BigBrotherAwards 2008 — von der Realität eingeholt, dank der Telekom sogar überholt

Gestern wurden wieder die BigBrotherAwards verliehen. Es wundert nicht, dass es auch dieses Jahr verdiente Preisträger gibt — im Gegenteil, die Auswahl derer, die es verdient haben, wird immer breiter. Die Preisträger:

  • Europa/EU: Rat der Europäischen Union (EU-Ministerrat) in Brüssel
  • Gesundheit und Soziales: Deutsche Angestellten-Krankenkasse
  • Verbraucher I: Mitglieder des 16. Deutschen Bundestages
  • Arbeitswelt und Kommunikation: Deutsche Telekom AG
  • Technik: Yello Strom GmbH
  • Politik: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
  • Verbraucher II: Arbeitskreis Deutscher Markt– und Sozialforschungsinstitute e.V.

Dass die Deutsche Telekom ausgezeichnet wurde, war zu erwarten. Dass jedoch die Realität einen Tag schon wieder ein stückweit grausamer ist, hätten wohl selbst die größten Zyniker nicht erwartet.

In der Laudatio für die Deutsche Telekom heißt es:

Der BigBrotherAward 2008 in der Kategorie „Arbeitswelt und Kommunikation“ geht an die Deutsche Telekom AG für die illegale Nutzung von Telefonverbindungsdaten zur Bespitzelung von Telekom Aufsichtsräten und Journalisten.

Aufsichtsräte, Journalisten — was fehlt in dieser Aufstellung? Richtig, die eigenen Mitarbeiter. Um Datendiebe zu fassen, wurden eigene Mitarbeiter überwacht, kein Scherz:

Die Telekom stolpert von Skandal zu Skandal: Um den Diebstahl von 17-Millionen Kundendaten aufzuklären, hat der Konzern auch seine eigenen Mitarbeiter bespitzelt. Das berichtet der SPIEGEL. […] Im konkreten Fall ging es um den Diebstahl der Daten von 17 Millionen Handy-Kunden im Jahr 2006. Um mögliche Täter zu überführen, so die jüngste Telekom-Erkenntnis, haben Mitarbeiter von T-Mobile damals Verbindungsprotokolle von internen Verdächtigen ausgewertet.

Fehlen schlussendlich eigentlich nur noch — na, wer weiß es — die Kunden. Und glaubt wer wirklich, dass der eigene Aufsichtsrat, die eigenen Mitarbeiter, Journalisten ausgespäht werden, überwacht werden, nicht aber die Kunden, denen man dann ein maßgeschneidertes Werbeangebot präsentieren kann um Geld zu scheffeln?

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