Content-Klau im Netz

Ja schon zuvor wurden pauschal die Studierenden abgewatscht, nun müssen auf — konsequenterweise — die Blogs dran glauben, mutierte Textfetzen ohne Quellenangaben wären die Regel.

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Ich weiß jetzt nicht, ich durchstöbere schon sehr lange das Netz, vielleicht gar länger als obiger Autor, aber gerade in den heutigen Blogs ist mir Content-Klau in Form von der nicht-Nennung der Quelle nur recht selten unter gekommen. Die Originalquelle fand ich bisher immer, mitunter wären sonst Dinge wie Trackbacks etc. recht sinnfrei — gerade die macht sich ein jeder zunutze.


Betroffen waren wir von Content-Klau alle schon einmal, es hilft auch nicht diese mit Buzzwords wie Beraubung verstärken zu wollen, der Begriff Raub ist schon in einem anderen Zusammenhang mehr als sinnfrei, aber es sind mehr oder weniger Ausnahmen. Mal ganz abgesehen von tatsächlichen Spammern oder Werbetreibenden, die diese geklauten Inhalte in werbeverseuchte Seiten einflechten.
Ich vermisse bei den ganzen Behauptungen Zahlen und Fakten, eine Monokultur vor Ort2 , wie schon beim Uni-Syndrom, kann nicht zur Verallgemeinerung herhalten. Das ist nur ein minimaler Ausschnitt, ebenso wie Eigenerfahrung. Letzteres macht zwar vielleicht aufmerksamer gegenüber derlei Unbill, aber es ist kein Garant irgendeine Art von Regelmäßigkeit ausmachen zu können.
Mein seliger Professor hätte mir ein Gräberfeld mit ein paar tausend Einheiten um die Ohren geschlagen, hätte ich ob eines Randrauschens Rückschlüsse auf das ganze Feld gezogen.

Das Plagiat beginnt schon beim Lesen anderer Texte. Die Universität vermittelt schon plagiiertes Wissen, indem sie dieses weiterlehrt. Das Wissen ist im Kopf gespeichert und wird allenfalls mit anderen Bereichen dieses gespeicherten Wissens kombiniert, um so den Anwendungsbereich zu erweitern. Mitunter varriiert man auch, aber wirklich neu und einzigartig ist es nicht. Es ist immer eine Art von Plagiat, die geflissentlich mit dem Begriff Beeinflussung weggeredet wird. Der reine 1:1 Klau ist gar wirklich verpönt, gereichte aber gerade im gerne zitierten Mittelalter auch zur Erhaltung von eben dieser Kultur, aber jener 1:1 Klau ist auch seltenst in dieser Web 2.0 Welt anzutreffen. Es sind gelegentlich Remixe, Dinge die die Konservative der alten Medien nicht kennt und nicht kennen möchte. Meine Texte jedenfalls sind *frei* soll doch jeder machen damit was er möchte, ich bestehe nur auf die Quellennennung — aber da sehe ich kein Problem drin.
Was dem Autor vielleicht nicht als tatsächliches Problem gewahr wurde, nicht die fehlende Quelle ist das Problem — und in den alten Medien weitaus häufiger anzutreffen — sondern die mangelnde Quellenkritik der Lesenden überhaupt. Man sollte Kultur und Offenheit leben, dann klappts auch mit dem Content-Klau. Mitunter braucht die Konservative der alten Medien erst eine Einführung in das 1×1 von Kultur und Freiheit 😉

  1. hier natürlich wie immer mit Quellenangabe :-) []
  2. der eigene Fachbereich []

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