C64: Elvira Mistress of the Dark

Das 1991 erschienene Spiel basiert auf dem gleichnamigen Film von 1988. Der Film ist im Prinzip ein Paradebeispiel für ein Trashmovie1, aber dank der Protagonistin Elvira und dem oft vorkommenden, teils unfreiwilligen, Witz ist dieser ein sehr kurzweiliges Erlebniss ebenso wie das zugehörige Spiel.

Elvira ist die Moderatorin einer Horrorfilm-Show im TV, welche eher recht mau verläuft. Die Erkenntnis, daß sie die alleinige Erbin eines Herrenhauses in New England ist verleiht ihr neuen Auftrieb, da sie dahinter eine lukrative Erbschaft vermutet. In besagtem Anwesen befinden sich jedoch außer einiger magischer Gegenstände, keine sonstigen Vermögensbestände, stattdessen jede Menge Ärger …

Ihr primäres Problem ist ihr Auftreten in der gutbürgerlichen Kleinstadt und ihr Versuch dieser Leben einzuhauchen, insbesondere den jüngeren Bewohnern. Daß all dies zu Problemen mit den Erwachsenen führt erschließt sich beinahe von selbst.

So ähnlich, natürlich mit einigen dem Spielverlauf geschuldeteten Änderungen versehen, geht es auch in dem gleichnamigen Spiel zur Sache. Man übernimmt die Rolle eines, von der Heldin engagierten, Geisterjägers2 und landet in dem lauschigen Ort, in welchem sich der Geist der verblichenen Tante und allerlei paranormale Ungetüme ihr Stelldichein geben. Dort behauptet man sich gegen Zombies, Skelette und anderes untotes Gelichter, findet und setzt magische Gegenstände ein, auch einige eher leichtere Rätsel müssen «geknackt» werden.

Wohingegen aber in diesem «Rollenspiel» eindeutig der Schwerpunkt auf Action liegt, man kann es also beileibe nicht mit Ultima oder ähnlichen mehr epischen Rollenspielen vergleichen. Aber Elvira erhebt auch nicht diesen Anspruch, es soll Spaß bieten und einen gewissen «Horror», mitunter auch schon Splatter. Insbesondere letzterer kommt wahrlich nicht zu kurz, die teils sehr deftigen Bilder bzw. Animationen machen die Wertung FSK18 doch sehr verständlich.

Die Grafik des Spiels ist auf einem sehr hohem Niveau, ebenso wie die klangliche Ausarbeitung, die eine gruselige Atmosphäre zu erzeugen vermag. Das Spiel war zwar schon mehr ein Paradebeispiel für die Fähigkeiten des Amiga, aber gerade der alte Brotkasten konnte hier noch zeigen was in ihm steckte. Spielerisch beruht das Spiel wie zuvor erwähnt auf mannigfaltigen Aktioneinlagen, sprich einige Ausgänge sind eher zufallsbedingt. Nichtsdestotrotz bereitet es einen höllischen Spaß — Tiefgang sollte man nicht erwarten, sondern mehr den Gesamteindruck mitnehmen.

Okay, zur damaligen Zeit überzeugten mich als Jugendlicher mehr oder weniger die äußeren Qualitäten von Cassandra Peterson. Übrigens ging sie außerhalb des Films tatsächlich mit ihrem Charakter Elvira obigem Job nach, als Moderatorin einer Horrorshow.Die Spiele-Tests damals rangierten von einem «naja» eines Heinrich Lenhardt bis zu überschwänglichen 94% eines Amiga Jokers. Hier konkurrierten wohl Spieltiefe Vs Oberweite/Horror 😉

Wer sich unter all dem nichts vorstellen kann, kennt u.U. noch «die wilde Hilde», RTLs damalige Variante einer Gruselfilm-Moderatorin mit Gothic-Ambiente.

Bildquelle: Elvira.com (mit freundlicher Erlaubnis des Managements)

  1. siehe auch Plan 9 from Outer Space []
  2. die Heldin ist jene mit der großen Oberweite 😉 []

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Eine Antwort zu “C64: Elvira Mistress of the Dark”

  1. […] Trash-Kult um Elvira lebt im Prinzip seit dem ersten Film und dem Spiel-Ableger von seiner vollbusigen Protagonistin, […]

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