Browser-War

Sicherlich erinnern sich noch einige an den Browser-War: Internet Explorer Vs Netscape, welchen leider die Jungs und Mädels aus Redmond für sich entscheiden konnten. Viele Jahre des Leids waren angesagt und diverse Debilitätsbekundungen infantiler Web-Designermade for …. Letzterer Umstand geistiger Untiefen erlebt heute wiederum einen unsäglichen Advent. Gänzlich verlustig jedoch ging Netscape nie, lebte in Mozilla fort und erfuhr einen neuerlichen Aufschwung mittels Phoenix, dem heutigen Firefox1. Diverse Nischen wurden da gefüllt mittels Opera oder auch lokalen Eigenheiten unter MacOS. Aber letztendlich konnten selbst diese nie wirklich Relevanz erlangen auch wenn Firefox sich heutzutage redlich bemüht, der Internet Explorer dominiert noch immer.

Just gesellte sich ein neuer Vertreter hinzu und ebenso wie vor kurzem ein neuer kalter Krieg losgestoßen wurden, so sehen wir auch hier den Beginn eines neuerlichen Browser-Wars, ja gar eines Krieges um HTML2. Letzterer zwar harmlos für den Leib, aber desaströs für das Glück im Web. Die alma mater des Netzes, Google, schickte sich gestern an die Niederkunft eines neuen Sprößlings zu verkünden der im Laufe des heutigen Tages eintreffen soll: Google Chrome. Und hatten die bisherigen Versuche, ja gar selbst der erste Browser-War, noch etwas von David gegen Goliath — so sehen wir hier zwei Schwergewichte aufeinander prallen.

Man muß Google eines lassen, der Zeitpunkt ist recht geschickt gewählt. Noch vor ein paar Tagen ging die Meldung um, das dieser IE8 mehr Sicherheit böte etc. pp — 2–3 Tage konnte also Microsoft endlich einmal wieder ein positives Medienfeuer genießen, das jedoch jäh unterbrochen wurde von Erzfeind Google. Für Google ein weiteres Standbein, für Microsoft ein weiterer Einbruch ob der Vista-Pleite3. Und nun die neueste Nachricht, mal wieder aus negativen Gefilden: IE8 is a memory hog. Microsoft hat es wirklich nicht leicht in dieser Zeit und Google kämpft gar mit Opensource-, Cloud-Computing– u. Privacy-gestählten Bandagen. Wir können einen harten fight um dieses ach so spannende Web erwarten. Gespannt sein dürfen wir auch wer unter die Räder kommt: Microsoft, Google oder gar der User?

  1. Debian-like für Iceweasel 😉 []
  2. siehe HTML5 und die Bemühungen diverser Konzerne Einfluß zu gewinnen []
  3. I know, für ein Windows ist es wirklich nicht das schlechteste System []

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12 Antworten zu “Browser-War”

  1. Markus Merz sagt:

    Das Internet ist zu wichtig, um es nur einem Browser zu überlassen. Ich lese gerade den Google Chrome Einführungscomic (http://www.google.com/goo.…./chrome/) und finde das Konzept spannend und gut. Warten wir mal ab bis Google Chrome tatsächlich herunterladbar ist.

  2. Oliver sagt:

    Das Internet ist zu wichtig, dem stimme ich gerne zu. Aber es ist auch zu wichtig um es windigen Konzernen zu überlassen. Bei HTML5 versucht schon jeder seine Vorstellung durchzudrücken, um die eigene Dominanz zu erhöhen bzw. zu festigen — ein eigener Browser ist da jeweils, trotz aller Unschuldsbekundungen, eine adäquate Basis. Finden alle spannend und beachten in der Regel kaum die Risiken und Nebenwirkungen. Die Nebelbomben in Form von Opensource, Privacy & Co wurden schon abgefeuert — an der kommenden Dominanz hege ich kaum wirklich Zweifel. Und *Dominanz* ist schlecht, Vielfalt ist gut — dort hat auch ein IE seinen Stellenwert und ein Google Chrome, neben all den anderen Browsern.

  3. phoibos sagt:

    die dominanz des ie wird auch google nicht so leicht brechen können. was der user zu hause einsetzt, interessiert ms ja gar nicht so sehr — solange in unternehmen ms-produkte genutzt werden. und bei unternehmen ist google mit der fragwürdigen privacy (nicht dass ms besser wäre, aber das läuft immerhin lokal) wohl (noch) nicht die erste wahl. zudem würde mir als entscheidungsträger die abhängigkeit vom internet gar nicht schmecken…

    ciao
    phoibos

  4. Oliver sagt:

    >die dominanz des ie wird auch google nicht so leicht brechen können.

    Stichworte: HTML5, Cloud-Computing — da soll erst Windows 7 etwas zu beitragen. Nicht das ich von Cloud-Computing viel halte, aber Microsoft hat da nicht viel auf der Pfanne. Denn der gemeine User ist mitnichten mehr an lokaler Software interessiert.

  5. Phil sagt:

    Wie dem auch sei. Momentan ist der FF ob seiner Erweiterbarkeit für mich der Browser #1. Wenn Google einen Browser herausbringen sollte, werde ich ihn mir wohl anschauen.

  6. Oliver sagt:

    >Wenn Google einen Browser herausbringen sollte

    Das hat Google schon unlängst selbst angekündigt — im Laufe des heutigen Tages — Zeitverschiebung — sollte es dann soweit sein.

  7. […] Zeit brodelt es mal wieder. Google will heute seine Beta-Version des eigenen Browsers zur Verfügung stellen (Download). […]

  8. Claudius sagt:

    Tut mir leid, aber wenn ich diesen Einführungscomic so lese, drängt sich mir bei jedem UI-Feature der Gedanke auf, dass Opera das schon lange hat. Mag sein, dass, wenn es um die technische Seite geht, dass nicht der Fall sein mag — aber bei mir hat noch kein Plugin/keine Seite den ganzen Browser über den Jordan gebracht, von daher dürfte der Effekt ja ähnlich sein.

    Konkurrenz belebt das Geschäft, aber ich bezweifle, dass da was neues bei rauskommt.

  9. Oliver sagt:

    >aber bei mir hat noch kein Plugin/keine Seite den ganzen Browser über den Jordan gebracht,

    Als Vielsurfer, auch prof. Natur, mag ich dem ganz gehörig wiedersprechen und es ist ein Leichtes dies mit jeder Art von bisherigem Browser zu veranstalten. Allerdings bezweifle ich auch das Googles Chrome hier die Wunderwaffe darstellt — das Web entwickelt sich dynamisch, macht auch mal Bocksprünge und hängts eher davon ob, wie anpassbar die Developer sind. Aber ein Ansatz ist es schon einmal. Nur das wir hier das Pferd von hinten aufzäumen, denn technische Details kennen wir noch nicht. Und ein Comic hat diesbezüglich ungefähr die Aussagekraft wie Apples PC/MAC-Videos.

  10. Markus Merz sagt:

    > drängt sich mir bei jedem UI-Feature der Gedanke auf, dass Opera das schon lange hat

    Ein Kerngedanke des Konzepts ist ‘bitte bedient euch’ und vielleicht bringt das Team ja wirklich fertige Code Lösungen, die die Browserwelt als Ganzes weiterbringen.

    > Und ein Comic hat diesbezüglich ungefähr die Aussagekraft wie Apples PC/MAC-Videos.

    Die ~40 Seiten enthalten stichhaltige technische Aussagen, warum Google Chrome ein neuer Mitspieler auf dem Browsermarkt werden könnte. Die getrennten Prozesse empfinde ich als technisch herausstechende Lösung. Bei allem Komfort hat Firefox auf diesem gebiet die Hausaufgaben noch lange nicht gemacht.

  11. Oliver sagt:

    >Firefox auf diesem gebiet die Hausaufgaben noch lange nicht gemacht.

    Neu machen und auf bestehenden Dingen bauen (Webkit, fertige JS-Engine etc.) ist weitaus leichter, denn eine mehr oder weniger «Code-Basis» aus den 90ern emporzuhiefen.

  12. Grainger sagt:

    Wird ja keiner gezwungen, den Google Browser zu benutzen! 😀

    Klar muss aber sein, das man mit einem Browser von Google datenmäßig die Hosen noch weiter herunter läßt als mit jedem anderen Browser. Aber es gibt ja auch jede Menge Leute, die die ganzen anderen schicken Google-Tools nutzen (die sind ja datenmäßig schon so nackt, da kommt es auf die Nutzung von Google Chrome auch nicht mehr an :D).

    Ich persönlich würde und werde das Teil ohnehin weder nutzen noch installieren, auch den MSIE benutze ich nur äußerst selten (nur wenn es eben ganz und gar unvermeidbar ist).

    Von Firefox habe ich mich zwischenzeitlich ebenfalls verabschiedet, irgendwann hatte ich die Schnauze voll davon, dass nach jedem Update die Hälfte aller AddOns nicht mehr funktioniert und ich mir meine mühsam personalisierte Browserkonfiguration aufs neue zusammen frickeln musste.

    Mein Hauptbrowser ist aber ohnehin schon seit etlichen Jahren Opera (verwende ich seit einer der 3er-Versionen, imho war es 3.62).

    Eigentlich kann der fast alles, was ich so will (und brauche) und mit einer gut gepflegten URLFILTER.INI erübrigt sich sogar ein Third-Party AddBlocker (das bißchen, was noch durchkommt, ertrage ich eben mannhaft :D).

    Selbst der integrierte eMail-Client genügt meinen (privaten) Ansprüchen durchaus und ich finde es einfach praktisch, Browser und eMail-Client in einem Programm (und einer Benutzoberfläche) vereint zu haben.

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