blinder Aktionismus

Und wo bleibt die vielzitierte Aufklärung? Wo ist die tatsächlich fundamentale Diskussion, die Aspekte der Geschichte mit einbezieht und nicht nur Worthülsen? Wo bleibt die Diskussion um die Gefahren einer Relativierung, wenn man fortwährend unreflektiert mit Begriffen wie Stasi, SS, Gestapo etc. um sich wirft? Was soll man von diesen Leuten erwarten, die sich mit dem Button einer Aktion schmücken und Hirn vermissen lassen? Wo bleiben die Informationen? Die Aufmerksamkeit ist da Stasi .. bla bla, aber nirgends ist die Information zu finden, warum man denn mit Stasi vergleicht? Wo sind die Ähnlichkeiten, bitte melden, wenn es jemand weiß und bitte ein wenig mehr Substanz als die Wikipedia.

Denn diese Organisationen der jeweiligen Regime hatten ein größeres Ausmaß als so manches kindliche Gemüt auf seinem Blog vermutet, die teils davon ausgegangen Greueltaten halten gar keinem Vergleich stand. Es ist infam überhaupt damit zu vergleichen, in derartigen Regimen hätte man gar nicht mit derartigen Buttons um sich werfen können. Nicht einmal im Ansatz ist es korrekt — man könnte Ansätze vergleichen, dann wiederum müßte man dies aber auch mit mehr als einem Button oder der bloßen Erwähnung eines Begriffes tun. Ergo ist es Schwachsinn, wenn denn die Information fehlt.

Korrekt ist es also, bis zu einem gewissen Grad, Aufmerksamkeit zu erheischen, wenn denn stante pede der Informationsfluß folgt, um der Differenzierung freien Lauf zu lassen. Die Weimarer Republik bietet Ansatzpunkte die zum probaten Vergleich gereichen en masse, selbst die Kaiserzeit mit ihrer Verfolgung von Sozialisten — aber diese Dinge wiederum werden nicht in den Medien totgelatscht und lassen sich somit auch nicht simpel nachplappern. Eingängig solls schon sein und markant auch — tja aber dann verfälscht man und relativiert vor allem. Man verhöhnt quasi Opfer dieser Regime fortwährend, setzt man denn einfach profan gleich. INFORMATION ist das magische Wort und die damit einhergehende Aufklärung. Hier läuft Button um Button Aktion, mit Worthülsen schmeißt man um sich und weiter …? Nichts, gähnende Leere.

Nicht jeder kann etwas schreiben oder mag sich mit dieser umfangreichen Thematik beschäftigen, drum muß auch nicht jeder etwas nachplappern. Ich kreide das noch nicht einmal derart den Erstellern dieses Buttons an, jeder macht halt das was er kann — aber dieses unreflektierende Anbringen überall .. wo solls enden? Jeder zweite auf irgendeinem Blog vermeint doch schon mit der Gestapo, Stasi … Erfahrung gemacht zu haben, weil er halt mal eine Überwachungskamera gesichtet hat. Denkt doch auch mal noch. Erst etwas machen und später zu irgendeiner substanzlosen Diskussion aufrufen oder gar eine zur kurzgedachte Aktion später als Diskussionsgrundlage hochzustilisieren ist doch mehr als arm.

Besser wollt ihr es machen und das Gros der Blogger hat auch jetzt erst etwas mitbekommen, zuvor gabs ja auch noch nicht Schily und Co. Aber halt stop die Rebellen von der SPD wählte man ja noch zuvor, konnte als nicht guten Gewissens einfach einen aus dieser Partei kritisieren. Gar manche fabulieren gar die Mär auf Blogs, schlimmer als Schäuble war da nie einer … ja selig sind die gei…

Ja I know, Polemik — da kann man sich schnell mit verrennen und ich gebs zu, wir sparen auch nicht damit. Aber wir hier können auch voller Stolz behaupten, neben kurzatmiger Polemik auch massiv mit Wissen zu brillieren und das müssen uns diese kurzatmigen Kritiker die sich mit ihren Worthülsen und 3-Zeilern über unsere Sichtweise echauffieren erst einmal nachmachen. Wenn ihr Paroli bieten wollt, dann müßt ihr erst einmal das Niveau von Leuten erreichen, die in der Lage sind einen Gedanken auch über mehrere Seiten Text hinfort zu verfolgen.

Beschäftigt euch wirklich mit dieser Materie, bleibt am Ball, dann bleibt zwar weniger fürs Ponyhof-Bloggen über, aber ihr tragt etwas zu tatsächlicher Aufklärung und Diskussion bei, nach welcher ihr ja permanent geifert.

Heissa, die Blogszene fetzt sich ... Ein Moment, wir nutzen zwar die Technik, aber da herrscht kein Automatismus, sprich Solidarität mit Deppen. Wir haben da unsere Freunde, die ähnlich denken, mit diesen kann man auch auf einem hohen Niveau diskutieren, da brauchts keine Aktionen — würde btw. jeder etwas machen, tatsächlich mal etwas machen, würde das mehr reißen als jeder Aufkleber auf Blog, Auto oder Rucksack.

Sorry falls ich jemanden pauschal beleidigte, diejenigen die ich desöfteren frequentiere wissen eh das sie nicht gemeint sind. Dem sonstigen Blog-Schlamm geh ich nämlich eher aus dem Weg.

18 Antworten zu “blinder Aktionismus”

  1. tante sagt:

    «Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich»

    kommt in den Sinn, wenn man die Diskussion sieht.

    StaSi2.0 ist so schön griffig, und jeder weiss ja was die StaSi war. Das war doch was mit Überwachung, oder?

    Einfache Bilder für einfache Menschen, alle Zahlen sind erfunden und gerundet.

    Man will halt ausdrücken, dass man etwas schlimm findet. Die «großen» Blogger finden es doch auch schlimm. HTML Schnipsel aufs StaSi2.0 Bild kopiert, eingefügt, und Teil des Protestes sein.

    Gut, die Grundlage der Argumentation ist schwach bis gar nicht existent, aber wen interessiert das? Das Ziel ist ein gutes. Und das ist es doch wert, oder?

    Hauptsache erstmal dagegen, Argumentation findet sich später sicher nochmal. «Irgendjemand macht das schon noch. Wir haben gerade leider keine Zeit, müssen erstmal das ‘Dagegen’ Schild basteln.»

  2. Oliver sagt:

    >Denk mal an die Edelweißpiraten.

    Ja okay, in der Geschichte werden die teils noch nicht einmal überall als Widerständler bezeichnet — aber das ist ein anderes Thema. Aber du willst doch nicht allen Ernstes auch nur annähernd diesen Kontext mit dem unsrigen vergleichen?

    >Ja es ist noch einfach Widerstand zu leisten und viele schwimmen nur auf einer Welle mit. Aber die Landung wird hart.

    Wir reden immer noch von zaghaften Tendenzen im Vergleich. Ich erwähnte es ja schon oben, die wenigsten haben sich jemals eingehend mit dieser Thematik beschäftigt. Im Vergleich dazu, auch zur Weimarer Republik, leben wir im Paradies.
    Da muß und kann sich auch nicht jeder mit beschäftigen, man sollte aber wenigstens die Einsicht zeigen, das da mehr war als nur profane Auskunftsbegehren. Und in der Weimarer Republik bzw. in der Kaiserzeit zuvor gabs schon mehr als einen profanen Demo-Verbot.

    Es ist noch einfach zu denken, von Widerstand kann noch gar keine Rede sein, da wir mit unserem Arsch noch in einer wohlbehüteten Demokratie sitzen. Die zwar ihre Macken hat, aber noch 100% mehr an Demokratie besitzt als jede Vorstellung von Republik zuvor.

  3. felix sagt:

    Ich hab keine Ahnung inwiefern der Beitrag sich auf meinen Kommentar auf gp bezieht, ich möchte nur anbringen dass ich es völlig nachvollziehbar finde wenn man verärgert darüber ist, wenn solche Aktionen die Glaubwürdigkeit seines eigenen Engagements rauben. Aber es gibt sie einfach, die Leute die nicht dieses Niveau an Aufklärung und Informationen zu solchen Themen haben. Das meint auch sicher keiner böse! Und wenn solche Auseinandersetzungen nacher auf gp etc. in einer wohlwollend informierenden Umgebung stattfinden könnte man ja trotzdem von einem kleinen Erfolg sprechen: Man versucht der Thematik durch eine gewisse Aufmerksamkeit und Ernsthaftigkeit gerecht zu werden. Und die Unwissenheit (oder nennt es Dummheit) aus den Köpfen Mancher zu vertreiben. Die so oder so in den Köpfen steckt, ob mit Banner oder ohne.

  4. felix sagt:

    @Jochen: Das ist nicht dein Ernst, oder?!

  5. Oliver sagt:

    >Ich habe mit Sozialdemokraten und Kommunisten aus der Zeit vor 1930 gesprochen.

    Ich behaupte auch nicht das ich damals den nötigen Grips gehabt hätte, aber es gab diese Leute auch und diese erkannten die Tendenzen schon zu Beginn. Sozialdemokraten bewilligten auch die Mittel zum ersten Weltkrieg — nun diese gereichen nicht unbedingt als Beispiel.

    >Ich bin überzeugt davon das Schäuble die Diktatur will und auch bekommen wird.

    Ich gehe davon aus, das den meisten einmal eine Beschäftigung mit Geschichte en detail Not tut, vor allem bundesrepublikanischer Geschichte — ein aha und oho wird sich einstellen und Schäuble als kleines Licht in langer Reihe erscheinen lassen.

    >Ich hab keine Ahnung inwiefern der Beitrag sich auf meinen Kommentar auf gp bezieht

    Dann hätte ich es auch so vermerkt, wenn ich relativ allgemein schreibe ist damit auch das allgemeine Problem gemeint. Und billigen Aktionismus kann man bei Bedarf steuern, liegt in der Natur der Sache das die meisten mitrennen ohne zu denken. Das Ende vom Lied? Kann man auf jeder Seite suchen, zu wenig nachgedacht ob rechts oder links.

  6. Jochen Hoff sagt:

    @Oliver
    Mhmm. Ich weiß nicht. Ich habe mit Sozialdemokraten und Kommunisten aus der Zeit vor 1930 gesprochen. Die haben selbst 33 noch geglaubt es würde schon nicht ganz so schlimm werden. Die haben gedacht man könne Hitler noch mal abwählen.

    Das Problem besteht darin das du erst hinterher weist an welchem Punkt eines Prozesses du gewesen bist. Nämlich genau dann, wenn es zu spät ist.

    Ich bin überzeugt davon das Schäuble die Diktatur will und auch bekommen wird. Es ist so einfach auf Befehl zu handeln, viel einfacher als Eigenverantwortlich zu sein.

    Aber beweisen kann ich das natürlich erst, wenn wir schon im Lager sind.

    Ob uns der Beweis dann noch etwas nutzt?

  7. Jochen Hoff sagt:

    @felix

    das habe ich genauso gehört. Wohlgemerkt ich kann nicht beweisen, das wir am gleichen Punkt stehen wie 33. Ich bin aber sicher das wir da stehen wo wir 1970 waren.

    Ich werde morgen das Thema noch mal etwas breiter auswalzen, und versuchen eine fundiertere Analyse als mein Bauchgefühl zu bieten.

    Felix mir wäre es sehr recht wenn ich mich irren würde.

  8. housetier sagt:

    Worum gehts denn in deinem Beitrag?

    So viel Text, so viele Andeutungen, aber keine Links…

  9. Chris sagt:

    Worum gehts denn in deinem Beitrag?

    So viel Text, so viele Andeutungen, aber keine Links?

    q.e.d.

  10. Oliver sagt:

    >So viel Text, so viele Andeutungen, aber keine Links?

    Untypisch für die «Blogszene» nicht wahr? Man spricht ein grundlegendes Problem an. Die «Anspielungen» nennt man dann auch Beispiel, um das ganz zu verdeutlichen. Usus in der Blogszene sind hingegen Verlinkungen und Anfeindungen, sprich die Sau mache ich jetzt fertig … findet man leider bei mir in der Form selten, wäre auch langweilig.

    @Jochen

    >Wohlgemerkt ich kann nicht beweisen,

    Man kann es durchaus eindeutig belegen, das wir nicht mal ansatzweise am gleichen Punkt stehen wie 1933. Irgendwelche abstrusen Verschwörungstheorien erlegen wir hier immer noch behände im Laufschritt. Ich habe mir zwar abseits von Seminaren und Vorlesungen auch immer meine eigenen Gedanken gemacht, aber die Märchenstunde ließ ich dann doch Märchenstunde sein.

    >Ich bin aber sicher das wir da stehen wo wir 1970 waren.

    Okay da haben wir auch eine vernünftige Basis. Aber bedenke 1933 != 1968.

    Du wirst wohl auf die erste große Koalition anspielen, bei der, ebenso wie heute, CDU und SPD gar viele hübsche Dinge durchpreßten. Ein Notstandsgesetz (Einschränkung der Grundrechte etc.), sowie später unter Brandt der Radikalenerlaß waren die herausragenden Merkmale dieser Zeit. Ja damit kann man durchaus vergleichen, erwähne ich auch durch die Bank regelmäßig, aber das ist den meisten halt nicht geläufig.

  11. Oliver sagt:

    >Dann bin ich einfach zu doof;

    Da kann ich dir nicht bei helfen.

    >ich würde gern wissen, wen du da nicht anfeinden wolltest, indem du nicht verlinkt hast.

    Man kann zwar alles essen, muß aber noch lange nicht alles wissen. Wäre ja widersinnig allgemein zu reden und dann Beispiele en detail platt zu treten.

    >ich denke aber, dass man auch kontroverse Themen ansprechen kann, wenn man sie direkt beim Namen nennt.

    Für das Gros der Leute ist es irgendwie direkt genug. Wenn ich grundlegende Probleme der Politik anspreche, bringts auch recht wenig en detail auf eine bestimmte Partei einzugehen.

  12. housetier sagt:

    > Man spricht ein grundlegendes Problem an.

    Wer ist «man»? Und um welches Problem geht es?

    > Die ?Anspielungen? nennt man dann auch
    > Beispiel, um das ganz zu verdeutlichen.

    Dann bin ich einfach zu doof; ich seh an den «Beispielen» nichts deutliches.

    > Usus in der Blogszene sind hingegen
    > Verlinkungen und Anfeindungen

    Aber da wird schon mal bei Unklarheiten sind: ich würde gern wissen, wen du da nicht anfeinden wolltest, indem du nicht verlinkt hast.

    Ich mag nicht für die Szene sprechen; ich denke aber, dass man auch kontroverse Themen ansprechen kann, wenn man sie direkt beim Namen nennt.

  13. Rene Arns sagt:

    Ich denke, es ist durchaus legitim, auch vereinfachend und undifferenziert historische Vergleiche zu ziehen. Es ist einfach Teil des politischen Dialogs und wirkliche historische Wahrheiten gibt es sowieso nicht.

    Wenn sich jemand bei Schäuble emotional an das Thema Stasi erinnert fühlt (selbst wenn er diese selbst nie miterlebt hat), ist es sein gutes Recht, das auch zum Ausdruck zu bringen. Schließlich wird an anderer Stelle im politischen Dialog auch nicht immer differenziert.

    Die Glaubwürdigkeit setzt das für mich überhaupt nicht herab. Die Gläubwürdigkeit hängt für mich nicht damit zusammen, wie differenziert sich jemand mit einem Thema beschäftigt, sondern, ob sein Anliegen legitim ist. Sonst müsste man schließlich nur Experten zum politischen Dialog zulassen und das wäre dann nicht sehr demokratisch (BTW wir haben alle Bereiche, in denen wir keine Experten sind, aber durchaus nicht übergangen werden wollen).

    Die große Gefahr bei der Differenzierung ist, dass man so stark ausdifferenziert, dass man zu überhaupt keinen Aussagen mehr kommen kann. Letztlich gibt es keine Objektivität, sondern nur Willensäußerungen und Standortbestimmungen. Begriffe wie Stasi 2.0 sagen etwas darüber aus, wie stark sich jemand vor staatlicher Repressionen fürchtet. Und es ist wichtig, dass diese emotionale Differenzierung, die darin zum Ausdruck kommt, auch ausgedrückt werden kann.

    Auch das Argument, man solle Verbesserungsvorschläge machen, bevor man Kritik äußern darf, ist falsch. Es muss auch möglich sein, das Falsche zu erkennen und zu benennen, ohne das man dafür Gegenleistungen erbringen muss. Die freie politische Meinung sollte eine Selbstverständlichkeit sein und nichts, für das man sich qualifizieren muss.

    Wenn es um die Umsetzung von Alternativen geht, muss man sich die Frage nach der Differenzierung und der Realität stellen und inwieweit die Maßnahmen geeignet sind, das Ziel zu erreichen. Das ist dann der richtige Zeitpunkt. Um die Öffentlichkeit auf Missstände aufmerksam zu machen und aufzurütteln, ist es eher kontraproduktiv, sich in Debatten um mögliche Alternativen zu verstricken.

  14. Oliver sagt:

    Ich denke, es ist durchaus legitim, auch vereinfachend und undifferenziert historische Vergleiche zu ziehen.

    In diesem Land ist Denkverweigerung nicht legitim und darf es auch nicht mehr sein. Deutschland hängt schon wieder im Dreck, weil vereinfachend und undifferenziert gehandelt wird.

    Wenn sich jemand bei Schäuble emotional an das Thema Stasi erinnert fühlt (selbst wenn er diese selbst nie miterlebt hat), ist es sein gutes Recht, das auch zum Ausdruck zu bringen. Schließlich wird an anderer Stelle im politischen Dialog auch nicht immer differenziert.

    Also gemäß dem Motto, lügen die anderen darf ich es ebenso? Emotion gereichte vielleicht dem Blutbad der franz. Revolution, keinesfalls aber der tatsächlichen Aufklärung, die schließlich das Fundament einer etwas besseren Gesellschaft bildete.

    Auch das Argument, man solle Verbesserungsvorschläge machen, bevor man Kritik äußern darf, ist falsch.

    Wo schrieb ich davon? Man sollte zuvor denken, bevor man das Mundwerk betätigt, in der Art ist es oben gemeint.

    Die Gläubwürdigkeit hängt für mich nicht damit zusammen, wie differenziert sich jemand mit einem Thema beschäftigt, sondern, ob sein Anliegen legitim ist.

    Die Leute für die der Zweck alle Mittel heiligt, polarisiert ein durchschnittlicher Demagoge heute links und morgen rechts. Wo Wissen als Basis verneint wird, ist auch kein Dienst an der Sache zu erwarten.

    Ein legtimer Ansatz ist dann gegeben, wenn man sich überhaupt bewußt ist warum dieser legitim ist. q.e.d.

    Die große Gefahr bei der Differenzierung ist, dass man so stark ausdifferenziert, dass man zu überhaupt keinen Aussagen mehr kommen kann

    Die größte Gefahr ist, das historische Laien versuchen real existierende kontroverse Themen innerhalb der historischen Gemeinschaft umzuwälzen auf jede noch so kleine Thematik und sich somit ob der vermeintlichen nicht-Aussagekraft der Wissensaneignung verneinen.
    Das Gegenteil ist jedoch der Fall, ein Diskurs existiert zwar in vielerlei Bereichen, nur hat der Laie nicht einmal von der Basis einen Schimmer,kann folglich erst recht nicht kompliziertere Dinge erfassen. Und für die grundlegenden Thematiken, die als Tatsache gehandelt werden, ist das ohnehin ohne jegliche Bedeutung.

    Die Aussage der «Über-Differenzierung» ist in unserer Gesellschaft also ein Ausdruck von massiver Denkfaulheit. Blinder Aktionismus sorgt für eine hirnlose Masse, usus in Deutschland und auch Basis für die vorherrschende Problematik. Die oft geforderte Diskussion findet in der Regel nie statt, da Denken Arbeit bedeutet und nicht jeder dazu in der Lage ist. Schnell irgend jemanden difamieren etc. da ist man in Deutschland weitaus schneller bei der Sache, weil erheblich einfacher.

    Wissen ist Macht, wer sich willentlich dem Wissen verweigert, kann sich auch in Generationen von willigen Schreibtischtätern einordnen lassen.

    Ob der Denkfaule den Stempel recht oder links trägt ist ohne Belang, Tatsache ist das beide fatal für eine gesunde Gesellschaft sind, für Demokratie und Freiheit. Denkfaulheit, Wissensverweigerung fördert die Systeme die sooft usus waren in D und sich auch wahrscheinlich in der einen oder anderen Form wieder manifestieren werden.

    Wir könnten von Geschichte lernen, sind jedoch zu dumm die vorhandenen Mittel einzusetzen. Aber um Ausreden war der deutsche Michel noch nie verlege, seine eklatante Dummheit fortwährend zu relativieren!

  15. Rene Arns sagt:

    Die Frage von Wissen und Intelligenz ist kein Allheilmittel, um politische Fragen zu lösen.

    Demokratie bedeutet ein Recht auf eine eigene Meinung unabhängig von der eigenen Denkfaulheit/Intelligenz.

    Die frz. Revolution ist auch an den Glauben an die Göttin Vernunft gescheitert. Aufgeklärt zu sein bedeutet noch lange nicht, danach zu handeln.

    Wer definiert, was denkfaul ist? Ist es keine Diffamierung, jemanden der Dummheit zu bezichtigen.

    Ich wollte keinen blinden Aktionismus propagieren, aber so eine Stasi 2.0 Aktion fällt für mich unter Meinungsäußerung und dies muss nicht differenziert sein. Aktionen und Handlungen, die weitreichendere Auswirkungen haben, sollten daran gemessen werden, ob sie realistischerweise geeignet sind, das gewünschte Ziel zu erreichen. Exekutionen führen z.B. nicht zu sozialem Frieden.

  16. Rene Arns sagt:

    BTW: Meine Ausführungen als Ausreden abzutun ist meines Erachtens ein Zeichen von Denkfaulheit.

  17. Chris sagt:

    aber so eine Stasi 2.0 Aktion fällt für mich unter Meinungsäußerung

    Falsch, ohne weitere Begründung, meinetwegen politische Aussage ist es schlicht und einfach eine Beleidigung und Diffamierung des Herrn Schäuble sowie eine Relativierung der Verhältnisse in der ehemaligen DDR.

    Das manche Leute meinen, durch Artkel 5 GG ist jegliche Beleidigung gedeckt, werde ich nie verstehen… Denn genau durch dieses Verhalten werden manche Gerichtsurteile gesprochen, wie sie gesprochen werden…

  18. Oliver sagt:

    Links, wenn Javascript an ist, erreicht man die Trackback-URL. Aber mal davon abgesehen lese ich selten Blogs quer. Kommentar hier wäre also angebrachter.

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