Blogger Vs Studis?

Mal davon abgesehen, das sich unter vielen Bloggern auch Studierende bzw. Leute mit abgeschlossenem Studium befinden bzw. jene mit Abitur, kann man sich dennoch nicht des Eindrucks erwähren, das man nun die einmalig günstige Gelegenheit gefunden hat, Studis gekonnt abzuwatschen.

Diese arrogante Saubande, die doch auf unser allen Taschen liegt, inkl. ihrer eigenen, zeigt nun mal wieder was sie kann … nichts. Da wird über die Bildungselite schwadroniert, ein Begriff nebenbei, den realitätsfremde Politiker in die Welt setzten, da wird die Angst vor dem debilen Studenten generiert, der da als Fun-Akrobat daherkommt und sein Hirn in der letzten Kneipe im Vollrausch abgab und später mitunter eine Führungsposition in einem großen Konzern einnimmt.

Ist dies so? Sicherlich und StudiVZ verdeutlichte eines, da sind eine Menge junger Menschen, die den Sinn des Lebens noch ausschließlich im Fun sehen und einige dort, die schon auf die 30 zugehen, bei denen scheint auch wirklich Hopfen und Malz verloren. Aber sind dies wirklich alles nur Studis? Bzw. kann man diese Entwicklung nicht allgemein beobachten im Netz? StudiVZ stach natürlich heraus und es war sinnvoll mit aller verbaler Gewalt darauf hinzuweisen, doch was nun folgt ist ein reiner StudiVZ bash verbunden mit dem abwatschen generell aller Studierenden. Gemäß dem Motto ich habs ja schon immer gewußt .

Ich sags gerne, das ganze ist ein Armutszeugnis das sich ein Teil der heutigen Jugend da ausstellt, ob Student, Abiturient, Auszubildender etc., all jene die sich da im Netz herumtreiben und Fun über Intelligenz stellen. Aber es ist auch ein ganz großes Armutszeugnis für viele Blogger, die da auf der Welle mitreiten und selbst nicht mal den Schimmer einer Ahnung besitzen, von was sie da überhaupt fabulieren. Datenschutz, Privatsphäre usw.? Kein Problem, denn schnell sind die Ausflüchte zur Hand, du, ich mach das ja nur zum Spaß, meine Daten sind nicht soo wichtig. Meep, setzen, sechs. Datenschutz und der Schutz der Privatsphäre geht alle etwas an.

Blöd nur an der Sache, die Gelegenheit schien günstig mit dem Problem bei StudiVZ den Leuten eben diese Grundlagen bezüglich Datenschutz und Sicherheitsproblematik allgemein im Netz näher zu bringen. Die Blase Web 2.x wird wahrscheinlich, wie schon damals die dot com Blase, platzen im Sinne der gewinntechnischen Möglichkeiten, sprich Firmenpleiten — sicherlich aber wirds den GAU im Sicherheitsbereich geben, der sich jetzt schon mehr als deutlich abzeichnet in den netten sozialen Netzwerken/Communities.

Auch hier wiederum die Chance verpaßt, die Voyeure stürzen sich auf die vermeintlichen Studis und ihren Verein und übersehen dabei das tatsächlich vorherrschende Problem. Das Ende vom Lied, haben sich die Wogen erst einmal wieder geglättet gehts weiter wie bisher, business as usual halt. Die Studis, die Blogger, wer-auch-immer, werden dem Fun im Netz nachgehen und ein paar wenige werden allgemein von der immer stärker um sich greifenden Überwachung faseln.

Schießt man also derart gewaltig übers Ziel hinaus, wie das Gros der Blogger, wirkt man nur noch unglaubwürdig, ebenso unglaubwürdig wie jemand der Anfangs Sicherheitsmängel verneint und im Nachhinein um Schadensbegrenzung bemüht ist.

Ich bin sicherlich auch nicht Mr. Privacy, aber wenn man mir etwas zeigt, du schau mal, hier …, dann achte ich auch drauf oder ich bemühe mich wenigstens es bestmöglich zu handhaben — buzzwords: lernen, Erfahrung :). Irgendwelche Vereine da sind für mich nur Schall und Rauch, temporäre Beispiele vielleicht aber auch nur an tertiärer Stelle, wenn überhaupt.

Eine Antwort zu “Blogger Vs Studis?”

  1. […] Und immer noch tobt der Krieg zwischen der Blogosphäre, allen voran Don Alphonso und Jörg-Olaf Schäfer, und “den Studenten“, “der geistige Elite der Zukunft“. Zwar hält sich das Aufdecken von Sicherheitslücken in Grenzen… weil StudiVZ seit einigen Tagen offline ist, trotzdem kann gestritten, polemisiert und polarisiert werden. Zugegeben, die Argumente der oben genannten Blogs scheinen durchdachter als die geistige Grütze “der Studenten“, wie auf F!XMBR nachzulesen. Wurde bisher StudiVZ exemplarisch als die böse Seite des Web 2.0 dargestellt, wird jetzt auf die Inkompetenz, die Dummheit, die Sorglosigkeit “der Studenten” geschimpft. Auch wenn es schon vor langem Einzug in die Tagespresse gefunden hat, die Böse Seite des Web 2.0, auch wenn nicht erst seit gestern bekannt ist, was das Web 2.0 für fantastische Möglichkeiten bietet, für Personalberater und Chefs, trotzdem wird auch die “geistge Elite” der Spaßgesellschaft verfallen… auch wenn Don Alphonso sich wirklich Mühe gegeben hat, Schritt für Schritt zu Erklären, wie Daten heutzutage genutzt werden, denn… nichts ist umsonst. […]

RSS-Feed abonnieren