Bundeskanzlerin Claudia Roth

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Die ersten Reaktionen auf Twitter waren doch sehr amüsant, als ich diesen Tweet schrieb. Warum eigentlich? Man schaue sich nur mal die Bundeskanzler nach Willy Brandt an — und schon relativiert sich der Gedanke wieder. Politik würde dann zumindest wieder ein wenig lebendiger, vielleicht sogar menschlicher werden. Sagt ein Kritiker der Grünen.1 Die Diskussionen, dass sich die SPD an die FDP annähern muss, die FDP umgekehrt sich der SPD öffnen muss, sind auch sehr spannend. Müssen also nur CDU und Linke unter 5% gedrückt werden, die Grüne 3% weniger bekommen und schon wird Rot-Gelb ein Erfolgsmodell. 😀

Grüne erklimmen Rekordhoch, FDP stürzt ab

  1. Mir ist natürlich klar, dass Forsa mit Vorsicht zu genießen ist. []

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5 Antworten zu “Bundeskanzlerin Claudia Roth”

  1. im-pulze sagt:

    SPD unter 5% wäre mir eindeutig lieber. Verräter und Schwachmaten.

  2. Andi sagt:

    Feminismus und Frauenquote hin oder her, traditionell sind es auch bei den Grünen eher die Männer, die als erste tatsächlich Macht und Einfluss in neu eroberten Ämterebenen haben (offensichtliche Beispiele: Schily in Bonn, Fischer in Wiesbaden, nochmal Fischer in Bonn/Berlin und demnächst Kretschmann in Stuttgart). Ein Bundeskanzler Jürgen Trittin dürfte daher wahrscheinlicher sein.

    (Nach Brandt kam übrigens Schmidt, da relativiert sich genau gar nix.)

  3. Selbst wenn man das Rotationsprinzip ignoriert, kann man sich dennoch informieren. Die Folklore im Netz tut schon recht weh … Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen : http://wapedia.mobi/de/Bu.….C3%BCnen

    Kann man alles sicherlich anders sehen und relativieren, aber es bleibt schlicht die Tatsache, daß Frauen immer eine große Rolle spielten und spielen bei den Grünen. Kelly erwähne ich gar nicht, viel zu offensichtlich, und dazu teilte sie sich mit Schily und einer anderen Person den Vorsitz. Auf Länderebene funktioniert die Mär von der Dominanz der Männer dann aber auch nicht wirklich.

  4. Andi sagt:

    Von «Dominanz» hab’ ich ja gar nicht gesprochen. Aber Schily hat die erste grüne Bundestagsfraktion am Laufen gehalten (als einer von mehreren Fraktionssprechern, richtig; ich behaupte allerdings, dass sie ohne ihn nicht funktionsfähig gewesen wäre, weil die Talente von Kelly und Beck-O woanders lagen), Fischer war der erste grüne Landesminister und der erste/wichtigste grüne Bundesminister, und Kretschmann wird voraussichtlich der erste grüne Ministerpräsident. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube Palmer ist auch der erste grüne OB zumindest einer Großstadt, aber da fehlt mir der bundesweite Überblick.

    Wenn die Grünen erstmals(!) eine neue Ebene politischer Ämter erreichen, sind Männer auffallend weit vorne (bei den Frauen fällt mir gerade nur Vollmer als erste grüne BT-Vizepräsidentin ein). Deshalb wäre ein Mann als erster grüner Bundeskanzler quasi traditionell wahrscheinlicher, und mehr wollte ich auch gar nicht gesagt haben. :)

  5. >Aber Schily hat die erste grüne Bundestagsfraktion am Laufen gehalten

    Ich war nicht dabei, aber Petra Kelly war für die Grünen unbestritten heutzutage eine zentrale Figur.

    >Fischer war der erste grüne Landesminister und der erste/wichtigste grüne Bundesminister

    Fischer ist ein Realo und war somit für Schröder wichtig, um die Grünen zu bändigen, desaströs eben für jene. Erster Bundesminister, klar wenn man Andrea Fischer unterschlägt. Der wichtigste Posten wird heute natürlich auch vom Außenminister besetzt. Die Ironie-Tags erspare ich mir in diesem Fall. War mitunter mal ein wichtiger Posten, aber seit Genscher, Kinkel und Co bis dato ist es mehr Machtgeplänkel in der Koalition, denn Kompetenzkriterium. Die Außenpolitik per se wird ohnehin von der gesamten Koalition unisono bestimmt, gerade dort gibt es keine Alleingänge.

    Auf Landesebene war Fischer ein Novum, er ergriff die Gunst der Stunde als ein Posten frei wurde und konnte für knapp wenig mehr als ein Jahr Umweltminister spielen in Turnschuhen. Vor allem letztere trieben und treiben diese recht bunte Foklore an, denn irgendwelche sonstigen vermuteten «Qualitäten». «Legendär» …, weil das Volk sich blenden ließ. Enttäuschend letztendlich, weil der Opportunist nur die Gunst der Stunde zu nutzen wußte, um seinen eigenen Vorteil zu mehren. Heute ist er am Ziel angelangt und bei den Grünen hinterließ er einen großen Schaden. Anno tobak bekam der «wichtige» Fischer in Bielefeld auf dem Parteitag der Grünen von der Parteibasis den «Lohn für seine Arbeit». Rote Farbe …

    >Wenn die Grünen erstmals(!) eine neue Ebene politischer Ämter erreichen, sind Männer auffallend weit vorne (bei den Frauen fällt mir gerade nur Vollmer als erste grüne BT-Vizepräsidentin ein).

    Das ist so aber nicht korrekt, da die Grünen gemäß dem Rotationsprinzip agierten und zudem oftmals ein höherer Frauenanteil gegeben war. Eine Gesetzmäßigkeit zu Ungunsten der Frauen läßt sich daraus nicht ableiten, ebenso wenig, wie beispielsweise eine «gefühlte» Prominenz Schilys bei den Grünen der 80er Jahre.

    >Kretschmann wird voraussichtlich der erste grüne Ministerpräsident.

    Politik ist eben keine Boolesche Algebra, sondern allenfalls recht schwammig oder auch «Fuzzy». Kretschmann ist Grüner in einem durch und durch recht konservativen Bundesland. Der Erdrutschsieg ist dort lokal begründet, Fukushima ist anteilig nur ein Iota der Meinungsbildung (siehe auch S21). Das sind «andere» Grüne als in HH, Berlin, dem Saarland oder der Pfalz. Auf Bundesebene würde die liebe Claudia mitunter gar keine Chance besitzen, in BW auch nicht. Das Rennen könnte in einem Bundesland wie BW wohl eher Künast machen, ebenso im Bund. In HH beispielsweise haben die Grünen (Grüne/GAL) einen recht schweren Stand, ebenso lokal begründet. Eine Aussage für die Bundesebene zu treffen ist also nicht mehr als Kaffeesatzlesen, die Chance aber für eine Frau an der Spitze steht gemäß der Geschichte der Grünen nicht schlechter als für einen Mann. Ob die Frau dann auch wirklich mag, steht auf einem anderen Blatt. Das ist aber auch alles was man in diesem Kontext zu orakeln vermag.

    Die Grünen sind nicht die SPD, die Grünen sind auch keine Piraten … man kann sie als vieles bezeichnen, doch die Gemeinsamkeiten mit diesen sind nur äußerst oberflächlicher Natur und somit gerät auch das Orakel aus den Fugen, versucht man sich denn daran.

    Heute ist Forsa, morgen ist Wahl .… da liegen für viele Parteien Welten dazwischen und die Zukunft ist mit x Variablen bestückt.

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