Chernobyl — Eine Reise in die Todeszone

Ein letzter Stopp. Noch einmal wurden unsere Papiere kontrolliert, unser Wagen durchsucht, uns die immer gleichen Fragen gestellt. Fast waren wir am Ziel unserer Reise angekommen: Chernobyl. Für mich und meinen alten Studienfreund, der mich schon so oft begleitet hatte, eine Reise ins Ungewisse, meine Schwester nannte es die dämlichste aller Ideen die ich in den letzen Jahren entwickelt hatte. 23 Jahre nach der Reaktorkatastrophe ist der Besuch Chernobyls heute bedenkenlos möglich. Wenn die russischen Behörden ihr Einverständnis geben würden, wäre unter gewissen Umständen eine direkte Besichtigung des Atomkraftwerks denkbar, selbstverständlich räumlich eng begrenzt. Es sind sogar einige hundert Einwohner in die ehemals gesperrte 30-Kilometer-Zone zurückgekehrt. Fast wünschte ich in diesem Moment, irgendetwas würde mit unseren Unterlagen nicht stimmen. Ich versuchte, meine Unsicherheit herunterzuschlucken.


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Wir wurden durchgewunken, unser Wagen setzte setzte sich mit unserem Führer in Bewegung. Weiter in dieser schier unendliche Weite, Schnee, eine Eiseskälte. Und auf einmal lag Chernobyl vor uns. Wir fuhren in und dann durch eine riesige Geisterstadt, hier und da ein paar Wahnsinnige wie wir es waren. Fast fühlte ich mich an die alten Western erinnert, die früher immer im Fernsehen liefen. Auf einmal war mir jeder Horrorfilm gegenwärtig, den ich in meinem Leben gesehen hatte. Ich achtete auf jede Bewegung, die Gardine am offenen Fester machte mich ebenso nervös, wie Bewegungen in der Ferne. Unser Führer fragte, wo er denn halten sollte, nein, darauf waren wir nicht vorbereitet. Diese Stille, dieses beklemmende Gefühl und immer die quälende Frage im Hinterkopf, ob es denn nun wirklich sicher sei, hier und jetzt an diesem Ort zu sein. Wir bogen rechts ab und ich sah eines der wohl unwirklichsten Bilder meines Lebens vor mir.


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Der Vergnügungspark von Chernobyl, das Riesenrad, heute fast schon berühmter als sein Pendent, das Wahrzeichen der Österreichischen Hauptstadt. All die Jahre stand es hier, so wie es verlassen wurde. Fast waren wir versucht, auszuprobieren, ob noch irgendwo die Stromzufuhr läuft. Doch dann fiel uns ein, weswegen wir hier waren. Mitten im Leben, von einem Moment auf den anderen, hat das Unglück damals die Menschen erreicht. Hier wurde mir klar, es kann jederzeit, immer wieder, passieren. In Russland, in den USA und auch in Deutschland. Leben hört auf zu existieren, von einer Sekunde auf die andere. Wir fuhren weiter und sahen in der Ferne ein riesiges Apartmenthaus vor uns. Wie wir später erfuhren, lebten hier Magdalena und Wladislav, 45 Jahre lang. Heute sind sie in den Nachbarort Pripyat zurückgekehrt und erfreuen sich bester Gesundheit. Sie glauben bis heute nicht, dass damals etwas Schlimmes passiert ist. Der böse Westen habe die Sache gefährlicher gemacht, als sie wirklich war. Man hat uns unsere Heimat genommen, so wirft uns Wladislav vor, als wir mit ihm gemeinsam eine Tasse Tee trinken. Ein alter Mann kämpft mit den Tränen in seinen Augen, der es aber im Grunde seines Herzens besser weiß. So habe ich es mir zumindest beim Abschied eingeredet.


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Wir stiegen aus, schauten uns an und ich dachte an die Berichte, denen zufolge sich die Tierwelt nach und nach Chernobyl zurückerobert haben soll. Wölfe sollen wieder in freier Laufbahn zu sehen sein. Auch andere Tiere? Wir wussten es nicht. Wir hätten besser recherchieren sollen. Unser Führer lachte, als hätte er unsere Gedanken lesen können, dann schlug er mit einem Augenzwinkern auf sein Gewehr, welches er mit sich trug. Wenn es wirklich so ungefährlich sein sollte, warum dann die Waffe? Ich riss mich von diesem Gedanken los und schaute einmal rundum. Die Stadt, wie ausgestorben. Die Szenerie wirkte gespenstisch, selbst nach einer halben Stunde begriff der eigene Verstand immer noch nicht, was hier eigentlich damals passiert war. Hier war die Zeit stehengeblieben. Noch immer sind in ganz Chernobyl die bekannten kommunistischen Monumente zu sehen. In Chernobyl, so scheint es, lebt der Kommunismus noch immer.


Pedro Moura Pinheiro | CC-Lizenz

Obwohl es nicht gerne gesehen wird, betraten wir eines der unzähligen verlassenen Gebäude. Das sei kein Problem, so unser Führer. Wir fühlten uns wie Eindringlinge, wie Gaffer, die einen Blick in das Privatleben anderer Menschen warfen, die Haus, Hof und viele auch das Leben verloren hatten. Mir war sehr unwohl, und doch übten diese Gebäude eine unglaubliche Faszination aus. Ich stellte mir vor, wie es sein musste, wenn ich zu Hause in Deutschland meine Wohnung verlassen müsste. 20 Jahre später würden Fremde meine Wohnung betreten. Wäre mir Etwas peinlich? Der Vibrator, den meine letzte Freundin nicht mitgenommen hatte, das Pornoheftchen, Kontoauszüge, Briefe, mein Computer, mein Leben? Wir betraten nicht die Privatwohnungen, wir beließen es beim Eingang. Wie viele Einwohner waren wohl niemals wieder zurückkehrt? Wahrscheinlich Unzählige.


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Am darauffolgenden Tag besuchten wir Pripyat, die Nachbarstadt Chernobyls, die sich ebenso in der 30-Kilometer-Zone befand und natürlich auch evakuiert wurde. Dort betraten wir ein Gebäude von dem es hieß, man würde die Eindrücke sein Leben lang nicht vergessen. Die Gefühle zu beschreiben, die in mir hochkamen, als wir den Kindergarten im Zentrum der Stadt betraten, lassen sich nicht in Worte fassen. Kinder, es waren noch Kinder. Keine Alten, kein Soldaten, keine abstrakte Zahl von Menschen, hier wurde uns bewusst, dass Kinder gestorben sind und ihre Heimat verloren haben. Einige Monate später traf ich ein junge Frau, die zu den ersten Kindern gehörte, die aus Pripyat evakuiert wurde. Das rettete ihr das Leben. Heute schafft sie in Moskauer Luxushotels an um ihre Drogensucht zu finanzieren. Als ich ihr ein paar Fotos aus Pripyat überreichte, leuchteten ihre sonst so leblosen Augen kurz auf. Jedes der kleinen Betten in Pripyat erzählt eine Lebens– und Leidensgeschichte.


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Anton treffe ich ein paar Monate später in der Ukraine. Er hat bei dem Unglück seine Mutter und seinen Vater verloren, kam dann zu Tante und Onkel, die ihn sehr liebevoll aufzogen, wie er sagte. Bereits mit seinen jungen Jahren gehört er heute zur mittleren Führungsschicht von Gazprom. Er hält Kontakt zur Politik und zum ukrainischen Gasversorger Naftohas. Er hat mich gefragt, ob ich den Gerhard Schröder kenne, ihm hätte er neulich die Hand geben dürfen. Ein unglaublicher Stolz umgibt diesen jungen Mann. Als wir auf Chernobyl zu sprechen kommen, wird er auf einmal sehr ernst. Nie wieder darf so etwas passieren, so Anton. Lieber Gas als Atom, führt er weiter aus. Ich beginne zu verstehen, warum Gazprom ihn eingestellt hat. Er ist nicht nur unglaublich überzeugend, sondern aufgrund der eigenen Geschichte glaubwürdig. Anton wird seinen Weg gehen. Es tut gut, einen Menschen zu treffen, der trotz dieses Unglücks in seinem Leben, glücklich, zufrieden und erfolgreich ist und seine Berufung gefunden hat. Anton war nach Monaten der positive Abschluss einer heute noch schier unfassbaren Reise, der Reise meines Lebens.


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Als wir in Chernobyl direkt auf das Atomkraftwerk zugingen, fühlten wir uns auf einmal noch viel unwohler. Mein Studienkollege und ich, wir sind beide um Worte nicht verlegen, gingen schweigend nebeneinander, ohne weiter auf unsere Umgebung zu achten, immer weiter auf das Atomkraftwerk zu. Alle paar Meter forderten wir unseren Führer auf, die Radioaktivität zu messen. Als wenn das Etwas ausgemacht hätte. Heute kann ich herzhaft darüber lachen. Auch wenn in Chernobyl die Radioaktivität 7-fach höher ist, wie normal, so ist dies nach dem heutigen Stand der Technik und der Medizin unbedenklich. So wurde uns im Vorfeld der Reise immer wieder gesagt, so unsere eigenen Recherchen. Immer wieder redeten wir uns das genau ein. Ich musste wieder an meine kleine Schwester denken, die sich immer wie mein großer Bruder aufführt. Der unstete Bruder, immer auf Reisen, sie, die karrierebewusste Abteilungsleiterin einer Werbeagentur, Stolz der Eltern, und doch verbindet uns eine innige und tiefe Beziehung. Was täte ich nur ohne sie?


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Dann standen wir direkt vor dem Atomkraftwerk, vor Reaktor 4, vor dem Sarkophag. Noch nie zuvor hatte ich eine derartige Gänsehaut, wie in diesem Moment. Die Schutzhülle besteht auch heute noch ausschließlich aus Stahl und Beton, Organisationen wie Greenpeace weisen seit Jahren darauf hin, dass der Sarkophag mittlerweile Risse aufweist, regelrecht brüchig ist. An diese, natürlich oft auch reißerisch geschriebenen Artikel, musste ich in dem Moment denken. Der Hals schnürte sich mir zu, das Leben schien in diesem Moment still zu stehen. Niemand weiß, wie es im Inneren des Sarkophags ausschaut. Expeditionen ins Innere sind nicht möglich, weil der Sarkophag und angrenzende Räume immer noch eine tödliche Strahlung aufweisen. Chernobyl ist das atomare schlechte Gewissen einer ganzen Generation. Man kann es nur immer wieder zuschütten und hoffen und beten, dass es hält und die Strahlung nicht erneut freigesetzt wird. Politik und Wissenschaft haben keine andere adäquate Lösung für dieses Problem, ein Problem, welches, so wurde den Menschen versprochen, selbstverständlich nie auftreten werde. Selbst im Angesicht von Chernobyl wird es auch heute noch täglich behauptet.


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Als wir wieder in die Stadt zurückgingen, wurde mir die Unwirklichkeit der ganzen Situation bewusst. Eben noch standen wir ein einem der größten Unglücksorte der Nachkriegsgeschichte, nun machten wir schon wieder Scherze, wir witzelten. Ich fragte meinen Studienkollegen, ob er wegen der Atomkraftwerke in Deutschland Angst haben würde. Noch vor unserer Reise hatte er über die Frage gelacht. Keine Angst, gab er mir damals zu Antwort, in Deutschland sei alles überreguliert. Die dürfen nicht einmal pupsen ohne die Öffentlichkeit zu benachrichtigen. An diese Worte dachte ich, als ich ihn anschaute. Ich habe eine Scheißangst, antwortete er mir diesmal. Selbst wenn Deutschland sicher ist, was ist mit den Atomkraftwerken unserer Nachbarn? Er hat natürlich Recht. Strahlung ist kein lokales Problem, sondern ein globales. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie es nach Chernobyl zu Hamsterkäufen kam, Kinder durften nicht mehr auf den Spielplatz in den Sandkasten. Chernobyl war in dem Moment nicht weit weg, sondern ganz nah. So ist es noch immer.


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Ein letzter Blick zurück auf Chernobyl. Was als lockere Idee bei einem Glas Rotwein begann, entwickelte sich zu einer Reise, die mein Leben nicht verändert hat, mein Leben und mich als Menschen aber unheimlich bereichert hat. Noch heute ist unser Besuch in Chernobyl und Pripyat für mich abstrakt, gedanklich kaum fassbar. Wir haben Menschen getroffen, die in die unmittelbare Nähe des Unglücksortes zurückgekehrt sind, in ihre Heimat. Wir haben später Menschen kennengelernt, die nie wieder in die Nähe Chernobyls kamen und in anderen Teilen des Landes ihr Glück gesucht, aber kaum gefunden haben. Bei unserer Recherche im Vorfeld waren wir durchaus den Argumenten der Energieindustrie und der Politik in Deutschland und anderen westlichen Ländern aufgeschlossen. Was soll uns schon passieren? Die Antwort auf diese Frage fanden wir dann sehr schnell. Selbst wenn viele Störfälle, auch in Deutschland, schon das Gegenteil beweisen, es gibt Landstriche auf diesen Planeten, in denen leben Menschen von der Technik her noch im Mittelalter. Und auch dort stehen Atomkraftwerke. Atomkraftwerke wie Chernobyl.


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Chernobyl war die historische Chance für uns Menschen, auf Atomkraft zu verzichten. Der Atomausstieg war zum Greifen nah. Diese Chance haben wir ungenutzt verstreichen lassen. Durch Wetterumschwünge und anderer Wetterkapriolen ist die Klimakatastrophe heute für die Menschen greifbarer, als die Gefahr eines GAUs in einem Atomkraftwerk. Die PR der Energieindustrie unterstützt dies natürlich mit Millionenbudgets für die Werbung. Atomstrom ist Ökostrom, diese Sichtweise versucht man gerade in der Bevölkerung durchzusetzen, die Politik hat diesen neuen Leitsatz schon fast übernommen. Die Menschheit sollte alles Mögliche tun, damit in naher Zukunft auf Atomkraft verzichtet werden kann. Chernobyl kann wieder passieren, jederzeit und überall. Allein 2008 gab es in Deutschlands Atomkraftwerken 128 meldepflichtige Störfälle, das heißt jeden dritten Tag geschieht allein im so sicheren Deutschland ein kleines Chernobyl. Wenn wir schon so selbstzerstörerisch handeln, sind wir es zumindest unseren Kindern schuldig, ihnen eine Welt ohne Atomkraftwerke zu hinterlassen. Jetzt und für alle Zeit.


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Rosebud

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41 Antworten zu “Chernobyl — Eine Reise in die Todeszone”

  1. caschy sagt:

    Danke für diesen Bericht. Wow. Sprachlos.

  2. Marcel sagt:

    mir gehen gerade schauer über den rücken. traurig das selbst die größten unglücke im strudel des opportunismus relativierungen preisgegeben werden

  3. Paul sagt:

    Ich hab den Artikel mittlerweile zweimal gelesen.
    Er ist sehr gut geschrieben und die gelungenen Fotos ergänzen es sinnvoll. Was währe wenn sich so ein Ereignis wiederholt?
    So eine Reise prägt einen Menschen enorm. Danach sieht man die Welt mit anderen Augen.

    Wie seit ihr auf die Idee gekommen dorthin zu fahren und was waren eure Absichten?

  4. Cartagena sagt:

    Ich bin wohl gerade ähnlich konsterniert wie mein Vorredner. Vielen Dank für Deine Geschichte/Dein Plädoyer und dass wir daran teilhaben durften.

  5. phoibos sagt:

    vielen dank für deinen packend geschriebenen bericht.

  6. Großartiger Artikel!
    Man kann so viele Artikel lesen und Bilder angucken wie man will, trotzdem bleibt das Szenario Tschernobyl immer irgendwie irreal. Der Artikel vermittelt sehr gut, dass sich das wohl ändert, wenn man selbst vor Ort ist, wenn das Ganze nicht mehr so weit weg ist, auch wenn, wie angesprochen, Strahlung kein lokales Problem ist.

  7. Wir haben uns in den letzten Jahren nie getraut. Drei mal waren wir in der Ukraine und auch in Belarus. Vielen Dank.

  8. thogo sagt:

    Sehr beeindruckend. Diese Bilder einer untergegangenen Welt haben etwas surreales, gerade weil man die Geschichte glaubt zu kennen.

    Mehr beeindruckende Bilder und Berichte aus Chernobyl kann man hier finden:

    elenafilatova.com

  9. eindringlich geschrieben, nachdenklich stimmender beitrag, dem ich noch viele leserInnen wünsche … nicht nur, weil wir hier in frankfurt nicht weit vom «pannen– und schrottreaktor» biblis entfernt leben.
    daß ein besuch Chernobyls heute bedenkenlos möglich sein soll, das würde ich allerdings nicht unterschreiben wollen …

  10. Benedikt sagt:

    Ich überlege auch seit längerem, einen «Ausflug» nach Chernobyl zu unternehmen, aber der teils doch enorme Organisationsaufwand hat mich immer wieder abgeschreckt, auch, da kaum einer meiner Bekannschaft wirklich mitkommen würde… Wenn ich fragen darf, wie seid ihr an die Planung gegangen, habt ihr selbst einen Führer organisiert oder seid ihr durch eins dieser Reiseunternehmen nach Chernobyl? Ich kann mich nur erinnern, dass es wohl schon seit geraumer Zeit «Touristen-Fahrten» nach Chernobyl gibt, die dann aber nicht direkt in das Innere der Stadt fahren…

    Danke für den Bericht.

  11. […] nach Chernobyl Chernobyl — eine Reise in die Todeszone ein reisserischer Titel, aber er trifft es genau auf den Punkt. Sehr interessante Reise durch die […]

  12. markus sagt:

    den alten leuten kann man sowas nicht übel nehmen, da wird es schwer natürliche von strahlenbedingten todesfällen zu unterscheiden. die liquidatoren oder kinder aus der gegend sehen das mit sicherheit anders, da hat das mit der iodausgabe auch nicht 100% gewirkt, die gruppenreisen der tschernobylkinder in den 90ern nach deutschland haben doch recht deutlich zeugnis von dem abgelegt von dem was da passiert ist und welche auswirkungen das auf den menschlichen körper haben kann.

    btw: 60% des fallouts sind auch in belarus / weißrussland runtergekommen, die ukrainier haben in dem sinne glück gehabt, ähnlich wie in frankreich ist es mit sicherheit auch nur ein böser zufall, dass die reaktoren gerne an die grenzen befreundeter staaten gestellt werden ( hauptwindrichtung mit berücksichtigt).

    die weißrussen haben in dem sinen glück gehabt, dass sie im süden praktisch kein größeres zentrum haben, welches durch den fallout praktisch unbenutzbar geworden wäre. dieser teil ost oder ost-mitteleuropas ist ja relativ dünn besiedelt, verglichen mit der Situation bei uns. man möge sich nur mal vorstellen, was hier abgehen würde wenns nen kleinen platzer an der elbe geben würde oder bei frankfurt …

    mfg
    markus

    p.s.: die orgaseite der reise würde mich auch interessieren, weiter als bis lviv hab ich es bisher leider nicht in die ukraine geschafft…

  13. […] F!XMBR: Chernobyl — Eine Reise in die TodeszoneEin etwas anderer Reisebericht… […]

  14. norman sagt:

    Bis auf den Satz: «Allein 2008 gab es in Deutschlands Atomkraftwerken 128 meldepflichtige Störfälle, das heißt jeden dritten Tag geschieht allein im so sicheren Deutschland ein kleines Chernobyl.» kann ich den ganzen Artikel nachvollziehen. Ein meldepflichtiger Störfall ist schon der Ausfall der _externen_ Stromversorgung. Und die kann dann bei RWE oder e-on sonstwelche Gründe haben. Unsere Reaktortypen unterscheiden sich so stark von den Reaktortypen der ehem. UdSSR, die kann man nicht vergleichen. Beim besten Willen nicht.

  15. dakira sagt:

    Sehr schoener Artikel. Kann es sein, dass ich vorher schon woanders von dieser Reise gelesen habe?

    Zum Thema Sicherheit in dt. Atomkraftwerken. Waehrend des Lesens dieses Artikels musste ich immer wieder an ein Gespraech mit einem dt. Kernphysiker denken. Der hat mir vehement versichert, dass Atomkraftwerke sicher sind. Dass im Falle eines Unfalls nicht mal Menschen eingreifen muessten, um den Unfall zu stoppen, weil sich das System aufgrund seines Aufbaus selbst reguliert. Selbst in Chernobyl soll es erst zum Unfall gekommen sein WEIL Menschen eingegriffen haben. Nach langem Nachhaken durfte ich mir dann erzaehlen lassen, dass im Falle eines Unfalls in einem dt. AKW nur die Menschen an 3–5 Schluesselpositionen gleichzeitig die falschen Entscheidungen treffen muessen.

    Nein danke.

  16. Rosebud sagt:

    Hallo und danke für das Feedback.

    Paul: Ich glaube, es wäre gelogen, wenn ich verneinen würde, dass der Auslöser sowas wie Voyorismus war. Das hat sich dann aber schnell geändert.

    Benedikt & Markus: Privat organisiert. Mein Studienkollege hat zwei Jahre in Russland gelebt. Die Familie seiner Frau lebt dort.

    norman: Die Freiheit solltest du mir lassen. Ein kleines Ereignis kann zu einer Katastrophe führen. Christian hatte hier mal einen Artikel zu Harrisburg verlinkt.

    dakira: Nein, die Geschichte hast du noch nicht gelesen.

    Frohe Ostern allen!

  17. Grainger sagt:

    Interessanter Artikel und sehr beeindruckende Bilder. Irgendwie läuft sogar mir ein Schauer über den Rücken (ich neige sonst eher zu — vielleicht sogar zu sehr — unemotionalen Betrachtungsweisen).

  18. […] verkaufen wollen, hier lesen gehen: ein toll bebilderter und Gänsehaut verursachender Reisebericht “in die Todeszone” bei […]

  19. kensai sagt:

    Der Artikel ist schön geschrieben, aber sehr emotional.
    Ich denke das Thema lässt sich angesichts der Tragödie aber wohl schlecht sachlich darstellen. Tschernobyl war und ist immer noch eine meschliche Katastrophe. Wie man sieht findet die Natur einen Weg sich anzupassen (es leben in der Nähe des Reaktors übrigens viele seltene Arten).
    Der Ukraine wird häufig vorgeworfen Tschernobyl finaziell auszunutzen, was angesichts des noch nicht begonnene 2. Sarkophags stimmen kann. So bekommt sie nämlich jährlich Untersützung, die dann bei der endgültigen Lösung (bei der übrigens westliche Baukonzerne den Zuschlag bekamen , uA Hochtief) wegfallen würde. Außerdem hat kein weslicher Experte Messungen im Inneren vorgenommen. Bei keiner der drei (oder vier, je nachdem wie man zählen möchte) großen Untersuchungen gab es einen Konsens, wieder einmal wegen der Geldfrage. Währenddessen wurden die Menschen deren Existenzgrundlage (oder mehr) durch das Unglück zerstört wurde, im Stich gelassen.

    Zum Thema Atomstrom allgemein: wieviel sind wir als Gesellschaft willens für Sicherheit zu bezahlen? Es geht um viel mehr als blos Geld oder technische Sicherheit der Anlagen, es geht mittlerweile um geopolitische Zusammenhänge. Ist wirklich eine Alternative für Atomstrom vorhanden? Von allen Gesichtspunketn? Ist andererseits eine Alternative für Kohle vorhanden?
    Zum schluss noch eine interessante Zahl: um einen ICE betreiben zu können, sind ca 80 Windräder notwendig.

  20. mr. g sagt:

    grandioser beitrag, danke!

  21. taipan sagt:

    wow echt sprachlos
    danke für den bericht!

  22. vitali sagt:

    Super bericht! Gut zu lesen!
    Kann dich auch verstehn, war letztes jahr selber da.….…..

  23. Timo sagt:

    Beeindruckender Bericht, ich würde das auch gerne mal selbst sehen.

  24. Stefan sagt:

    Hallo rosebud,

    habe nur eine Frage meine Frau kommt auch aus der Ukraine und wir fahren über Silvester nach Kiew.
    Du hast doch vorhin in Deinem Bericht über einen Führer geschrieben kannst Du mir vielleicht sagen wo Ihr den organisiert habt?
    Ich würde auch unglaublich gerne einen Ausflug nach Chernobyl machen.
    Aber die offiziellen Agenturen verlangen finde ich unverschämt viel Geld!
    Meine Frau kann mich übrigens auch nicht verstehen :-)
    Vielen Dank schon jetzt für Deine Antwort.

  25. Anonymous sagt:

    Wow ich muss sagen das es ein sehr (schöner) Bericht ist. Mit sehr emotionalen sätzen. Die Bilder sind auch naja wie soll man sagen sehr wirksam.…… man ist sprachlos. Wir würden gern auch solch eine Tour nach Chernobyl machen um es mal live zu sehen welch eine kleine Energiequelle solch ein Chaos angerichtet hat. Wir wollen mit Auto dort hinfahren. Kannst du uns Tips geben auf was wir achten müssen.? Was wir nicht auser acht lassen sollten usw.…

    Vielen Dank für diesen Beitrag.
    Ruhe in Frieden den leuten die ihr Leben lassen mussten.

  26. Anonymous sagt:

    Sehr interessanter Bericht. Würde ich auch gerne mal in Original sehen.

    Ich muß aber auch norman´s Kommentar zustimmen!! Nicht immer gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen.

  27. mel sagt:

    Der besricht war sehr gut dagestellt,und furmoliert…
    danke,und ihr habt echte riespekt verdinnt an so einen rieskanten ort zu gehen!!aber wenn es solche menschen wie euch nicht geben würde,würden wir garnicht wissen was ausserhalb geschieht…

    danke noch mal…
    macht weiter so…

    lieben gruß

  28. Fran sagt:

    sehr schön geschrieben…
    ich kann mir überhaupt nichtvorstellen wie das sein muss würklich mal direkt vor dem reaktor zu stehen.

  29. marlene sagt:

    Okay.. Ich bin jetzt erstmal sprachlos. Weiß gar nicht was ich dazu sagen soll. Diese armen Menschen! Wie konnte so etwas nur passieren!? Man bekommt auch nur vom Lesen schon ‘eine scheißen Angst’ Wenn soetwas in Deutschland passieren würde!? Omg! Wenn wir einfach unser normales, gemütliches Leben hinter uns lassen müssten und mit allem neu beginnen müssten. und selbst nie wieder zurückkehren könnten!!

  30. Natalie sagt:

    boo echt hamma, danke das du uns deine erfahrungen gründlich mitgeteilt hast.

  31. Michael sagt:

    Hallo,

    klasse Reportage !

    Wie kann ich den Autor konaktieren?

    Besten Dank

    Michael

  32. […] Asse II, Tschernobyl und die verantwortungslose Atommafia Remember Tschernobyl Strahlendes Erbe Chernobyl — Eine Reise in die Todeszone « Meine Erfahrungen mit Foto Köster Greven yigg_url = […]

  33. anonymous sagt:

    Todeszone sicherlich demnächst leider auch in Japan zu besichtigen.

    Ich mache mir ersthaft Sorgen!

  34. Senf sagt:

    Danke ! Sehr interessant und sehr mutig vom «Fotomann».Ich dachte immer dort ist alles schwer verseucht…würde auch gerne mal dahin.Das Thema ist seeeeeeeeeehr interessant…

  35. Johnny Walker sagt:

    Man sieht ja es kann immer wieder passiern vor ungefähr einem Jahr in Fukushima.
    Extrem guter bericht

  36. Robin sagt:

    Wow, so grausam wie das alles ist übt es doch auf viele Menschen eine fastzination aus. So auch auf mich, ich finde diesen Bericht wirklich schön geschrieben und sehr informativ. Auch ich würde mir Chernobyl und umliegende Städte gerne anschauen, hätte aber irgendwie doch zu sehr Angst bzgl. der Strahlung.

    Respekt für euren Mut!

    Man kann wirklich nur hoffen das so etwas nicht nochmal passiert.
    Nach Fukushima sollte den Leuten doch langsam oft genug vor den Kopf gestoßen worden sein.

    Gruß Robin

  37. Chris sagt:

    Hallo !

    super bericht und tolle bilder !

    vielleicht kannst du mir verraten wie man zu so einer «führung» kommt, wäre sehr interessiert daran.

    lg

  38. Anonymous sagt:

    toller bericht, ich muss ein referat über tschernobyl halten und so eine persönliche erfahrung zu lesen ist wirklich unendlich interessant. ich kann mir kaum vorstellen was für gefühle in einem vorgehen wenn man das ausmass dieser schrecklichen katastropge sieht. abe du hast es sehr gut geschafft diese in einen sehr gut geschriebeneen und packenden bericht zu schreiben.

  39. Elias sagt:

    Wow, coole Sache… Diese Orte zu besuchen steht jetzt auf meiner to do liste ganz weit oben!!!!
    Vielen Dank für diesen packenden Bericht über ihren Besuch!
    Ich würde gerne wissen, was sie alles für Sondergenehmigungen gebraucht haben, und wäre für eine kurze Mail sehr dankbar :)
    Danke im Vorraus :)

  40. Nadine sagt:

    ich finde ihren bericht auch wahnsinnig gut geschrieben und die bilder,wahnsinnig,da bekommt man schon vom lesen eine gänsehaut.

    mich würde es auch sehr interessieren wie sie diese reise «gebucht» haben,mein freund und ich wollen schon seit 2 jahren tschernobyl anschauen und nächstest jahr soll es endlich so weit sein. ich würde mich über eine mail riesig freuen bzw wenn ich irgendwie mit ihnen in kontackt treten könnte!

    mit freundlichen grüßen und danke schon einmal :)

  41. Nadine sagt:

    Erstmal danke für den packenden Bericht!
    Ich überlege auch seit längerem, einen «Ausflug» nach Chernobyl zu unternehmen,ich aber bisher noch nichts genaues wegen buchen oder ähnliches gefunden habe..Wenn ich fragen darf, wie seid ihr an die Planung gegangen, habt ihr selbst einen Führer organisiert oder seid ihr durch eins dieser Reiseunternehmen nach Chernobyl?
    Über eine antwort würde ich mich sehr freuen


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