Clement zeigt mal wieder sein wahres Gesicht — Nun fordert er totalitäre Parteistrukturen

Beck VoldiVon Wolfgang Clement sind wir einiges gewohnt. Es verwundert bei dem Herrn auch nicht, dass er Mitglied im Konvent für Deutschland ist — meiner Meinung nach sollte diese Vereinigung vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Nach der letzten turbulenten Woche war klar, dass sich der Herr — der Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, schon mal Parasiten nennt — auch in seiner neuesten WELT-Kolumne mit dem eigenen Fall beschäftigt. Selbstreferentiell nennt man das bei uns Bloggern. Und auch war zu erwarten, dass er wieder die Hessen-SPD angreift und wieder den Atom-Freund gibt, harmlos ausgedrückt. Wolfgang Clement strahlt halt gerne — und da er ob seines hohen Alters wohl nicht mehr lange auf diesem Planeten weilt, ist es ihm wohl egal, was die Zukunft bringt und was er unseren Kindern hinterlässt. So war er, so wird er immer sein. Nun aber macht er zusätzlich mit einem neuen, alten Vorschlag von sich reden.

In seinem neuen Pamphlet greift er eine Forderung von Rudolf Scharping auf. Rudolf Scharping im Übrigen gehört heute zu den sogenannten Sozialdemokraten, die manchmal im Pool baden, viel zu oft aber dabei helfen, Öffentliches Eigentum zu verschleudern. Öffentliches Eigentum wird es in unserem Land bald kaum noch geben — Wasser, Strom, andere existentielle Bedürfnisse werden dann von der Privatwirtschaft befriedigt werden müssen. Es wundert da nicht, dass diese beiden Herren per Doppelpass fordern:

Der frühere SPD-Vorsitzende Rudolf Scharping hat in diesen, für seine Partei recht turbulenten Tagen gefordert, das Präsidium der Bundes-SPD bräuchte bei politischen Problemstellungen von nationaler Bedeutung eine letztentscheidende Steuerungs– und Führungskompetenz gegenüber ihren regionalen Parteigliederungen. Das ist, sollte man meinen, erst recht in einer medialen Demokratie wie der unseren eine nur zu berechtigte Erwartung. Bis 1995 galt diese Steuerungskompetenz für die Bundes-SPD auch noch. Warum nicht heute wieder? Zu klären gibt es die Fülle. In der Energiepolitik, natürlich. Oder beispielsweise in der Kurs– und Grundsatzfrage, wie es die SPD mit der PDS-Linken und deren Lautsprecher Oskar Lafontaine halten soll, insbesondere wenn zuvor, wie in Hessen geschehen, unmissverständliche Absagen formuliert wurden.

Totalitäre Verhältnisse wünscht sich Wolfgang Clement also für die SPD. Natürlich bringt er gleich als Beispiel die Energiepolitik. Das darf man nun wirklich nicht der Partei überlassen. Stramme Führer braucht das Land die SPD. Von Demokratie scheint Wolfgang Clement nichts zu halten — oder hält er die Partei einfach für blöd? Wäre natürlich auch eine Möglichkeit. Man darf doch Entscheidungen innerhalb einer Partei nicht denen überlassen, die am Wochenende auf den Marktplätzen stehen. Wo kämen wir da denn hin? Deutschland hat nicht ohne Grund die Staatsform Demokratie gewählt. Das sollte man vielleicht mal dem Herrn Clement ins Gästebuch schreiben. Die Gedanken und Forderungen des Herrn Clement mit all ihren Auswüchsen haben bereits großes Leid auf dieser Welt verursacht. Wolfgang Clement scheint dies egal zu sein — solange er und seine Nachkommen eine strahlende Zukunft vor sich haben.

Am Rande sei notiert, dass er die alte Forderung Rudolf Scharpings unter anderem mit der medialen Demokratie begründet. Ich halte also fest: Per Zeitungsartikel fordert Wolfgang Clement allem Anschein nach aufgrund zu großen medialen Macht in diesem Land für die SPD totalitäre Verhältnisse. Wenn das nicht mal wieder das wahre Gesicht Wolfgang Clements zeigt. Doppelmoral, Doppelzüngigkeit ist da nur der geringste Vorwurf, dem man ihm machen kann. Ich würde aber alles darauf wetten, dass es tatsächlich Leute innerhalb der SPD gibt, die ihm auch diesmal applaudieren. Allerdings sei den Parteisoldaten dann ins Gästebuch geschrieben: Wozu noch Parteiarbeit, wenn irgendein möglicherweise durchgeknallter Vorsitzender (Kurt Beck ist damit nicht gemeint, rein hypothetisch), oder seine Stellvertreter später dann an keinerlei Entscheidungen gebunden sind, die die Parteibasis beschlossen hat — zum Beispiel auf einem Parteitag? Man stelle sich mal vor, die beiden Stones könnten so wie sie wollten — ohne an Entscheidungen der Partei gebunden zu sein. Und bevor jemand aufschreit: Zum nationalen Interesse kann man jede Entscheidung machen, die ein Parteivorstand, ein Parteivorsitzender beschließt. Da braucht es nur Juristen und einen Gerichtssaal. Liebe SPD — wollt Ihr diesem Mann nicht vielleicht doch unverzüglich mit einem Tritt in den Allerwertesten aus der Partei befördern? Ich frag ja nur… 😉

Ich lag mit meinem Clement unser gar nicht so verkehrt…

Clement unser in der SPD,
geheiligt werde Dein Name.
Dein Hartz IV-Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Wasser und Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns in den Neoliberalismus,
und erlöse uns von sozialer Gerechtigkeit.
Denn Dein ist Hartz IV und die Agenda 2010 und die Armut in Ewigkeit.
Amen.

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2 Antworten zu “Clement zeigt mal wieder sein wahres Gesicht — Nun fordert er totalitäre Parteistrukturen”

  1. name sagt:

    Bitte um Korrektur: «Und führe uns _nicht_ in den Neoliberalismus.» Danke 😉

  2. Chris sagt:

    Nope — da es ein Clement unser ist, ist es genauso gewollt. Bitte beachte auch den folgenden Satz, dann wird es klarer… 😉

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