Blogger und Medien für Nazis

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Vor ein paar Wochen wurde die wunderbare Kampagne Soziale Netzwerke gegen Nazis gestartet. Fast alle der großen Sozialen Netzwerke waren mit im Boot — es fehlte lediglich Facebook, was entsprechend kritisiert wurde. Auch Flattr war nicht mit dabei — aber dafür ist das Unternehmen wohl noch zu klein. So dachte ich zumindest. Ein typischer Fall von «falsch gedacht». Seit gestern wissen wir, dass Nazis von Flattr geschützt werden.  Die Verantwortlichen wurden darauf hingewiesen, was für Gesellen sich bei ihnen tümmeln. Die Reaktion erschreckt — man kämpfe für die so genannte «Freedom of Speech». Doch nicht nur Flattr selbst beruft sich auf das Totschlagargument Zensur, wenn man die NPD ausschließen würde — erschreckend viele deutsche Blogger behaupteten in den letzten Stunden, die NPD sei doch eine ganz normale Partei. Mir fehlen dazu ehrlich gesagt ein stückweit die Worte — und wenn immer es soweit ist, versuche ich mit Satire zu arbeiten und zu antworten…

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30 Antworten zu “Blogger und Medien für Nazis”

  1. slowcar sagt:

    Eine gute Initiative wie ich finde. Mit Verboten lassen sich Nazis nicht in den Griff bekommen.

  2. Richtig, Du hast da echt den Durchblick… :)

  3. Anonymous sagt:

    Woher kommt der Screenshot? Laut denic ist die Domain: blogger-fuer-nazis.de nicht registriert?

  4. Tja, da liegt die Denic wohl falsch…

  5. Teo sagt:

    Ich frage mich immer, wo man die rechtsstaalichen Grenzen ziehen soll. Die NPD ist nunmal eine erlaubte Partei. Sie ist selbstverständlich nicht «normal», aber eben auch nicht verboten. Jeder mit etwas Hirn zwischen Scheitel und Sohle weiss doch, was für ein bescheuerter Verein das ist. Wer trotzdem sympathisiert oder sogar eintritt, wird sicher auch nicht davon abgehalten, wenn ein Micorpayment-Dienst an einer Anti-Aktion teilnimmt.

  6. Hier geht es nicht um rechtsstaalichen Grenzen. Flattr ist ein kleines Soziales Netzwerk, zu den Gründern haben Deutschlands Top-Blogger persönlichen Kontakt.

    Da kann und MUSS man das Zeichen setzen, die NPD und Politcally Incorrect auszuschließen. Das wäre nur ein Knopfdruck.

    Selbst Paypal (!) hat der NPD schon vor über einem Jahr gekündigt

  7. Mario sagt:

    Welche Blogger bezeichnen die NPD denn als normale Partei?

  8. Ich oute da niemanden, aber ich habe die E-Mail-Benachrichtigungen von WordPress noch vorligen.

  9. Mario sagt:

    Wahrscheinlich ist es die schweigende Mehrheit der Blogger…

  10. Teo sagt:

    Beispiele sind keine Erklärungen. Mir fehlen irgendwie die Argumente, wieso ein Privatunternehmen, dem (z.B. im Falle von Facebook) seine Nutzer als solche scheiss egal sind, sich an so einer Aktion beteiligen sollte, ausser um Vorteile aus der PR zu ziehen. Was für ein «Zeichen» soll das am Ende abgeben?

  11. Die Diskussion ist an dieser Stelle beendet und Du bist raus. Wer nicht versteht, um was es bei der NPD & Co. geht, mit dem besteht keine Diskussionsgrundlage von meiner Seite aus.

  12. der wanderer sagt:

    Ich finde es ja immer lustig, wenn Leute damit ankommen, man müsste der NPD ja auch «Freiheit» zugestehen.

    Nun, sie können ja sage was sie wollen, es hält sie keiner auf.
    Werft sie doch aus Flattr, sie können ja ihren eigenen Bezahlservices aufbauen. Das __ist__ eben die Freiheit die ihnen zusteht. Aber nicht mehr. Keiner muss sie bei sich im Haus erdulden, nur weil es gegen ihre «Freiheit» verstößt wenn man sie dort nicht haben will.

    Ich weiß, in Amerika hat man da eine andere Herangehensweise und einen anderen Blick auf den Begriff «Freiheit», aber trotzdem…

  13. Heiko sagt:

    De jure mag die NPD zwar eine «normale» Partei sein. Das liegt aber auch nur daran, das man es beim ersten Versuch, die Partei verbieten zu lassen, versemmelt hat.

  14. Da hier offensichtlich ein paar unglaubliche dumme Leute rumlaufen: Ich habe oben zweimal das Wort Satire gebraucht und einmal Ironie. Mehr kann ich nicht tun. Wer es dann immer noch nicht versteht, sollte seinen Rechner nehmen, das Fenster öffnen und den Rechner fallen lassen…

  15. Hach, endlich versteht es mal jemand. Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben.

    So schauts aus und nicht anders…

  16. Anonymous sagt:

    «Versemmelt» legt nahe, dass das Verbotsverfahren ernst gemeint war. Tatsächlich hatten die «Volksparteien» keinerlei Interesse am Verbot. Erstmal wurden dem BVerfG als Beweise Aussagen von V-Männern des VS vorgelegt. Auf die Aufforderung, dem BVerfG die Namen von VS-Agenten in der NPD-Führung zu nennen, damit deren Aussagen nicht berücksichtigt werden, reagierten Bund und Länder mit einem kategorischen Nein. Auch der Vorschlag, wenigstens für die Dauer des Verfahrens die V-Männer stillzulegen wurde abgelehnt. Die Strategie der staatstragenden Parteien war also von Beginn an auf ein Scheitern des Verfahrens ausgelegt. Das als Folge die NPD-Strukturen gefestigt und das Image der Partei aufgewertet wurde, war anscheinend zumindest ein in Kauf genommener Kollateralschaden.

  17. Anonymous sagt:

    Der Rechner kann doch nichts dafür. Da gilt doch PEBKAC :)

    Problem exists between keyboard and chair.

  18. Anonymous sagt:

    Wenn flattr nicht wüsste, mit wem sie Geschäfte machen oder wenn sie nach schwedischem Recht dazu gezwungen wären (das soll mir ein schwedischer Anwalt erstmal erläutern damit ich das glaube — flattr sind nicht die Stadtwerke)… aber daß jetzt wieder dieses Schwachsinnsargument der freien Meinungsäußerung aufkommt — es ist zu kotzen! Das geht völlig an der Realität vorbei und ist offensichtlich ein verharmlosendes Scheinargument von Geschäftemachern und solchen, die schon länger nicht mehr ihren Arsch ins RL bewegt haben. In meiner Stadt steht momentan der NPD-Stadtrat vor Gericht, da er mutmaßlich (muß ich leider schreiben) mit einer Horde Schläger eine Hetzjagd auf «Linke» veranstaltet hat. In der Verhandlung lachen sie über die eingeschüchterten Zeugen, die wahrscheinlich die nächsten auf der Liste sind. Meinungsfreiheit? So ein Quatsch.
    flattr ist es wahrscheinlich zu umständlich zu prüfen, mit wem hier Geschäfte gemacht werden oder, noch schlimmer, ihnen kommt jeder Cent gelegen und ihnen ist egal, woher.
    Kennt man: 1. Fressen, 2. Moral.
    Ich kann mir jedenfalls aussuchen, wohin mein Geld fließt, mit wem ich Geschäfte mache und mit wem nicht.

  19. Gaston sagt:

    Ja, es ist Schwierig.
    «Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.«
    Das finde ich einen guten Spruch, da er viel wahres aussagt. Jeder hat das Recht, seine Meinung und Anschauung kund zu tun. Das ist eines der Grundrechte in Deutschland. Jedenfalls in bestimmten Grenzen.
    Immer wieder habe ich den Titel des ersten Soloprogramm von Richard Rogler diesbezüglich zitiert:
    «Freiheit aushalten«
    Was aber viele verwechseln ist das Grundrecht auf freie Meinungsäußerungen mit einem Zwang sich dieser Meinung auch unterwerfen zu müssen.
    Mit dem Grundrecht auf freie Meinung besteht aber auch das Grundrecht auf freie Entscheidung mich nicht jeder Meinung unterwerfen zu müssen.
    Von daher sind die Argumenten bezüglich der Freiheitspflicht einer Community/Plattform, wie z.B. Flattr falsch. Es ist allein die Entscheidung aller Seiten (im anderen Artikel hatte ich ja von dem 3 Seiten der Medaillen geschrieben) was sie zulassen wollen oder nicht. Es scheinen einige bereitwillig die Entscheidung zu treffen, das sie die Mitfinanzierung der NPD aus irgendwelchen Gründen tolerieren. Das ist Ihre Entscheidung. Nur sollten diese nicht mit dem Argument Freiheit und Zensur kommen. Es gibt auch ein Recht auf Ablehnung!

    Zudem verwechseln einige solch ein Service mit Plattformen wie Abgeordnetenwatch oder ähnliches. Diese haben wirklich die (undankbare) Aufgabe sich mit allen Facetten der Gesellschaft abzugeben. Hier ist auch das Argument Richtig, dass man das Feld nicht den Extremen überlassen darf.
    Das Argument, das man sonst den Nazis das Feld und Geld überlässt, ist irgendwie seltsam. Das würde bedeuten, das diejenigen, die Geld an Flattr geben, dies tun ohne das sie Differenzieren warum sie das Geld geben. Das ist eine ziemlich starke Behauptung denen gegenüber, die auch diese Leute (und vielleicht gerade diese) mitfinanzieren wollen und nicht die Nazis.
    Andersherum wird da doch wohl eher ein Schuh draus. Wenn diejenigen, die es nicht Akzeptieren wollen, das Ihre Freiheit auf Kosten der Freiheit von Nazis eingeschränkt wird und diejenigen die die Nazis nicht mitfinanzieren wollen, sich von flattr verabschieden, dann finanzieren nur noch diejenigen die Naziseiten, die es sowieso wollen. Dann kann flattr ja ganz in seiner «Freiheit» aufgehen. Und diejenigen, die die Nazis mitfinanzieren wollen, werden diese auch finanzieren, wenn Sie nicht bei flattr sind.

    Ich frage mich gerade, was die ganzen Blogger etc. vor flattr gemacht haben? Sind diese da zum Teil Jahrelang vor sich hin vegetiert? Ich werde das Gefühl nicht los, das ein Gebäude aufgebaut wird, dass das Web zusammenbricht, wenn man auf flattr verzichtet.

    Freiheit ist nicht nur ein Recht, sondern auch eine Verantwortung.

  20. In einem Strategiepapier hatte die NPD Anfang des Jahres ihre Mitglieder dazu aufgerufen in soziale Netzwerke einzutreten und sich in Diskussionen einzuschalten. Dabei sollen sich die „Kameraden“ aber nicht all zu offen als Neonazis zeigen, sondern darauf achten auch in unverdächtigen Gruppen Mitglied zu sein, so der Hinweis der Parteispitze. Auf diese Weise sei es einfacher, nicht-rechte Jugendliche in Gespräche zu verwickeln und anzuwerben. „Die Rekrutierung über das Internet hat stark zugenommen“, bestätigt Rechtsextremismusexperte Toralf Staud. Gleichzeitig gebe es bei vielen Nutzern Unsicherheit, wie man mit rechten Inhalten umgehen soll.

    tagesspiegel

    Ich denke deren Strategie zeigt mehr und mehr an Wirkung im Netz. Unsicherheit wird hingegen mit Sprechblasen und falsch verstandener Meinungsfreiheit beantwortet. Man bemerkt bei jenen Leuten, insbesondere bei vielen Piraten, ein völliges Fehlen an politisch-historischem Grundwissen. Aber dies nur als Beispiel, es sind zumindest viele, die sich mit dem Totenkopf schmücken und eher Wegbereiter für derlei Umtriebe darstellen, ob direkt oder indirekt, als denn diese aktiv zu bekämpfen.

  21. Anonymous sagt:

    Rassismus, Faschismus, Rechtsradikalität läuft darauf hinaus, dass Menschen sterben. Flattr auf rechten Seiten führt dazu, dass Rechtsradikalität gestärkt wird. q.e.d.

  22. Anonymus sagt:

    Absolut korrekter Beitrag! Es gibt Situationen, da gibt es nur ein deutliches N E I N nicht mit mir!

  23. Yuggoth sagt:

    Bomber Harris, do it again.

    Flattr jetzt, nicht Köln.

  24. si tacuisses, philosophus mansisses

    Mich als Nazi-Freund zu bezeichnen ist schon ein starkes Stück, lieber Chris. Kleinbloggersdorf halt, ich hätte mehr von Dir erwartet :-(

  25. Tom sagt:

    Erstmal gute Arbeit und sicher auch nicht wenig. :)
    Die NPD und was zu dem Haufen gehört muss man zwar tolerieren aber man darf sie nicht unterstützen. Dass sie nun den gleichen Zahlungsdienst benutzen wie andere Blog ist ein «Problem» vom Flattr. Die müssten ihnen kündigen. Die anderen Blog sind da eher auf ihren finanziellen Vorteil bedacht als auf politische Korrektheit. Ich denke wenn da keine paar hundert Euro im Raum stehen würden, würden sie Flattr auch gern als «Zeichen» verlassen. Aber das war ja schon Thema im letzten Artikel.

  26. Liebe Heuchler, wir reden von diesen Leuten. Und haltet doch in Zukunft einfach mal gepflegt die Fresse, wenn wieder einmal Defacements der entsprechenden Webauftritte veröffentlicht werden oder ein Webangebot, welches keinen monetären Ansprüchen genügt, boykottiert werden soll. Da jubelt die Meute, da hört man das «Netz gegen Rechts», doch hier dreht es sich um den schnöden Mammon.

  27. Lieber Oliver, nun schlägt es aber dem Fass den Boden aus. Nein, ich halte NICHT «gepflegt die Fresse», wenn ihr mich einen Nazi-Unterstützer nennt. Es geht auch NICHT um die NPD — da sind wir uns wohl alle einig. Es geht MIR um Eure Art und Weise und die ist schäbig. Viel Spaß im Kindergarten. Für mich war´s das *kopfschüttel*

  28. Betrachte dich als Kollateralschaden bezüglich meiner Aussage, ich stehe zwar drunter, aber die Schuld trägt diese grottige Anordnung der Antworten. Ich hätte dich ansonsten explizit genannt, wie ich es im Moment auch tue.

  29. Soderle, ich habe die verschachtelten Kommentare deaktiviert. Das alles trägt kaum zur Ordnung bei.

  30. So, alle «Argumente» sind dann wohl ausgetauscht. Ich bin es leid, immer und immer wieder zu wiederholen, dass es sich nicht «nur» um Spinner oder «nur» um Rechtspopulisten handelt.

    Es geht um die NPD und da fehlt vielen Menschen offensichtlich die historische und politische Bildung.

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