Blogs

Konferenzen, Kultur, Kommerz, Community, Netzwerk, Kreativität, Bürgerjournalismus, Katzencontent, a-Blogger etc. Nimmt man sich den ersten Punkt zur Brust, nun dann paßt es schon — Chris meinte da letztens, kaum vorstellbar das man bei der Erfindung des Buchdrucks mal als erstes eine Konferenz einberufen hätte :D
Aber letztendlich stimmts doch, versteift man sich denn auf die ursprüngliche Bedeutung conferre, da wird etwas zusammen getragen und abgeglichen. Neider reden da profan von Schwanzvergleichen, nun ja.

Die Kultur? Ein oft mißbrauchter Begriff, Kultur ist zwar irgendwie alles was uns im täglichen Leben umgibt, aber auch später wird man drüber richten was kulturell wertvoll war oder simpel bullshit. Über die Geisel der Community brauchen wir eh nicht philosophieren, da existiert keine. Es existieren stattdessen kleine Inseln, sprich Freundschaften oder Zweckbündnisse um sich materiell vorwärts zu bringen. Das Netzwerk ja das ist vorhanden, aber das kennt man überall und auch nur dieses kann man völlig wertfrei stehen lassen, allerdings hat es für sich alleine genommen auch keine Bedeutung und entfaltet mitnichten mittels des Mediums Weblog eine heimelige Bedeutung.

Last not least bleiben die Begriffe Kreativität, Bürgerjournalismus, Katzencontent und a-Blogger über, mal abgesehen von der Masse an buzzwords, die sich so jede Insel je nach couleur zulegt. Kreativität hat man oder man hat sie eben nicht, einen Blog mit vielen Lesern zu betreiben ist kein Kunststück, dazu muß man keineswegs kreativ sein … Geschäftssinn, eventuell Skrupellosigkeit gehören dazu, damit hätten wir auch den Begriff a-Blogger abgehandelt. Letzterer kann qualitativ die Massen anziehen, muß sich jedoch in der Regel leicht verbiegen, um eben dieser Massen nicht zukünftig verlustig zu gehen — das biegen hier und da muß nicht sonderlich verwerflich sein, ein seichter Inhalt kann aber eben die Folge sein … mein tatsächlicher Katzencontent.

Ich sehe Katzencontent nicht darin, nur weil jemand über belanglose Dinge schreibt, das sind eben die Facetten die das Leben ausmachen und gut ist. Ich sehe diesen aber oft genug bei jenen die a-Blogger tituliert werden, man verfaßt Belanglosigkeiten um das große Klientel bei Laune zu halten … da den gemeinsamen Nenner immer glücklich zu treffen ist schon eine Kunst. Ergo auch Kreativität? Ja, wenn man es von dieser Seite aus betrachtet sicherlich …

Und die Bürgerjournallie, wie gern hätten wir sie doch, wir träumen tagtäglich davon und fabulieren ins Blaue hinein von Podium zu Podium, so gemäß dem Motto wenn wir es nur oft genug wiederholen wirds wohl schon als buzzword hängen bleiben. Na aber bitte woher soll denn dieser Bürgerjournalismus stammen? Wir hier haben den Anspruch gar nicht, uns macht es Spaß, wir denken mal über etwas nach und kommentieren es auch. Aber Journalismus? Nicht nur das man diesen Journalismus oft genug bei den Profis vermißt, aber wie sollen diese Resterverwerter denn initialen Content auf journalistischem Niveau herbeizaubern? Klar ich kann hier über die Kuh vom Bauer Karl philosophieren, sicherlich nett und bringt auch ein wenig lokales Colorit hinein .. aber Journalismus? Geh weg.

Die Blogger müssen erst einmal lernen sich als das zu akzeptieren was sie eben sind, ganz normale Leute ohne größere Ansprüche. Was hier laut werden kann, abseits vom infantilen Kommerzrummel, ist die Fähigkeit Volkes Stimme zu artikulieren und gegen vorlaute, alte Medien gekonnt einzusetzen. Chris stieß mich gerade darauf, die FAZ übt sich in einer infantilen Vorwärtsverteidigung — und es stimmt der gemeinsame Nenner ist der Feind in Form der alten Medien, die konservativ zu Felde rücken und oft tatsächlichen Journalismus vermissen lassen. Unsere Freunde bei der FAZ sind da keinen Deut besser, hochgeistiges Gefasel bleibt letztendlich auch nur Gefasel.

Und wenn Blogger endlich das alles erkennt, dann klappts auch mit dem gemeinsamen Nenner, die Fähigkeit als Teil der Gesellschaft im Sumpf der alten Medien die Stimme zu erheben. Allerdings darf man sich dabei nicht korrumpieren lassen ;)

2 Antworten zu “Blogs”

  1. JumpingJakk sagt:

    tja, wenn man sich die diversen Blogs so anschaut (ich sage ganz bewusst nicht Blogsphäre;) ) scheint das mit dem «sich nicht korrumpieren lassen» nicht ganz so einfach — oder vielleicht liegt es auch einfach daran das es nur wenige mit Rückgrat gibt die auch zu ihrer Meinung und zu dem was sie sagen bzw. schreiben stehen.

    aber zum Glück geht es ja auch anders — wenn ich mich hier so umschaue …

  2. Euro sagt:

    Gelesen und unterschrieben!
    EuRo


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