cave canem

Ein Protest gegen die Gängelung der mündigen Kunden mittels DRM, in mehreren US-Städten vor Apple Stores. Diesen Typ Kunden sucht man noch verzweifelt in Deutschland, insofern gibts auch hier keine Proteste. Bei uns würde es nicht einmal einer schnallen, wenn ihm der Staat genüßlich die Eisenkugel ans Fußgelenk schmieden würde …

Hierzulande schüttelt man ob solcher Proteste, nur verständnislos den Kopf. Den Knall hat man leider nicht vernommen, kausale Verknüpfungen herzustellen ist ohnehin ein recht beschwerliches Gebiet und in Zeiten der WM-Vorbereitung bzw. der WM-Hochzeit generell ein aussichtsloses Unterfangen. Insofern bleibt ein blindes Hoffen über oder realistischweise ein zünftiges Angstgebaren. Der gemeine Computer-Nutzer weiß jedoch wie er sich ein ruhiges Gewissen verschafft, er leugnet einfach jede Gefahr, glaubt an die Mär vom mündigen User und dessen Fähigkeit einfach derartigem Unbill geschickt durch Kaufverweigerung ausweichen zu können. Dazu gesellt sich noch die Gattung der Leichtgläubigen, die mangels irgendeiner tiefschürfenderen Kenntnis der Technik vom omnipotenten Hacker träumen, der ihre Welt schon wieder richtig rücken wird. O tempora, o mores.

Wer kennt nicht die vielerorts geäußerten geistigen Tiefflüge so manchen Bundesbürgers? «Ach Gott, du mit Raubkopierern hab ich ja nichts am Hut, da triffts schon die richtigen …» usw. Vice versa zetern die Raubkopierer in spe natürlich nur ob ihres eventuell verlustig werdenden Nachschubs an Stoff für den nächsten Tag. «oh mein Gott, kann ich auch in Zukunft das Betriebssystem meiner Wahl für lau nutzen?«
Hey ihr Vollposten da draußen, ihr spielt dem Staat und der Industrie doch alles selbst in die Hand! Eigeninitiative, vielfältiger Natur ist gefragt, fangt mal an zu denken und über den Tellerrand zu schauen …

Hier verkünde ich keineswegs neue Dinge, auch keine omnipotenten Lösungen die irgendein Heil versprechen, allenfalls einen Denkanstoß. An letzterem mangelt es dem Bundesbürger an vielerlei Stellen, so ein zünftiges nationales Gefühl macht einem schon eher warm ums Herz, Hirn aus Patriotismus an!

6 Antworten zu “cave canem”

  1. Falk sagt:

    Ich hätte da noch ein schickes Zitat: «Ich würde ja für Musik zahlen, wenn [hier Ausrede der Wahl einsetzen]…»

    Konfrontiert man genau diese Menschen dann genau mit dem, was sie eigentlich wollen, dann wollens plötzlich auch wieder nicht. Aus welchen fadenscheinigen Gründen auch immer. Und ich glaub auch, dass diese «Geiz-ist-mehr-als-nur-geil»- und «Ich-mags –doch-nur-haben-wollen…»-Mentalität zwar grassiert, aber hoffentlich auch wieder ausstirbt. Der Kunde baut sich seinen Markt und speziell diesen habens in gemeinschaftlicher Glanzleistung schön kaputt getreten. Die Zeche zahlen lediglich diejenigen, denen Fairness kein Fremdwort ist, aber diese dann jetzt doppelt.

  2. Chris sagt:

    Wo muss ich unterschreiben? 😉

  3. Oli sagt:

    Ich spreche mich selbst von bestimmten Dingen nicht frei, aber ich gehe auch immer mehr zu anderen, freien, Dingen über. In vielen Bereichen, irgendwann sollte jeder halt mal anfangen.

  4. itti sagt:

    ne gute ausrede, ist eigentlich dass ich die musik die ich möchte im geiz-ist-geil-markt seit 5 jahren nicht mehr finden kann. mein geschmack hat sich dabei nicht verändert aber die auswahl ist geschrumpft. leider…

    anstatt jetzt den leecher zu geben bin ich dazu übergegangen einfach musik von künstlern zu kaufen, die man auch persönlich kontakten kann. einfach email hinschicken, kohle überweisen, handsigniertenfrankierten umschlag erhalten und glücklich sein.

    funktioniert bei den meisten künstlern sehr gut. wer sich selbst allerdings zu hoch setzt seine musik selbst per post zu verscherbeln der wird sie bei mir einfach nicht los 😉 (es sei denn sie ist CC-released)

  5. Falk sagt:

    @ itti — genau das was du da beschreibst meine ich mit «Fair Use». Wenn nur alle so denken würden.

  6. Grainger sagt:

    Ich gehöre zu denen. die sich immer noch CDs kaufen, aber es wird immer weniger.

    Das hat mehrere Ursachen:

    ? ich kaufe relativ konsequent keine kopiergeschützten Audio-CDs. Ich mache das nicht weil ich befürchte die CDs dann nicht für meine MP3-Player (Stick und CD fürs Auto) rippen zu können, das bekäme ich im Bedarfsfall sicher noch hin. Ich will mich nur nicht von der Industrie gängeln lassen (zwei Un-CDs habe ich aber trotzdem, ganz einfach weil ich beim Kauf vergessen habe nach dem Kopierschutz-Logo zu schauen).

    ? die meisten alten Sachen aus meiner ehemaligen LP-Sammlung habe ich im Laufe der Jahre nach und nach auf CD nachgekauft, da fehlen mir nur noch wenige Klassiker. Da ich damit sicher nicht alleine bin sehe ich darin auch zumindest einen der Gründe für den angeblichen Umsatzrückgang der Musikindustrie, die Goldgräberzeiten in denen man die ganzen alten Vinylalben einfach noch mal als CD pressen und ein zweites Mal verkaufen konnte nähern sich ihrem Ende.

    ? von der neueren Chart-Mucke interessiert mich nur wenig, da ist mit mir kein Geschäft zu machen. Immerhin habe ich in meinem fortgeschrittenen Alter tatsächlich noch ein Faible für die Genres Industrial und (mit Einschränkungen) J-Rock und Visual Kei entdeckt und da inzwischen auch ein paar Alben gekauft.

    ? ich würde Musik auch online kaufen, aber nur in einem Format und der Qualität meiner Wahl, ohne DRM, vollständige Alben und vor allem: zu akzeptablen Preisen!

    Solange ein legal herunter geladenes Album (ich sammle nur vollständige Alben und keine einzelnen Tracks) aber diese Bedingungen nicht erfüllt und trotzdem genauso teuer wie die CD im Laden ist kann ich mir auch gleich die CD kaufen.

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