CDU wählen — aber richtig!

Was der best case beim Wahlausgang jetzt am Sonntag für Baden-Württemberg wäre, ist klar. Und dafür brauchen wir Grüne jede Stimme. Trotzdem nochmal kurz die Übersicht, was am Sonntag passieren kann.

«Wie die Wahl in Baden-Württemberg ausgehen kann», von Till Westermayer


Bild: der Bulo

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12 Antworten zu “CDU wählen — aber richtig!”

  1. Oliver sagt:

    Naja, grün … ich werd auf jeden gleich auch noch mein Kreuz wählen gehen (RP)

  2. Ich spreche im genannten Zitat keine Empfehlung aus, dies mache ich explizit dort. Es ist imho ein interessanter Artikel zu möglichen Szenarien in BW. Allerdings mache ich auch keinen Hehl daraus, daß ich Grüner bin, grün wähle und auch äußerst grün denke. Ob das immer konform mit jeder Nuance der Partei ist, das wage ich entschieden zu bezweifeln. Aber letztendlich finde ich bei den Grünen als einzige Partei viele Gemeinsamkeiten mit meinen politischen Vorstellungen. Davon sind die Linken Lichtjahre entfernt, die SPD war einmal für lange Zeit aktiv politische Heimat und last not least ist der klägliche Rest für meine Person nicht von Bedeutung.

  3. Oliver sagt:

    Ob das immer konform mit jeder Nuance der Partei ist, das wage ich entschieden zu bezweifeln.

    Bei mir ist es genau umgekehrt. Die «neoliberale Kriegstreiberpartei der parlamentarischen Zwänge» kommt trotz mancher positiver Tendenzen nicht in Frage. Letzendlich stimme ich mit Volker Pispers überein: «Im Grunde genommen ist der Grüne ein FDPler, der für Dosenpfand ist.»

    Ich glaube einfach, dass Deutschland keine neue Farbe, sondern eine neue Politik braucht. Und die Grünen beweisen ja auch in Ihrem Parteiprogramm, dass sie die gleichen veralteten Konzepte haben wie alle anderen Parteien, und die schon seit 30 Jahren nicht funktionieren. Selbst «Schönwetterreden» aus der Opposition können andere Parteien sogar besser.

    Ich würde sogar Wetten annehmen, dass Stuttgart 21 auch mit einer grünen Regierung gebaut wird. Wahrscheinlich sind dann parlamentarische Zwänge schuld oder die Verträge waren schon unterschrieben oder die Borkenkäfer wurden schon alle umgesiedelt. In Hamburg haben die Grünen rein gar nichts auf die Reihe bekommen und in BW wird das ähnlich sein.

    An dem verlinkten Artikel ärgert mich der Teil, wo gesagt wird, dass eine Stimme für die Linke den Wechsel behindern würde. Das ist Schwachsinn. Die Parteien haben sich gefälligst am Wunsche des Wählers zu orientieren und nicht umgekehrt. Ausserdem wenn das Argument wirklich stichhaltig wäre, dann gäbe es heute keine Grünen im Bundestag. Es war nämlich das Totschlagargument vor ca. 25 Jahren gegen die Grünen.

  4. Solarix sagt:

    Egal wie die Wahl ausgeht, alles andere als ein Erdrutschsieg für Rot/Grün wäre ein politisches Wunder und würde einen Erneuerungsprozess in der CDU vehindern. Auch wenn mich die Aussicht auf einen grünen Ministerpräsidenten Kretschmann absolut nicht in Begeisterungstürme versetzt, ganz im Gegenteil. Aber es muss Wohls sein.

  5. MP? Ich dachte eher an mehr grün, nicht soviel 😀

  6. >Ausserdem wenn das Argument wirklich stichhaltig wäre, dann gäbe es heute keine Grünen im Bundestag. Es war nämlich das Totschlagargument vor ca. 25 Jahren gegen die Grünen.

    Ich weiß, insbesondere die Piraten beteiligen sich heutzutage an Geschichtsklitterung in puncto der Grünen, um überhaupt einen Iota Rechtfertigung für die Existenz inne zu haben. Von wegen «Internet-Partei» usf.

    Das Todschlagargument gegen die Grünen bzw. «ähnliche» Bewegungen/Parteien damals war damals ein völlig anderes und nicht einmal im Ansatz vergleichbar. Es herrschte ein völlig anderer Zeitgeist, man konnte Dinge sagen, die heute teils undenkbar sind.

    Was wir hier in diesem Land brauchen, sind mutige Bürger, die die roten Ratten dorthin jagen, wo sie hingehören — in ihre Löcher.

    Franz Josef Strauß, 1974

    Die Zeit der Bürgerbewegungen, war eine bewegte Zeit, nicht dieses lauschige Twitter-Eldorado …

    Das Problem ist, daß von der Seite der Linken keine Stichhaltigkeit kommt und die Piraten fortwährend nach dem Sinn des politischen Lebens suchen. Eine Zukunft gibt es nur bei Rot/Grün, ob einem das schmeckt oder nicht. Ich schrieb derartiges auch mal bei vorwärts.de.

    Ich stehe zwiespältig gegenüber politischen Zwängen jedweder Couleur. Ich mag auch die sogenannten Realos nicht, die leider zum Teil obsiegten. Dennoch waren diese eine schlichte Notwendigkeit, damit die Grünen die Verbindung zur Realität herstellen konnten. Das fehlt den Linken und den Piraten fehlt schlicht der Inhalt zur Nachhaltigkeit.

    Aber zu der Folklore: klick

    >Die «neoliberale Kriegstreiberpartei der parlamentarischen Zwänge» kommt trotz mancher positiver Tendenzen nicht in Frage. Letzendlich stimme ich mit Volker Pispers überein: «Im Grunde genommen ist der Grüne ein FDPler, der für Dosenpfand ist.»

    Pispers hat immer gute Sprüche auf Lager. Aber wenn wir schon bei markanten Sprüchen sind, ich sehe Kabarett nicht als Wegbereiter, sondern als Hemmschuh für politische Aktivität. Kabarett ist ein prima Ventil, um Dampf abzulassen. Die Nachhaltigkeit ist in der Regel schlicht die Pointe, aber nicht mehr. Das erkannte man auch schon früher zu Hofe … lass dem Volk die heiße Luft. Last not least, Pispers lebt gut von seinem Geschäft, ändert jedoch nichts.

    Eine politisch-historische Grundbildung tut not, denn dann verpufft so manche Pointe eines Kabarettisten, der mit der Oberflächlichkeit seiner Kunden ganz gut zu leben weiß. Klar, ich schlachte da die heilige Kuh so mancher Zeitgenossen, die da meinen, Anne Will, Kabarett, Twitter & Co wären die neue Politik, Volkes Wille usf. Das polit. Kabarett erklärte sich wie auch die Presse zur Notwendigkeit für die Demokratie. Es spricht nicht gerade für die Selbstständigkeit eines Volks, welches sich mit derartigen Oberflächlichkeiten konditionieren ließ.

    Aber von all diesen Punkten abgesehen, ich spreche als politisch aktiver Mensch natürlich auch mit Leuten anderer Parteien. Als jemand der früher mal links von den Linken stand, ist das geradezu eine Pflicht — aber man entwickelt sich weiter, gewinnt an Erfahrung und Wissen in all den Jahrzehnten und so blieb auch die Ideologie des Sozialismus auf der Strecke bei mir, zumindest zum Teil. Das mache ich als BBS– und BTX-Nutzer der «ersten Stunde» selbstredend gerne abseits vom Netz, bringt auch dort erfahrungsgemäß mehr der Nachhaltigkeit. Werden beispielsweise die Piraten in den nächsten Jahren auch einmal verstehen und vielleicht klappt es dann mit den 4.5 oder gar 5% irgendwo :-)

  7. Oliver sagt:

    Was wir hier in diesem Land brauchen, sind mutige Bürger, die die roten Ratten dorthin jagen, wo sie hingehören — in ihre Löcher.

    Naja, das Gespenst der angeblichen «sozialistische Misswirtschaft» gibt es ja heute auch noch. Auch wenn ich das in Zeiten von Bankenrettung, Laufzeitverlängerung und Steuersenkungen für blanken Hohn halte.

    Die Politik der Linkspartei (bsp. in Berlin) und Grünen (bsp. Hamburg oder auch im Bund) krankte hauptsächlich am Koalitionspartner. Die Piraten hatten bisher nicht die Chance auf der politischen Bühne zu «verkacken». So oder so ich will mich nicht für das kleinere oder das größere Übel entscheiden. Wenn vorher alle Parteien alle Koalitionen ausschliessen, habe ich nur noch die Wahl zwischen Rot/Grün und Schwarz/Geld und beide Alternativen finde ich zum Kotzen.

    Was ich den Grünen aber in letzter Zeit richtig übel genommen habe, war der Wahlkampf, der auf dem Rücken von 10.000 toten Japanern ausgetragen wurde. Claudia Roth sollte eigentlich lang genug dabei sein, um zu wissen, wann man einfach mal das Maul halten sollte.

  8. Solarix sagt:

    Eine andere Konstellation kann ich mir im Moment schwer vorstellen. 😉
    Außerdem haben die grünen eine stärkere Verwurzelung und höhere Anerkennung im Ländle als die SPD. Mit der SPD ist es ähnlich wie in Bayern,es gibt sie und auf kommunaler Ebene hat sie auch durchaus mal was zu sagen, wie in der Kurpfalz oder in Ulm. Aber auf Landesebene ist das doch eher ein Leichtgewicht. Ich würde wetten wenn die Freien Wähler auf Landesebene antreten würden, wären da mindestens noch mal Sieben bis Acht Prozent weniger auf den Umfragewerten.
    Schaun wir mal wie das heute Abend ausgeht, ich hoffe ja das bei einem zu erwartenden Wahlsieg der Grünen Partei, auch in der Berliner CDU Fraktion die Dämme brechen und unserem Hosenanzug der Prozess gemacht wird. Es wird Zeit, alle könnten nur dabei gewinnen. Das wäre für mich als Liberalkonservativer das positive Resultat an diesem Wahldesaster. 😉
    Gott, ich bin schon ganz nervös. :)

  9. Parttimenerd sagt:

    Ich hoff mal, das die Mappus heute abgewählt wird und Philippsburg dann so schnell wie möglich abgeschalten wird…

  10. Taylor sagt:

    Verschenkte Stimmen gibt es nicht. Selbst bei Abgabeverweigerung nicht. Aber Innerparlamentsparteien wählen ist dank der von der Bild im Auftrag gemalten Sachzwänge für die meisten Wahlberechtigten ein schöner Schuss in die Eingeweide oder kräftiger Schluck aus der neon-gelben Tasse. Grüne sind ganz pragmatisch realoteer für Krieg und Umweltzerstörung, Hartz IV, Castorroller, Dosenpfand und Krötentunnel ins Kanzleramt; Dienstwagen, Auschwitz überall, I cannot believe it, Ölpipelines, Natoeinsatz hier wie da und andere Wahlversprecher. Seit den Neunzigern absolut unwählbar. Auch nicht taktisch. Und die Linken folgen schon «Gewehr bei Fuss», siehe Regierunsgbeteiligung hier wie da. Jo, Hindenburg war ja auch das kleinere Übel. Und dann diese Fraktions– und Sacht’s-halt-so-zwenge.
    @ O Herold: Wo haben die Realos bei den Grünentkernern denn bitte nicht vollständig gesiegt? Jedes noch so kleine Feigenblättchen von differenzierenden Positionen wird doch bei der erstbesten Koalitionsverhandlung disponibel. Programme der Grünen sind doch seit Hessenturnschuhjoseph vollständigst verbrüderlet.
    Das stichhaltigste von den Grünen waren doch wohl die Bajonette auf den G36ern, oder?
    Ja gut, wenn die Grünpartei sagt, sie sei für glückliche Schweine, muss ich allerdings lachweinend an die Animal Farm denken.
    Nur fehlende Stimmen bei den Big Five und ne stolze Zahl bei «Sonstige» machen den nächsten Wahlkampf lustiger. Realistischer allerdings muss man an Hegel, Marx wie Nietzsche orientiert ganz ganz einfach stramm CFDUP ankreuzigen. Erst wenn der letzte Indianerspruch tagesaktuell diskutiert werden muss, werden die hiesigen Idiotes Kladderadatsch machen. Ohne werden die freiwillig, uninformierten HartzV-Milizen nach Nordkorea geschickt, um dort unseren Biosprit mit Energiesparfreiheiten zu vereidigen.

  11. @Taylor Nenn Roß und Reiter, aber stammel hier nicht mit dir anscheinend fremden termini technici herum. Da schlägt die politische Unbildung seitens Verschwörungstheorien, Wikipedia, inflationärem Kabarett-blablub, ergoogelter News etc. durch — Internet live, aber nicht bei uns. Echte Kritik kannst du auf dieser Publikation lesen, auch zu den Grünen. Strampelt euch doch in irgendwelchen Piratenforen mit diesem Crap ab oder bei Fefe, der sucht täglich danach. Ist das «politisches leetspeak» ansonsten polit. passiver Zeitgenossen, die das Netz nun zum Stammtisch umarbeiten zusammen mit einem Online-Thesaurus? Ich erkenne Scriptkiddies aus der Ferne, den Rest ebenso.

  12. Johannes Bayer sagt:

    Ich denke ein kleiner «Glückwunsch» ist hier doch durchaus angebracht :)

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