Campen mit Obdachlosen

Seit dem 16. Dezember sind alle wohluntergebrachten Pariser dazu eingeladen, das Leben eines Obdachlosen im Winter zu teilen. Ausgerechnet am touristisch hoch frequentierten Kanal Saint Martin, wurden von der bislang unbekannten Bürgerinitiative Les Enfants de Don Quichotte 250 knallrote Zelte aufgeschlagen, um den SDF (Personen ohne fixes Domizil), wie schon seit geraumer Zeit der viel pittoresker klingende «Clochard» umschrieben wird, ein textiles Dach über den Kopf zu bieten.

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In Frankreich zumindest haben einige erkannt das Obdachlose nicht ein öffentliches Ärgernis darstellen, wie hierzulande, sondern das das Menschen sind die mitunter im Winter verrecken, weil die oft angepriesene soziale Hängematte in diesen Wohlfahrts-Demokratien auf ganzer Linie versagt.
Der Staat dort, vertreten durch die Politikprominenz, versagt natürlich ebenso wie hier, Worthülsen sollen glücklich machen und billiger Aktionismus Hilfe versprechen. Wie gesagt einige erkennen die Problematik dort, wann ist es hier soweit? Bei uns wird Armut ja immer noch geflissentlich geleugnet.

Eine Antwort zu “Campen mit Obdachlosen”

  1. Chris sagt:

    Armut in D — wie kommst Du auf das schmale Brett? Uns gehts doch noch viel zu gut, wir müssen reformieren, reformieren, reformieren… 😉

    Btw, so wird das in London gehandhabt (passt gerade wieder so schön):

    Bettler sind ihm (Anm.: CCTV-Mann Bonnar) ein Gräuel.

    «Sie versperren die Bürgersteige und schnorren von der Allgemeinheit.»

    Tun sie das nicht, weil sie keine Bleibe haben?

    «Sie bekommen vom Staat alles, was sie brauchen. Die Stadtverwaltung verschafft ihnen von heute auf morgen ein Dach über dem Kopf. Sie brauchen nur hinzugehen.»

    Diese scheiß Penner — und damit sind nun *nicht* die Obdachlosen gemeint. 😉

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