da klagt jemand sein Leid

Und zwar die Lobby der Musikindustrie versuchen mal wieder in letztere Minute doch noch WildWest-Methoden im Deutschen Recht zu verankern. Die von Zypries eingeleitete Aufweichung der Privatsphäre geht den Herren noch nicht weit genug, die sogenannte Kreativwirtschaft, versucht verlorenen Boden wett zu machen, indem man mit brachialer Gewalt vorzugehen wünscht. Von mind. 1000 Anzeigen pro Monat ist da die Rede, wahrscheinlich auf ähnlichen Fantasiedaten basierend wie in den USA. Meiner Meinung ist der einzige Weg aus dem Dilema eine Pleite der Musik/Filmindustrie hier als auch in den Staaten, da stehen genügend Gruppen, independent Labels, Filmemacher etc. in den Startlöchern, um die entstandende Lücke qualitativ aufzufüllen. Sicherlich ist das in naher Zukunft recht illusorisch, aber die Industrie arbeitet zumindest in diesem Bereich aktiv mit :)

7 Antworten zu “da klagt jemand sein Leid”

  1. Chris sagt:

    Um was wollen wir wetten, dass es da in letzter Minute noch Änderungen im Gesetzentwurf gibt, von dem viele Parlamentarier nicht erfahren… 😉

  2. Sammy sagt:

    Also wenn man sich mal anguckt wer im Tonträgermarkt mit welcher Macht drinsteckt, dann ist eine Pleite, wie gesagt, illusorisch. Mich würde es aber freuen, wenn die Idependents langsam über ihre 30% Marktanteil hinauskommen und die Großen mehr und mehr verdrängen. Da sollte man das Internet mit allen Finessen nutzen. Die Macht, den Vermarktungsapparat der Großen langsam zu brechen hat es. Jedenfalls solange nicht irgendwelche Lobbyisten daherkommen und wieder weitergehende Restriktionen für die Enduser fordern und durchsetzen.

  3. Oli sagt:

    Hochmut kommt vor dem Fall, viele gigantisch große Firmen mit Monopolpotential fielen schon oder wurden zurechtgestutzt — wäre nicht das erste Mal. Im Moment hängts nur an einem Faktor, das Gros der Kauflemminge kauft immer noch *alles*.

  4. Falk sagt:

    Da sollte man das Internet mit allen Finessen nutzen.

    Tun sie doch :) Und ich denke auch, das dies einer der Gründe mit ist, warum man plötzlich sogar lauthals über eine pauschale Vergütung nachdenkt. Zu der Sache oben: Kein weiterer Kommentar — ich hab nichts anderes erwartet.

  5. Sammy sagt:

    Du hast schon Recht, sie tun einiges. Von z.B. Merlin habe ich bisher auch noch nie gehört.
    Die Macht der Major Labels begründet sich offensichtlich zum größten Teil auf deren Vermarktungsapparat und Verbindungen zu den Medien. Dieses quasi Monopol verliert im Internet dann an Wirkung, wenn die Kunden selbst entscheiden, was sie hören wollen. Beispiel Videoportale. Da erreicht auch Klaus aus Hintertux millionen Views, vorausgesetzt sein Video gefällt. Musik wird dadurch wieder vom homogenen Massenprodukt zum heterogenen kundenbestimmten Produkt. Ich finde auf dieser Kundenbestimmung sollte man aufbauen. Magnatune ist ein Beispiel, welches in diese Richtung geht. Aber ich denke, da muss noch viel mehr her und der Kunde muss die Vorteile von nicht Major Musik schätzen lernen. Wie oft höre ich «Ach schick mir das Lied per E-Mail ich hab kein Torrent-Dings für Jamendo.«
    Tauschbörsen werden auch nur genutzt weil man dadurch den MTV Kram runterladen möchte. Das ist der Antrieb. Aber Musik herunterladen, die man noch nicht kennt? Fehlanzeige. Dafür brauchts noch eine Lösung.

  6. Falk sagt:

    Gut, ich kann da auch nur ein Stück weit für mich sprechen — was wirklich fehlt ist ein brauchbares Empfehlungssystem für gute (alternative) Musik. So ein last.fm auf Amazonbasis mit dem «Charme» von iTunes und der Unterstützung durch Webradios/Podcasts.

    Und das Ganze dann noch medienwirksam auch im Offline-bereich beworden hätte was 😉

  7. Sammy sagt:

    Auf gehts 😀

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