Contentindustrie gängelt mal wieder die Kunden

Wie Korrupt in den gulli:news vermeldet, gab es heute wieder eine große Razzia gegen die Tauschbörsennutzer, 3.500 Ermittlungen laufen, es gab sagenhafte 130 Hausdurchsuchungen. Insgesamt sollen von den 3.500 Nutzern jeweils bis zu 8.000 Dateien angeboten worden sein. Ein wirklich grandioser Erfolg.

*nach 1,5 jahren mal wieder emule installiert*

*options eingestellt*

*und bitte verbinden*

Dann schauen wir mal:

eMule Nutzer

Nun sind die in diesem Moment im Netzwerk eingeloggten 17,0 Mio. Nutzer nicht alle aus unserem Lande ich weiß, der Vergleich hinkt ein wenig — aber dennoch kann man davon ausgehen, dass es ein wenig mehr sind, als 3.500. 😉 Die PR-Maschinerie läuft — und das bei ganzen 130 Hausdurchsuchungen. Wenn man da die tatsächliche Zahl der Tauschbörsen-Nutzer sieht, kann einem schon der Gedanke kommen, dass das Netzwerk überwiegend für legale Zwecke genutzt wird (siehe auch heise.de — insgesamt 40.000 IP’s wurden ermittelt — bei 17,0 Mio. Nutzern sind das großartige 0,23%).

Laut golem.de tätigte Michael Haentjes, Vorsitzender der Deutschen Phonoverbände folgende Aussage: Die wichtige Botschaft an alle Internetnutzer ist, dass niemand damit rechnen kann, unentdeckt zu bleiben, wenn er Straftaten im Internet begeht. Ach her Haentjes, wer so, wie Sie mit seinen besten Kunden umgeht, ein überwiegend legales Netzerk durch die PR verteufelt, muss sich nicht wundern, wenn sich die Leute immer mehr mit Grauen von Ihnen abwenden. Sie, die Contentindustrie machen seit Jahren alles falsch, was man falsch machen kann — im Umgang mit den Kunden, der Öffentlichkeit, dem Angebot, einfach allem, warum gehts ihnen wohl so schlecht, wegen ein paar Tauschbörsennutzern? Lachhaft. Ein kleiner Hinweis noch: Für viele gilt nur die Jäger und Sammler-Mentalität, sprich, ich will es haben, lade es mir und dann hab ich es, in den seltensten Fällen wird es sich angehört, und so gut wie nie entgeht ihnen dadurch der Verkauf einer CD — denn wer Musik aus dem Internet lädt, der hätte auch eine CD gekauft ist die größte Mär, die jemals von einer PR verbreitet wurden — diese PR-Fuzzis, die einer ganzen Industrie diesen Schwachsinn eingeflüstert haben, sollte die Contentindustrie selbst im Nachhinein noch steinigen.

Ich habe mit dieser Contentindustrie schon lange abgeschlossen, ein paar Linktipps:

Links zu Musik, die unter den Creative Commens Lizenzen steht

Beim Falk gibbet auch immer wieder nette Tipps

Was für Falk gilt, gilt auch für den Musikdieb

Mp3.de (Tipp: Die Praktikanten)

Mp3.com

OpenMusic.biz (GEMA-frei)

Ein kleines Beispiel von vielen:

Roy — Bling, Bling steht unter dieser Creative Commons-Lizenz.

Disclaimer:

Natürlich gibt es Leute, die machen mit Warez Geld, keine Frage, diese Leute müssen verfolgt werden, und wenn die vor dem Kadi landen, bin ich der letzte Mensch auf Erden, der Mitleid hat. Wenn das ganze auf den Rücken der Kunden der Contentindustrie aber diese PR-Auswüchse hat, ist es einfach nur noch lächerlich, und wieder ein Punkt mehr, der mich nun seit mehreren Monaten bestärkt, von diesem Leuten nichts, aber gar nichts mehr zu kaufen.

10 Antworten zu “Contentindustrie gängelt mal wieder die Kunden”

  1. Esel im Visier (mal wieder)…

    Die Spatzen pfeifen es von den D…

  2. Oli sagt:

    Aber ehrlich gesagt «harmloser» Tausch ist das auch nicht mehr, wenn jemand kontinuierlich ein paar tausend Dinge anbietet. Bei allem «Hass» gegenüber der Industrie und ihrer Vorgehensweise, vielen fehlt heute auch einfach das Verhältnis.

  3. Chris sagt:

    Das es auch welche trifft, die es nicht anders verdient haben, steht ausser Frage, aber schau Dir dieses PR-Gedöns doch mal an — grandioser Erfolg, wir kriegen euch alle, der Esel ist evil.

    Bei 17,0 Mio. Nutzer (lass es zu dem Zeitpunkt ein paar weniger gewesen sein), über längeren Zeitraum wurden 40.000 (=0,23%) ausgemacht, die angeblich illegal Musik getauscht haben. Davon kamen 3.500 aus Deutschland, und von denen wiederum haben 130 Leute (denn nur bei denen gabs ne Hausdurchsuchung) mehr als 500 Files geshared. Noch Fragen? Die Ausgangszahl war 17,0 Mio.…

    Pro 7, hab ich gerade gesehen, macht damit heute Abend die News auf — ich liech lang. 😀

  4. Oli sagt:

    Ja sicher PR-Gedöns, aber seien wir mal ehrlich der Esel wird zu 99% für illegale Zwecke genutzt, Bittorrent vielleicht für 90%. Jeder macht PR-Gedöns egal welche Seite, ob Politik oder wir hier mit Polemik 😉

    Schau dir mal ein anderes Beispiel an — bei Musik sind die Preise im Schnitt konstant hoch. Bei DVDs sind diese billiger denn je. Klar nicht die neuesten Blockbuster, aber in der Regel wartet man 2–3 Monate und die Preise sinken, teils bekommt man viele Filme nach einem Jahr schon für knapp 15? oder drunter, teils noch niedriger.
    Das ist auch PR-Gedöns der «guten» Seite ohne Hand und Fuß, denn die Zeiten haben sich gerade bei den DVDs massiv geändert.

    «Wir kriegen euch alle» stimmt natürlich nicht, die Chance ist wahrscheinlich geringer als bei einem Lotto-Gewinn. Aber was sollen sie denn anderes machen? Ok, sorry wir haben verloren nehmt euch was ihr braucht?
    Ne tut mir leid, irgendwo verliert man da langsam wirklich jede Verhältnismäßigkeit. Da wurde etwas losgetreten und keiner weiß eigentlich mehr worum es im Prinzip ging …

  5. Falk sagt:

    Ui, dann bin ich heute mal dran mit dem DANKE! Jungs :)

    Aber zum Thema, der Abschnitt

    Sie, die Contentindustrie machen seit Jahren alles falsch, was man falsch machen kann — im Umgang mit den Kunden, der Öffentlichkeit, dem Angebot, einfach allem

    bringt es 100% auf den Punkt. Man hangelt sich von einem PR-Gau zum nächsten und trotz allem haben die Vorstände keinen blassen Schimmer, was die Käufer eigentlich wollen. In den Büros selbst der größeren Konzerne ist das Verständnis mittlerweile durchaus vorhanden. Nur leider haben die, wenns um strategische Entscheidungen geht ja keinen Einfluss darauf. Ich hab immer dieses Bild von am Kamin sitzenden und pfeiferauchenden Frührentnern vor Augen, wenn ich über die Musikindustrie und deren Interessenverbände herziehe. Und das beruhigt dann wiederum, denn irgendwann treten auch diese ihre letzte Fahrt ins Nirgendwo an. Die Hoffnung stirbt wie immer zuletzt.

    Btw. obiger zitierter Satz wurde mir übrigens schon auch vom Inhaber eines etwas größeren Indielabels genau so in einem sehr langen und interessanten Gespräch bestätigt, welches der Korrupt und ich mit ihm hoffentlich bald bei einem Bier fortsetzen können. Ein Interview von Stefan Herwig (um den gehts grad) findet man hier. Er ist auch ein Grund für mich, dieses Thema weiterzuverfolgen und mich immer und immer wieder zwischen die Stühle zu setzen.

    Lesenswert auch seine Essays hier, hier und hier.

  6. Björn sagt:

    Das Problem bei der Sache ist ja nicht zuletzt der Doppelstandard bei sowas: Auf der einen Seite will man verstärkt da vorgehen, wo im privaten Umfeld gebrannt wird, weil da angeblich Millionen verloren gehen, auf der anderen Seite bezahlt man 30.000 Euro um seine Songs in der Sportschau zu pushen. Das geht auch nicht zusammen. Für 30.000 Euro muss ‘ne alte Frau schon lange schwarzbrennen.

    Aber zugegebenermaßen, das Problem sind die Doppelstandards auf beiden Seiten. Bei seiner Wut auf die Contentindustrie (die ich voll verstehe… also, die Wut), sollte man aufpassen, dass man sich nicht plötzlich mit den gewerblichen Schwarzbrennern solidarisiert.

    Nur: Wenn zum Beispiel die Zypries selbst der Kritik des Bundesrates nichts anderes entgegenzusetzen hat als die Kalendersprüche, an die sie sich seit Monaten klammert, dann darf man sich nicht wundern, wenn man einen Teil der Bevölkerung in die totale Blockadehaltung gegen alles treibt, was man (also hier das Gespann Contentindustrie + Regierung) macht. Nach dem Motto: Wenn die nicht auf meine Einwände hören, dann sind mir deren Probleme auch scheißegal.

  7. Oli sagt:

    Der Bundesrat in diesem Fall hat jedoch wieder seine eigenen egomanen Absichten, insofern ist der Widerspruch zwar gut aber ähnlich zu werten wie die FDP als neuerlicher «Rächer des gemeinen Volkes» 😉

  8. Grainger sagt:

    Um mal bei Olis Vergleich zwischen DVDs und Audio-CDs zu bleiben:

    ich habe eine mittlererweile recht umfangreiche DVD-Sammlung, am Anfang habe ich natürlich noch das eine oder andere zum «Vollpreis» gekauft (das mache ich in seltenen Fällen auch heute noch wenn ich einen Film unbedingt sofort haben will :D).

    Inzwischen erscheinen aber die aktuellen Kinofilme immer schneller auf DVD und sind auch immer schneller auf dem Krabbeltisch zu finden.

    Und bei den weitaus meisten Filmen fällt es mir nicht schwer nochmal 2–3 Monate zu warten, ich habe in der letzten Zeit etliche DVD zu Preisen deutlich unter 10 Euro eingekauft.

    Dabei fällt mir ein das ich in der letzten Zeit mehr gekauft habe als ich Zeit anschauen hatte. 😀

    Ich kaufe auch noch mehr oder weniger regelmäßig Audio-CDs, aber nur selten aktuellere Sachen (das meiste gefällt mir nicht) und von den alten Klassikern habe ich inzwischen das meiste auf CD nachgekauft.

    Und zum «Vollpreis» kaufe ich sowieso keine CDs mehr, ich würde mich nur ärgern eine CD heute für 15 Euro zu kaufen und die 3 Monate später für 4,99 Euro auf dem Krabbeltisch zu sehen.

  9. DIE Musikindustrie* jubelt…

    Und die Mainstream-Medien jubeln auch und blubbern alle brav die Ausdünstigen unserer allseits beliebten IFPI nach. Soweit so schlecht – aber ich frag mich allen Ernstes, wohin das noch führen soll.

    Und jetzt dazu mal ein paar Fragen…

  10. anti Hd-ready sagt:

    Reine Abzocke!!

    F**** HD-Ready, MI,FI

    Ich rufe erneut zum Boykott gegen die Abzockeindustrie auf !!

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