Bundespräsident Köhler erklärt sofortigen Rücktritt

Politischer Paukenschlag in Berlin: Bundespräsident Köhler ist heute von seinem Amt zurückgetreten. Köhler sagte in Berlin, der Vorwurf, er würde den Einsatz der Bundeswehr zur Wahrung von Wirtschaftsinteressen befürworten, entbehre jeder Rechtfertigung. Mit Horst Köhler verlässt ein Mann Schloss Bellevue, der seinem Amt nie gewachsen war. Köhler sollte das neoliberale Sprachrohr von Schwarz-Gelb werden, als Angela Merkel und Guido Westerwelle in einer demokratisch fragwürdigen Nacht– und Nebelaktion ihn 2004 ins Amt des Bundespräsidenten hievten. Was folgte, war eine Große Koalition. Horst Köhler wirkte, wie aus einer anderen Zeit gefallen. Selbst in der neuen Legislaturperiode, als endlich der schwarz-gelbe Traum wahr wurde, hatte der Bundespräsident nichts mehr zu sagen. Bis zu seinem Interview mit dem Deutschlandradio. Laut Köhler würde die Kritik den Respekt vor seinem Amt vermissen lassen. Das ist ein fragwürdiges Demokratieverständnis. Es muss in einer Demokratie möglich sein, den Bundespräsidenten zu kritisieren, ohne dass dieser gleich beleidigt die Segel streicht. Mit seinem Abgang beweist Köhler, dass er niemals wirklich Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland war.

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8 Antworten zu “Bundespräsident Köhler erklärt sofortigen Rücktritt”

  1. Max sagt:

    wir haben genügend andere Probleme als Aussagen von Herrn Köhler auf die Goldwaage zu legen. Passt aber wieder in die deutsche Politik, nix verändern,nix besser machen können, aber andere kritisieren um sich wichtig zu machen.
    Ein direkter Rücktritt ist vielleicht eine Überreaktion, aber bei den ganzen Mist der in der Politik verkehrt, hätte ich auch keine Lust mehr.

    Besser mal an die eigene Nase fassen meinen Damen und Herren aus der Politik. So sehe ich schwarz für Deutschland.
    Die Reichen gehen in andere Länder, die Fleißigen wandern aus, die Fähigen fliehen und übrig bleibt was?… Hartz IV, Politik, Pisa und einer Regierung die unser Land «hervorragend» führt.

    Danke Regierung

  2. Günter Nehmann sagt:

    Da haben allen ernstes einige Menschen und Politiker aller Kategorien geglaubt einfach einen Menschen an die Spitze des Staates setzen zu können, der Rückrad und ein aufrechtes Verständnis aufbringt was die Sorgen und Probleme angeht, der den Mut hatte die Wahrheit zu sagen, der aber an jenen Menschen gescheitert ist, die bis heute nicht begriffen haben dass es in Deutschland eine Demokratie gibt in der man EIGENTLICH seine Meinung frtei äußern dürfte.
    Herr Köhler, wenn sie auch in erster Linie ein Wirtschaftsfachmann waren und es in dem Amt nicht leicht hatten… DANKE für Ihren Mut und die Entschlossenheit. Jene aber die diesen Mann dazu bedrängt haben sollten sich fragen wozu sie eigentlich gewählt wurden

  3. […] den Rücktritt sei die Kritik an seinen Äußerungen zum Afghanistan-Einsatz. Fixmbr.de bezeichnet das Ganze als politischen Paukenschlag, und davon kann allemal die Rede sein. Die […]

  4. MxFr sagt:

    Falls jetzt der Koch als Nachfolger für den Köhler ins Spiel kommt, hör ich auf an Zufälle zu glauben und versuche den neo-liberalen Mastermind der dem allem stecken muss aufzuspüren.
    Und dazu dass Kritik den Respekt vor dem Amt missen lässt, das hat was Papst-haftes.

  5. Grainger sagt:

    Wenn er die Kritik an seiner Afghanistan-Rede (die schon mehr als nur ein bißchen grenzwertig war) als mangelnden Respekt dem Amt des Bundespräsidenten gegenüber empfindet, dann hat der gute Mann selbst jegliches Demokratieverständnis verloren.

    Einer der Wesenspunkte der Demokratie ist es nun mal, dass man alles und jeden kritisieren darf. Auch einen Bundespräsidenten Köhler.

    Und der Großteil der fraglichen Kritik war sogar durchaus sachlich, keineswegs polemisch und imho auch durchaus angebracht.

    Herr Köhler sprach sich (natürlich schön zwischen den Zeilen und durch die Blume) für eine Rückkehr zum Kolonialismus und Durchsetzung unserer Kolonialinteressen nötigenfalls mit Waffengewalt aus.

    Und das als Präsident eines Landes, dass geschafft hat, in der Weltöffentlichkeit als fast schon pazifistisch zu gelten und gleichzeitig einer der größten Waffenhändler der Welt zu sein. So was darf man nicht durch ein paar unbedachte Äußerungen gefährden. 😉

  6. phoibos sagt:

    ich finde, dass das ein guter tag für die demokratie ist.

  7. olhe sagt:

    Weitaus bedenklicher fand ich ja Köhlers Vorstellung einer Christenrepublik, als denn die Aussprache gängiger Praxis. Ging wohl im allgemeinen Twitter-Gewitter unter.

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