Bundesvorstandsmitglied der Piratenpartei fordert Angriffskrieg auf den Iran

PiratenEigentlich wollte ich zum islamophoben Chef-Komiker der Piratenpartei, Stefan Aaron König, nichts mehr schreiben. Zu tumb seine teils rassistische Propaganda – es würde mich nicht wundern, wenn er nach seinem Abgang aus der Piratenpartei bei Politically Incorrect anheuern würde. Gleich zu gleich gesellt sich gern. Sein neuester Erguss überrascht dann auch wenig – fordert er doch einen Angriffskrieg auf den Iran. König fabuliert: Durch gezielte Schläge gegen die iranischen Atomanlagen muss der Westen jetzt den Machthabern in Teheran zeigen, dass wir uns von ihnen nicht länger auf der Nase herumtanzen lassen. Es versteht sich von selbst, dass man solche Ergüsse nicht großartig kommentieren muss. Dass König auf seinem Blog vor gar nicht allzu langer Zeit behauptet hat, seine Texte würden im Einklang mit der Satzung der Piratenpartei stehen, ist nun auch obsolet – wie von Geisterhand ohne jegliche Erklärung ist dieser Hinweis verschwunden. Warum eigentlich?

Viele so genannte Piraten schlagen natürlich gleich in den Kommentaren auf – um sich wie all die vielen Male zuvor von ihrem Bundesvorstandsmitglied zu distanzieren. Sie machen es glaubhaft, wie zum Beispiel Pantoffelpunk, andere eher weniger, das altbekannte Spiel. Viel erhellender sind aber die Kommentare, die König zustimmen. Da ist von Linksfaschisten die Rede, von linkem Gesocks – oder es wird über Zionisten schwadroniert. Nun argumentieren die Piraten immer wieder, das wären anonyme Kommentare, es wären keine Mitglieder der Piratenpartei, die dort schreiben und König hätte ein Recht auf freie Meinungsäußerung. Gut, Rassismus und Antisemitismus hat zwar nichts mit freier Meinungsäußerung zutun – die Piraten sind aber die ersten, die losschreien, wenn ein Mitglied einer andere Partei sich äußert. Fefe schreibt dazu: Bei den Piraten ist glaube ich noch nicht angekommen, dass sie jetzt genau so behandelt werden wie die CDU. Wenn da der Pofalla Mist faselt, blogge ich darüber als «die CDU will jetzt». Und in diesem Fall blogge ich daher: «die Piraten wollen jetzt den Iran bombardieren». Dieser Typ ist im Vorstand, der spricht jetzt für alle Piraten. Aber auch darum soll es nicht gehen – bei vielen Primaten der Piratenpartei habe ich mich daran gewöhnt, dass sie Wolfgang Schäuble oder Ursula von der Leyen aufs Schärfste diskreditieren, sobald aber Kritik an den Piraten kommen, sie im günstigsten Fall von Hetze sprechen oder gar eine Diffamierungs– und Verleumdungskampange starten.

Doch auch das soll zweitrangig sein – viel erhellender in dem Zusammenhang ist der Kommentar von Andre Strüwe, der Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen der Piratenpartei. Zum SPIEGEL und deren Artikel zum Iran und Israel schreibt Strüwe: Toll…der Spiegel hat Beweise? Der Spiegel gehört indirekt Israel und hat somit selbst das Anliegen dem Iran zu schaden. In dieser Beziehung ist der Spiegel unglaubhaft. Da kann König den rassistischen Politdepp spielen, wie er will, die Piraten sich als chauvinistische Vollhonks outen (der Autor dieser Zeilen ist Futurama-Fan) – hier tritt offener Antisemitismus zu Tage. Israel, der Jude ist böse – und überhaupt gehört ihm alles in Deutschland. Der Jud’ ist schuld. Es ist in den letzten Monaten, nicht nur auf dieser Publikation, an mehreren Stellen nachgewiesen worden, dass die Piraten weit rechts des politischen Spektrums segeln – mit der Aussage Strüwe und den Kommentaren bei König beweist es sich einmal mehr. Die Ausrede Strüwes, er wäre auf einen Hinweis hereingefallen, einer der Hauptgeldgeber des SPIEGEL käme aus Israel, ist ähnlich glaubwürdig wie der Fuchs im Schweinestall. Gerade die ungewöhnlichen Besitzverhältnisse des SPIEGEL ist jedem medieninteressierten und politisch interessierten Menschen zumindest in Ansätzen bekannt.

Die Piratenpartei hat nicht nur ein Problem, sie ist Teil des Problems. Es wird kolportiert, sie wären nicht links, das ist klar, sie wären auch nicht rechts, sondern vorne. Es zeigt sich immer wieder, Teile der Piratenpartei keine Werte besitzen. Politik, die Gesellschaft lässt sich nun einmal nicht nach 0 und 1 bewerten, sie behaupten, im Gegensatz zu anderen Parteien, das zu tun, was richtig ist. Die Welt, der Mensch, das Miteinander ist komplexer als es ein Großteil der Piratenparteimitglieder sieht – wobei man den Piraten mittlerweile nicht mehr Naivität vorwerfen kann. Wer Mitglieder im Bundesvorstand wie Stefan Aaron König hält, wer wie keine andere Partei Deutschlands immer wieder die Rechten umarmt, ich denke da auch an den ersten ersten Gedankenaustausch mit der Freien Union in Hessen, der muss sich nicht wundern, wenn die Menschen denken, die Partei stände rechts der Mitte.

Die Piratenpartei steht weit rechts der Mitte.

Piraten
Grafik: F!XMBR | Ursprüngliche Idee: Parkrocker.com

, , , , , , , , , , ,

3 Antworten zu “Bundesvorstandsmitglied der Piratenpartei fordert Angriffskrieg auf den Iran”

  1. […] Debatte zeigt auch (hier widerspreche ich auch der These von den weit rechts stehenden Piraten von F!XMBR), daß die parteiinternen Filter grundsätzlich funktionieren, wenn auch erst […]

  2. Bundesvorstandsmitglied der Piratenpartei fordert Angriffskrieg auf den Iran…

    Von Chris | F!XMBR | – Eigentlich wollte ich zum islamophoben Chef-Komiker der Piratenpartei, Stefan Aaron König, nichts mehr schreiben. Zu tumb seine teils rassistische Propaganda – es würde mich nicht wundern, wenn er nach seinem Abgang aus der…

  3. […] In der Piratenpartei ist antisemitisches Gedankengut vorhanden und sie messen mit zweierlei Maß (via fix [your] masterboot record oder via piratenfrau). Zu den anderen ähnlichen Debatten (Thiesen) hab ich grad keinen […]

RSS-Feed abonnieren