Christian Steinbrück

White Star Line

Die SPD und ihr Kanzlerkandidat, Peer Steinbrück, stehen vor einer gefährlichen Debatte. Nachdem die SPD 2009 vom Wähler aus der Regierung geworfen wurde, war der ehemalige Finanzminister und Finanzmarkt-Deregulierer Peer Steinbrück nur noch einfacher Abgeordneter. In den letzten Jahren fiel Steinbrück nicht durch parlamentarische Arbeit auf, sondern durch seine Nebeneinkünfte. sei Dank Abgeordnetenwatch wissen Politikinteressierte davon bereits seit langer Zeit.

Nun ist Steinbrück von der SPD mit einer Stimme, bei zwei Enthaltungen, zum SPD-Kanzlerkandidaten ausgerufen worden. Und selbstverständlich fragen die Medien nun etwas genauer nach, wie es sich mit den Nebeneinkünften verhält.

Die Reaktionen Steinbrücks und seiner Partei überraschen. Als hätte es den Fall Christian Wulff nicht gegeben, lässt Steinbrück die Kritik an sich abperlen und greift seine Kritiker an. Mit wahnwitzigen Argumenten unterlegt er seine Kernaussage, er habe nichts zu verbergen.

Steinbrück vergleicht sich selbst mit Guido Westerwelle — eine Peinlichkeit sondergleichen. Dabei liegt ein anderer Vergleich viel näher: der mit Christian Wulff. Wulff war unbestritten der peinlichste Bundespräsident aller Zeiten. Sollten Steinbrück und die SPD nicht die Reißleine ziehen, wird Peer Steinbrück zum peinlichsten Kanzlerkandidaten aller Zeiten mutieren.

Steinbrücks Ego wird es wahrscheinlich nicht zulassen, offen und ehrlich seine Nebeneinkünfte offen zu legen und das Gespräch mit seinen Kritikern zu suchen. Hier ist die SPD gefragt. Peer Steinbrück ist Kanzlerkandidat der SPD, die SPD ist nicht Wahlverein des Peer Steinbrück. Das kann auch bedeuten, einen anderen Kanzlerkandidaten ins Rennen zu schicken.

Steinbrück behauptet, den Kritikern ginge es darum, seine Glaubwürdigkeit zu diskreditieren. Das ist falsch. Über diesen Punkt ist die Debatte bereits hinaus. Es geht mittlerweile nicht mehr und nicht weniger um die Restglaubwürdigkeit der SPD. Die SPD steht vor der Wahl, die da heißt:

Christian Steinbrück oder SPD

Stern: Steinbrück in der Wulff-Falle
Spiegel: Steinbrück keilt gegen seine Kritiker

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6 Antworten zu “Christian Steinbrück”

  1. etg sagt:

    Hi, ist das jetzt freudsches Verschreiben mit «Christian Steinbrück» oder erkenne ich da einen Gag nicht?

  2. flo sagt:

    und ich dachte schon ihr wollt gar nichts mehr zur SPD schreiben :-D

  3. flo sagt:

    ach so, nochmal zur Restglaubwürdigkeit:

    dass der Peer Kanzler wird ist ja ungefähr so wahrscheinlich wie Weltfrieden. Dass der S-meier Außenminister unter Mutti wird ist da doch sehr viel wahrscheinlicher.

    Warum dann dieses Rumgegurke? Hat das was mit Glaubwürdigkeit zu tun?

    Klärt mich mal jemand auf — bitte!

  4. Olaf sagt:

    Christian Steinbrück … erm … Peer Wulff … hihi schönes und auch treffendes Bild :-)

  5. Jan sagt:

    «Nun ist Steinbrück von der SPD mit einer Stimme, bei zwei Enthaltungen, zum SPD-Kanzlerkandidaten ausgerufen worden.»

    Nicht dass ich pingelig sein wollte, aber fehlt da nicht das Wort »Mehrheit«?

  6. vera sagt:

    @Jan
    Mehrheiten in der SPD? Ah bah.


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