stink langweilig Text abzutippen). Man konnte auch nicht einfach nach Schlüsselwörter suchen lassen, sondern musste ein Buch zur Hand nehmen das zum Themenkreis gehörte, darin zumindest im Index suchen und querlesen bis man fand wonach man gesucht hat. Möglicherweise den Zitaten und Quellenverweisen folgen. Ich bin sehr froh, dass ich heute Suchmaschinen verwenden kann um in Papern zu suchen, aber zum Finden von relevanten Dingen ist das Querlesen von Papern und stöbern in den Referenzen immer noch wichtig.

    Ich habe den Text insgesamt so verstanden, dass die jetzige Form der Abschlussarbeit keinen Sinn mehr hat. Die Arbeiten bestehen aus zusammen gesuchten Phrasen, fremden Gedanken und Zitaten zweifelhafter Provenienz, die weder vom Abgebenden noch vom Bewertenden gelesen werden. Es ist die Produktion pseudowissenschaftlicher Paper zum Zwecke der Produktion. Das ist sinnlos. Es ist einen Verschwendung von Zeit für die Studenten sinnleere Texte zu schreiben, für die Betreuer diese zu lesen und unfair gegenüber denen die sich echte Mühe geben, da sie dafür nicht mehr belohnt werden. Also weg damit.

  3. Oli sagt:

    Ich habe den Text insgesamt so verstanden, dass die jetzige Form der Abschlussarbeit keinen Sinn mehr hat.

    Und das liegt an Google, dem Internet? Oder liegt das vielleicht an der mangelnden Kompetenz der Lehrenden? Ist es mitunter nur ein Sturm im Wasserglas, da unlängst nicht alles, bei weitem nicht alles, mittels Web erreichbar ist?

    Es ist einen Verschwendung von Zeit für die Studenten sinnleere Texte zu schreiben, für die Betreuer diese zu lesen und unfair gegenüber denen die sich echte Mühe geben, da sie dafür nicht mehr belohnt werden.

    Ich kenne weniger solcher sinnleeren Fächer bzw. andere in denen dies schlicht unmöglich ist bzw. leicht auffällig, da das vorrausgesetze Niveau ein anderes ist.

    Die Papers sind jetzt 23 bzw. 36 Jahre alt, das erste ist in den Proceedings der SIGGRAPH 83, das zweite in der Communications und beide sind bereits älter als das Web. Wieviele Webseiten von 95 existieren noch?

    Wieviele Arbeiten von damals sind noch brauchbar und überspringen wir bei der Frage gleich einmal den technischen Bereich? Nicht so arg viele.

    Ich habe den Text insgesamt so verstanden, dass die jetzige Form der Abschlussarbeit keinen Sinn mehr hat.

    Dann müßte derjenige auch stärker eingrenzen, welche Bereiche er denn meint. In vielen Bereichen die mir zugänglich sind, ist diese Art der oberflächlichen Arbeit schlicht nahezu unmöglich. Wobei ich nicht ausschließe, das es *einige* Bereiche gibt, die diese Art von Arbeit fördern — wiederum aber durch Oberflächlichkeit/Bequemlichkeit der Lehrenden.

    Wie man es auch dreht und wendet, es bleibt eine Dämonisierung, weil sinnfrei pauschalisiert wird und die tatsächliche Ursache in *einigen* Bereichen geflissentlich übersehen wird.

    So würde ich sagen, jeder Abschluß macht auch heute wie früher sehr viel Sinn, wenn man denn nicht dem Trugschluß unterliegt aufgrund eines eng begrenzten Blickfeldes, den kompletten universitären/schulischen Bereich abzuwatschen. Btw. ein derartiges Gegenargument meinerseits, gut aufbereitet und in diversen Magazinen postuliert, würde auch ein mögliches Buch ins Rollen bringen 😀

    Dazu kommt noch etwas Anderes. Vor dem Web musste man die Zitate aus einem Buch oder einer Zeitschrift abtippen oder abschreiben.

    Scripte, Quellensammlungen, ja gar Quellensammlungen thematisch geordnet sind seit jeher in diversen Fächern usus. Okay die vielbeschworene Tipparbeit … es gibt auch heute noch Leute die da vermeinen eine Vorlesung ins Reine schreiben zu müssen und das damit gar ein Lerneffekt mit einher geht — dem ist aber nicht so.
    Wenn heute, gemäß einiger, die Quellenkritik versagt und somit oft die Zitatqualität drunter leidet, nun dann legt man nicht den Finger in die Wunde und bohrt weiter lustig herum, sondern benennt Roß und Reiter. Kann man oder will man dies nicht, geht man weiter und sucht sich eben ein willkommeneres Thema. Kurzum, man könnte auch behaupten, die «alten» Herren die heute wettern, sind diejenigen, die letztendlich versäumten diese omnipotenten Qualitätsstrukturen der nachrückenden Jugend zu vermitteln 😉
    Ich weise hier gerne und oft auf die sklavische Abhängigkeit einiger hin, die sich da irgendeiner omnipotenten Wissensquelle unterwerfen. Das nenne ich Kritik und gebe Beispiele, warum man dies nicht tun sollte. Ähnliches tat ich auch schon vor dem Netz in der jetzigen Form bzw. vor Entstehen der Wikipedia, um nun meinerseits mal nicht um den heißen Brei herumzureden. Aber ich verdamme eben nicht pauschal ein Medium, weils halt neu und ungewohnt für mich (nein nicht wirklich für *mich*) daherkommt, sondern ich beschäftige mich damit.
    Die Vernetzung wird um sich greifen und die Lehre ist gefordert damit korrekt umzugehen bzw. den korrekten Umganz zu vermitteln. Da hilfts nicht, wenn wir Dinosaurier im Web um die Wette zetern — es ist eben so und es ist stupide eine Blockadehaltung einzunehmen, wenn man eher versuchen sollte die Lage zu verbessern.
    Den technologischen Schritt zurück können wir nicht mehr vollziehen, wohl aber den Blick nach vorn werfen und den Umgang mit Technologien lernen und lehren.

  4. Zum Fachbereich den er anspricht:

    Meine erste Stichprobenkontrolle von 13 Diplomarbeiten aus dem Fachbereich Kommunikationswissenschaft der Universität Salzburg im Frühjahr 2006 ergab folgendes Bild:

    und

    Eine zweite Stichprobe im Herbst 2006 an der Universität Klagenfurt brachte sehr ähnliche Erkenntnisse: In neun von zehn Diplomarbeiten ? erneut aus dem Fach Medien– und Kommunikationswissenschaft ? fanden sich teilweise zahlreiche «Zitate» aus dem Internet,

    beides aus dem angesprochenen Artikel.

    Zur «Schuld»:

    Ein fataler Denkfehler hat sich hier unbemerkt eingeschlichen (und Schuld tragen eindeutig die Lehrenden): «Zitate» aus dem Web wurden und werden behandelt wie Zitate aus gedruckten Quellen.

    auch aus dem Artikel.

    Wieviele Arbeiten von damals sind noch brauchbar und überspringen wir bei der Frage gleich einmal den technischen Bereich? Nicht so arg viele.

    Tut mir leid, aber ich bin nun mal im technischen Bereich zuhause und kann über andere Bereiche nicht wirklich sagen, wie wichtig sie sind. Aber aus den Naturwissenschaften hätte ich drei: ich habe mal Wellen implementiert und die Grundgleichung geht auf eine Arbeit aus den 40ern in Ozeanographie zurück. In der Biologie ist immer noch eine Arbeit von Turing (ja, der Turing. Er hat eigenhändig die Computational Biology geschaffen) und die Arbeit von Aristid Lindenmeyer Basis vieler Simulationsverfahren.

    Natürlich sind an der Situation zuerst die Lehrenden schuld, es herrscht doch im ganzen wissenschaftlichen Arbeiten immer mehr die gleiche Einstellung vor. Wer öfter Arbeiten liest kennt das Phänomen, dass man das Gefühl hat die Arbeit schon einmal gelesen zu haben und es tatsächlich praktisch das identische Geschreibsel ist mit zwei neuen Gedanken. Wenn ein Paper 2 Seiten mit «Prior Work» und 3 Seiten mit «Our Contribution» enthält und man den Eindruck hat, dass es mehr darum ging noch eine weitere Seite mit Quellenverweisen zu füllen, dann fragt man sich halt schon, was das soll.

    Ich halte das keinem Studenten vor, im Gegenteil man wäre ja dumm es nicht zu tun. Und ich denke der Autor des Artikels/Buchs sieht es ähnlich. Das Problem ist, dass es anscheinend niemanden an den Universitäten mehr interesiert wenn die Qualität von abgegebenen Arbeiten furchtbar ist. Zum Teil natürlich auch deshalb, weil die Universitäten mit den Absolventenzahlen werben gehen.

    Mein Problem dabei ist, dass den Universitäten jahrelang vorgeworfen wurde, dass sie nur für den wissenschaftlichen Nachwuchs ausbilden und sie praxisnäher werden sollten und mehr für die Wirtschaft ausbilden sollen. Wenn ich Dr. habil. Weber glauben darf, dann leisten sie jetzt weder noch. Jetzt wird den Nachwuchswissenschaftlern noch nicht mal die korrekte Verwendung von Quellen und Zitaten gelehrt und das in einem Fach wie Kommunikationswissenschaft, dass doch eigentlich ein Fach ist, dass sich nicht aus dem Web bedienen, sondern es kritisch begleiten sollte.

    Wenn ich ihn richtig verstehe geht es ihm nicht um Verteufelung des Webs, sondern er beklagt, das seiner Meinung nach niedrige Niveau der Lehre. Arbeiten mit Quellen will gelehrnt sein und es ist eines der zentralen Dinge, die jeder der wissenschaftlich arbeitet beherrschen muss. Gerade jetzt wäre es notwendig, Studenten beizubringen, wie man kritisch mit Quellen umgeht, wie man Probleme mit fliessenden Quellen vermeidet. Stattdessen werden Arbeiten akzeptiert die nicht mehr als zusammen kopierte Stellen aus dem Web sind. Was ist denn das für ein Wissenschaftler, der sich blind auf eine Quelle verlässt? Noch eine von zweifelhafter oder stark schwnkender Qualität wie der Wikipedia. Das ist doch haarsträubend.

    Ich weiss nicht, ob du die ersten beiden Teile aus der Reihe gelesen hast, aber zum Beispiel aus dem Zweiten:

    Alleine in den vergangenen Wochen wurden mir sechs neue Plagiatsfälle bei Wissenschaftlern zugespielt. Fünf unterrichten bzw. unterrichteten selbst Studierende. Welche Regeln haben sie diesen vermittelt, wenn einige ihre Karriere zu einem gewissen oder gar erheblichen Teil auf einem Plagiat aufgebaut haben?

    (Ebenfalls aus Telepolis)

    Und im ersten Artikel hat er eine Doktorarbeit auseinander genommen und hat den Quellennachweise für die ersten 20 Seiten mit Stellen aus dem Web geführt.
    (siehe Textueller Missbrauch (Telepolis))

    Das Problem sitzt einfach viel tiefer, es sind nicht nur die Studenten, sondern vorallem ihre Lehrer die dies betrifft. Wenn schon Doktorarbeiten nur noch zusammengegooglet (boah, was für ein Wort) werden, was soll man dann erwarten, was diese «Wissenschaftler» (hmm, wenn das Wissen von anderen stammt, sind das dann eigentlich nicht «Wissensverwerter»?) ihren Studenten beibringen? Ich denke man muss alle drei Artikel lesen um den letzten zu verstehen. Wie geschrieben, ich denke nicht, dass er auf Studenten losgeht. Er hat bereits einigen Plagiatoren den Titel gekostet, weil er ein entsprechendes Verfahren eingeleitet hat.

  5. Oli sagt:

    Die Frage nach dem Bereich war nicht wirklich eine, da er sich gerade diesen Bereich herausgriff, welcher massiv involviert ins Netz ist.
    Meine Kritik, es ist in vielen Bereichen schlicht unmöglich zusammenzugooglen, da diese Bereiche gar nicht im Web vertreten sind. Mitunter weil das Gros dieser Bereiche überhaupt noch nicht zu derlei «modernen» Techniken aufgeschlossen hat.
    Was nützt also die pauschalisierende Wertung, auch wenn er als Beispiel näher spezifiziert, wenn letztendlich doch allgemein die Universität angesprachen wird? Denn das ist falsch — jedenfalls in dieser Form. Und ja ich las die anderen Artikel und ging auch schon einmal darauf ein, die Plagiate existieren dort auch — jedoch auf Basis anderer Methoden, traditioneller Techniken. Mitunter überhaupt nicht mittels Google «verifizierbar».

    Der Tenor der hängen bleiben wird letztendlich, «Wie an Universitäten in Windeseile eine Textkultur ohne Hirn entstanden ist » — und eben diese Aussage halte ich für fatal. Denn auch er wird wissen, denn er vertritt ja diese Ansicht, das oberflächlich gerarbeitet und in den Köpfen die grobe Aussage hängen bleiben wird.

    Sein Gehirn förmlich zermartert hat sich offenbar irgendein Assistent an irgendeinem deutschsprachigen medienwissenschaftlichen Lehrstuhl.

    Die zitierte Stelle aus dem ersten Telepolis Artikel in puncto Disseration. Auch hier «in irgendeinem deutschsprachigen medienwissenschaftlichen Lehrstuhl»

    q.e.d. — der Mann spricht von seiner Erfahrung, in einem speziellen Bereich, verallgemeinert aber durch den Grundtenor, der seine Artikel begleitet.

    Ich nenne mir bekannte Beispiele:

    –Vor-u. Frühgeschichte
    –Klassische Archäologie
    –Anglistik
    –Komparatistik

    das Gros der Geisteswissenschaften besitzt einfach eine völlig andere Arbeitsweise wodurch — und auch wegen des fehlenden Quellenmaterials — Plagiatismus nicht möglich ist, allenfalls traditionell wie eh und je.
    Gehe ich zudem weiter in die Bereiche Elektrotechnik, Informatik — so mag auch dort Plagiatismus in Erscheinung treten, aber auf weitaus höherem Niveau, wo mitunter schon immenses Fachwissen gefragt ist, um dem Betrüger auf die Spur zu kommen.

    Korrekt wäre seine Reihe ergo gewesen, das Problem der «ergoogelten Plagiate» innerhalb der Kommunikationswissenschaften. Ich rede die anderen Bereiche nicht schön, aber seine Argumentationskette ist schlichtweg hinfällig in anderen Bereichen, mitunter jedoch mehr also logisch in Fächern die sich ohnehin massiv mit dem Web beschäftigen.
    Ein Beispiel, wenn ich in der Vor– u. Frühgeschichte ein Gräberfeld mit 3000 Brandbestattungen analysieren möchte, genügt es nicht eine Stichprobe von 10 zufällig geöffneten Gräbern zu analysieren und daraus meine Schlüsse zu ziehen. Selbst wenn ich schon mehr über die beobachtete Kultur wüßte und mittels statistischer Verfahren ein grobes Muster erstellt hätte, würde mich jeder ernsthafte Wissenschaftler deswegen auslachen. Den Magister würde ich dann auch ohne Plagiat erst gar nicht erhalten.

    2 «Plagiate sind nur Einzelfälle.»

    Gegenthese: Plagiate aus dem Internet sind zu einem gewissen Grad epidemisch-systemisch geworden. Sie gehören mittlerweile zum Spiel, zum guten (= schlechten) Ton an den Universitäten. Wer nicht plagiiert, ist ein Streber. […]

    Der erste Telepolis Artikel dieser Reihe

    Nun mal ehrlich und das soll ich ernst nehmen? Er streut zwischendurch *Fragmente* aus seinem Bereich ein und verallgemeinert stante pede auf die ganze Studierendenschaft.
    Und da behaupte ich mal ganz arrogant in diesem Fall, um überhaupt eine derartige Aussage treffen zu können, inkl. der waghalsigen Thesen, müßte er überhaupt ersteinmal eine Grundlage dafür schaffen.
    Im Klartext hieße das eine Untersuchung über mehrere Jahre, die Beschäftigung mit den Arbeitsmethodiken diverser Fachbereiche, quer durch Deutschland und vor allem mehr als Stichproben.
    Ansonsten kann ich auch behaupten jeder Computerbesitzter in Deutschland sei ein Raubkopierer, eben weil ich mir 20 in einem Ort herausgriff und bei diesen fünfig wurde.

    Um den Vater des Gedankens näher zu spezifizieren,

    http://www.fixmbr.de/kult.….technik/

    Meine Grundhaltung ist zu solchen «Wissenschaften», die sich da mit den Medien auseinandersetzen z.B. eine völlig andere. Ich betrachte diese als Randerscheinung, ebenso wie die Arbeiten dieser. Aber ich beschäftige mich dennoch mit diesem Qualitätsanspruch, wie ich auch in einigen Texten zur Wikipedia hier bemerkte, jedoch auf einer völlig anderen Ebene. Ich versuche zu differenzieren, schreibe auch mal heftiger und vergreife mich mitunter im Ton, aber das kann ich, denn es ist hier Meinung pur und ich möchte kein Buch verkaufen.

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