creative commons

Ich denke hier werden wir sie wohl behalten, eben als Konsens zwischen Chris und meinereiner. Vielleicht auch etwas Selbstgebautes, aber eben ohne kommerzielle Verwertung. Ich stehe dem Lizenz Geraffel da in der sogenannten Community recht kontrovers gegenüber, aber auch das kann man bei Bedarf im Blog nachlesen.

Es ist halt so mit Freiheit und bessere Gesellschaft, entweder man hat den Mut und lebt es selbst vor oder man läßt es halt bleiben. Die Freiheit einschränkende GPL oder der verwirrende Baukasten der CC sind mir dabei jedenfalls ein Greuel und allenfalls eine Parodie auf diese Werte. Aber jeder wie er mag, auch das ist Freiheit — wie auch die Freiheit Kritik dazu zu äußern. Einschränkungen zum Erhalt dieser Werte jedoch als Freiheit und Über-Gesellschaft zu verkaufen ist reichlich sinnfrei.

Die CC mag für einige (hoffentlich) wohl der Schritt sein echte Freiheit zu wagen. Ergo taugt sie auch in dem Zusammenhang etwas, wenn man sich denn selbst keine Gedanken machen möchte. Aber von der CC zu sprechen und gleichermaßen von Remixen ist im höchsten Grade lächerlich, denn er Baukasten der CC kann auch Remixe unterbinden — d.h. Freiheit massiv gängeln. Überhaupt scheint mir desöfteren das man die CC quasi nur als Anreiz in manchen Bereichen nutzen möchte, sozusagen als neue Facette im Bereich PR. Finde ich shayze, nur so ganz nebenbei. Ich finds da besser, wenn Leute z.B. neuere Dinge verkaufen und ältere regelmäßig unter die CC stellen — da kann man den richtigen Gedanken erkennen. Aber als Kaufanreiz? Geh weg …

Last not least braucht es jedoch auch keine CC, um den Leuten zu sagen hier nimm und verwende es nicht kommerziell oder hier nimm, Gott vergelts. Für den symbolischen Charakter gereichts auch nicht, da wir hier von einem Baukasten sprechen, der freiheitliche wie auch gängelnde Lizenzen bieten kann.

,

13 Antworten zu “creative commons”

  1. Cem sagt:

    Ich finde den CC Baukasten schon notwendig und nicht schlecht, da er in starker Abstufung der Freiheitsgrade ausdrückt, wie der Schöpfer sein Werk anderen zur Verfügung stellt.

    Häufig genug reicht ein «Gott vergelts» leider nicht aus, um eine Absicht auszudrücken.

    Ich halte den CC Baukasten für eine gute Errungenschaft. Nicht nur im Web.

  2. Oliver sagt:

    >Häufig genug reicht ein ?Gott vergelts? leider nicht aus, um eine Absicht auszudrücken.

    Also es langt nicht, da ich schenke es dir, mach damit was du willst? Man hegt also doch noch einen Anspruch, fabuliert jedoch von Freiheit?

    Seltsam in meinem Umkreis kennt man noch Selbstlosigkeit, Geschenke, Respekt und derlei verwandte Dinge.

    >da er in starker Abstufung der Freiheitsgrade ausdrückt

    Freiheitsgrade, das ist die Rethorik der Überwacher und der gängelnden Industrie — nicht aber die Worte von jemandem der Freiheit meint. Ich geb mich nicht mit Parodien eines so gewaltigen Begriffes wie Freiheit ab. Tut mir leid …

    Nenn es doch Geschenke erster, zweiter oder dritter Ordnung. Oder noch besser Danaer-Geschenke, paßt wohl am Besten imo.

    Und das alles kannst du ohne die CC nicht, deine Ordnungen von Freiheit unters Volk zu bringen? Befremdlich …

  3. Falk sagt:

    Ich find die CC allerdings durchaus eine gute Möglichkeit, die durch Industrie gegängelte und verwahrloste Gesellschaft wieder an Freiheit heranzuführen. Als Zwischenschritt für mich persönlich absolut akzeptabel — viele brauchen eben noch den Fingerzeig, wohin die Reise da gehen sollte.

  4. Oliver sagt:

    >viele brauchen eben noch den Fingerzeig, wohin die Reise da gehen sollte.

    Hallo ich schenk dir was ist also nicht genug? Dann ist es wohl schon arg um die Gesellschaft bestellt. Du meinst also manche brauchen erst einen Button, der sie an irgendetwas heranführt?

    >die durch Industrie gegängelte und verwahrloste Gesellschaft wieder an Freiheit heranzuführen.

    Aha, z.B. mit der einschränkensten Variante dieser ominösen CC? Das macht die Industrie doch ebenso, unter diversen Deckmäntelchen versucht man den Leuten einen Bären aufzubinden.

    Was verstehst du unter CC? Remixe als auch massive Verbote, die so gut wie gar nichts erlauben. Sehr vorbildlich …

  5. Falk sagt:

    Du meinst also manche brauchen erst einen Button, der sie an irgendetwas heranführt?

    Ja, denk ich tatsächlich und erlebs ja auch oft genug. Mir persönlich wäre ein «Hier nimm, mach was du willst» auch lieber, wenn dann tatsächlich der nötige Respekt entgegengebracht wird (Stichworte: Nennung der Quelle, keine kommerzielle Verwertung)

    Aber scheinbar mangelt es dieser Gesellschaft nicht nur an Repsekt und genau darum emofind ich es für Urheber durchaus ein brauchbares Mittel, ihre (selbstverständlichen) Ansprüche in eine Lizenz zu giessen. Die Aussage, wer die CC wofür nutzt, kann man halt auch nicht pauschal treffen.

  6. Oliver sagt:

    >Nennung der Quelle

    Ahm das ist im deutschen Urheberrecht ohnehin Pflicht und selbiges kannst du eh nicht veräußern.

    >keine kommerzielle Verwertung

    Das ist mir ja eben egal. Man geht eben mal mit gutem Beispiel voran. Die einen nennen es naiv, die anderen Mut zu wirklicher Freiheit. Jeder kann sein Scherflein dazu beitragen, oder?

  7. Cem sagt:

    Oliver, du kannst ja unbenommen dein Werk bzw. deine Website mit «Hallo, geschenkt!» kennzeichnen. Unabhängig davon welche Lizenzdiskussionen irgendwo auf der Welt stattfinden. Andere möchten aber ihre Absichten (warum auch immer) abgestufter kundtun. Für die ist CC eine gute Möglichkeit es auszudrücken. Eine Möglichkeit, die von vielen akzeptiert und verstanden wird. Sie stellt aber beileibe nicht die einzige Möglichkeit dar. geschweige denn eine verbindliche. Das ist sicher.

  8. Cem sagt:

    Ups — habe nun eben deine parallel gepostete COFFEE-WARE License gesehen. Super! Dann ist ja alles klar.

  9. Oliver sagt:

    >Eine Möglichkeit, die von vielen akzeptiert und verstanden wird.

    Bezweifle ich sehr stark und kann dies an x Beispiel belegen, ebenso wie bei der GPL. Aber das ist ein anderes Thema.

    Mir gehts um die grundsätzlichen Begrifflichkeiten und Abstufungen von Freiheit, stellt eben eine Perversion dieses Begriffs Freiheit dar. Schäuble möchte uns auch permanent Abstufungen unterjubeln, Sicherheitsmaßnahmen, die wiederum diese «Freiheit» schützen. Seltsam wir tadeln es bei anderen, eignen uns jedoch genüßlich die gleiche Rethorik an, wenn es sich um die eigenen Interessen dreht. Denn man selbst ist ja auf der guten Seite.

  10. Falk sagt:

    Ahm das ist im deutschen Urheberrecht ohnehin Pflicht und selbiges kannst du eh nicht veräußern.

    Das mag dir klar sein, das ist mir klar, aber Hans-Wurst auch? Und genau das mein ich doch damit, für die ist ein

    * Namensnennung. Sie müssen den Namen des Autors/Rechtsinhabers nennen.

    * Keine kommerzielle Nutzung. Dieser Inhalt darf nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden.

    * Keine Bearbeitung. Der Inhalt darf nicht bearbeitet oder in anderer Weise verändert werden.

    nunmal verständlicher, als die entsprechenden Absätze im deutschen Urheberrecht. Geschweige denn, das Verständnis für «Fair Use» generell. Und nein, ich nenn das *nicht* Freiheit, sondern Richtung zu Freiheit.

    Und dann gibts immer auch noch kleine und feine Differenzierungen, wie ich dann als Urheber(-vertreter) die Lizenz auslege und anwende, speziell den Punkt «Nicht-Kommerziell». Da heisst es auf Anfrage eben auch oft genug «Mach was du willst, hauptsache keine Kohle *damit* und du sagst, wer es geschaffen hat».

  11. […] Gott vergelt’s. Wieder was gelernt. Finde ich aber gar nicht so schlecht für den “Einfachst-Fall” der Lizensierung — als einfachste Variante zum Creative Commons Baukasten, zu GNU und zu weiteren Lizensierungsmodellen. Warum eigentlich nicht? Die Diskussion dazu hatte sich hieraus ergeben. […]

  12. […] wir dann beim letzten Thema sind — freie Lizenzen. Oli schrieb es bei F!xmbr, dass alle Lizenzformen für ihn nichts mit Freiheit zu tun haben. Stimmt — allerdings ist eben der […]

RSS-Feed abonnieren