C64: The Bards Tale

Der Godfather der Hack?n Slay Rollenspiele

They Disbelieved My Wind Dragon.
They Possessed My Greater Demon.
Now It's Up to The Bard and His Magic Fire Horn . . .

Der böse Zauberer Mangar the Dark bedroht die kleine Stadt Skara Brae. Viele zwielichte Kreaturen drangen nach und nach in diese beschauliche Stadt ein und schlossen sich diesem an. Jener böse Zauberer erzeugte darüber hinaus einen ewigen Winter rund um die Stadt. Über Nacht verschwand zudem die Stadtmiliz, übrig blieben unerfahrene junge Krieger, junge Magieadepten, ein paar Barden etc. Skara Braes Schicksal schien somit besiegelt…

Genau in diese Bresche schlägt nun der geneigte Spieler. Man beginnt das Abenteuer in einer lauschigen Runde in Skara Braes berüchtigter Abenteurergilde. Bei ein paar Glas Bier entschließt man sich schliesslich in der Stadt aufzuräumen, das Böse endgültig auszumerzen.

Man hat insgesamt sieben Rassen zur Auswahl aus der man die Helden zusammenstellen kann: Menschen, Elfen, Zwerge, Hobbits, Halbelfen, Halborcs und Gnome. Diese wiederum können aus zehn Berufen wählen: Krieger, Ritter, Dieb, Barde, Jäger, Mönch, Illusionisten, Beschwörer, Magier, Dämonenbeschwörer. Für damalige Verhältnisse, eine recht staatliche Auswahl.
Nachdem man sich seine vier Charaktere zusammengestellt hat, beginnt das Abenteuer. Alternativ kann man auch ein vorgefertigtes Team verwenden, sinnigerweise A-Team genannt. Raus aus der Gilde und rein ins erste Haus, hat man Glück ist es leer, man findet eventuell einen Schatz oder man trifft auf eines der vielen Monster. Eine Warnung am Rande in der Nacht ist es weitaus gefährlicher, die Chance auf Monster zu treffen somit weitaus höher. Man kämpft und kämpft, gewinnt ein wenig Geld und Gegenstände und zieht alsdann direkt zu Garths Shop. Dort angelangt rüstet sich der ausgelaugte Krieger mit neuen und besseren Waffen bzw. Rüstungen aus. Den Barden rüstet man dank seiner gewaltigen Sangeskunst in der örtlichen Taverne wieder auf, ein paar Bierchen sollten genügen 😉
Verletzte können bei diversen Priesterschaften gegen Bares versorgt, selbst Tote können wiedererweckt werden, sofern die Barschaft stimmt.
Übrigens muß man im Gegensatz zu heutigen Softie-Rollenspielen immer wieder in die Gilde zurückkehren um abzuspeichern, d.h. man muss auch aus dem tiefsten Dungeon wieder ans Tageslicht zurückkehren, um seine Erfolge der Nachwelt zu erhalten. Das setzt auf Dauer eine geschickte Planung der Ressourcen voraus, wenn man nicht in irgendeinem Gewölbe unverhofft das Zeitliche segnen möchte.
Nach und nach kämpft man sich durch diverse Gemäuer, findet geheime Räume etc., muss Rätsel lösen, entdeckt dabei seltene bzw. magische Gegenstände und erhält für erfolgreiche Kämpfe Erfahrungpunkte. Mit der Zeit werden aus den unerfahrenen, ungestümen Abenteurern standhafte Recken. Dies ist auch bitter notwendig, denn es ist nicht ratsam jeden Ort von Skara Brae mit seiner unerfahrenen Meute zu besuchen, man holt sich dabei mehr als ein blutige Nase …

Bis Mangar letztendlich besiegt ist, vergehen viele spannende Stunden. Ich habe Bard?s Tale schon mehr als einmal durchgespielt, damals noch auf dem C64, heute auf einem C64 bzw. Amiga Emulator. Es ist immer wieder ein Riesenspass in die Dungeons zu ziehen, unkompliziert aber stimmig, keine hochtrabende, verzwickte Story. Was sassen wir damals lange vor dem TV-Schirm, zeichneten Grafiken von den Dungeons mit, verglichen am Morgen in der Schule das Fortschreiten und halfen uns gegenseitig mit Tipps und Tricks. Oft trafen wir uns auch und zockten bis spät in die Nacht zusammen, nachdem wir uns vorher mit ein paar Pizzen und Fantasyfilmen in Stimmung gebracht hatten, das war echtes Multiplayer 😀
Die Grafik und der Sound sind in Bard?s Tale zweckmäßig bis gut, nicht das Beste was es auf dem C64 gab, aber stimmig war es auf jeden Fall. Die Story ist wie gesagt einfach gehalten, die Rätsel passen, der Schwierigkeitsgrad ist hoch, der Frustfaktor hält sich in Grenzen, eben einfach Fun pur. Für jeden Rollenspieler, auch heute, immer noch ein Spiel wert.

Weitere Infos,

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5 Antworten zu “C64: The Bards Tale”

  1. Grainger sagt:

    Bard’s Tale habe ich auch geliebt und nächtelang gespielt, das moderne PC-Remake habe ich mir aber bisher noch nicht angetan.

    Dieses Remake war wohl auch wirtschaftlich kein allzu großer Erfolg, aber wenn ich es irgendwann mal auf dem Krabbeltisch sehe nehme ich es vielleicht trotzdem mit, schon allein aus nostalgischen Gründen.

    Nach Bard’s Tale hat mich erst Dungeon Master (über dessen zweiten Teil wir gnädig den Mantel des Schweigens ausbreiten wollen) auf dem Amiga wieder derart fasziniert.

    Und als ich dann auf den PC umgestiegen bin war es die Might & Magic–Reihe und sehr viel später dann natürlich Baldur’s Gate und dessen SpinOffs.

    Als etwas schrägere Varianten der RPGs fand ich auch

    - Fallout (alle Teile)
    – Arcanum
    – Planescape Tournement

    absolut faszinierend.

  2. Oli sagt:

    Ja Planescape war schon richtig nach meinem Geschmack, weitaus besser als die Baldurs Gate Reihe :)

    Apropos Dungeon Master, das gibts ja seit längerer Zeit als Java Remake 😀

    http://www.cs.pitt.edu/~a.….dex.html

  3. Chris sagt:

    Rollenspiele waren noch nie mein Ding. The Bards Tale habe ich nie gespielt — komme ich jetzt trotzdem in den Himmel? 😀

    Klasse Review. :)

  4. Oli sagt:

    Nein natürlich nicht und ich denke Bard’s Tale hätte dir auch gefallen 😀

    http://de.wikipedia.org/w.….%26_Slay 😉

  5. Grainger sagt:

    Ich kann mir eigentlich nicht so recht vorstellen, das jemand der keine RPGs mag in den Himmel kommt 😀

    Andererseits stelle ich mir die Hölle sowieso als den interessanteren Ort vor, denn da sind wahrscheinlich alle wirklich interessanten Leute versammelt und im Paradies sind nur die langweiligen Gutmenschen, Besserwisser, Oberlehrer und Pfarrerstöchter 😀

    Meine Vorstellungen vom Paradies sind ganz eindeutig von Ein Münchner im Himmel geprägt, den habe ich das erste Mal als Kind gesehen und seitdem stelle ich mir den Himmel als eine Art Hölle für alle wirklich coolen Leute vor.

    Wobei natürlich Rapper, HipHoper und sonstigen Gangstas schon per Definition nicht cool sein können, denn wer sich so verzweifelt ums Coolsein bemüht ist es schon mal gar nicht 😉

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